Monatsarchive: September 2010

what makes me happy: warum ich eine miserable Gärtnerin bin

Es ist kein Geheimnis, denn verheimlichen lässt es sich kaum. Jeder, der hier vorbeikommt, erkennt auf den ersten Blick: Ich bin eine grottenschlechte Gärtnerin. Nicht einmal die paar Gurken, Zuchetti und Kürbissevermögen es zu vertuschen. Nach einem hübsch ordentlichen Start im Frühjahr mit Umgraben, Hacken und sorgfältigem Säen, spriessen die Keime, wachsen und grünen- und wachsen und grünen und wachsen und grünen und wachsen und grünen undwachsenundgrünen…

Bis alles durcheinander wächst, ohne dass jemand dem wilden Wuchern Einhalt gebieten würde. Ich bringe es einfach nicht übers Herz, hier rigoros durch zu greifen. Auch in den Rabatten den Zaun entlang, zögere ich beim Jäten, lasse Unkraut lieber stehen (bis auf den Hahnenfuss und die Zaunwinde, bei denen kenne ich kein Erbarmen…) und beisse die Zähne zusammen, wenn die Kinder wieder einmal einen Ball im Dickicht aus Blumen, Gräsern und kleinen Sträuchern, Gemüse und Beeren versenken.

Der Grund dafür sieht so aus:

… und noch ganz anders
dann wieder auch so:
und auch in diesem Juli wunderbarerweise wieder so:
Ich bin so vernarrt in diese kleinen Schönheiten, dass ich den grössten Teil meines Gartens ihnen gewidmet habe. Die Hälfte des Gemüsebeetes gehört immer ihnen, daneben auch alle Randstreifen und ein paar grosse Töpfe. Statt hübschen Zierblumen sähe ich nur noch einheimische Wiesenpflanzen und greife zu den Tütchen mit dem Schmetterling drauf im Gartencenter. So bekamen dank der an sich unscheinbaren aber so wertvollen wilden Möhre im letzten Sommer zum ersten Mal hohen Besuch, der auch dieses Jahr nicht ganz ausblieb:
Dabei hatte ich die Hoffnung eigentlich schon aufgegeben: Dieses Jahr scheint kein sonderlich gutes Schmetterlingsjahr zu sein, denn bis auf Dutzende von Weisslingen überall, fand kaum ein Falter den Weg zu uns. Überhaupt sah ich nur sehr wenige Schmetterlinge in diesem Sommer, fiel mir auf. Doch dann plötzlich entdeckte ich, mutterseelenallein, diese Schwalbenschwanz-Raupe an einem Stengel wilder Möhre gleich neben dem Trampolin.
Eine Einzige.
Sie war schon recht gross und nicht mehr sehr gefrässig, dafür ungeheuer unruhig in ihrem neuen „Winterquartier“ bei uns… Ein gutes Zeichen! Denn schon bald sah es so aus im Schmetterlings-Hotel:
Einen Tag später dann:
Und im nächsten Frühjahr, so Gott will, wird ein unfassbar schöner Schwalbenschwanz seinem Panzer entsteigen:
Oh, ich freue mich schon so darauf!Voll Staunen und richtig hibbelig vor Aufregung habe ich aber in diesem Spät-Sommer vor allem die Entwicklung eines ganz anderen Falters begleitet, der wirklich etwas ganz Spezielles ist:
der kleine Bürstenspinner!

