Archiv der Kategorie: über das Bloggen

Zwischenzeiten

Ihr Lieben! Vier Wochen, vier ganze Wochen ist es her, ein Monat auf den Tag genau…
Ich bin wohlauf und gesund, nach einer fiebrigen Brustentzündung und einigen Brakedowns wieder ganz passabel zwäg. Trotzdem werde ich jetzt nicht viel schreiben. Bloss kurz Hallo sagen. Und dann meinen Laptop wieder ausschalten, zuklappen, versorgen. So muss das sein im Moment. Für jetzt und ein bisschen länger. Und was danach kommt, weiss ich auch noch nicht.
Ich kämpfe schon seit langem mit diversen Krisen. Krisen im Herzen, Krisen im Gemüt, Krisen im Glauben, Krisen im Kopf. Und überall bleibe ich mittendrin stecken, komme weder vor noch zurück, weiss nicht recht wohin. Auch beim Bloggen stehe ich absolut ratlos im Raum, irgendwo in der Schwebe. Soll ich ihn schliessen? Privat schalten? Lassen wie er ist und einfach pausieren, bis es wieder besser passt, das alles? Mir fehlen die Antworten. Mir fehlen Mut und Entschlossenheit. Und Zeit. Die am allermeisten. Ich glaube, zu keinem Zeitpunkt meines Lebens hatte ich weniger freie Zeit und freie Hände wie jetzt. Das zieht seine Spuren, überall muss ich Abstriche machen, Kapitel schliessen, Dinge aufschieben, verdrängen, auf bessere Zeiten hoffen. Von daher…; Es führt wohl kein Weg daran vorbei. „Kirschkernzeit“ wird stumm bleiben. Für Wochen, für Monate, für eine ganze Weile. Vieles hat sich geändert, die Welt ist digitaler denn je, schon meine Primarschulkinder arbeiten in der Schule mit dem www. und vieles, was ich früher ohne zu zögern hier geteilt habe, behalte ich heute für mich. Aus vielerlei Gründen. Auch meiner Kinder wegen, die nun immer mehr in diese Welt hineinwachsen. Ich bin nicht gegen das Bloggen. Ich bin dafür. Aber ich muss zuerst wieder für mich herausspüren, wie genau meine Stimme hier klingen soll, und was sie zu erzählen hat.
Bei Instagram stehen im Grunde dieselben Punkte im Raum. Dieselben Fragen, die drängen. Für den Augenblick aber werde ich dort noch nichts verändern, höchstens die Intervalle, in denen ich poste, die werden wohl noch länger, meine Einträge nur noch sporadisch, so wie sich das schon seit einer Weile abzeichnet. Es ist eine wacklige Brücke, aber sie steht noch. Alles mag ich nicht abbrechen.
Ich entlasse euch heute also mit einem lachenden und einem weinenden Auge: Es tut gut, Nägel mit Köpfen zu machen, anstatt immerzu mit diesem mulmigen Gefühl im Bauch herum zu laufen und den Blick auf den Laptop schuldbewusst zu vermeiden. Aber es tut auch weh, mir einzugestehen, dass das Kapitel „Bloggen“ kein entspanntes und gutes mehr ist. Nicht jetzt, in dieser Phase meines Lebens. Vielleicht überhaupt nicht mehr. Aber das wird sich zeigen. Wir werden sehen.

Schaut gut zu euch! Schenkt euch, was ihr braucht, was euch gut tut und nährt! Jetzt ganz besonders.

mit ganzem Herzen; Bora

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unter Wasser

 

Ihr Lieben! Kirschkernzeit ist schon länger recht still… Es geht nicht anders. Alles ist zu viel und jedes Wort, jedes Bild, das etwas anders sagt, fühlt sich unrichtig, unecht an. Ich empfinde mich innerlich verschoben, halt- und rastlos und bin überfordert mit fremden Schönheiten. Wenn andere schaffen, was ich nicht zustande bringe. Zufriedenheit. Eigene Träume wahr werden lassen. Prioritäten richtig setzen. Das Gute im Dunkeln noch finden.
Wahrscheinlich ist es besser, mich zu verkriechen. Ich rolle mich jetzt ein in meiner Höhle und suche nach meiner Mitte, mit geschlossenen Augen und den Ohren unter Wasser. Die Stille hier wird noch stiller werden, glaube ich.
Es wird nicht für ewig sein, nur für solange der Sturm wütet.
Schaut gut zu euch und drückt eure Liebsten 🌈❤️🍄🌄

