Archiv der Kategorie: aus meinem tagebuch

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Phu! Diese Hitze! Auch wenn ich den Sommer lieben gelernt habe und Sonne, Licht und Wärme mir eigentlich wirklich zutiefst wohl tun; was zu viel ist, ist zu viel. Da ich kein Muffin bin, bringen mich diese Backofen-Temperaturen doch langsam an meine Grenzen, vor allem auch, weil sie sich ananeinder reihen wie Schokohasen auf dem Fliessband und momentan auch die Nächte kaum Abkühlung bringen…
Ich spüre, wie eine altbekannte Nervosität von mir Besitz ergreift. Wie immer, wenn ich mich unwohl fühle, beginne ich, aufzuräumen, auszusortieren, nach Ballast zu suchen, den ich abwerfen könnte, in der Hoffnung, innerlich wie äusserlich Ruhe und Frieden zu finden. Ein Trugschluss. Auch wenn ein sauberes, ordentliches Zuhause und minimalistische Räume mein Innenleben ein Stück weit aufgeräumter zurück lassen, bleibt es trotzdem bloss Symptom-Bekämpfung. Das was ich wirklich bräuchte: Zeit für mich, mehr Schlaf, mehr Strukturen in meinem Alltag, Erfolgserlebnisse, die mich nähren, Wertschätzung, Abwechslung, mehr Berührung mit der Natur… all diese kann kaum mit Entrümpeln kompensiert werden. Obwohl es ganz klar ein Anfang sein kann.
Vielleicht gehe ich heute abend einfach mal wieder um 21 Uhr ins Bett und gönne mit die volle Dosis Schönheitsschlaf…
Gleich nachdem ich die Küche geputzt, eine Tasche mit Kleinkram fürs Brockenhaus gefüllt und meine To-do-Liste für den Rest der Woche geschrieben habe. Ich meine, selbst wenn es bloss Symptome bekämpft, kann Ordnung schaffen eigentlich nie falsch sein, oder?
Und weil ich gerade so wahnsinnig grosse Lust aufs Stricken, Nähen und Leeren meiner Stoff- und Wollvorräte habe, kommt auch das eine oder andere kreative Projekt auf meine Liste. Wollt ihr mal kiebitzen?

Die Geburtstags-Saison bricht hier gerade an: Meine Mutter, meine Schwester, zwei meiner Töchter und Kind1- alles beinahe-bis-waschechte Juli-Kinder. Und Geburtstage machen mich immer nervös, immer kribbelig, weil ich mich schrecklich fürchte vor misslungenen Torten, vergessenen Einladungen, nicht fertig gewordenen Geschenken, davor, zu enttäuschen. Ich möchte es so gerne richtig machen. Freude bereiten, Glitzeraugen und ein Strahlen auslösen, meine Liebe sicht- und fühlbar machen.
Die Fotos oben zeigen ganz bestimmt nicht lauter Dinge, an denen ich gerade arbeite. So viele Stunden hat kein Tag, auch meiner nicht, denn der wird durch Mittagessen-Kochen und ein wenig Kuscheln vormittags im Bett mit meiner gerade erwachten kleinen Maus schon in der ersten Hälfte zerschnitten und anderweitig beansprucht.
Aber es sind Sachen, an denen ich herumhirne. Die mich innerlich umtreiben, manche gerade mehr, manche etwas weniger, und auch diese Proportionen varieren, je nach Tageszeit und Gefühlszustand.
Im Augenblick sind es klar die Kuchen, Torten und Cookies-Rezepte, die mich auf Trab halten. Für meine Mama habe ich gestern Leila Lindholms „Blondies“ gebacken, und mein Kindergartenmädchen wünscht sich Chocolate-Chip-Cookies für ihre Feier morgen im Kindergarten. Mit diesem Rezept hier komme ich ganz gut zurecht (danke, Tiny Happy!), und weil ich sowieso gerade ein, zwei Bleche davon zu Test-Zwecken machen wollte, habe ich einfach einen grossen Happen Teig in den Tiefkühler gestellt und drücke mir nun selbst die Daumen, dass ich heute abend damit noch ordentliche Plätzchen für morgen hinkriege.
Für ihre grosse Party am Freitag hingegen wünscht sich meine Kleine eine Erdbeer-Pavlova. So wie jedes Jahr. So wie fast alle meine Kinder es tun, seit ich mich zum allerersten Mal an Meringues gewagt habe. Ich sollte also so langsam Übung haben. Habe ich aber nicht. Ganz im Gegenteil; die Resultate waren jeweils derart verschieden, von „innen klitschig“ bis „hoffnungslos vertrocknet und brüchig“, dass meine Unsicherheit nur gewachsen ist mit der Zeit. Dieses Mal werde ich die Back-Temperatur reduzieren und das Baiser langsam, dafür sehr lange trocknen lassen. Ich habe gelesen, dass das ein besonders schönes, weisses Meringue ergibt und den Innenbereich schön zäh erhält. Hoffen wir mal das Beste. Sonst kommt einfach extra viel Sahne-Mascarpone-Creme mit doppelt so vielen Erdbeeren drauf gekleckst…

