Archiv der Kategorie: Bücher

am Werk

Für unsere erste Ladung Apfelringe, die hier vor allem bei den Knirpsen heiss begehrt sind, konnte ich die allerhübschesten Bambus-Dosen ever finden; Zwei unglaublich süsse „Lunchbox Deluxe“ von „Bamboofriends“ (zB. bei Chicmic, in meinem Fall aber entdeckt bei Orell Füssli während einer herrlichen, kurzen Stöbertour, die ich am liebsten eeeewig ausgedehnt hätte *seufz*). Der Preis war recht happig, aber ich konnte trotzdem nicht an mich halten und musste einfach zwei dieser Schätzchen mit nach Hause nehmen. Vor allem die Muster „Rustic Flowers“ mit den wahnsinnig schönen Kornfeld-Bauernblumen und „Romantic“ mit seinem zarten, floralen Print, sind einfach zu schön, um wahr zu sein… Allerdings finde ich sie alle schön. Schön, schön, schön! Wenn ich so darüber nachdenke, glaube ich; Ich will sie alle!
Seit einer Weile bin ich dabei, all unsere Plastikboxen -von denen wir jetzt nicht unbedingt viele hatten, aber für mein Gefühl noch immer viel zu viele- gegen nachhaltigere und ästhetischere Vorrats- und Znünidosen einzutauschen. Gerne mag ich die glänzenden, äusserst robusten Metallboxen von „Eco Brotbox“, mit denen ich dann und wann unseren Vorrat an Dosen wieder ein klitzekleines bisschen aufstocke (Mini-Schrittchen führen auch zum Ziel), aber diese bunten Bambus-Boxen sind eine ganz wunderbare Abwechslung und dank ihrem künstlerischen Touch auch einfach ein zauberhafter Augenschmaus.
Rein mit den Apfelringen.
Oder mit den Keksen.
Oder was auch immer.
Für unterwegs stelle ich sie mir zwar nicht so stabil vor (Ich habe ein Set Kindergeschirr aus Bambus, „Biobu Bambino“ von „Ekobo“, und nach einmal Runterfallen sind da bereits kleine Ecken ab), aber für zuhause oder in den Händen eines sorgfältigen Menschen sehe ich keine Probleme. Die Kinder jedenfalls werden keine meiner Blumenprint-Dosen für unterwegs mitbekommen. Metalldosen vielleicht, aber in naher Zukunft wohl eher die letzten verbleibenden Exemplare unserer alten, ollen Kunststoff-Brotdosen. Die dürfen sie dann nach Herzenslust fallen lassen oder in der Schule vergessen…
Was die Apfelringe angeht; Ich fand es ganz nett, sie zurecht zu schnippeln und mit meinen beiden kleinen Mädchen mit Zitronensaft zu bepinseln. Ja, mit Pinsel. Für ein extra-artistisches Gefühl. Beim Trocknen war ich mir zuerst unsicher, auf welche Stufe ich meinen uralten Dörrex stellen sollte, aber mit einer 2 scheine ich ganz gut gefahren zu sein; die Ringe sind weich aber nicht mehr feucht und auch für kleine Milchzähnchen im Wackelzustand gut zu kauen und beissen. Allerdings habe ich erst jetzt bemerkt, wie warm so ein Dörr-Apparat wird. Im Eifer des Gefechts heizt er einen Raum ganz schön auf- was jetzt nicht unbedingt das ist, was mir vorschwebt, bei bereits an die 30 Grad Sommerhitze *hüstel*. Darum verschiebe ich Ladung 2 und 3 und 4 und so auf kühlere Tage. Dann sind vielleicht auch die Äpfel noch ein wenig süsser…

