Monatsarchive: November 2009

flee to the wilderness

…aham. Das mit der Wilderness (Wildnis) ist jetzt doch etwas übertrieben: bis zum Spielplatz haben wir es geschafft, aber immerhin.
Immer wenn mir alles über den Kopf zu wachsen droht, diese zwei LAUTEN, wissbegierigen Kinder, die am liebsten an den Vorhängen Tarzan und Cheeta spielen würden oder Fussball mit meinen Garnknäueln, dieses unendliche CHAOS in scheinbar jedem einzelnen Raum… wenn ich der Tatsache, dass meine eigenen Wünsche heute warten müssen bis nach den Gutenachtküssen, endlich ergeben ins Auge blicke, dann ist es Zeit, die Flucht zu ergreifen. Mehr oder weniger kopflos ab durch die Mitte raus in den kühlen Herbstwind.

Es tut einfach immer wieder SO GUT!

Jedes Mal frage ich mich von neuem, warum ich eigentlich so unglaublich lange brauche, bis ich mich endlich dazu durchringen kann, meine Kleinen und mich selbst in die Freiheit zu entlassen. Die Weite (oh ja!), die Luft, diese Unbegrenztheit der Gedanken, das Wachsen und Leben um mich herum, für das ich für einmal so ganz und gar nicht verantwortlich bin- die Natur erscheint mir als der ideale Lebensort per se, das perfekt Kinderzimmer. Und doch zögere ich jedes Mal, das Haus zu verlassen.
Mein Sohn: ” Ich bin gärn duss. Aber ich gang nöd gärn usä.” (Das war jetzt Schweizerdeutsch für: Ich bin gerne draussen. Aber ich geh nicht gern raus) Ich glaube, dem schliesse ich mich wortlos an.

(Zum Foto: mein Grosser hatte einen Heidenspass, zu sehen, wie ein Klick mit der Kamera selbst das schönste Auto zu bunten Nordlichtern “verschlirpäd”, wenn die Nacht hereinbricht.- Oh, diese Kinder und mein Fotoapparat…)

Wollt Ihr zum Abschluss noch das volle Zitat hören?


“Flee to the wilderness. The one within you, if you can find it”
(Utah Philips)
Posted by Picasa
Veröffentlicht unter Familienalltag, Natur | 8 Kommentare

en vogue

Stricken ist ja so was von IN, Leute! Derart en vogue, dass sogar ICH es bemerke… Alle möglichen Promis lassen sich plötzlich mit Stricknadeln bewaffnet fotografieren, Strickcafés schiessen wie Pilze aus dem Boden, Models dürfen auf dem Laufsteg in Grobstrick schwitzen (und sehen dabei natürlich noch immer blendend aus). In Frauenzeitschriften, die sich emanzipiert und modern geben, findet frau plötzlich wieder sagenhafte Strickprojekte inkl. Anleitung. Wie vor 20 Jahren. Und was vorgestern gleich nach der weihnachtlichen Bescherung gaaaanz weit hinten im Kleiderschrank verschwand, und nur hervorgekramt wurde, wenn die strickpullischenkende Omi zu Besuch kam, steht heute plötzlich wieder auf der Wunschliste; Pudelmütze, Wolljacke, Fäustlinge…
Ich zähl’ mich eigentlich nicht so wirklich zu den modebewussten Leuten von heute. Ich kauf’ mir nicht mal besagte Zeitschrift, weil mich all die Seiten über Kleider oder Haartracht zum Gähnen langweilen. Die meisten IN-People kenn’ ich auch nicht, weil Sternchen viel schneller vom Himmel fallen als ich ins Kino komme.

Aber stricken, das tu ich. Und zwar richtig gerne. Gerade arbeite ich seelig lächelnde daran (jetzt bitte nach oben aufs Foto gucken). Bei einem meiner Streifzüge durch die Blogger-Welt erspäht, begleitet dieses blaue Wirrwar mich nun fast überall hin. Nicht zu einfach, nicht zu kompliziert, genau, was ich brauche. Natürlich, ich mache viele Fehler beim Stricken, ganz ehrlich. Kein einziges meiner Projekte wurde bisher ohne Geknorze und Gezeter fertig. Und auch diesmal wird es bestimmt ganz anders rauskommen als das wunderbare Original hier, aber das kümmert mich kaum. Ich bin einfach hingerissen von dieser herrliche Wolle (100% vom Schaf), die diese Lady hier eigens für mich gefärbt hat! Die Farben sind so unglaublich, meerjungfrauenseefischunterwassermuschelsuchblau! Und zu wissen, dass ich hier reine Natur in den Händen halte, macht die Freude natürlich noch grösser. Summa summarum:Prima Anleitung, herrliches Material unter den Fingern= maximales Strickvergügen. Nicht zu vergessen: während ich hier so sitz’ und lächel und strick bin ich erst noch modisch voll dabei!

