Monatsarchive: Juli 2010

drinnen- draussen

Der Sommer scheint sich nicht sonderlich wohl zu fühlen dieses Jahr. Grau und empfindlich ist er und mit Gänsehaut. Aber das ist schon in Ordnung so. “Things are gonna change”, ihr wisst ja…
Meine Seele schwankt mit, von hoch zu tief und wieder zurück, verspürt öfters das Bedürfnis, sich wattig weich einzumummeln. Dem Einfluss der Natur kann ich mich einfach nicht entziehen…
Die letzten zwei Tage aber fühlten sich trotz Wind und Wetter gut an. Sommerregenfrisch. Lächelleicht. Blütenbunt.(Das liegt bestimmt auch ein wenig an euren liebe-vollen Kommentaren auf meinen letzten Post hin- das Gefühl, verstanden und unter “Schwestern” zu sein, besitzt eine unglaubliche Kraft. Danke euch!)

drinnen

von mir für mich ein Blumengruss vom Wegesrand
Sonne für die Seele
tapsende Kinderfüsschen in der vierten Woche
Sieg über die Langeweile
zuckersüsser Nachmittagsschlaf im Regenwetterdämmerlicht
neue Wege mit Garn…
… oder Gedankengut

draussen
Wolken wie ich sie liebe
Kinder in ihrem Element
regennasse Schönheit für ein paar Tage nur 

Boten einer nahenden Zeit

Veröffentlicht unter Familienalltag, Jahreszeiten | 5 Kommentare

Botschaften

Ich bin umzingelt von Botschaften. Tag für Tag, Minute für Minute, Sekunde für Sekunde. Allein meine Kinder weben mich ein in Worte, Gesten, Blicke, und alles hat seine Bedeutung, seinen Grund, seine message
Und trotzdem sind da Zeiten, in denen ich mich dabei ertappe, wie ich plötzlich regelrecht zu suchen beginne nach etwas, das zu mir spricht; nach Botschaften des Trostes oder Ermutigung oder nach einem ganz bestimmten Anstoss.
Als ich gestern Amanda Soules Message-Post las, fühlte ich mich so angesprochen… eine Botschaft für mich?

Ich hinterliess folgenden Comment (in frischfröhlich stümperhaftem Englisch) auf ihrer wundervollen Site:
Dear Amanda; the daily reading of your blog is often something like a
message to me. The way you’re living has become kind of a goal for me,
because my feeling reacted so intesely to your blog that I
realized, there were (and still are) such a lot of things I miss in my
own life, and circumstances which made (and make) me sad and exhausted.
I know about the way you’re using your blog as a reminder of the
bright sides of life and motherhood, but I take it as a guide anyway
directing me to a better and more honest way of living. I wanted to
tell you this once again, because I write so seldom here, but read
every word you share in this place!
When I read (on your pictures above) the message you wrote to yourself, it just feels like a
message to me too- today was SUCH a hard day, an everydaylifeday, but
full of tiredness of it all, of tears inside me I couldn’t either
understand nor show, of the inner need to break out and find my inner
self under the mother-skin… I was unable to be the mother I actually
wanna be today, that’s for sure. I was not patient, not kind, not
gentle, nor funny or aware of what my childern needed (well maybe I
was at some moments, but it feels like I NEVER managed to be like that
today… And the feeling is what counts, isn’t it?)
After your post I feel more grounded. In a strange way comforted. I’m
going to write a message to me too right now, I guess…
Thanks for beeing here!
Bora from Switzerland
Manchmal ist es gut, anderen zu sagen, wie gut sie einem tun.
Und manchmal ist es gut, den Botschaften zu lauschen, die aus uns zu uns selber sprechen…
Veröffentlicht unter anderes, aus meinem tagebuch | 9 Kommentare

