Monatsarchive: August 2010

what makes me happy: so was wie Urlaub

Seit ich Kinder habe, träume ich insgeheim vom langweiligen Kreuzfahrt-Urlaub, wo ich von vorn bis hinten bedient werde, ein Zimmermädchen meine Kissen aufschüttelt (nicht, dass ich das zuhause jeweils machen würde, aber luxuriös finde ich den Gedanken allemal…), jeden Morgen frische Croissants und Milchkafee auf mich warten und jeder Abend mit einem Festbankett lockt, wo es eine Bibliothek gibt und einen Kiosk mit Zeitschriften und Schokolade und einen Swimmingpool zum Räkeln und Nichtstun oder stricken, häkeln, schreiben, lesen Leute- oder Wolkengucken… stundenlang. Leben wie eine faule Diva.
Denn genau zu ebendiesen Unsäglichkeiten komme ich nicht mehr, seit ich Kinder habe. Urlaub ist zu einem Wort verkommen, das sich auf der „später einmal“ Liste befindet. Denn mit meinen drei Kindern nehme ich meinen Alltag überall hin mit, nur unter erschwerten Umständen. Dachte ich. Bis eben noch.
Denn nach eineinhalb Tagen Camping-Kurz-Urlaub mit meiner Mama, meinen beiden jüngsten Brüdern und meiner eigenen Familie, habe ich meine Meinung geändert: Es gibt tatsächlich so was wie Urlaub, auch für mich…Meine Brüder (10 und 14 Jahre alt) und meine beiden Jungens, hatten die ganze Zeit einen Mordsspass beim Spielen, Toben und Plantschen, meine Mama versorgte uns rührend mit Unmengen an leckerem Essen, mein Mann ging mit dem Baby im Tragetuch spazieren und ich fläzte mich im Sommergras auf der Picknickdecke, die Nadeln in der Hand und die Gedanken in den Wolken…

Daran könnte ich mich gewöhnen.

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what makes me happy: Gomfikochen

Es gibt so Tage, da stimmt einfach alles. Kürzlich war so ein Tag, an dem ich immer wieder von Fröhlichkeit und Dankbarkeit gepackt und einmal kurz im Kreis herumgewirbelt wurde. Nur so aus Spass. Dabei passierte die ganze Zeit über überhaupt nichts Aussergewöhliches. Im Gegenteil; der Tag war angefüllt mit gewöhnlichen Tätigkeiten, allesamt sehr häuslich sogar, wie backen, einkaufen, mit den Kindern Kartenspielen und Fahrradfahren und- und darin lag vielleicht das Geheimnis meiner Zufriedenheit- Marmeladekochen. Ich liebe es, Marmelade zu machen, oh ja. Obwohl ich meine Brote am liebsten mit Erdnnussbutter oder einfach mit nackter Butter esse, verzaubert mich der Prozess des Einkochens immer wieder. Dieses Vorbereiten nur weniger Zutaten, ein paar schlichte Handgriffe, das Blubbern und Wallen und Duften aufs Schönste, abgiessen, zudrehen, das Werk bewundern bwz. gleich auf einem Stückchen Brot probieren… So schnell kann man zu Erfolgserlebnissen kommen!
Da in unserem Garten der Johannisbeerstrauch schon länger mit ein paar prallen, roten Beeren winkte und die Brombeeren reif zu Boden purzelten, wenn die Wespen landen wollten, beschloss ich, es sei an der Zeit Gelee zu kochen.

Gelee ist ein feine Sache, es gibt keine Kerne zu beissen auf dem Brot und leuchtet wie ein Edelstein. Schwierig ist es auch nicht.

Für Johannisbeer- oder Brombeergelee :
Beeren in einer Pfanne mit nur wenig Wasser drin aufkochen und kochen lassen, bis die Häutchen aufplatzen und es schön Saft abgegeben hat.
Die Beeren absieben ohne sie stark zu zerdrücken.
Aus ca. 1kg Beere wird etwa 5dl Saft.Auf 5dl Saft gebe ich ca. 500g Gelierzucker (eher etwas weniger) und lasse ihn 3-4 Minuten sprudelnd kochen. Lieber zu kurz als zu lange, denn irgendwann wird das Gelee zu Gelee russe…
In saubere Marmeladen-Gläser füllen, zuschrauben, fertig.

PS. Ich habe die Brombeeren mit den letzten Himmbeeren, die ich finden konnte und ein paar Johannisbeeren gemischt. Johannisbeergelee mag ich ma liebsten pur (perfekt für Spitzbuben im Advent!)