Was die Strickprojekte angeht: Zwei davon sind bisher erst Wolkenschlösser. Ein „Louise Top Down Sweater“ aus Carrie Bostick Hoges Buch „Anthology 2“, das mich wirklich restlos begeistert mit seinen vielen, schlichten absolut tragbaren Strickmustern. Und „Playdate“, ein kleines, feines Sommermorgen-Jäckchen von Tincanknits, das ich gerne aus zwei Strangen fingering weight Seide-Leinen-Garn vom mittlerweile Konkurs gegangenen Schweizer Label „Siidegarte“ stricken möchte. Das Garn ist leicht und luftig, aber sein Karma betrübt mich: Mich machen solche Konkurs-Schicksale immer ein wenig traurig. Eingegangene Unternehmen bedeuten verlorene Träume und viel geweintes Herzblut, eine kleine Tragödie. Gut wenn ich dieses Garn weggestrickt habe. Es bedrückt mich irgendwie, es so nutzlos in meinem Wollregal liegen zu sehen…
Gut fühlt sich hingegen mein knallblaues Wollprojekt an, an dem ich gerade in jeder auch nur ansatzweise freien Minute herumnadle: Eine „Milo“ für meinen kleinen Neffen. Ich bewundere seit jeher die Milo-Westchen, die „Frontier Dreams“ für ihren Jungen gestrickt hat, und selbst wenn Zopfmuster nicht wirklich mein Ding sind, gefällt mir das Strickmuster von Georgie Nicolson richtig gut, weil es auch ganz schlicht glatt rechts gestrickt prima aussieht. Nicht zu vergessen so kraus und abwechslungsweise in zwei Farben gearbeitet, wie Nicole diese Weste damals fabriziert hat.

So. Jetzt wisst ihr alles. Oder doch nicht? Halt, stimmt ja- da hat sich ja noch ein Nähprojekt eingeschlichen! So was auberginenfarbenes, nicht allzu grosses… Aber davon erzähle ich dann ein anderes Mal…

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Für meine Mama: eine Gretelies

Samstag! Phu…ich kann euch sagen, ich bin ganz schön erleichtert, dass Wochenende ist. Irgendwie war diese Woche ganz schön tough. So vollgestopft. Termine, Termine, Termine. Und glutheisse Sommertage, richtige Hundstage mit Tropennächten. Ich konnte bisher nie so recht nachvollziehen, wieso mich die Leute jeweils mitleidig anschauen, wenn ich erwähne, dass mein Baby erst Mitte September zur Welt kommen soll (was ich selber kaum glauben kann, wenn ich mir meinen prallen Bauch so ansehe).
„Oje“, rufen sie dann, „da hast du ja noch den ganzen Sommer vor dir. Und es wird ja noch heisser…“
Bisher fand ich immer, der letzte Teil einer Schwangerschaft sei ja ein Klacks gegen das erste halbe Jahr. Oder sagen wir, ein Kläckschen.
Aber jetzt beginne ich, zu begreifen. Und ich verstehe auch so langsam, was manche Frauen meinen, wenn sie von schweren, schmerzenden Beinen erzählen oder vom Gefühl, kaum noch Luft zu bekommen, weil der Babybauch gefühlt bis oben zum Schlüsselbein drückt, so dass Magen und Lunge kaum Platz finden. Dazu dann diese Backofen-Temperaturen- eine grottenschlechte Kombi.
Aber hey; jetzt ist Samstag! Die Knilche konnten ausschlafen und sind allesamt zufrieden und ausgeruht, was vielversprechend klingt und von einem bolzengeraden Haussegen spricht (*mir selber die Daumendrück*). Streitereien und Hektik kann ich nämlich kaum noch ertragen in letzter Zeit, also noch weniger als sonst, und ich war bereits im Normalzustand eine nervöse Mimose.

