Monatsarchive: Januar 2010

kreativ am Rande 11: Fotos

Fotografie ist eine Sache, die wir alle irgendwie mit Kreativität assozieren, oder? Fotografie und Malerei dürfen sich sogar Kunst nenne- obwohl Stricken oder Nähen (etc.!) diesen bildnerischen Gestaltungsmöglichkeiten in Nichts nachstehen…
Anyway.
Natürlich hab’ auch ich eine Kamera, digital, wie bestimmt an die 98% aller Blog-Damen-und-Herren. Meine ist kein Profiteil, kompakt, ohne Extra-Zoom, aber einfach genug, um meine Kinder damit hantieren zu lassen.
Digitalfotografie ist für mich Segen und Fluch gleichzeitig; einerseits gräme ich mich ein wenig, weil mit Fotoshop und Co. die Ära der “ehrlichen Fotografie” wahrscheinlich untergegangen ist, und mit ihr auch ein wenig die “Kunst des Knipsens” (vom technischen Können ganz zu schweigen), andererseits macht es mir erst so richtig Spass, Fotos zu machen, seit ich meine Bilder sofort sehen und gegebenenfalls auch mittels Knopfdruck optisch positiv beeinflussen kann. Ein Zwiespalt: Authenzität versus Eitelkeit.
Hier in meinem Blog gebe ich mir grosse Mühe, möglichst minimal bearbeitete Fotos zu posten. Das gehört so quasi zu meinem Blogger-Kodex.
Es ist jetzt nicht so, dass ich meine Kamera den ganzen Tag über in Griffweite hätte. Aber wenn ich Sonntags durch meine Fotoarchiv surfe und sich dabei die ganze Woche in Bildern vor mir ausbreitet, dann fühlt sich das natürlich schon gut an.
Manchmal braucht es dann auf einmal gar nicht mehr so viele Worte, um meine, unsere kleine Lebensgeschichte ein winziges Stück weit aufzurollen…
PS. Falls euch der Gwunder packen sollte; das eine oder andere Projekt werdet ihr bestimmt demnächst zu Gesicht bekommen…

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kreativ am Rande 10: Kochen

Endlich einmal ein Thema, zu dem ich keinen Roman tippen werde…
Wir Hausfrauen stehen ja, Emanzipation hin oder her, Tag für Tag nach wie vor ein ganz schönes Weilchen in der Küche, manchmal mit beschwingten ein Liedchen pfeifend, manchmal eher nicht so inspiriert.
Grundsätzlich gehört das Kochen für mich nicht wirklich zu den Top Ten meiner liebsten Tätigkeiten- das Essen aber sehr wohl, und das ist auch der Grund, weshalb ich mich manchmal länger am Herd aufhalte als notwenig- oder vor allem vor dem Backofen, wo die RICHTIG leckeren Dinge herkommen, die da wären Schokoladentorte, Cookies, Brownies u.s.w.u.s.f.
Übers Essen verliere ich gerne ein paar Extra-Worte, Ernährung hingegen finde ich ein ziemlich langweiliges Thema, muss ich gestehen… Wenn ich koche, dann bleibt alles recht bodenständig, möglichst vollwertig, weitgehend fleischlos, saisonal und regional (da ich als Nichtautofahrerin meistens im kleinen Dorfladen einkaufe, ergibt sich das sowieso)- und manchmal auch ziemlich langweilig, fürchte ich.
Das war nicht immer so. Wahrscheinlich wird es auch nicht immer so bleiben. Aber in Zeiten wie diesen, wo mich der Alltag mit Baby so viel Energie kostet, mag nicht gross herumhampeln, sondern werfe den Herd an und koche wild drauf los, was der Kühlschrank bietet. Mit dem Risiko, dass es zum xten Mal Nudeln mit Pesto gibt, weil im Kühli gähnende Leere herrscht… nun ja.
Dabei könnte Kochen soooo schön kreativ sein! Schöpferisch für den Gaumen, für’s Auge, für den ganzen Körper; das könnte weit mehr sein, als nur “kreativ am Rande”. Wer mir nicht glaubt, darf sich gleich nach meinem Post hier anderswo eines Besseren belehren lassen… Ich bewundere gute Köche. Lustvolle Köche bewundere ich noch viel mehr. Es gibt da einen älteren Herrn, ehemaligen Koch, in der christlichen Gemeinde, die ich besuche, und diesem Herrn könnte ich stundenlang zuhören, wenn er mit einem verzückten Lächeln auf den Lippen erzählt, wie man ein richtiges Wiener Schnitzel zubereitet- Aus einem hundskommunen Man-nehme-blablabla-Rezept wird auf einmal… Poesie! Wenn er schnetzelt, hackt, brät, dämpft; so viel Handarbeit, angerichtet Kunst auf dem Teller.
Könnt ihr euch vorstellen, wie ebendieses Wiener Schnitzel dann erst schmeckt
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kreativ am Rande 9: erzählen

