Archiv der Kategorie: besondere Tage

Lebenszeichen

Nach 12 Tagen Stille kam mir kein anderer Titel in den Sinn als der :“Lebenszeichen“.
Ja, ich lebe noch. Sehr gut sogar, recht glücklich, erstaunlich kräftig und ausgeglichen im Moment, was allerdings ein fliessender Zustand ist, der sich innerhalb von Minuten verändern und ins genaue Gegenteil verwandeln kann. Mein Schlaf bleibt perforiert, grauenhaft zugerichtet von gleich mehreren kleinen Menschen, die keine Nacht ohne ihre Mama sein können und jedes Mal nach meiner Hand greifen (also sinnbildlich gesprochen, aber eigentlich auch ganz buchstäblich), um wieder und wieder in den Schlaf zurück zu finden. Trotzdem fühle ich mich verankert. Wahrscheinlich weil der Haussegen gerade so schön ausbalanciert ist. Geradegerückt nach viel zu vielen Wochen des Sich-Verschiebens und Sich-neu-Einfindens. Mit einem Baby müssen Opfer gebracht werden. Nicht nur von mir, auch von den Kindern, meinem Mann, von allen. Es gibt nicht mehr so viel Zeit zum Vorlesen oder Erzählen und Zuhören. Und gekuschelt wird leider auch vor allem mit dem bedürftigen kleinen Wesen in unserer Mitte. Weil alle nervös werden, wenn er weint. Weil niemand es übers Herz bringt, ihm nicht zu geben, was er braucht. Tag oder Nacht, Essenszeit oder nicht. Ich bin erstaunt, wie nahtlos sich der Reigen um dieses Kind geschlossen hat: Jeder scheint ihn zu lieben. Vom Grössten bis zur Kleinsten. So oft wurde bisher keines meiner Babies von seinen Geschwistern auf den Arm genommen, geknuddelt, gehütet, wenn ich rasch unter die Dusche möchte, sogar gewickelt von A bis Z (und das ausgerechnet von meiner Jüngsten, die das ganz fabelhaft macht, mit grossem Ernst und leisem Stolz). Einen verwöhnten kleinen Jungen haben wir hier. Aber verwöhnt auf eine gute, gesunde, stark machende Art und Weise.
Spannend finde ich, dass mir genau diese Geschwisterliebe sehr viel Kraft und Luft schenkt. Ich habe nicht das Gefühl ganz alleine dazustehen. Da sind andere, die mittragen. Ein kleines bisschen zumindest. So werden die hektischen Spitzen entschärft, beim Mittagessen zum Beispiel, wo es wirklich wahnsinnig turbulent, laut und intensiv wird, weil alle reinplatzen wie Wasserbomben, randvoll mit den Emotionen und Geschichten ihres Schulmorgens und der eigene Hunger mich fahrig werden lässt und nervös. Dann bin ich dankbar, wenn mein Ältester mir das Baby abnimmt und es auf seinem Schoss schaukelt, bis ich allen ihre Teller gefüllt und den Jüngeren ihr Essen klein geschnitten habe. Ich bin dankbar, wenn alle ein wenig auf einander achtgeben. Dankbar auch, weil genau das für mich nicht selbstverständlich ist, obwohl viele glaube, in Grossfamilien würden die Kinder aus eigenem Antrieb mithelfen und freudig in die Bresche springen, wo immer sie gebraucht werden. Ich wünschte, es wäre so. Es würde mich stolz machen und wirklich glücklich, aber die Realität sieht anders aus, leider. Auch hier müssen Ämtlilisten wieder und wieder diskutiert, Arbeiten kontrolliert, Aufforderungen und Bitten wiederholt werden, wenn ich möchte, dass es einigermassen funktioniert in diesem ohnehin schon eher chaotischen, lebhaften Haushalt voller grosser und kleiner Menschen. Wir reden unglaublich viel. Die ganze Zeit über. Den lieben, langen Tag. Über unsere Träume und Wünsche, wie blöd das Fussballspiel in der grossen Pause war, und wieso die Meerschweinchen plötzlich nicht mehr pfeifen, wenn wir in den Garten kommen (ja, wieso eigentlich?). Auch das Thema „Miteinander“ und „Familie-Sein“ kommt immer wieder zur Sprache. Das Leben wird einfach unsagbar viel schöner, wärmer, leichter, wenn wir uns gegenseitig die Hände reichen, mithelfen, unterstützen, weiter denken, als nur bis zu unserer eigenen Nasenspitze. Wie viel von meinen Worten hängenbleibt in den Gedanken und Herzen meiner Kinder, weiss ich nicht. Zeitweise habe ich das Gefühl, es ist nicht sonderlich viel. Doch dann wieder überraschen sie mich. Mit einer schön aufgeräumten Eingangs-Nische. Mit spontaner Hausaufgaben-Hilfe bei der jüngeren Schwester. Ein Bruder legt dem anderen den Arm um die Schulter, jemand bringt vom Geburtstags-Znüni in der Schule ein extra aufgehobenes Stück Kuchen mit nach Hause um es mit den anderen zu teilen.
Es sind nur kleine Dinge. Gesten, die rasch übersehen werden können.
Ich versuche, sie zu sehen, bevor sie verpuffen.
Und dankbar zu sein. Es nicht nur zu fühlen, es auch zu zeigen.

