Monatsarchive: Mai 2010

3. Tag: Hilfe!

Montag (rückblickend)

Tische, nur halb lackiert, Möbel, wahllos in unordentlichen Räumen ohne jede Strukturierung, Kinderspielsachen, Steine, Muscheln, Bastelarbeiten, Decken, Kissen, Kleider…Als mein Mann mich heute morgen alleine liess inmitten dieser Wühltisch-Athmosphäre, war ich nahe dran, zu verzweifeln. Überall Dinge, Dinge, Dinge und nochmals Dinge!!!
Leider kam mir nie in den Sinn, euch ein paar Fotos zu knipsen, wie es Schneesternchen sich gewünscht hat, aber ihr dürft mir einfach glauben; es sah zum Panisch-Davonrennen aus. Und das hätte ich am allerliebsten auch gemacht. Zumindest phasenweise. Von der Euphorie der ersten zwei Tage war plötzlich kaum ein Krümelchen übrig, dafür eine merkwürdige Hektik in mir und der Wunsch, Major Tony seine bezaubernde Jeannie für ein paar Tage zu entführen…

Da daraus nun mal leider nichts werden würde, schnappte ich mir alle Körbe, die ich besitze und füllte sie mit, was immer vor die Füsse kam, rückte Möbel an ihren (vielleicht nur vorübergehend) neuen Platz, hetzte meinen Staubsauger auf die Staubmäuse und suchte intensiv nach einem Plan in meinem Kopf. Jedes Ding braucht sein Zuhause, richtig? Nur, gestaltet sich diese Wohnungssuche ziemlich schwierig, wenn da ein ungeheur flinkes Krabbel-Baby herumwuselt, das alles und jedes untersuchen und dabei im ganzen Zimmer verteilen muss, auf zwei Etagen wohlbemerkt, denn mittlerweile steht besagtes Krabbel-Baby ganz gut, auch einhändig…
Nichts ist mehr sicher, soviel steht fest.
Nun denn. Die Jungens indessen genossen A.s neues Reich in vollen Zügen und waren eine grosse Hilfe, indem sie einfach nichts taten. Wofür ich ehrlich immer unheimlich dankbar bin, wenn eine Sache so viel meiner Aufmerksamkeit und Energie verschlingt, wie diese eine Sache jetzt.
Und irgendwie irgendwann im Verlaufe des Tages, nach ein paar lösenden Tränen, viel Schokolade in den Pausen, etwas Draussen-Spielen mit meinem drei tapferen Kinderleins und vor allem nach Schaffen, Schaffen, Schaffen
wurde es besser. Ordentlicher. Übersichtlicher. Luftiger.
Wie gut.

Nicht jedes Ding hat sein Zuhause gefunden.

Aber ein paar schon.

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2. Tag: Hergeben

Sonntag (eine Rückblende)Die Enscheidung fiel im Auto auf dem Weg zum Gottesdienst.
In nur 10 Minuten Gedankenaustausch zwischen Vorder-und Rücksitzen.
Kind1 wird ein eigenes Zimmer kriegen, zum ersten Mal, kommt es mir vor.
Und ich werde kein eigenes Zimmer mehr haben, auch zum ersten Mal, kommt es mir vor.

Ein wenig habe ich gezögert, gehadert sogar. Aber nur ein wenig. Ich spüre, dass es jetzt wichtig ist für mein Kind, einen Raum für sich ganz alleine zu haben, eine Türe, die sich schliessen lässt und ein Stückchen mehr Frei-Raum schenkt. Die Zeit ist reif für diesen Schritt.
Loslassen…

Mein kleines, süsses nie-fertig-eingerichtetes-aber-das-macht-nichts-„Mädchen“-Zimmer…



…wird zur Räuberhöhle!
Und das ist gut so!
PS. Kind2 schläft zur Zeit als „Gast“ bei seinem grossen Bruder. Oder bei uns. Oder mit Kind1 im Kajütenbett… Die beiden sind es von Geburt an gewöhnt, nicht alleine zu schlafen, und ob bzw. wie sich das jetzt ändern wird, muss sich erst noch zeigen. Geduld, Geduld. Auch hier…
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1. Tag: Ich freu mich so!