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morgens um halb acht…

… sass ich heute auf dem Sofa, einen Kaffee in der Hand, um meine Lebensgeister zu wecken, und spielte mit meinem Baby, dem munteren, kleinen Ganoven, der mich aus dem Bett geholt hatte. Quietschfidel schmuste sie ihren geliebten Kuschelhasen von oben bis unten ab, drückte ihn mir mit erwartungsvollem Grinsen und ermunternden Kuss-Geräuschen (süüüüsssss!) ins Gesicht und vertiefte sich dann ins Füttern des kleinen Plüschohrs; Mein Herz schmolz dahin wie Sahnehäubchen in der Sommersonne. Wo kommt diese Freude am Behüten, Herzen und Nähren bloss her…?

Es gibt nicht viele Dinge im Lebens-Alltag, die mich so anrühren wie ein spielendes, völlig in sich versunkenes Kind. Dieses in-sich-Zufriedensein ist etwas so Wunderbares und Rares für mich.
Manchmal postet ihr Bilder eurer Kinder, wie sie malen, zeichnen oder im Sand wühlen, oder ich sehe die süsse erste Handschrift eines Erstklässlers auf den ersten Marmeladen-Gläsern seines Lebens- das alles wärmt mich innerlich.
Kinder.
Ich bewundere Erwachsene, die es irgendwie geschafft haben, sich ein Stückchen dieser Fähigkeit zu bewahren, die einfach spielen, mit Pinsel und Farbe zum Beispiel, und sich zu versenken, in dem was sie sehen, hören, fühlen, tun.
Möglicherweise ist Majorlein Bastin so eine Frau? Die unglaublich talentierte Illustratorin zeichnet mit so viel Liebe und Beobachtungsgabe, dass ich immer wieder ins Staunen komme. Steffi hat mich in ihrem Kommentar zu meinem letzten Post nach dem Buch gefragt, das unter meinen Häkel-Steinen hervorblitzt, und ich weil ich selber so begeistert bin davon, wollte ich es euch gleich allen kurz zeigen. Eigentlich ist es kein richtiges Buch, sondern Majoleins jährlich neu erscheinender Naturkalender:
Jede Woche des Jahres hat eine eigene Natur-Zeichnungs-Seite, die immer zur Jahreszeit passt, manchmal ergänzt durch ein paar persönliche Notizen oder Gedanken. Es kommt einem fast ein wenig so vor, als würde man mit Majorlein durchs Jahr spazieren… Schön, wirklich sehr schön. Mein Baby liebt es auch, die Ringblätter vor- und zurück zu blättern, und als wie heute morgen um halb acht so im Wohnzimmer sassen und für Steffi und euch Fotos knipsten, konnte sie sich kaum sattsehen an den vielen bunten Vögeln (oh ja, der Kalender 2011 hat vor allem Vogelzeichnungen), die sich unter den Seiten versteckten…Ein wunderbarer Start in einen wunderbaren Tag!

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umhäkelte Steine

Eine neue leidenschaftliche Liebe lodert in meinem Herzen, flackert in meinen Fingern- und wird wahrscheinlich Ecke um Ecke meines Hauses erobern: umhäkelte Steine!!!
Ich war verliebt vom allerersten Augenblick an, als ich sie sah bei Geneens Artblog ursprünglich, (da kann ich stundenlang stöbern und finde ihre Häkelsteine aber ausgerechnet jetzt nicht wieder…), wirklich verliebt bis über beide Ohren. Doch als Häkelbeginnerin traute ich mir so ein Kleinod einfach nicht zu.
Aber wie bei den bemalten Steinen auch: die Faszination blieb haften wie ein entschlossenes, kleines Samenkorn, das geduldig auf seinen grossen Moment wartet. Nik gab den entscheidenden Schubser mit ihrem schönen Motivstein-Post, fürs Steine-Umhäkeln brauchte es nur das geniale Tutorial von Margaret Oomen bei Purlbee. Danach keimte die Idee zum ersten wackligen Versuch (letztes Bild, mit viel zu grosser Häkelnadel gehäkelt, doch ich konntenicht länger warten und schnappte, was sich finden liess…) Meine Steine habe ich allerdings nicht nach der Anleitung gemacht, sondern einfach nach Lust und Laune irgendwie zusammengemäschelt. (Freiheit für alle!)

Was soll ich sagen…? Eine neue Liebe eben: Ungeheuer entspannend, perfekt zum Mitnehmen als kleine Zwischenverpflegung für meine immerhungrigen Hände und irgendwie kunst-voll, obwohl es bloss Maschen sind, die sich da um meine Fluss-Schätze ranken. Diese wundervollen, glatten, vom Wasser ebengeschliffenen Fluss-Steine, die wir jedes Mal Sackweise nach Hause schleppen, wenn wir baden waren, sind mir an sich schon so lieb, dass ich kaum je genug davon haben kann. Bevor ich einen „opfern“ kann zum Bemalen oder Umhäkeln, ringt es regelrecht in mir.

Ich schätze, wir sind wir jetzt öfters am Fluss anzutreffen…
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