Dankbar bin ich auch für anderes. Für Dinge und Momente, die das Leben mir zuspült. Besonders schöne Muscheln zu meinen Füssen.


Für das improvisierte Angelspiel aus meinen Kühlschrankmagneten mit den aufgeklebten Fischstickern, die mein Pausbackenkind irgendwo im Plunder ausgegraben und zu angelbaren „Fischen“ umfunktioniert hat, indem sie an einen Stecken vom Garten ein anderes Magnet angebunden hat. Ich mag es, wenn Leute eigene Ideen haben. Ich mag es, wenn sie den Aufwand nicht scheuen, ihre Gedanken greifbar und real werden zu lassen.


Für dieses Foto, das meine Grosse geknipst hat. Eine Art Selbstportrait soll es wohl sein: Sie und ihre Meerschweinchen. Bei einer Kuschelrund draussen im Männchen-Gehege. Wenn genügend Leckerli in ihren Taschen stecken, sind alle nur zu gern mit von der Partie und jeder möchte der Erste sein, der auf ihren Schoss klettern darf.

Mit diesen drei fantastischen Strangen handgefärbter Wolle hat mit Angelika aus Österreich auch eine ganz, ganz grosse Freude gemacht! Mein Herz schlägt für Garne. Ob Seide, Merino, Yak oder Kaschmir- ich liebe sie alle. Und Handgemachtes mag ich besonders gerne. Handgesponnen, Handgefärbt, wie auch immer. Diese drei Schätzchen hier wirken gerade ganz besonders verlockend…

Und auch dieses Garn hier möchte ich nur zu gerne anstricken: Alpaca aus der Schweiz. Hier gewachsen, hier versponne, hier gefärbt, hier entdeckt und gekauft. Auch wenn diese grünen Knäuelchen eher zu den kostspieligeren Stücken in meinem Wollregal gehören; ich gönne sie mir gerne. Einer grossen Leidenschaft ein Stück weit nachzugeben, sie zu geniessen, ohne Gewissensbisse und einfach nur so: das tut wahnsinnig gut!

Und dann er.
In seinem wunderwunderschönen Gwändli, das ihm Ritamithandundherz so kunst- und liebevoll gestrickt hat! Ich kann mich kaum sattsehen. Nicht genug halten und knuddeln und spüren und schnuppern. Babyspeck. Babyduft. So ein kleines, weiches, angenehm schweres Etwas, das stampelt und lacht und weint und mit grossen Augen alles in sich aufsaugt. Ich sehe ihn so gerne rundum in Wolle gehüllt. Das wirkt warm und kuschelig und gut und ein bisschen wie eine schützende Umarmung.