Heute morgen bin ich mit meinem Kindergartenmädchen bereits um 7:30 nach draussen in den Garten gegangen, habe für die Meerschweinchen Gras von der grossen, verwaisten Kirschbaumwiese hinter’m Block gepflückt, alle Gehweglein im Garten gefegt und in aller Ruhe meinen Coffee on the rocks getrunken. Mein Mann macht in letzter Zeit immer Cold Brew, etwas, das ich bisher gar nicht kannte, aber als äussert mild empfinde und absolut verlockend, vor allem, wenn dann ein voller Liter davon eiskalt in der Glaskaraffe im Kühlschrank steht, mit schimmernden Kondensationsperlen am Glasrand, und nur darauf zu warten scheint, von mir hinuntergebechert zu werden.
Natürlich bechere ich nicht.
Nach zig schlimmen Abenden mit drückendem Magen, wo ich kaum Schlaf finden konnte, habe selbst ich ein bisschen was dazu gelernt. Obwohl ich zugeben muss, dass es mir schwer fällt, die Finger von Glas Nummer 2 und 3 und 4 zu lassen.
Was mich neben dem zarten Lüftchen, das der Hitze einen Riegel schiebt, neben dem Grünen und Reifen im Garten und der Beschwingtheit einer ausgeschlafenen Kinderschar sonst noch freut heute morgen; der Rückblick auf viele, viele kleine, stille Ich-Momentchen. Diese Woche war hektisch in ihren Länge, aber sie hielt jeden Morgen mindestens eineinhalb bis sogar volle zwei freie Stunden für mich bereit. Ein Wahnsinnsgeschenk. Richtige Kleinode. Luxus pur. Die Kinder in der Schule, die Kleinste noch im Bett, ich mit klappernden Nadeln auf dem Sofa.
Dass dann plötzlich Projekt um Projekt fertig wird, erscheint mir zwar wie ein Wunder, aber ja, so ist es im Augenblick; Nach der dunkelgrauen Babyhose letzter Woche, konnte ich nun auch den rostroten Pullover meiner Grossen vorgestern waschen und draussen in der grünen Hängematte trocknen. Ein wunderbares Gefühl, denn ich war mir überhaupt nicht sicher, ob ich noch vor ihrem Geburtstag am 31. Juli damit fertg werden würde.
Wurde ich aber.
Und bei der violetten „In Threes“, die ich meinem Kindergartenkind nächsten Freitag zum Geburtstag schenken werde, fehlen auch bloss noch die oberen 3 oder 4 Knöpfe.
Das Timing könnte nicht besser sein, denn am 1. August wird mein kleiner Neffe 1 Jahr alt, meine soeben frei gewordenen Stricknadeln dürfen also wieder klappern, was das Zeug hält, diesmal beladen mit leuchtend blauer Wolle für ein kleines Projekt, von dem ich schon lange geträumt habe…


Und wisst ihr was? Ich habe sogar genäht! Eine Gretelies. Für meine Mama. Weil sie heute Geburtstag hat (so viele Sommerkinder in dieser Familie!) und die beste Mutti der Welt ist für mich. Sie hat so viele Jahre geschuftet, so viele Kinder gross gezogen, daneben noch Geld verdient für unsere Brötchen, unsere Wünsche und Träumchen, und bei all der Plackerei blieb sie liebevoll, sanft und geduldig, Eigenschaften, von denen ich mir für mich selber mehr, viel mehr wünsche, denn ich bin manchmal wie ein wildes Tier ohne Schutz, ohne Pelz, ohne gar nichts, das einfach nur noch beissen, strampeln, flüchten will… Allerdings nicht heute. Heute geht es mir gut, heute fühle ich mich bei Kräften, ausgeglichen, geborgen und behütet und voller Elan.
So. Und jetzt werde ich Mittagessen machen. Mir eine Kanne Brennessel-Kamillen-Rosenknospen-Tee aufbrühen und in den Kühlschrank stellen. Ein paar Hortensien im Garten schneiden und ins Haus holen. Vielleicht noch ein kleines bisschen aufräumen. Und dann weiterstricken. Blaue Wolle. Sommerhimmelstrahleblau. Und draussen höre ich gerade mein zweitjüngstes Mädchen auf einem Topf herumtrommeln und im Garten Lieder für ihr Meerschweinchen „Panda“ singen.
Ein guter Tag.

