Archiv der Kategorie: besondere Tage

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Manchmal möchte ich Dinge mit-teilen, ohne allzu viel Lebenszeit vor dem Bildschirm verstreichen zu lassen…
Kurz und bündig und spontan. Ohne Umweg direkt aus dem wahren Leben.
Fast wie bei Instagram.

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Grüsse aus dem Spielchaos!
Vor einer kleinen Umräumaktion sah es hier so aus: unordentlich und äusserst bewohnt- aber ein picobello Haushalt so ganz ohne kindliche Lebenszeichen wäre ja auch nichts für mich… Mittlerweile ist es optisch etwas ruhiger geworden hier in der guten Stube. Dank einem wirklich famosen Geschenk, das Herr Kirschkernzeit zum 3.Geburtstag meiner Kleinsten gezimmert hat und das nun so gut wie die ganze Puppenmütterchenwelt im gelben Kinderzimmer beherbergt…
Aber davon erzähle ich dann ein ander Mal…

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Der Spatz in der Hand

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Es frühlingt unverblümt weiter, sogar die ersten Blätter spriessen und es wird bestimmt nicht mehr lange dauern, da wird der Holunderbusch unserer Nachbarin, der so wunderbar zu uns herüberwuchert, üppig grün dastehen, genauso die Beerensträucher und der kleine Quittenbaum, den Herr Kirschkernzeit letzten Herbst von hinter dem Meerschweinchenstall mitten in die Wiese hinein verpflanzt hat. Ich war mir nicht sicher, ob der Baum das so leicht übersteht, immerhin ist er kein kleines Ding mehr, doch nun knospen die Blättchen und das Leben regt sich in ihm genauso wie in allen anderen Pflanzen dieses kleinen Gärtchens.
Vor ein paar Tagen waren wir alle gemeinsam im Wald, um uns gegenseitig ein wenig Osterschokolade zu verstecken (Wir machen das jeweils irgendwann nach Ostern und die “Nester” sind meist zwar eher klein, aber immer heiss begehrt). Kind1 hatte sich mit ein paar aufdringlichen Zecken herumzuschlagen, doch der Wald war friedlich und frisch wie der junge Frühling persönlich und ich kann gar nicht sagen, wie sehr ich diesen Moment der Freiheit und Zufriedenheit genossen habe, das Draussensein und Zusammensein und die Natur in all ihrer Arglosigkeit und Perfektion, die jetzt, im April so ganz anders ist als der kalte, ungastliche Winterwald oder die Gluthitze des Sommers, die einem sofort wieder ins Haus treibt. Ich bin viel zu selten im Wald, überhaupt viel zu selten draussen unter freiem Himmel. Es gibt drinnen einfach immer so wahnsinnig viel zu tun, wisst ihr… und genau daran musste ich wieder denken, als ich so durchs Dickicht streifte, in aller Seelenruhe das Gestrüpp nach meinem Schokohasen absuchte und hoffte, der Zeckenspray würde seine Wirkung tun; Wie schwer es mir fällt, neben all den Aufgaben und Anforderungen des Hausfrauen- und Mutterseins auch einfach nur… zu sein, zu leben und die Seele baumeln zu lassen. Darin bin ich grottenschlecht, schlechter als schlecht sogar, man könnte fast sagen, ich bin Meisterin darin, die innere Anspannung über Wochen bis Monate halten zu können, angespannt wie ein Waschbrettbauch bei Liegestützen, ganz verloren schon in diesem Zustand und ohne überhaupt noch zu wissen, wie man loslässt, wie man die Dinge, die Sorgen, das Gefühl, gefordert zu werden und etwas leisten zu müssen, abschüttelt und nachhaltig zur Ruhe kommt.
Nun, in diesem Augenblick blinzelt so etwas wie eine Ahnung davon zu mir durch, in Momenten wie jenem neulich im Wald und auch heute abend, wo meine drei Mädchen die Nacht bei ihren Grossmüttern verbringen und ich zum ersten Mal seit ich mich erinnern kann -mit nur mehr zwei halbwüchsigen Jungs und einem Ehemann im Haus- so gut wie Sturmfrei habe, plus eine Nacht in einem beinahe leeren Bett mit dekadent viel Platz. Ich weiss, ich sollte sehnsüchtiger empfinden und meine Kinder schrecklich vermissen, aber offen gestanden fühle ich mich vor allem aufgeregt und voller Vorfreude auf die vielen Stunden, die ich nun mit all den Dingen füllen kann, die mir -neben Gutenachtgeschichten erzählen und kuschelnd Einschlafhilfe bieten- sonst noch Spass machen. Ausschlafen zum Beispiel. Nachts im Bett ein bisschen Gilmore Girls gucken, mit vollem Ton und Grossbild. Oder Stricken -Nähen gar?- ohne von einem Kind unterbrochen zu werden, das im Halbschlaf meinen Namen ruft.