Heute ist die Küche aber auch ohne Dörrex ziemlich warm geworden; ich wollte einen Teil der Früchte verbrauchen, die hier gerade unsere Regale füllen und habe ein grosses Blech Tarte gebacken, eine „Nektarinen-Tarte“ aus Leila Lindholms Buch „Backen mit Leila“. Weil ich zu wenig Quark da hatte, kam Philadelphia rein, und -schwupps- wurde aus der Tarte eine Art Cheesecake mit Fruchtbelag und Mandelstreuseln. Ungeheuer sommerlich und unglaublich üppig. Vor allem wenn man, wie ich, noch einen Krug Vanillesauce dazu kocht. Völlig übertrieben. Aber ich war gerade so schön in Schwung…
Jetzt ist mein Magen voll und mein Körper eigentlich zu schläfrig für unser Abendprogramm aus Kinderbüchern, Milchzähne-Schrubben und Bettzeiten-Einfordern. Die Vorstellung, spätabends dann nach vollendetem Tageswerk auch noch meine verunstaltete Küche wieder in Ordnung zu bringen, versetzt mich auch nicht gerade in Hochstimmung, aber was sein muss, muss sein. Zur Belohnung werde ich mir eine Kanne Holunder-Sirup gönnen; ein Teil Holunderblüten, ein Teil Holunderbeer, ein paar Spritzer Zitrone dazu- fertig. Süss und säuerlich in einem. Und dann natürlich ein bisschen „Hercule Poirot“. Aus der 8. Staffel, die erst vor kurzem im Milchkasten lag, begleitet von Staffel 9, denn von Hercule kann ich einfach nicht genug bekommen…
Meine kleine, waldgrüne „Tama“ leistet mir dabei Gesellschaft und lässt meine Hände werken und wirken, ohne dass mein Kopf allzu sehr von Maschen und Mustern in Beschlag genommen wird. Ein feines, kleines Projekt. Genau richtig für Abende wie diesen. Nach Tagen wie diesen.

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like Insta 220

Manchmal möchte ich Dinge mit-teilen, ohne allzu viel Lebenszeit vor dem Bildschirm verstreichen zu lassen…
Kurz und bündig und spontan. Ohne Umweg direkt aus dem wahren Leben.
Fast wie bei Instagram.

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Ein erster Versuch. Tannenspitzen-Tinktur mit Thymian gegen Erkältungsattacken, vor allem aber weil ich mal sehen wollte, wie sowas geht und schmeckt. Tee gab’s auch schon daraus und sogar eine Kostprobe direkt von der Tanne in den Mund (was ziemlich schlimm war).
Zuerst musste ich mich aber schlau machen, wie denn die Unterschiede genau aussehen zwischen Tanne, Fichte und Eibe: Eiben sind nämlich in allen Teilen giftige Pflanzen und ich möchte ja Heilmittel herstellen, keine Giftcocktails…

PS. Ich plane diese Woche eine kleine Auszeit vom Netz und all seinen Begleiterscheinungen und werde deshalb wohl nicht allzu oft hier auftauchen. Der eine oder andere Like-Insta-Post könnte aber schon drin liegen…

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Aus „Hand-Stitched Felt“: die Mini-Maus