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Aus dem „Mama-Baby-Strickbuch“: die Babyhose

Hinter mir liegt eine intensive Woche.
Es sind weniger die konkreten Daten und Termine, die einen Knoten in meinem Magen legen und anfangen, mich zu belasten, als vielmehr so eine Art … Count-Down-Gefühl. Alles findet noch huschhusch vor den Sommerferien statt. Will noch erledigt, erlebt, abgehakt werden. Ein Reigen an „zum letzten Mal“.
Ich fühle mich immer besonders bewegt und manchmal auch unter Druck in solchen Phasen voller Abschiede und grosser Ereignisse. Besondere Zeiten fühlen sich auch besonders an. Ich fühle mich besonders. Besonders berührt, besonders aufnahmebereit, besonders empfindsam und empfindlich.
Nach den Sommerferien ist Kind2 ein Oberstufenschüler und verlässt das Nest unseres Dorfes tagsüber für die Sekundarschule in der Stadt. Mein Kindergartenmädchen wird zur Erstklässlerin. Und meine Kleinste kommt in den Kindergarten.
Dazwischen dann Ferien. Unendliche Tage ohne Plan und Struktur.
Einerseits sehne ich mich nach dieser Zwischen-Zeit, in der die ganze Hektik und Tension von uns abfallen darf, andererseits fürchte ich das unvermeidliche Chaos und die Extra-Beanspruchung meiner Energien und Präsenz, wenn ich tagein, tagaus vom Morgen bis zum Abend alleine verantwortlich bin für Tagesabläufe und Erlebniswelten…
Aber langsam. Schritt für Schritt. Ich versuche, die Dinge zu nehmen, wie sie kommen und mich nicht schon im voraus zu zersorgen.
Heute zum Beispiel steht das Herrichten von drei gut gefüllten Rucksäcken im Vordergrund. Für die drei Schulkinder, die morgen zu völlig unterschiedlichen Zeiten an völlig unterschiedlichen Orten völlig unterschiedliche Dinge tun werden, was aber trotzdem in allen drei Fällen als „Schulreise“ gilt. Alle werden fast den ganzen Tag unterwegs sein, alle in dieser absoluten Affenhitze. Zu schleppen werden vor allem die vollen Wasserflaschen geben. Ich hoffe, ich vergesse auch die Sonnencreme nicht.
Dann sollte ich aufräumen. Weile meine Tante zu Besuch kommt. Jäten. Weil das Unkraut überhand nimmt. Kleider flicken. Weil der überquellende Flickkorb mich betrübt. Gras auf der grossen Wiese vor dem Block abschneiden. Weil die Meerschweinchen das Gras in unserem Garten bereits fast bis zu den Wurzeln abgefressen haben. Wassermelonen schneiden. Damit sie zum Abendbrot noch ein wenig im Kühlschrank kalt werden können.
Es hört und hört nicht auf.
Aber. Bei all der Sysyphusarbeit und den Dringlichkeiten von aussen, die mich gerade in einen nervösen Dauerzustand versetzen (So viele Anmeldungen, die noch abgegeben werden müssen! Geburtstagsfeiern, Abschlussfeste, Sekundarschul-Elternabende, Fussball-Grümpi-Anmeldungen etc.) gibt es doch auch Dinge, die mir echt Freude machen, mich im Flow dahintreiben lassen. Und wo ich trotz der vielen Punkte auf meiner To-do-Liste gerade ganz erstaunlich gut vorwärts komme. Der rostrote Strickpullover für meine Grosse zum Beispiel, der aus dem letzten Post, ist bereits bis auf einen Dreiviertel-Ärmel fertig. Ich stricke vor allem frühmorgens, dann wenn mein letztes Schulkind das Haus verlassen hat und meine Kleinste noch im Bett schlummert. Herrliche Momente. Ruhig und entspannt und nur für mich. Für mich und mein Strickzeug. Ich geniesse jede Sekunde davon.