Die Mädchen haben sich wahnsinnig gefreut auf ihr kleines Abenteuer. Sie haben fröhlich ihre Rucksäcke gepackt und Kuscheltiere ausgehfein gemacht, und überhaupt war das Ganze ja auch ihre Idee, obwohl sie nun uns allen gut tut; den Kindern, die die gemeinsame Zeit mit ihren Omas in vollen Zügen geniessen, den beiden Grossmüttern, die es einfach schön finden, für einmal wieder süsses, junges Leben ganz nah um sich zu haben- und auch uns Daheimgebliebenen, die wir uns heute vielleicht auch ein bisschen Extra-Zeit füreinander nehmen können, so in dieser ungewohnten, sehr reduzierten Konstellation. Gestern und vorgestern schon gab es die eine oder andere spätabendliche Jass-Runde zwischen den Jungs, Herrn Kirschkernzeit und mir, es könnte durchaus sein, dass ich meine Denkspiel-Phobie heute nochmals mit meiner Teilname zu therapieren versuche (ich scheine allerdings echt unfähig zu sein, auch nur ansatzweise strategisch zu überlegen)…
Wie auch immer. Ich bin gerade ziemlich glücklich. Heute wenigstens. Es ist schön, eine Familie zu haben, die so miteinander verwoben ist, Grossmütter, die für ihre Enkelkinder echte Bezugspersonen sind und ihnen so nahe stehen, dass alles Fremde zwischen ihnen verschwunden ist und sich ihre Häuser wie eine Erweiterung des eigenen Zuhauses anfühlen, nicht wie “anderswo”, wo man zu Besuch kommt. Gerade das Haus meiner Mutter ist meinen Kindern wahrscheinlich genauso sehr ein Zuhause wie unser grosses, altes Haus hier an dieser viel zu befahrenen Strasse mitten im Dorf und die Oma hat immer zum Alltag mit dazu gehört, ganz selbstverständlich und unhinterfragt. Das gibt mir ein gutes, sicheres Gefühl und ihnen noch ein Stückchen Geborgenheit mehr, wofür ich unglaublich dankbar bin.
Wisst ihr, immer wieder hadere ich mit meinem Leben. Es kommt mir zu banal vor und ich zu wenig spannend oder abenteuerfreudig oder initiativ. Dann sehne ich mich wieder nach dem Bauernhaus meiner Träume, abseits von allem, mit grossem Garten, Bäumen, etwas Wald, mit Wiesen und Weite und der vollen Kraft der Natur gleich vor der Haustüre. Ich male mir aus, wie wir ein paar Ziegen halten (ich mag Ziegen!), eine grosse Volière für heimatlose Wellensittiche bauen, wie die Kinder ein Kinderleben führen, das fern aller Schulsysteme und Stundenpläne im Einklang mit der Natur und ihrem eigenen Rythmus vor sich hin fliesst und fühle mich entmutigt, weil all das unerreichbar fern bleibt, ein schillerndes Traumland, das wohl niemals Wirklichkeit werden wird für mich.
Doch die Kinder sind sehr glücklich hier. Sie lieben dieses Haus und dieses Dorf und haben ihre Wurzeln geschlagen. Und da ist die Familie, die sie hier umgibt, Onkel und Tanten und Grosseltern, die rundherum an ihren Orten verteilt wie Grundmauern wirken, schützend und umgebend und erreichbar und real. Das sollte mir mehr wert sein, finde ich, als es oftmals ist. Träume sind wunderbar, gewiss, aber genauso wunderbar ist doch der Spatz in der Hand. Und heute bin ich einfach nur dankbar. Für all diese Dinge und Entwicklungen, für das kleine Baby meiner Schwester, das im Sommer zur Welt kommen wird, um dieses grosse Familiengeflecht noch zu bereichern, für diesen Tag hier, für Jasskarten und Salamisandwiches und knospende Quittenbäume, für die besten Grossmütter der Welt und eine ganze Matratze nur für mich allein.
Es lebe das Leben, das geschieht, während wir andere Pläne machen.