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Die Tage sind vergangen und haben mir etwas mehr Distanz und Ruhe gebracht. Meine Gedanken sind heute weniger belastet und es fällt mir leichter, mich auf die Dinge zu konzentrieren, die vor mir liegen, ganz real in meinem eigenen kleinen Leben. Manches braucht einfach seine Zeit.
Im Augenblick komme ich mir stark vor und ausgeruht. Die Grippe schleicht sich zwar durch unser Dorf, es wüten Fieber und Husten und ich weiss nicht, ob wir verschont bleiben werden, doch ich habe das Gefühl, den Anforderungen des Alltags momentan gewachsen zu sein- ein Zustand, der sich mit einem Fingerschnippen schon wieder verändern kann, also freue ich mich daran, solange ich darf…
Und ich freue mich an den Früchten dieser zuversichtlichen, geerdeten Phase: Diese niedliche Maus aus reinem, pflanzengefärbten Wollfilz (von Ariadne) entstand als kleines Gemeinschaftswerk zwischen mir und meiner Grossen und passte ganz wunderbar in die eine oder andere stille Zeitnische hinein. Die Grundidee, sowie und ein grobes, etwas verkleinertes Schnittmuster stammen aus dem Buch „Hand-Stitched Felt“ von Kata Golda, ein Buch, das schon seit eh und je in meinem Handarbeits-Bücher-Regal steht und auch bei all meinen Reduzier-Anfällen einfach nie weg wollte. Die Projekte darin sind so simpel wie süss und erklären sich eigentlich quasi von selbst, aber es ist wohl vor allem die Inspiration, die zählt für mich…
Mein Mädchen hatte viel Freude an dieser Arbeit. Sie zeichnete, schnitt ihre Filzbögen zurecht, wählte Filz aus und versuchte sich zum ersten Mal am Blanket Stitch (Himmel, wie nennt sich dieser tolle Versäuberungs-Stich für Kanten eigentlich auf Deutsch?), was sie ein wenig kifflig fand, mir aber selber so grossen Spass machte, dass ich nur zu gerne verhedderte Fäden entwirrte und ein paar Zentimeter für sie weiterstickte. Beim Gesicht hat sie sich viel Mühe gemacht und sich über das gelbe Schleifchen und die weissen Barthaare gefreut, die ich später noch hinzugefügt habe. (Ich hätte das sonst natürlich wieder entfernt, klar, doch ich war froh, dass sie es mochte. Ohne Schnauzhärchen sah dieses Mäuschen einfach zu sehr nach nach Bär aus.) Das Schwänzchen aus einer dicken Luftmaschenschnur haben wir mit einer spitzen Wollnadel einfach in den Filz gezogen und so verknotet, dass man es kaum sieht (der grössere Knoten soll den Schwanz nur kürzer machen, lässt sich aber wieder lösen, kein Problem).
Mausi sollte ein Geburtstagsgeschenk für ihre beste Freundin werden (so ein Glückspilz!), und daher brauchte Mausi natürlich auch ein Festtagskleidchen in fröhlichem Kanariengelb und eine girly rote Umhängetasche inklusive darin verpackter Geheimbotschaft, die sich mit einem knalligen Knopf verschliessen lässt. Damit Mausi allenfalls später einmal ihre Garderobe wechseln könnte -sollte sie neue Kleider genäht bekommen, man weiss ja nie- haben wir hinten zwei Druckknöpfchen angenäht, mit denen sich das Kleid an- und ausziehen lässt. Und weil es gerade wieder unglaublich winterlich ist hierzulande, kam gleich noch ein Schal aus Wollresten um den Hals.
Um ehrlich zu sein; ich hätte ewig so weitermachen können und die kleine Maus am liebsten von Kopf bis Fuss ausstaffiert und mit einem riesenvollen Mäusekoffer voller Anziehsachen ziehen lassen- aber da war dieser Geburtstagsfeier-Termin, der irgendwie urplötzlich da war, und die Zeit lief uns zum Schluss wirklich buchstäblich davon.
Immerhin; Mausi kam pünktlich zum Fest und hatte einen perfekten Start in ihrem neuen Daheim. Und wir wiederum haben bereits eine wachsenden Bestell-Liste für weitere Mausis. Meine beiden kleinen Mädels, die Oma, eine meiner Schwestern… alle wollen sie auch so eine Filzmaus haben. Mit Röckchen und Schleifen und Schnauzhärchen.
Klar, ich verstehe das.
So etwas verstehe ich immer.