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warmhalten

Der Herbst verwandelt sich so langsam, langsam in Winter; immer mehr Bäume strecken mir ihre kahlen Äste entgegen, immer weniger Salate stehen in meinen Beeten. Obwohl es noch ein paar davon gibt- mir fehlt mit Baby schlichtweg ein Arm, um zu ernten, zu waschen und zu rüsten. Immer mehr Tage hüllen sich gänzlich in Nebelgrau und machen es mir schwer, einen Fuss vor die Tür zu setzen…
Mittlerweile läuft hier die Heizung. Meine Füsse fühlen sich trotzdem klamm an ohne Pantoffeln, ich rolle Strickdecken über mein Bett und träume von robusten Filzfinken (Glerups! In Waldgrün bittedanke!).
Wollsocken und diese ollen IKEA-Latschen, die wir aus irgendeinem Grund seit Jahren hier rumliegen haben, tun es auch bis dahin.
Warm zu bleiben, gehört im Moment gerade zu meinen dringlichsten Aufgaben. Selber warm zu bleiben. Einigermassen gut genährt (wie schwierig mir das scheint an Tagen wie diesen, wo das Baby nur in meinen Armen zufrieden bleibt!)  Ansatzweise Ausgeruht (phu, diese Nächte…). Aber auch dafür zu sorgen, dass meine Kinder nebst dem ganzen Halloween-Süsskram vergangener Tage das eine oder andere Stückchen Obst essen, trotz Dauerdämmerung beizeiten ins Bett gehen und genügend wollige Sachen in ihren Schränken vorfinden, damit sie es immer und jederzeit mollig warm haben. Egal ob es stürmt oder gar bereits schneit.
November. Der erste Schnee-Monat hier. Ab und zu zumindest.
Heute hatten die Jüngeren zum ersten Mal Handschuhe an auf dem Weg zur Schule. Mützen, Schals, dicke Winterjacken, gefüttertes Schuhwerk bis über die Knöchel. Mein Kindergartenkind die roten Stiefelsocken. Und mein Babyjunge trägt Wollsocken über seinen Strumpfhosen. Dann Strickpantöffelchen über den Wollsocken. Wollstulpen über den Strickpantöffelchen.
So verpackt ist er zwar dick wie ein Paket, aber wunderbar herbstsicher eingemummelt, wenn wir uns raus ins Novemberwetter wagen. Zuhause bleibt natürlich die eine oder andere Schicht weg. Warm hat er es trotzdem. Kuschelig gemütlich.
Das ist die Seite des Herbstes, die ich ganz besonders gerne mag; die wollig-warme-Schokoladenseite aus Strick. Nach diesen schlichten, schmalen Babystulpen aus „Rosy Green Manx Merino Fine“ (Farbe 211), die ich mit ganz dünnen Nadeln (2.5) und einem einfachen Perlmuster gestrickt habe, liegen zwei ganz ähnliche Projekte auf meinen Nadeln. Beide ebenso einfach, ebenso schlicht- und genauso herbstlich: Das Set aus etwas dickeren, und vor allem auch grösseren Stulpen und einem Paar Fausthandschuhe mit abknöpfbarer Kordel (genial!), sollte bald fertig sein. Passend für noch mehr Wind und Wetter und noch kühlere Tage. Mein kleiner Junge wächst unglaublich schnell. Viele seiner Wollsachen sehe ich förmlich schrumpfen an seinem süssen Knuddelkörperchen. Und so laufe ich quasi gegen den Wind, die Nadeln in den Händen, die Zeit im Nacken… Wie ich schon sagte: Warm halten. Mich und meine Liebsten. Darum geht es.