Samstag 10:00 (nachträglich eingetippte Notizen)
Es kribbelt in meinem Bauch. Weil da ein frohes, erleichtertes Lachen langsam hochkrabbelt… Ich sehe meinem Mann und Kind2 beim Schraubenanziehen zu, höre, wie unsere Stimmen im grossen, noch leeren Raum wiederhallen, während wir fröhlich plappern, aufgeregt, und ich dem Kind im Katalog Bilder zeige von den schönen, für einmal völlig neuen Sachen, die noch zerlegt in ihren braunen Pappkartons stecken. Geschenke, ohne Papier oder Schleife. Geschenke von uns an uns. „Dä Tisch hani immer wöllä!“ frohlockt Kind2 („Diesen Tisch wollte ich schon immer!“) mit hell strahlenden Kindergesicht. Obwohl er sich wahrscheinlich noch nie in seinem drei-jährigen Leben mit Tischen, Regalen, noch sonstigen Möbeln beschäftigt hat und in seinen Wunsch-Vorstellungen wohl eher Kasperli-Kassetten oder weitere Plüsch-Hunde vorkommen als ausgerechnet Sofatische, tut es mir so gut, diese Worte zu hören.
Das ist es, was ich mir wünsche: Gemeinsamkeit. Gemeinsam leben, gemeinsam wachsen, gemeinsam planen, gemeinsam einen Weg gehen, sich gemeinsam freuen, an dem was uns Gutes geschieht…
Als Familie.
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Umbrüche

Eine kleine Blogpause liegt zwischen uns… Wollt ihr wissen warum?
Wir sind umgezogen!
Zwar nur innerhalb des Hauses, aber das ändert irgendwie nur wenig an der Grösse und Exklusivität dieses Ereignisses; Umzug bleibt einfach Umzug. Abbrechen, Aufbauen und all die unüberschaubar zahlreichen, verwirrenden Handgriffe und Gedankengänge dazwischen. Ein neues, wunderwunderschönes, riesengrosses Wohnzimmer ist entstanden- und wirbelt die gesamte Hausordnung durcheinander, bis fast nichts mehr ist, wo es vorher war… Zimmer für Zimmer muss neu vertreilt und eingerichtet werden. (Wieder) Viel Arbeit. (Wieder) Viel Loslassen. (Wieder) Viel Experimentieren. Aber auch viel Freude, Entdecken, Kreativität und hoffentlich endlich ein Schritt hin zur Ruhe und Beständigkeit, die ich mir so sehr ersehne für unsere Familien-Zuhause.Als wir vor etwas mehr als drei Jahren in dieses alte Haus zogen, gab es drei kleinere Wohnungen darin (zwei davon damals noch vermietet), alle wild improvisiert mit Badewanne in der Küche, Waschküche ausserhalb des Hauses und gemeinsamem Klo im Treppenhaus. Alles- bis auf die wirklich guten Fenster im ganzen Haus und die Zentralheizung- alt, ein Gebastel von oben bis unten.

Wir wünschten uns vor allem Platz, Licht in den dunklen Räumen und Einheitlichkeit und machten uns ans Werk; Umbau-und Renovierungsarbeiten sind seither fester Bestandteil unseres Familienlebens, denn bis auf die Sanitär-Installationen macht mein Mann alles im Alleingang. Das Haus frisst den Löwenanteil seiner freien Zeit: Wann immer es geht, werkelt er an unserem Zuhause, Woche für Woche, Jahr für Jahr.
Drei Jahre sind eine lange Zeit, wenn man das gefühl hat, sich nie richtig niederlassen zu können, finde ich. Leben im Provisrium.
Ich war (und bin) nicht immer glücklich.

Oh nein, sehr oft war ich es wirklichgar nicht… 

Aber jetzt, jetzt bin ich es! Das Ausharren hat sich so gelohnt!
Wenn ich bedenke, dass wir ganz zu Anfang noch zu viert in nur einem Raum hausten (nebst einer kleinen Küche und unserem noch immer aktuellen Miniatur-Bad)… Sechs Monate lang.
Und jetzt haben wir das hier!Noch ist alles sehr unbelebt und … naja, weiss. Aber alle Veränderung braucht Zeit, um sich vom Leben antreiben zu lassen, nicht wahr? Geben wir auch dieser Sache noch etwas Zeit…

Ich dachte mir, zur Feier dieser Tage möchte ich ein paar Posts nur dem Umziehen und Umgestalten widmen. Wie könnte ich auch über etwas anderes schreiben, wenn mein Tag fast überläuft von Themen wie Kistenchaos, Billy-Shopping, Entrümpeln und Schlafen zwischen „fremden“, kahlen Wänden?

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