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good times

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Ach ihr Lieben… Ich hatte den weltbesten aller Geburtstage, enspannt und frei und ungezwungen und voller liebevoller Gesten von allen Seiten. Da gab es kleine, ganz wunderbare Geschenke von lieben Menschen in meinem Leben; eine extra für mich beim Töpfer bestellte wunderschöne, weisse Tonschale, einen zauberhaften Laubsäge-Eisvogel gemacht von Kind2, kunterbunte Sockenwolle, selbst gebrannte Zuckermandeln und ein volles Mittagsmenü mit der leckersten Tomatensauce, die ich je gegessen habe von Rita, diesem Schatz. Eine meiner Schwestern brachte süsse Schnittchen, eine andere hat sogar gestrickt für mich (ihr Erstlingswerk!), und die Mädchen haben gezeichnet und bebastelt und mich in Liebe fast erstickt. Herr Kirschkernzeit hat nachts um halb zwölf noch extra Kuchen für mich gebacken, die Original „Truffes Torte“, mein allerliebster Schokokuchen überhaupt, und sie war schlichtweg umwerfend gut, das reinste Pranilé zum Anschneiden (reicht für sicher 12 Leute!). Da kam auch ein Buch mit der Post (Merci, Kiki!!!), Agatha Christies‘„Mord im Orientexpress“ in der Originalsprache, versehen mit den besten Wünschen und lieben Grüssen. Ich habe diesen grandiosen Krimi bereits als Hörbuch gehört und in zwei verschiedenen Filmadaptionen gesehen, aber noch niemals auf englisch gelesen, was ich unbededingt nachholen möchte. Da ich Victoria Claytons wahrlich enttäuschenden Roman „Das Landhaus“ endlich durch habe (irgendwie kindisch, dieses Buch), ist wieder Platz auf dem Nachttischchen, und ich stehe nun vor der süssen Qual der Wahl: Miss Read oder Agatha Christie? Oder doch noch einmal ein Buch von Clayton? „Sommerball“ wäre dann das Vierte und letzte im Bunde und könnte meine mit jedem Buch kritischer werdende Meinung vielleicht nochmals revidieren, schliesslich mochte ich „Das Haus der Freundin“ doch so irrsinnig gerne…
Ja, es war so ein schöner Tag, dieser Geburtstag. Hach. Ausschlafen, Kuchen, prächtige Geschenke -handgemacht fast alle, wie mir auffällt, oder dann etwas fürs Selbermachen, die Leute wissen, was ich liebe- und vor allem ganz, ganz viel Zuwendung und Liebe, in die ich warm eingemummelt einen herrlichen Tag verbringen durfte. Tatsächlich waren ich und mein Liebster ein paar wunderbare Stunden auf eigene Faust unterwegs- und haben langweilige Matratzen gekauft bei IKEA, hihi. Aber es war toll, mal wieder ganz in Ruhe schlendern zu können. Und ein friedliches Tète-ä-tète über Pommes und Salat zu zelebrieren. (Wer braucht schon Kaviar und Kerzenlicht?) Meine Mama hat derweil die Kinder betreut, ihnen Essen gemacht und später beim Kuchenessen den Besuch mit Kaffee versorgt und alles abgewaschen, was auch immer es abzuwaschen gab. (Sie ist ein Goldstück, ich weiss!) Ich fühlte mich wirklich rundum glücklich und verwöhnt von allen Seiten. Und sonderbarerweise scheint dieses Gefühl aufgehoben und den täglichen Pflichten ein Stück weit enthoben zu Sein noch ein wenig anzuhalten. Im Moment passt einfach alles- selbst dann, wenn nicht alles passt *zwinker*
Ich meine, obwohl ich heute an die fünf Stunden lang aufgeräumt und Wäscheberge dezimiert habe (am „heiligen“ Sonntag! Keine gute Sache eigentlich. Da sollte an sich Zeit sein für anderes…), bin ich guter Dinge und dankbar für all das Gute, das mir in meinem Leben begegnet. Für warme Kinderrücken in meinem Bett. Oder den Krautsalat in meinem Kühlschrank. Für die Lindorkugeln, die der Herr Kirschkernzeit mit mir teilt, obwohl er es war, der sie beim Jassen gewonnen hat. Für Leuchtwesten und das warme, behaglich glühende Herbstfeuer im Chemine. Für das entzückende, kleine Bügelperlen-Pferdchen, das mein Kindergartenmädchen ganz alleine entworfen und gelegt hat (und ich heimlich schon für mich reserviert habe, vielleicht kriege ich es ja noch geschenkt, wer weiss?). Und für den zweiten Ärmel meiner „Canvas Cardigan“, dem einzig noch das Bündchen fehlt. Dann steht nur noch das Kragen-Knopflochband zwischen mir und einer wahrscheinlich ganz wunderbaren nachthimmelblauen Wolljacke…
Wenn das kein Grund zur Freude ist!

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