Mein Text bei Instagram passt auch hier. Ich kämpfe wie besessen, gegen alles und jedes aber vor allem gegen Windmühlen und mich selbst und irgendwie wird es immer schwieriger und schwerer. Instagram, das Bloggen, alle ScheinundSeinwelten, die ausserhalb des Greifbaren bleiben, machen das Ganze noch komplizierter als es schon ist. Meine Kraft reicht gerade nicht aus dafür. Was ich brauche, wären gesunder, tiefer, ungestörter Schlaf, Zuspruch, Wärme, Fassbarkeit und Seelennahrung aus der greifbaren Welt. Jetzt tut es gut, einfach im Moment zu sein. Nicht nach links und rechts zu schielen. Sondern auf das, was vor mir liegt, in meiner Realität.
Es gibt so wahnsinnig vieles, was ich mir anders wünschen würde. Und was doch bleiben wird, wie es ist. Aus vielerlei Gründen, hauptsächlich wohl deshalb, weil ich nicht bereit bin, die Opfer zu bringen, die Veränderungen verlangen. Und weil ich ein Feigling bin. Wegziehen raus in die Pampa zum Beispiel, die Kinder entwurzeln und frisch verpflanzen, Homeschooling starten und meinen Frieden suchen und vielleicht finden dabei… es gibt Dinge, die halten mich ab davon. Oder dann die Sache mit der Einfacheit. Dem einfachen, reduzierten Leben. Danach sehne ich mich. Mit jeder Faser meines Seins. Aber was ich auch tue, es wird und wird und wird nicht leerer, nicht ruhiger, nicht einfacher.
So viele Stolpersteine. Ich lasse keinen aus, nein, ich laufe im Zickzack darauf herum und komme nicht vom Fleck.
Aber wahrscheinlich laufe ich gar nicht. Ich bleibe einfach hocken darauf.
Bitte verzeiht diesen merkwürdig kryptischen Text. Mir wäre nach Lyrik, nach tragischen Gedichten und gleichzeitig muss Klartext raus, das lässt sich nur unschön kombinieren.
Was ich sagen möchte; ich brauche eine Pause. Hier im Blog. Drüben bei Instagram. Vielleicht lösche ich meine App, vielleicht auch meinen Account, irgendwie scheint gerade alles so möglich wie unmöglich, aber weitergehen kann es nur anders, nicht wie bisher. Nicht jetzt zumindest.
Wie es später sein wird? Ich weiss es nicht. Ehrlich.
Aber ich möchte euch grüssen. Von Herzen. Und euch sagen, was für wunderbare Frauen ihr seid. Es ist schön, euch hier zu haben. Erst euer Lesen hat Kirschkernzeit zu etwas Gutem gemacht für mich.

 