beim Trödler…

… bin ich richtig glücklich! Eine Mischung aus Wühltisch und Schatzkammer, nur ohne die Nachteile besagter Orte. Meine Kinder fühlen sich dort so zuhause, dass sie sich nach einem Gruss in Richtung Kasse flink einen Donald Duck Comic angeln, sich ein lauschige Eckchen suchen und für die nächste halbe Stunde nur noch das Rascheln der Seiten vernehmen lassen- Gottlob, denn fürs Stöbern brauche ich Augen und Hände und ein bisschen auch meinen Kopf, weil, wenn ich nicht aufpasse, pack’ ich mehr ein, als ich zuhause dann auch wirklich haben möchte… Lieber einmal mehr etwas zurücklegen, sobald ich mir unsicher bin. Im Zweifelsfall auch ein prächtiges Schnäppchen fröhlich liegenlassen. Für jemand anders, der sich vielleicht noch viel mehr freut darüber als ich es könnte. Die Spreu vom Weizen trennen.
Und zurück in meinem Korb bleiben Schätze, bei denen mein Sammlerherz juchzt vor Freude…
Handbesticktes Leinen, hauchzart umhäkelt, handgemachte Häkelkunst Meter um Meter. Atemberaubend schön.
Bunte Patchwork-Patches, zum Teil bereits sorgfältig gequiltet, aber nie vollendet. Irgendwie aufregend, ein wenig mysteriös und herrlich anders als das, was ich selber zusammenstellen würde.
Ein leuchtend oranger Kinderkleiderbügle mit einem Oldtimer-Motiv, dem Kind2, das orange gerade zu seiner Lieblingsfarbe erklärt hat, schon einmal begegnet ist.
Segler, die nun meine bemalten Schiff-Steine auf dem Jahreszeiten-Board begleiten. Sommer!
Das Sahenkännchen, mit dem ich schon seit Monaten liebäugle. Es scheint die ganze Zeit über auf mich gewartet zu haben.
Und ein paar winzigkleine Häkelnadeln, von denen ich nie im Leben gedacht hätte, dass ich sie jemals brauchen könnte…
… aber ich brauche sie, jetzt, sofort, ohne Wenn und Aber ganz unbedingt…
Veröffentlicht unter Fundstücke | 4 Kommentare

Sturmfrei

Sturmfrei stimmt eigentlich nicht so ganz.
Aber wenn ich einzige mein Baby bei mir zuhause hab’, fühlt sich das schon ziemlich ähnlich an. Also doch sturmfrei. Für 2 Nächte und 2.5 Tage. Mann und Söhne sind ausgeflogen auf Männerreise und mit ihnen ist ein grosser Teil Alltags-Gefühl auf und davon, wie mir scheint. Nur ich und mein kleines Mädchen.
Spontan die beste Freundin besuchen? Plötzlich möglich! Wir reisen mit leichtem Gepäck und ungewohnt präsent im Hier und Jetzt, weil alles worauf es ankommt mit grossen Augen auf meinem Schoss sitzt.
Entspannt in der Stadt Bücher durchblättern, während Baby schlummernd im Tuch an meiner Brust liegt- Augenblicke mit Seltenheitswert.
Mit einer alten Dame plaudern, die sich kaum losreissen kann vom Bild dieses unschuldigen Kind-Schlafes in meinen Armen, inmitten der Geschäftigkeit des Stadtlebens- Berührend und faszinierend.
Mich mit einer jungen Mutter und ihrem süssen Töchterchen aus dem Bauch heraus zum Plaudern auf dem Spielplatz verabreden, einfach, weil sie mir so sympathisch ist- Spontan und beschwingend.
Heimkehren in ein verwaistes Haus, wo die Kinderbetten unberührt bleiben werden- ein bisschen bedrückend und traurig. Aber das ist in Ordnung.
Abends trudelt eine meiner Schwestern bei mir ein, bleibt über Nacht, und morgens trinken wir zusammen mit uns’rer Mama Frühstückskaffee in meiner Küche: es ist diese ausgewogene Mischung aus Alleinsein und Gemeinschaft, die sich so wohltuend über meinen Tag ergiesst und irgendetwas in mir wieder ins Lot bringt.
Und mein Baby sonnt sich in der Zuwendung, die für diese kurze Weile nur ihr allein gehört. Wir schmusen endlose Kuschelpausen durch,
essen nur worauf wir gerade Lust haben (Kirschen!) zu völlig unkonventionellen Tageszeiten, stöbern ohne Armbanduhr beim Dorftrödler in allen Ecken und nehmen uns so intensiv wahr, wie es alltags nur selten möglich ist, wenn drei Kinder um mich buhlen.
Es fühlt sich leichter an. Einfacher. Überschau- und berechenbarer und darum entspannt. Nur ich und sie. Und ungeteilte Nickerchen-Freiheit.
Sturmfrei eben.
Und doch freue ich mich auf die wilde Horde, die demnächst wieder hier einfallen wird! 

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Veröffentlicht unter besondere Tage | 9 Kommentare