Wo Kinder sind, da sind Geschichten.
Erzählt, erfunden, vorgelesen.
Auch in meinem Haus vertiefen wir uns jeden Tag aufs Neue in Tausenden von Worten, und wenn ich sehe, wie ungehörig lange meine Blog-Posts hier werden, dann kann ich mir das eigentlich nicht recht erklären, weil, im Grunde bin ich nach so einem wortreichen Tag doch rechtschaffen müde und wünsche mir nur noch eines: ein wenig Ruhe…
Anscheinend bin ich tatsächlich eine eher redseelige Person, was meinen Kindern immer sehr willkommen ist, denn plaudern, palavern, fabulieren, das gehört zu ihren dringlichsten Grundbedürfnissen, gleich nach Dessertessen.
Vorlesen bzw. simultan zum stummen Lesen auf Schweizerdeutsch übersetzt erzählen, bedeutet für mich, ein bisschen Kreativität leben zu dürfen und gleichzeitig meinen Kindern etwas Gutes zu tun. (Eine Sachen, die mir wirklich am Herzen liegt, die mir sonst aber immer schwer fällt im Alltag.)Früher habe ich Theater gespielt. Leidenschaftlich. Und bei zwei klitzekleinen Produktionen des Schweizer Schulfernsehens war ich auch mit von der Partie- aber da war ich ehrlich gesagt ziemlich peinlich, und werde mich hüten, euch die Titel zu nennen (nein, nichts anstössiges, ich schwöre)…
Auf alle Fälle macht es mir einfach nur Spass, ein Bilderbuch zum Hunderttausendundzweiten Mal lebendig werden zu lassen, bzw. die Figuren darin. Es ist wie Theaterspielen nur mit dem Mund, vor einem ganz speziell dankbaren Publikum, das hingerissen an meinen Lippen hängt, ganz egal, wie schlimm ich piepse, wenn ich versuche, das kleine Schweinchenzu sprechen. (Schweinchen gehören nicht gerade zu meiner Spezialität.)
Seit neuestem habe ich allerdings Verstärkung auf dem Set:

Nein, nicht mein Baby (das würde ein Buch höchstens essen), dieses braune Dings daneben. Auf meine zweiten Foto von “kreativ am Rande 7” habt ihr diesen kleinen Kerl bereits zu Gesicht bekommen, allerdings nur wage erkennbar, da erst in Produktion. Eine bubieinfache Fingerpuppe aus einem rechteckigen Stück Woll-Filz mit aufgesticktem Gesicht und angenähten Katzenöhrchen (eine Katze demnach), die ich mit zwei Fingern ein wenig hin und herwackeln kann, wenn ich will. Bei einer Miss-Fingerpuppe-Wahl würde sie glatt durchfallen, im Grunde finde ich sie sogar ziemlich hässlich, aber Kind2 wollte eine runde, gründe Nase und spitze Ohren und alles genau so, und da grade alles so schön schief war, stickte ich gleich noch schiefe Augen auf…
Nun ja, was zählt sind doch die inneren Werte, oder?