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Nach vier Jahren…

… in der Schublade ist dieses Mädchen-Shirt hier doch noch fertig geworden. Im Sommer war das. In meiner Nesting-Phase. Wo alles und jedes noch fertig werden musste und ich lieber vor Erschöpfung umgefallen wäre als den Anblick überquellender Kram-Schubladen weiterhin ertragen zu müssen.
Leider hat aller Nestbau-Eifer nichts genützt. Meine Schubladen stehen immer noch voller Zeug, und es hat mehr angefangene Projekte oder hoffnungslos gehortetes Material, das man „bestimmt noch eines Tages brauchen kann“, als es irgendwie Sinn machen würde.
Doch gerade ist der Zeitpunkt bei mir wenig ideal für Marie Kondo. Entrümpelt wird später. Irgendwann. Jetzt gehören meine Tage dem kleinen Babykind und der Neu-Komposition meiner Familie, wo jeder ein kleines bisschen verrutscht ist in seiner Position und die Kleinste plötzlich grosse Schwester. Dass das nicht immer Friede, Freude, Eierkuchen bedeutet, muss ich wohl nicht extra erwähnen, doch ich tue es trotzdem. Und was meine im letzten Post so selbstherrlich gerühmte stoische Gelassenheit betrifft: Kaum hatte ich die letzte Zeile getippt, geriet ich in irgendeinen Gefühlstornado einer meiner jüngeren Töchter und verlor prompt die Fassung. Nicht zum letzten Mal in dieser Woche. Ganz im Gegenteil: meine Hormone scheinen wieder in Bewegung gekommen zu sein und fahren munter Achterbahn. Der ruhig-zufriedene Zustand nach der Geburt war mir offen gesagt sehr viel lieber, aber ich bin scheinbar wie ich bin; kein Ruhepol und ganz bestimmt nicht Buddha.
Doch alles in allem denke ich, es wird so langsam. Mit Betonung auf langsam. Noch immer fliessen Kindertränen, wenn das Baby herumgetragen werden möchte, obwohl doch ein Puzzle bereit steht zum gemeinsamen Zusammensetzen, und manche von uns sind erschöpfter und reizbarer als sonst, doch es zeichnet sich bereits so was wie eine „neue Normalität“ ab in all dem Tohuwabohu. Und die tiefe Liebe, die ich empfinde für meinen kleinen Jungen ist sowieso grösser als jedes häusliche Gewitter. Sie gibt mir Kraft, Hoffnung, den nötigen Biss, wenn ich nach einer weiteren schlechten Nacht, in der ich mehr Zeit damit verbracht habe, ein unruhiges Baby zu wiegen und zu stillen, als wirklich zu schlafen, in einen neuen Tag starte.

Und nun zum Shirt *hüstel*. Es wird bereits rege benutzt. Als einziger Jersey-Pullover im Schrank meines Kindergartenmädchens, dessen Ärmel ihr noch bis zu den Handgelenken reichen und nicht schon Mitte Unterarm enden, kommt er jetzt, wo es kühler wird, natürlich rege zum Einsatz. Dass der Stoff („Mondblumen hell“ von C.Pauli) so weich ist, macht ihn gleich doppelt beliebt bei meinem anspruchsvollen kleinen Mädchen, und mich wiederum entspannen die schräg geratenen Nähte und meine Imperfektion in Sachen Nähen. Nichts ist hinderlicher im normalen Familienalltag als Dinge, die zu wertvoll sind, um richtig benutzt zu werden…
Schnitt und Anleitung für dieses Shirt stammen aus Meg McElwees „Mama-Nähbuch“. Ich habe schon früher damit gearbeitet und mag das Resultat noch immer sehr, sehr gerne. Einen ganz ähnlichen Pullover, den „Trotzkopf“, aus dem sich auch ein Kleidchen machen lässt, findet ihr aber auch kostenlos bei Schnabelina in ihrem wunderbaren Nähblog. Wer etwas Zeit findet, mag vielleicht ein bisschen bei ihr herumstöbern; es gibt viele schöne Ideen und ein paar ausgezeichnete Anleitungen zum Runterladen und Nach-Nähen…

Bis ich selber wieder zum Nähen komme, werden allerdings wohl Wochen, Monate, vielleicht sogar Jahre vergehen. Im Augenblick läuft alles, was über die absoluten Basics des täglichen Lebens hinausgeht, auf Sparflamme… Doch das ist in Ordnung so. Dass dieses Shirt hier sage und schreibe 4 Jahre gebraucht hat, um vollendet und schlussendlich auch getragen und gemocht zu werden, schenkt mir den nötigen Optimismus, um mit Überzeugung sagen zu können: Alles hat seine Zeit. Und das Gras wächst ganz bestimmt nicht schneller, wenn man daran zieht…

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Sein erstes Jäckchen

Kurz vor der Geburt meines Kleinen, erfasste mich sowas wie Panik; die Angst, nicht richtig vorbereitet zu sein. Nicht bereit. Überrumpelt, überrollt zu werden von den Ereignissen. Und wie das so ist; ich wusste mir nicht anders zu helfen, als mein Wollregal zu inspizieren, Strick-Ordner und Nadeln hervor zu holen und mich Maschen formend aufs Sofa zu verkriechen.
Ich glaube, ich habe selten so viel, so intensiv, so sehnsüchtig und verbissen gestrickt, wie im  dritten Tertial dieser Schwangerschaft.