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unmittelbar 9

Es gibt da einen Account auf Instagram, der mir regelmässig den Atem raubt. Das tun viele, und nicht immer ist das gut für mich, doch dieser eine hat eine Magie in seinen Bildern, der ich mich nur schwer entziehen kann; dunkle Töne, grosse Kontraste in Textur, Thematik, Licht und Farben- perfekt und stark und mit grosser Emotionalität. Und das bei einem schlichten Mama-Farming-Account.
Gestern habe ich meine Freundin S., die ein bisschen was versteht von Fotografie, gebeten, mir zu erklären, was genau diese Bilder so unglaublich faszinierend macht. Sie hat von „Low Key“ gesprochen und mir gezeigt, dass man auf manchen Handys sehr viel auch nachträglich noch machen und intensiv bearbeiten kann, mit ein paar Klicks zum Teil bereits und mit wirklich verblüffenden Effekten.
Mich irritiert das. Wenn es so einfach ist, wieso kommt es mir dann so schwierig vor, das mit dem Fotografieren? Ganz abgesehen davon, dass mein Handy zu den eher schlichteren Exemplaren gehört, tue ich mich schwer damit, die Technik dahinter zu verstehen, und ich spüre, dass mir schlicht der Atem fehlt, Bilder gekonnt zu arrangieren oder ständig Kamera oder Handy griffbereit zu halten, um diesen einen, perfekten Moment aufs Bild zu bannen…
Gleichzeitig reut es mich.
Etwas nicht zu können, fühlt sich nie gut an.
Vielleicht kommt demnächst ja ein Lernbuch in meinen Bibliotheks-Korb, „Fotografie für Dummies“ oder so, keine Ahnung.
Was ich aber eigentlich erzählen wollte ist: Ich habe gewonnen! Vor ein paar Tagen schon, aber das trübt meine Freude kein bisschen, und ich muss sie euch unbedingt noch zeigen, die beiden zauberhaften, lindengrünen Mondphasen-Becher von Danijela, die nun bei mir im Küchenregal stehen und mich freuen, besänftigen, ermuntern, wenn ich sie ansehe.
Sie sind so unbeschreiblich schön!
Auch ein bisschen magisch.
Wie alles, was Danijela auf ihrer Töpferscheibe zaubert. Eine wirkliche Potter ist sie.
Sonderbar… Solche Dinge zu fotografieren fällt mir leicht. Sie sind einfach da und strahlen. Ganz von alleine, völlig ohne „Low Key“ oder was auch immer.

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„unmittelbar“: schon wieder eine Themenreihe

Oje. Schon wieder hab ich so viel Zeit verstreichen lassen… Ich weiss nicht recht; ob das zur Gewohnheit wird? Oder ob es schlicht nicht anders geht? Vielleicht sind sporadische Posts ganz einfach mein neues Bloggen… Ein Gedanke, der mir nicht gefällt, aber wenn der Leben nunmal das Tempo angibt…
Ich denke oft darüber nach. Über Social Media. Über das Bloggen, über Instagram. Über ihr Gutes, ihr Schlechtes, die Unterschiede und Gemeinsamkeiten. Seit ich Instagram habe, fühlt es sich an, als tanzte ich auf zwei Hochzeiten, was spannend ist, aber auch sehr anstrengend und spaltend. Genügen kann ich nirgendwo, denn meine Energie muss sich teilen, bündelt sich nicht. Bei Instagram mag ich die Unmittelbarkeit: klicktipprelease. Fertig. Und die direkten, unkomplizierten Kontakte, die sich irgendwie… auf Augenhöhe bewegen, man sieht und wird gesehen. Was ich ganz klar nicht mag, ist der permanente Wettbewerb, der Druck, „am Ball zu bleiben“, das Vergleicheziehen. Ich hasse diese Zahl oben in meinem Profil. Meine Followerzahl, die manchmal raufgeht, oftmals aber auch wieder runter, und die ich krampfhaft zu ignorieren versuche, immer wieder aber trotzdem ins Auge bekomme, dann zum Beispiel, wenn ich etwas in meinen getaggten Artikeln suche oder so. Es schmerzt mich, diese Zahl so in Bewegung zu sehen. Vor allem wenn sie sich reduziert. Es fällt schwer, das nicht persönlich zu nehmen, dabei lösche ich selber völlig sorglos Accounts aus meiner Folge-Liste und meine das ganz und gar nicht böse, sonder ziemlich pragmatisch. Ausserdem, seien wir ehrlich: „Kirschkernzeit“ gehört nun wirklich nicht unbedingt zu den Accounts auf Instagram, denen man folgen müsste. Da gibt es weitaus Schönere, Spannendere, Bildgewaltigeres.
Manchmal habe ich den Eindruck,  heute noch zu Bloggen, das ist tatsächlich veraltet. Dann überlege ich, was ich lieber schliessen möchte, meinen Blog oder „Kirschkernzeit“ bei Instagram, und allem Zeitaufwand zum Trotz -denn das Bloggen braucht Zeit, ziemlich viel Zeit sogar, ich schaffe kaum einen Post in unter 90 Minuten!- ist es immer mein Blog, der gewinnt.
Trotzdem. Dass ich so oft so lange nicht schreiben mag oder kann… das gefällt mir nicht recht. Vielleicht ist liegt es am Aufwand. Vielleicht hindert mich unbewusst das Wissen über die Stunden, die so ein Post verschlingt, Zeit, die nicht mehr gestrickt werden kann, nicht Hörspiel gehört, nicht aufgeräumt oder geschlafen. Vielleicht hat Bloggen, so, wie ich es kenne und liebe, momentan einfach keinen Platz in meinem an Kindern und Aufgaben recht vollen Leben?
Mit den „Trio“-Posts wollte ich genau dagegen antreten. Gegen die Hürden, die zwischen mir und dem Schreiben liegen. Ich wollte einen Rahmen setzen, der das Bloggen einfacher und möglicher macht, so dass es wieder zur Gewohnheit werden kann, nicht zu einer Aufgabe, die es zu bewältigen gilt. Nun… ich habe wahnsinnig gerne so geschrieben. Aber kurz und einfach waren eigentlich nur wenige Einträge. Um das Bloggen wirklich zu ent-mächtigen, müsste ich den Rahmen noch enger spannen, mir ein stützendes Korsett anlegen im Grunde, das Ganze radikal vereinfachen. Um mir zu zeigen, dass Bloggen auch so aussehen kann: schnurz und kurz und völlig ohne Schnickschnack. Instagram lebt genau davon. Vom Schnurz und Kurz. Der nächste Post kommt ja bestimmt.