Ps. Ich kann’s nicht lassen: um gleich aufzuräumen mit falschen Annahmen- Der Trend zum Stricken ist natürlich im Grunde kein Anreiz für mich, die Nadeln zu schwingen(nö). Er wäre vielmehr einer, wieder damit aufzuhören (wäre!). Aber, seien wir ehrlich: Er macht es um vieles einfacher, schnell und einfach an gute Muster und sogar technische Hilfeleistungen zu kommen.

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10 things I love today

1. Die wundervolle, helle, sanfte Herbstsonne. Und schmutzige Kinderfüsse.


2. Kleine Hände, beschäftigt mit ihren ganz eigenen Projekten.

3. Einfache Kinderspielsachen und die Fantasienwelten, die daraus entspringen

4. Eine neue Strickarbeit, nicht zu einfach, nicht zu kompliziert, mit einem Wollgarn, das ich wirklich gerne mag.

5. Frieden. Zwei Brüder, die Seite an Seite arbeiten (meine beiden Jungen sind, was sie eben sind, Kinder; sie streiten und sie lieben sich. Umso mehr geniesse ich harmonische Momente wie diesen)

6. Diese kleine Lady und ihre wachsende Neugierde.

7. Gesundes Essen und…

…und nicht so gesundes Essen.

8. Zeit. Oft habe ich schon nach wenigen Stunden das Gefühl, mich in einem unsichtbaren Hamsterrad zu drehen. Ich sehe so vieles, was ich erledigen sollte, sehe noch mehr, was ich einfach zu gerne tun würde, und nicht tun kann. Diese Bilder beginnen in meinem Kpf zu kreisen, so dass ich irgendwann das Gefühl habe, die ganze Zeit Karussel zu fahren… Aber heute ist das anders. Ich habe Zeit, richte meinen Blick statt auf die Schmutzwäsche auf das, was JETZT zählt.

9. Kinderlachen, laut und lustig und ehrlich. Die Welt ist so gut in diesem Augenblick.

10. Waldnachmittag. Für alle und für alle Sinne.

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gegen den Strom





In rasendem Tempo nähert sich bereits der 1. Advenstsonntag und damit ein radikaler Schnitt in Sachen Deko überall. In: Adventskränke, Kerzen, Gold und Silber und sonstiger Glitzerkram, Engelchen, Samichläuse u.s.w. Out: Herbstblätter, Kastanien, alles Orange und Gelbe und Braune, das bis jetzt vielleicht noch Tisch und Fensterbrett geschmückt hat.
Ich muss gestehen, in diesem Jahr kommt der Advent für mich definitiv zu früh. Mir scheint, die Natur hat sich eben erst vom Sommerkleid getrennt und trägt nach wir vor autumnal fashion- es ist mir einfach noch zu warm, zu nass, zu wenig winterlich für Tannenchries und Christbaumkugeln…
Aber, wer weiss, vielleicht schneit’s ja schon nächste Woche? (Bei Schnee weiss man nie, er überfällt mich irgendwie jedes Jahr vollkommen unerwartet) Dann überstürzen sich die Dinge hier im Haus; Tannenchries und Bienenwachskerzen müssen her! Ach ja, und wo hab ich doch gleich diese Papierstern-Falt-Anleitung…?
Bis dahin bleibt bei mir aber erst mal alles, wie es ist, in meiner Jahreszeiten-Ecke: Die Physallis-Früchte sind einfach noch viel zu lecker orange, und auch das niedliche Eichhörnchen, ein selbstgefilztes Geburtstagsgeschenk meiner Mama, darf noch ein Weilchen bleiben. Die beiden Ahornblätter meiner Kinder lieb’ ich ohnehin viel zu sehr, um sie schon wieder abzunehmen. Schwimmen wir für ein Mal gegen den Strom…
Für alle anderen: Happy Adventsbeginn!

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