Es tut auch gut, jemanden zur Seite zu haben. Gerade beim Vorlesen emotional schwierigerer Passagen, da weiss man so was zu schätzen, oder? Mein Katzengehilfe stellt andere Fragen als die Mama, worauf er selbstverständlich auch andere Antworten erhält als die Mama…
Lehrreich. Spannend.

Und einfach lustig.

PS. Die Idee zu meinem Katzenvieh auf zwei Fingern habe ich aus “handstiched felt” von Kata Golda.

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kreativ am Rande 8: ausser-gewöhnlich

Meine Nacht war unruhig, die meines Babys ebenso, bzw. umgekehrt, aber an sich spielt das keine Rolle, weil Nachtruhestörung ist Nachtruhestörung, und die Nächte meines Babys und meine Nächte sind so quasi eins
Also fühlte ich mich ziemlich neben den Schuhen heute, mein Baby quengelte, trotz meinen Armen als tröstlichem Hort, und Kind 2, das seinerseits zu spät eingeschlafen und zu früh aufgewacht war, fühlte sichtbar mit uns. Müde waren wir, allesamt. Einzig Kind1 strotzte vor jungendlichem Tatendrang, weshalb ich die ganze Gesellschaft nach dem Mittagessen hinaus an die frische (oh ja, an die äusserst frische!) Luft scheuchte, um selber einen kühlen Kopf zu bewahren und der Jugend zu ihrer artgerechten Haltung zu verhelfen… Nach eineinhalb Stunden toben, rennen, klettern, Kerosinstreifen am himmelblauen Winterhimmel verfolgen, und verlorene Gummigumpibälle suchen und finden, sahen unsere Wangen aus wie Apfelbäckchen. Der Wind hatte den Rest meiner Energie vollends davongeblasen, genau wie den Übermut von Kind1, immerhin.
Wieder daheim wusste keiner so richtig etwas mit sich anzufangen.
“Ich han Luscht uf Guezli”, bemerkte Kind 2 plötzlich, “grad jetzt.” (“Ich habe Lust auf Kekse, grade jetzt.”)
Nachmittags um fünf backe ich für gewöhnlich keine Kekse mehr, weil um sechs essen wir zu abend, und ein Abendessen muss für mich “was Rechtes” sein, also Brot und Käse und Essiggurken oder Nudeln oder was Aufgewärmtes aus der Mittagspfanne. Ein ordentliches Abendbrot eben, zu einer ordentlichen Zeit, mit ordentlichen Essern am Tisch, und naschen verdirbt den Appetit, wie jeder weiss.
Aber es gibt Momente, da rettet ein Blech Erdnussbutter-Schokoladen-Cookies den Abend. Mit einem Glas warmer Milch und im Dunkeln, nur bei Kerzenlicht.

Ich glaube, Struktur ist (auch) dazu da, dem Aussergewöhnlichen in unserem Leben, und sei es noch so unscheinbar und leise, einen Ehrenplatz zu schaffen. Ein Candlelight-Guezli-Dinner ist nur eine von unzähligen Möglichkeiten, den Alltag zu durchbrechen, um das zuzulassen, was im Moment gerade wichtig und richtig wäre, und ein Gefühl vom Lebendig-Sein zu erhalten.

Für alle, die Erdnussbutter und Schoko mögen, das Rezept:Den Ofen auf 180 Grad vorheizen

125 g Butter, weich
50g Erdnussbutter
100g Zucker
1 Ei
zusammen glatt rühren

120g Mehl
1Tl Backpulver
mischen

50g geröstete Erdnüsse
50 Schokoladenperlen (oder dunkle Schokolade gehackt)
mit dem Mehl und Backpulver zur Schokomasse geben, gut mischen

Mit einem Löffel oder auch von Hand kleine Kugeln mit eher grossem Abstand auf ein Blech legen und bei 180 Grad 15 Min. backen.

 

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