Für die nächste Zeit jedenfalls habe ich mir vorgenommen, genau das zu tun: radikal reduzierte Beiträge zu machen. Und mit reduziert meine ich wirklich reduziert. Ein Foto. Maximal fünf Sätze. That’s it.
Ich werde diese Reihe „unmittelbar“ nennen. Weil sie unmittelbar sein soll. Schnörkellos und unverkrampft.
Mal sehen, wie sich das anfühlt.
Mal sehen, wie sich das liest.
Wahrscheinlich lohnt es sich kaum, jeden Tag hier vorbei zu kommen, so kurze Posts kann man locker einmal die Wochen lesen, aber immerhin; einmal die Wochen sind dann welche da, nicht so wie jetzt, wo ich vierzehn Tage oder länger brauche, um überhaupt meinen Laptop zu öffnen…

Ursprünglich hatte ich 6 Bilder oben eingesetzt. Bilder über dies und das, und genau so hiess auch mein Titel ganz zu Anfang, als ich mich zum Schreiben hinsetzte.
5 dieser Fotos habe ich wieder gelöscht.
Ich merke; genau diese Einfachheit brauche ich jetzt. Weil ich Zeit brauche. Für anderes. Und weil ich mir nicht selbst im Weg stehen möchte. Mit zu hohen Ansprüchen. Die mich dann an dem hindern, was ich eigentlich machen möchte hier; entspannt und mit Freude Tagebuch führen.
Meiner kleinen Erstklässlerin habe ich gestern zu ihrem 8. Geburtstag ein Tagebuch geschenkt. „Sie kann doch kein Tagebuch führen“, meinte meine Grosse. „Dafür muss man doch richtig gut schreiben können!“
„Nein überhaupt nicht“, gab ich zur Antwort. „Das geht auch mit ganz wenigen Worten und Sätzen. Da wächst man dann rein.“
Genau das möchte ich wieder. Ins Bloggen reinwachsen.

Meine 5 Sätze zum Foto wären -schnurz und kurz- also Folgende:
Wolle, Wolle aus meinem Vorrats-Regal, die ich so schrecklich gern anstricken möchte.
Und sei es nur deshalb, weil ich wissen will, wie sie verarbeitet aussieht, wie ihre Farben spielen, die Maschen sich legen und verflechten.
Die violett-pinke ganz rechts in der Ecke, die ist nun ein Ball.
Mit der blauen in der Mitte („Rosy Green Heb Merino Fine“) plane ich bereits so halb ein Babyjäckchen für das dritte Kind einer Frau aus dem Dorf.
Doch da sind Projekte in drei Strickbeuteln, die mich hindern, bereits zu weit fortgeschritten, um sie zu ignorieren.

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