Meine beiden letzten Projekte waren klein. Sehr klein. Einerseits wollte ich sie unbedingt noch fertig haben, bevor das Baby zur Welt kam, andererseits wünschte ich mir, etwas für die allerersten Tage zu stricken, eine Art Faden zu spinnen von der unsteten, mit starken Emotionen behafteten Endphase meiner Kugelzeit hin zu jenen Tagen nach der Geburt, die geprägt sind von einem besonderen Zauber und ganz grossen Gefühlen. Eine Brücke aus Wolle, Wärme und Erinnerung.
Meine kleine „Puerperium Cardigan“ wurde ganz knapp vor der Geburt noch fertig. Bis auf die Knöpfchen. Die packte ich dann, mitsamt meinem allerletzten Last-Minute-Projekt -einem Paar dunkelbrauner Babystulpen- in mein Spital-Köfferchen, in der (natürlich völlig unsinnigen) Annahme, sie während den Wehen vielleicht noch annähen zu können.
Nun, Knöpfe bekam dieses Jäckchen erst vor ein paar Tagen. Aber das macht nichts. Mein Baby kann es immer noch tragen. Tag und Nacht sogar, denn gerade ist es oft sehr kühl, und die eher weiten Ärmelchen sind trotzdem etwas luftig, genauso wie der weite Halsausschnitt, so dass es nicht so schnell zum Hitzestau kommt.
Ich mag diesen Schnitt unglaublich gerne, gerade bei so kleinen Kindern. Leicht anzuziehen, sehr, sehr bequem und einfach süss- für mich das perfekte Erstlings-Jäckchen, das ich immer und immer wieder gerne stricke, meine Kinder darin einmummle oder es als ganz besonderes, persönliches Geschenk zur Geburt verschenke.

Hier habe ich die „Bio Merino Cablé“ von der Spinnwebstube gewählt. In einer wahnsinnig schönen braunen Handfärbung (Farbton Nr.70). Ich wusste nicht, ob das Baby in meinem Bauch ein Junge oder ein Mädchen war, aber dieses Braun, in dem ein sanfter Hauch Rosé mitschwingt, schien mir absolut perfekt für jedes kleine Geschöpf zu sein und überhaupt die Farbe, die ich intuitiv für mein Kind wählen würde. Ich denke, mein Bauchgefühl war goldrichtig; ich liebe diese Farbe! Ich liebe dieses Jäckchen und den kleinen Jungen darin sowieso…
Die Wolle sieht bereits ziemlich zerliebt aus. Das liegt daran, dass diese Puerperium Cardigan wirklich intensiv getragen wird, genauso wie das Baby, das die ganze Zeit gehätschelt und geschätzelt wird- Schwerstarbeit also für die Wolle, die bereits ein wenig zu pillen beginnt… Aber der Griff ist weich und angenehm, die Pflege kein Problem, ich bin sicher, nach einem kurzen Bad und ein paar Strichen mit dem Fusselkamm sieht alles wieder aus wie neu.
Und wenn nicht?
Dann ist das auch in Ordnung. Ich wollte ein Jäckchen stricken, das warm hält und sich kuschelig anfühlt unter den Händen, kein Museums-Stück. So wie es ist, ist es richtig. Warm und kuschelig eben. Das Jäckchen, das meinen Jungen in seinen ersten Tagen und Wochen begleitet hat, begleiten wird. Das möchte ich auskosten.
Wer weiss schon, wann es wieder getragen wird?

Notes:
Ich habe mit Nadelstärke 4 den Körper gestrickt, die Ärmel aber mit Nadelspiel 3.5 weil ich rund lockerer stricke als iin Flächen. 3 verteilte Abnahmerunden helfen, die Ärmel nicht allzu trompetenförmig ausfallen zu lassen.
Die schlichten Knöpfchen sind die 15mm Kokosknöpfchen von Drops, die man in vielen Onlineshops findet.
Beim Garn reicht 1 Strang gut aus für diese kleinste Grösse.

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