PS. Und weil mir grade so danach ist, muss ich hier gleich noch meine aktuellen Lieblingslieder verewigen; “You’re the reason why” von den Rubettes (Oldies forever!) und “Waiting on the World to change” bestechend nterpretiert von den Jungs von “Flash Mobb Jazz”.

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aus meinem Tagebuch: Karwoche

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Es ist so eine Sache mit den guten Momenten; auch sie vergehen -so wie alles- und was nachher kommt… kann sie oftmals nicht gleich wieder toppen.
Der gute Wochenfrühlingsstart entpuppte sich als Mogelpackung, denn die Tage, die darauf folgten, waren lauter Karfreitagstage, eine wirkliche Karwoche, die eine Prüfung nach der anderen bereithielt…
Meine beiden kleinsten Mädchen schnappten so gut wie gleichzeitig die Grippe auf, heftigen Husten und Schnupfen mit teils sehr hohem Fieber, das ihnen und mir den Schlaf raubte und die frische Frühlingsfreude genauso zerfrass wie mein so schön aufgepäppeltes Kräftehoch.
Heute sind die beiden auf dem besten Weg und bestimmt bald wieder vollkommen gesund. Kinder stecken sowas offenbar leichter weg als ich, und ich hoffe, dass ich es auch irgendwie schaffe, mich wieder hoch zu hieven und weiter zu gehen, doch im Augenblick fühle ich mich völlig zerschlagen und leer.
Es waren ja nicht nur die happigen Pflegetage und die schlafarmen Nächte; Donnerstag wurde ich ans Sterbebett eines lieben Menschen gerufen, ans Sterbebett einer Tante, mit der mich viele gute Kindheitserinnerungen und einfach… Familie verbinden. Ich war noch nie in dieser Situation, jedenfalls nicht in dieser Art und Weise, und ich bin verwirrt und betäubt und dankbar zugleich, denn dieses Erlebnis war… gleichzeigig schrecklich und schön, obwohl ich jetzt zögere, das Wort “schön” in diesem Zusammenhang zu benutzen. Aber, ja, doch, es gab beide Aspekte, das Traurige und Entsetzliche, genauso wie eine sonderbare, schwer erklärbare Reinheit und Schönheit, und sie färbten diesen Abschied in sehr sonderbaren, intensiven Tönen, die nachhallen wie ein langgezogenes Echo, das sich wieder und wieder irgendwo bricht.
Man spricht viel über die Grausamkeit dieser Welt. Jeden Tag höre ich von neuen Hässlichkeiten, in denen die Menschen da draussen sich austoben, und man kann leicht Angst bekommen und überall nur Gefahr, Lüge und Sadismus wittern. Doch ich habe mit eigenen Augen gesehen, wie ein Mann seiner Frau in ihren schwersten Stunden beisteht, buchstäblich keinen Augenblick von ihrer Seite weicht, wie ein Sohn sich kümmert und sorgt und das alles mit einer Zärtlichkeit, einer Intensität und mit einem Feingefühl, dass es mir den Atem raubte. Auch das ist Realität und Welt und Leben; Hände, die halten und lindern, ein Lächeln auch wenn es einem zum Weinen ist, menschliche Wärme und Nähe und Liebe, Zuhören, Hinsehen, Einfühlen, Trostspenden und Mutmachen, füreinander da sein, sich gemeinsam dem Unfassbaren stellen und den Schwächeren stützen, ausharren im Angesicht des Todes bis zum Schluss. Meine Achtung vor der Grösse, die ich miterleben durfte, bleibt ohne Worte und fest in mir verankert. Auch die Achtung vor der Tapferkeit und dem wahnsinnig zähen Humor, mit dem meine Tante ihr Kreuz trug. Dafür gibt es keine Worte, nur stille, demütige Bewunderung.
Ja, Schönheit und Schrecken gehen manchmal Hand in Hand. Vielleicht, weil manche Menschen gerade im Schlimmsten die wahre Schönheit der Menschlichkeit zur Geltung bringen?