Auch diese klitzekleine Babyhose hier ist in solchen Zeit-Inselchen entstanden. In meinen Morgen-Lümmel-Stunden auf dem stillen Sofa. Sie ist klein. Wirklich winzig klein. So klein, dass ich nur hoffen kann, sie passt meinem Baby wenigstens ein paar Tage lang.
Das Muster stammt aus dem „Mama-Baby-Strickbuch“ von Ela, aber ich habe es ein wenig abgeändert, weil ich ein Bindeband oben am Bauch nicht so wahnsinnig praktisch finde für kleine Knöpfe. Gummibänder sind mir lieber. Vor allem auch weil das Garn, mit dem ich gearbeitet habe –„Tamar“ von Blacker Yarns– so ganz und gar keine Elastizität besitzt. Es ist ein schauderhaftes Garn, finde ich. Ich kann es drehen und wenden wie ich will, aber ich finde einfach überhaupt rein gar nichts, von dem ich bei „Tamar“ schwärmen könnte. Die Wolle sollte eigentlich „fliessend und schimmernd“ sein, aber ich finde sie nur kratzig und stumpf. Keine Ahnung, was ich falsch gemacht habe. Vielleicht mit meinen Nadeln Nr 2.5 eine zu dünne Nadelstärke gewählt? Oder einfach Pech gehabt? Hm… Auf jeden Fall bin ich froh, dass mein Baby ein Herbstbaby werden wird. Dann kann es Strumpfhöschen darunter tragen. Direkt auf nackter Haut wäre diese Wolle nämlich bestimmt kein Genuss. So aber wird diese Wollhose mein Kind bestimmt schön warm halten, eine Art Wind-und-Wetter-Hose für wenn wir frühmorgens meine Kleinste zum Kindergarten begleiten.

Das Strickmuster aus Gabrielas Buch wiederum war sehr nett. Nicht zu schwer, aber mit süssen Details. Ich finde den Teil, wo man die beiden Beine im Schritt zur eigentlichen Hose zusammenstrickt zwar ziemlich mühsam und knifflig, aber davor und danach lief alles wunderbar. So wunderbar, dass ich es mir sogar zugetraut habe, beim Bauchbündchen mit verkürzten Reihen zu experimentieren, um der Hose einen besseren Sitz zu verleihen, was eine Herausforderung war, zugegeben, aber eine gelungene immerhin. (Für die Winzigkeit der Babyhose ist übrigens eine falsch gezählte Maschenprobe verantwortlich, nicht Elas Anleitung!)
Fazit: Die Hose ist fertig und eigentlich kein Grund Trübsal zu blasen. Sie wird passen. Irgendwann. Und irgendwem. Und wenn es nur die Kuscheltiere meiner Mädchen sind, die sie dann schlussendlich tragen. Ich habe gelernt, welches Garn ich ganz bestimmt nicht mehr verwenden werde und ein bisschen Sicherheit im Umgang mit verkürzten Reihen gewonnen. Erfahrungen, die wertvoll sein können. Mich ein Schrittchen weiter bringen. Und ausserdem tut mir jedes abgeschlossene  Projekt einfach unsagbar gut.
Was will ich mehr?
Ganz klar; noch jede Menge dieser wunderbaren Strickzeit-Oasen, die mir so wahnsinnig viel Freude, Schwung und Motivation schenken. Kraftnahrung für meine Seele.

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ein bisschen dies, ein bisschen das

… ich konnte es mir nicht verwehren, nochmals so ein Miniatur-Projekt für das kleine Wesen in mir anzuschlagen. Jetzt wo meine dünnen Nadeln wieder frei geworden sind. Und mich die vereinzelten Stränge fingering und sock-weight yarn in meinem Regal mehr und mehr stören. Ich meine, was macht man sonst mit solchen Garn-Individuen, wenn nicht Tücher oder Babysachen? Eben. Diese Chance lasse ich mir nicht entgehen.
Diesmal habe ich Elas „Mama-Baby-Strickbuch“ aus dem Regal geholt und endlich die Babyhose angefangen, mit der ich schon seit dem allerersten Tag liebäugle. Mit gefällt der luftige Schnitt. Das Legère. Und ganz besonders der ausgefallene, irgendwie liebevoll gestaltete Beinabschluss, bei dem man sogar zwei kleine Knöpfchen annähen darf. *schmelz* …