Seine Raupe fällt sofort auf, ihrer bunten Farben und frechen Punker-Frisur wegen. Trotzdem konnte sie sich eine Weile ganz gut verstecken in unserem Brommbeerstrauch… Doch als ich ihr und ihren sechs, sieben Geschwistern erst einmal auf die Schliche gekommen war, blieben ich und die Kinder jeden Tag für eine Weile zum Beobachten (und Beerennaschen…). Spannend dann sie erste Verpuppung, die wirklich Stunden-lange Spinn-Arbeit bedeutet und die Raupe alle Bürstenhaare kostet…
Und dann heute, nach ca. zwei Wochen oder so, die riesengrosse Überraschung, von der ich zwar wusste, die ich aber nicht so richtig geglaubt hatte: aus dem Kokon des Bürstenspinners in unserem Heim-Beobachtungs-Glas schlüpft nicht etwa ein nettes Flatter-Tier, sondern ein sonderbares, behaartes Wesen ganz ohne Flügel!
Die Bürstenspinner-Weibchen sind nämlich ziemlich plumpe, kurzlebende Tierchen. Schmetterlinge, die nicht fliegen und auch kaum krabbeln. Sie legen nach der Befruchtung ihre Eier rund um ihren eigenen, sorgfältig verlassenen Kokon und sterben bald darauf. Nur die Männchen sehen aus wie waschechte Falter:
Und zwar ziemlich flatterhafte! Mit unglaublich gutem Geruchs-Sinn! Kaum war das Weibchen auf dem schmalen Fenstersims in unserem Hauseingang geschlüpft, kamen schon zwei kleine, braun-rote Falter angeflogen und versuchten die ganze Zeit, durch den schmalen Spalt der kaum offenen Türe ins Haus zu gelangen. Selbst als wir schon mit dem Glas inklusive Bürsten-Spinnerin draussen im Garten vor dem Brombeer-Strauch standen, suchten sie dort noch nach „ihrem“ Weibchen… Das längst von einem anderen, blitzschnellen Männchen besucht worden war… Kind1 blieb fasziniert stehen, um ja nichts von alledem zu verpassen…
Morgen wird er wohl als Erstes vor der Schule nachsehen, ob man schon Eier erkennen kann- genau wie ich (*grins*)

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what makes me happy: beauty

In meinem Zuhause geht es oft drunter und drüber- in vielerlei Hinsicht.
Lärm, Chaos, Trubel und Geschäftigkeit-
und eine Mama, die nach Luft schnappt, immer in Bewegung, im Versuch, die Balance zu erhalten, in der diese Familie sachte pendelt. Damit nichts kippt und überhand nimmt.
Eine Mama wie viele.
Umringt von Apellen.
Und von Schönheit!Manchmal bleibt mein Blick im Vorbeigehen hängen…

Schönheit, die mich von innen heraus stärkt und meinen Alltag lichter macht.
Ich wünsche euch allen von Herzen ein wunder-schönes Wochenende!
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aus „Seams to me“: Smashing Smock

Wie versprochen, der Cat-Walk meines letzten Näh-Wagnisses:
Voilà!Die Frucht von über sieben Stunden spätabendlicher Hand-Arbeit:
der „Smashing Smock“ aus Anna-Marias „Seams to me“.
Die dunkle Version ist meine Erste und, seien wir ehrlich, etwas zu knapp geraten. Im Buch steht, dass das Schnittmuster Grösse M abgeben sollte, was aber nicht ganz stimmen kann, denn, spindeldürr wie ich immer bin in der Stillzeit, trage ich im Moment bestimmt nicht mehr als Grösse 36, sprich maximal ein S… Zuerst war ich wirklich sehr enttäuscht, als ich aufgeregt in meinen sorgfältigst genähten Smock schlüpfte und der dann an diversen Stellen tatsächlich spannte (ein Gefühl, das ich schon gar nicht mehr kenne…)!
Nochmas auflassen? Nicht ganz einfach, denn das Oberteil ist recht aufwändig und sauber gemacht, die untere Armausschnitts-Region sogar mit eigens zugeschnittenem Schrägband versäubert… Also erstmal weglegen. Weglegen, sich trösten, was das Zeug hält, sich schon nach Neuem umsehen vielleicht; das schafft Distanz und wirkt meistens Wunder. Und tatsächlich: als ich meinen Smock heute nochmals anprobierte, passte er- wie durch Zauberei- irgendwie schon viel besser! (Das könnte allerdings auch an der magengrippe liegen, die mich Samstag ganz fies überfiel…)

Definitiv bequemer fühlt sich aber doch die in der Zwischenzeit genähte Version 2 an:

Ich habe ein bisschen was zugegeben beim Schnittmuster und – für mich ganz besonders wichtig für ein angenehmes Trag-Gefühl – den Halsausschnitt dramatisch verändert, was man vielleicht nicht sofort sieht, aber sofort spürt! Das Original-Muster sitzt mir nämlich schlichtweg zu würgegriffmässig eng um den Hals…
Was ich ganz besonders gerne mag ist dieser wunderschöne Baumwoll-Stoff, oder besser, diese beiden wunderschönen Stoffe. Wie schon das schwarze Hänger-Kleidchen oben, besteht auch das grüne ganz aus vererbten oder bei meinen Streifzügen beim Trödler entdeckten neuen Stoffen. Von meiner Mama, aus dem Estrich meiner Schwieger-Oma, aus dem Brocki: alles „secondhand“, aber ausnahmsweise einmal unbenutzt. Auch nett, so zwischendurch. Zuschneiden ohne Auftrennen oder Zusammensetzten… Obwohl: der untere Teil des grünen Kleidchens ist im Rücken tatsächlich aus drei Patches zusammengenäht. Der Stoff, den ich hatte, hätte um Haaresbreite nicht gereicht…
Dass das Nähen so aufwändig ausfallen würde, hätte ich mir, ehrlich gesagt, nicht gedacht. Schon auf dem Foto in „Seams to me“, sieht der Smock superbequem und simpel aus, obwohl er dort sogar noch Taschen hat (die mir noch fehlen). Doch Anna Maria Horner näht mit Liebe zum Detail, scheint es mir, mit einem hohen Anspruch an ein sauberes, „perfektes“ Finish.
Einerseits gefällt mir das, und ich merke, dass ich vom Typ her ähnlich gestrickt bin. Andererseits gerät das Arbeiten an einem ihrer Projekte manchmal auch ein bisschen… zur Nervenprobe, weil es Zeit braucht, und exaktes Lesen (Englisch!), weil die erläuternden Skizzen mich manchmal fast mehr verwirren als auf die richtige Spur bringen, und weil zwischen meinem fröhlichen Beginnen und dem (nicht immer so fröhlich-machenden) End-Produkt manchmal eine gar arge Strecke konzentriertes Schaffen liegt…Und trotzdem: Ich bin eine grosse Bewunderin dieser unglaublich begabten, scheinbar energie-berstenden Designerin und 6fachen Mama. Das musste mal gesagt werden.
Obwohl ich mir wohl im Leben nie einer ihrer wunderschönen Stoffe werde leisten können…

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What makes me happy: aus meinem Garten

Der Garten, der zu unserem Haus gehört ist leider (leider!) sehr klein. So klein, dass ich immer wieder in sehnsuchtsvolle Tagträume verfalle- besonders in letzter Zeit- in Tagträume von einem Häuschen für sich, mir richtig viel Land rundherum, verwildert, bebäumt, grün und bunt und alles, von mir aus auch verlottert und alt, aber einfach mit Frei-Raum.
Eines Tages, ja bestimmt. Eines Tages…
Dem Gemüse in unseren wenigen Beetchen scheint es Frei-Raum genug zu sein. Es wächst. Manches mehr, manches weniger. Und ich ernte dankbar und ein bisschen erstaunt darüber, dass überhaupt etwas Essbares hervorkommt, da wo mein ziemlich ungrüner Daumen werkelt.
Vielleicht ist es ganz gut, dass ich genau den nicht allzu sehr schalten und walten lasse, sondern eher der Natur den Vortritt lasse…
(Warum dem so ist, verrate ich übrigens in einem meiner nächsten Posts!)
Glücklich-Macher frisch aus meinem Gärtchen:
Gurken und Cherrytomaten für Griechischen Salat (oh, mein allerliebster Sommersalat! Leider vorbei für dieses Jahr…)
Zuchetti, auf italiensche Art mit Quark, Kräutern und Parmesan gefüllt
Kresse (vom Teller-Beet)
pralle Brombeeren, vom Strauch direkt in den Mund immer noch am allerbesten, finden meine Kinder (genau wie die weissen und roten Himbeeren)
ein kunterbuntes Blumenbeet und jede Menge Sonnenblumen-Riesen von bis zu drei Meter Höhe
Und die Kürbisse meiner Jungens! Kind1 ist mächtig stolz, dass „seine“ Schützlinge so kraftvoll wuchern und wachsen. Ein bisschen Zeit noch, und die Früchte sind leuchtend orange.
Bereit für ein geschnitztes Kürbis-Grinsen zur Herbst-Feier…
Ps. Einige von euch haben mich gebeten, mehr von meinem Kleider-Erstling in Erwachsenengrösse aus „Seams to me“ zu zeigen. Ich bin einfach noch nicht zum Fotografieren bei Tageslicht gekommen, muss ich gestehen. Und irgendwie bin ich noch so unglücklich mit diesem viel zu klein gewordenen Exemplar, dass ich es erst mal eine Weile in der Abstellkammer ruhen lassen sollte, bevor ich mich ans Abändern mache… Dafür habe ich jetzt einen neuen Versuch gestartet (So leicht geb‘ ich mich doch nicht geschlagen!).
Und die Weste… die Weste wartet nur noch auf hübsche Knöpfe ! Bzw. ich auf eine der seltenen Gelegenheiten, mich in Ruhe in der Stadt umzusehen, *seufz*.
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Veröffentlicht unter Natur, what makes me happy | 8 Kommentare