Heute habe ich mir zwei Stunden Auszeit organisiert. Ich brauche einen Moment für mich. Ein wenig Stille im Haus. Eigentlich war geplant gewesen, dass ich und mein Mann dieses Wochenende zum allerersten Mal seit wir Eltern sind, seit 15 Jahren also, ohne kleine Kinder zu einem christlichen Ostertreffen fahren, wo ich mich -so hatte ich es mir zumindest ausgemalt- kopfüber in gutes Essen, ungestörten Schlaf, geistige Nahrung und nährende Gemeinschaft stürzen wollte. Soweit der Plan. Bis Freitagmorgen stand er noch, wenngleich auf wackligen Füssen, doch dann übergab sich eines meiner Kinder zum vierten Mal in 8 Stunden, und mir war klar, dass ich jetzt hier gebraucht werde und Krankheit, Trauerarbeit und Erschöpfung ein Vetorecht zu haben scheinen, das in allen Lebenslagen gilt, während menschliche Pläne eben sind, was sie sind; Pläne, nichts weiter.

Was es mit dem Foto oben auf sich hat? Nun, ich weiss, es wirkt irgendwie deplatziert, hier Schokolade und ein Osternest einzustellen, Süsses Seite an Seite mit den wirklich dunklen Themen des Lebens, doch seht ihr, dieses kleine Häkelnestchen war ein Geschenk, das mir gestern erst auf der Türschwelle von einer wunderbaren Frau überreicht wurde, die selber ihren Rucksack zu tragen hat und trotzdem niemals müde wird, ein Licht zu sein für die Menschen um sich herum. Ihre offene, aufrichtig wohlwollende Art und die Tatkraft, mit der sie die Dinge immer wieder zum Besseren wendet, für sich wie für andere, sind Lichtpunkte, die für mich auch im Dunkeln scheinen.

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ein Bild erzählt: frischer Wind

Manchmal sagt ein Bild mehr als tausend Worte. Und manchmal hilft ein Bild auch, Worte zu finden, Dinge neu zu sehen, den Moment besser zu erfassen, den Alltag zu ent-wirren, Alltags-Erinnerungen zu schaffen. So wie hier.
Ein Bild erzählt

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“Alli Farbe, wonich gärn ha, hanich gmaaled”, erklärte meine Kleinste, als sie dieses Bild hier mit mir besprach. (“Alle Farben, die ich gern habe, hab ich gemalt.”)
Es ist das allererste Bild, das sie gezielt mit Farbe füllt und ich finde die Ausstrahlung dieser simplen Komposition ungeheuer hübsch. (Mal ganz abgesehen davon, dass sie offensichlich einfach alle Farben mag *zwinker*)
Ich habe ihre Zeichnung in der Küche aufgehängt und eine Vase mit den Zweigen einer geschnittenen Weidenhecke, die ich gestern bei einem Waldspaziergang unter strahlend blauem Frühlingshimmel gesammelt habe, dazugestellt. Die Sonne schien und alle Welt war unterwegs, um soviel Licht und Grün zu tanken wie nur irgend möglich. Abends spannte meine Haut vor lauter ungewohnten Sonnenstrahlen, doch das war mir einerlei, denn dieses Frühlingserwachen tut so unwahrscheinlich gut nach dem langen, harten, verlustreichen Winter, der hinter uns liegt…
Mein Kindergartenkind pickte Federn vom Waldweg, sie rannte voraus und liess ihre langen, glatten Haare flattern. Meine Grosse legte sich flach auf den Boden, schmiegte die Wange an die Erde und schloss versonnen die Augen: “Ich muss einfach Energie tanken”.
Wie recht sie haben. Alle beide. Wir sammeln und trinken uns satt an Licht, Leben, Natur und neu entpupptem Freiheitsgefühl. Und irgendwie erwacht nicht nur das Leben da draussen von neuem, auch in uns spriessen neue Hoffnungen, frisch gewagte Pläne strecken ihre Köpfchen wie Blattknospen an kahlen Zweigen…

Ich habe viel vor die nächsten Tage. Kleinigkeiten nur, wie die Wiedereinführung eines Menuplans oder ein Besuch beim Brockenhaus, um alten Gerümpel loszuwerden. Heute habe ich ein Raumspray gemacht aus Wodka und ätherischen Ölen, denn ich möchte mich vermehrt mit der Kraft der Kräuter (dieses Buch hier ist gerade unterwegs zu mir), mit hausgemachten Pflege- und Haushaltsmittelchen beschäftigen, einfach um die Energie fliessen zu lassen, die viel zu lange gestockt hat, und weil ich spüre, dass ich einen Schritt weitergehen möchte im Thema “grün und einfach leben”.

Ja, grün und hell und leicht- so wünsche ich mir meine Frühlingstage.
Sie haben wunderbar begonnen…

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