… das Joghurtmachen hat sein festes Plätzchen gefunden in meinem Tagesablauf. Wann ich ihn ansetze, das variert jeweils, aber dass ich die kleine Box mit Joghurtmilch-Gläschen auffülle und 10 Stunden später 8 frische, milde, vollmilchige Joghurts herausheben und in den Kühlschrank stellen kann, das ist zum Fixpunkt geworden. Dieser Joghurt tut mir so gut! Zu meinem ohnehin schon empfindlichen Magen sind nun, schwangerschaftsbedingt, noch ein Hang zu Sodbrennen und eine Schwangerschafts-Diabetes hinzugekommen. Statt mir die Haare zu raufen, löffle ich nature Joghurt.
Und raufe mir nebenbei dann trotzdem die Haare.
Gerade am frühen Morgen, merke ich, wie es meinen Magen beruhigt und den ersten Hunger sanft stillt, ohne mir den Blutzucker hoch zu jagen oder die Säureproduktion allzusehr anzukurbeln. Dazu ein Glas fast schon homöopathisch mit Milch verdünnter, ungesüsster Milch-Kaffee und ein bisschen beschwingtes Stöbern bei Instagram- und mein Morgen ist gerettet.

… weil der Juni sowieso schon so schön bunt ist, habe ich nicht nur Dunkelgrau (Babyhose) auf meinen Nadeln, sondern auch dieses wunderschöne, leicht orange angehauchte Rost, das meine Grosse sich noch im Winter für einen nagelneuen, mama-gestrickten Wollpullover ausgesucht hat. Aus dem knallgrünen Vorgänger ist sie mittlerweile hoffnungslos herausgewachsen, und ich kann kaum sagen, wie glücklich es mich macht, ihn nun ordentlich zerschlissen und ausgeleiert in die „Box für später“ zu packen; jeder gezogene Faden erzählt von der Lebenszeit, die Pulli und Kind zusammen verbracht haben und von der Freude, mit der mein Mädchen ihn getragen hat.
„Boathouse Mini“ Nr. 2 wird es schwer haben, mit diesem Lieblingsstück mitzuhalten, darum habe ich mir grosse Mühe gegeben, bei der Garnwahl und darauf geachtet, dass die Wolle wirklich kein bisschen kratzt. Die „Cotton Merino“ von Drops erscheint mir nicht nur von der Maschenprobe her perfekt, sondern auch das ideale Garn für alle woll-empfindlichen, die es gerne supersoft haben. Und die Farbe? Finde ich prima! Ich mag Caramel-, Rost- und andere warme Erdtöne, und dass mein Kind sich gerade diese Farbe hier ausgesucht hat, und nicht etwa Knallpink oder Neongrün, das freut mich ungemein …

… letzten Samstag habe ich mich morgens in den Zug gesetzt und aufgemacht, um in Less‘ wunderschönem, herrlich ordentlichen Zuhause mit Mamaniflora und einer Handvoll interessierter (und äusserst interessanter!) Frauen zu lernen, wie man selber Putzmittel herstellt. Aus ganz wenigen, meistens völlig natürlichen Zutaten. Ich fand das so spannend! Nicht nur das Brauen und Lernen, sondern auch das Zusammentreffen so verschiedener Persönlichkeiten, die vieles teilen, sich aber trotzdem elementar unterscheiden in eigentlich allem, was uns Menschen ausmacht. Meistens verunsichert mich so etwas irgendwie ein wenig. Ich stelle mich rasch in Frage und taste mich automatisch permanent ab: Mögen mich die anderen? Was denken sie wohl von mir? Wäre es nicht besser wenn ich leiser/lauter/lustiger/ernsthafter/gehaltvoller/lockerer/entspannter/vertiefter/erfahrener/bescheidener einfach interessanter wäre? Und vor allem: wie schaffen es die anderen, in meinen Augen all das zu sein?
Aber es war schön. Doch, ganz ehrlich. Selbstzweifel hin oder her. Mamaniflora ist eine begnadete Kräuterfee und wahnsinnig liebenswerte, sympathische, authentische Frau. Von ihr zu lernen, fühlt sich herrlich an, inspirirend und fliessend und wie das Aufsaugen von etwas sehr Natürlichem, das mir wahnsinnig gut bekommt.  Und in Less‘ schöner Altbau-Wohnnung kann man gar nicht anders, als sich wohl und willkommen zu fühlen. Jetzt hätte ich gerne noch ganz, ganz viel freie Zeit und ein noch etwas dickeres Portemonnaie, und ich würde mich glatt bei allen von Less‘ organisierte Workshops einschreiben, beim mittlerweile ausverkauften Seifen-Siede-Workshop gleich zuallererst …

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