Archiv der Kategorie: Augenblicke

7 Sachen

In Erinnerung an Frau Liebes wunderwunderschönen, einzigartig kreativen und humorvollen Blog seinerzeit, wo sie mit ihren „7 Sachen“-Posts ein kleines Unikat kreierte, das mir eigentlich immer allein schon beim Lesen sehr viel Spass gemacht hat… Leider hat Frau Liebe das Bloggen an den Nagel gehängt. (Glaube ich) Und sich anderen, bestimmt auch sehr kreativen, lustigen und sinnvollen Dingen zugewendet. Velleicht kommt sie ja irgendwann mal wieder zurück ins Bloggerland, wer weiss…
Auf jeden Fall ist mir heute gerade sehr nach „7 Sachen“. Nach ein paar wenigen Worten und raschen Fotos von lauter Sachen, wo meine Hände im Spiel waren. Hände braucht man ja eigentlich ständig als Mensch. Die Ruhen kaum einmal. Bei uns Strickerinnen sind sie sogar beim Hörspiel-Hören oder Netflix-en geschäftig in Bewegung und bringen Schönes hervor, wo immer sie ans Werk gehen.
Ich mag Hände. Besonders die Kräftigen, denen man das Arbeiten und ihre Wirksamkeit ansieht. Oder die Zarten, die man einfach nur halten möchte. Und Baby- und Kinderhände sind mitunter das Süsseste, was es gibt auf der Welt…
Hier aber waren meine Hände am Werk. Und die sind nicht besonders vorzeigbar. Ich hatte immer schon alte Hände, mit vielen Falten und starken Adern, die sich klar hervorheben. Schön sind sie bei weitem nicht. Das waren sie noch nie. Aber sie können arbeiten und festhalten, streicheln und -immer besser auch- loslassen.

Heute haben sie zum Beispiel das hier getan…

Noch einen Vorhang genäht fürs grosse Badezimmer. Jetzt sieht keiner mehr rein. Und keiner mehr raus. Aber das ist mir einerlei; lieber keine schöne Aussicht, dafür entspannt nackig im Bad rumwatscheln.

Einen Mini-Vorrat Gesichts-Tonic gemischt. Aus Apfelessig, destilliertem Wasser, Witch Hazel, Lavendel- und Weihrauch-Öl. Das Rezept und überhaupt die ganze Taktik mit der Öl-Gesichtsreinigung und der selbst gemachten Tonic habe ich aus einer alten Ausgabe von „Taproot“, und Leserin Lucy, die Arme, hat schon vor bald 1 Monat nach einer kleinen Anleitung gefragt… Liebe Lucy, verzeih die lange Wartezeit! Gerade habe ich aber Fotos geknipst und nehme mir nun vor, den nächsten Post der hausgemischten Gesichtspflege zu widmen…

Ein paar Löffel Holunderbeer-Sirup mit Gewürzen aus dem Hause Mamaniflora genascht. Für gute Abwehrkräfte, jetzt da gleich mehrere Kinder hier bei mir krank geworden sind und meine Füsse gar nie richtig warm werden vor lauter Winter. Nicoles Sirup ist wunderbar. (Genau wie Nicole selbst!) Ich wünschte, mein Vorrat würde nie zur Neige gehen…

Mütze fertig gestrickt. Nochmals eine klassische Purl-Bee-Variante, diesmal aus einem Strang „Tosh DK“, mit dem ich sonst einfach nichts anzufangen wusste. Vielleicht werde ich sie tragen. Vielleicht wird aber auch ein Kirschkernzeit-Giveaway daraus… (Gibt es vielleicht jetzt schon jemanden, der sich Hals über Kopf in diese Farbe verlieben könnte?)

Pinnwand geleert, alle Zeichnungen ordentlich in Boxen geräumt und bereits die neuesten Highlight-Kreationen angepinnt. Der Platz wird rasch knapp werden. Das sehe ich schon jetzt. Besonders freut es mich ja, dass jetzt meine Kleinste auch hier „ausstellt“. Die untere 4er-Reihe mit schwarzen Kugelschreiber-Portraits ist von ihr. Und ich finde sie klasse!

Den Schnupfennasen-Kindern ein Erkältungsbad eingelassen. Mit ätherischem Öl in etwas Honig und Sahne emulgiert. Hinten wäre übrigens einer der neuen Vorhänge zu sehen, für die ich so wahnsinnig dankbar bin. Ich schätze, auch die wären einen eigenen  Vorhang-Post wert, oder?

Waschmittel gemacht. Mache ich eigentlich gar nicht gerne, und weil ich die Flasche kurz vor dem Fotografieren nochmals geschüttelt habe, damit alles homogen bleibt und nicht zu Pudding wird, sieht das Ganze erst noch ziemlich unschön aus. Aber sobald die Arbeit getan ist, bin ich vollkommen zufrieden mit mir und der Welt.
Waschmittal machen ist doof. Selbstgemachtes Waschmittel haben hingegen ist klasse.

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Neu

Neu mische ich meine Gesichtspflege von A bis Z selbst. Und ich bin mehr als zufrieden damit!
Meine Haut ist sehr empfindlich und trocknet leicht aus, bereits das Waschen nur mit purem Wasser lässt meine Wangen, den Nasenrücken und die Stirne schuppen und spannen. Lange Zeit habe ich deshalb auf Gesichts-Reinigungsmittel völlig verzichtet, weil ich dachte, die Natur wird’s schon richten, was sie wohl auch tut, nur scheint das für mich einfach nicht auszureichen. Wasser alleine ging irgendwann einfach nicht mehr, meine Haut brauchte Feuchtigkeit, zusätzliches Fett oder was auch immer, um gesund zu bleiben (und ja, ich trinke oft und viel, daran kann’s nicht liegen). Leider habe ich keine feinporige, makellose Pfirsichhaut wie meine Mädchen sie haben, das hatte ich nie, und die kleinen Unreinheiten, die mich mein Leben lang begleitet hatten, wurden dann mit Pflegecremes oder -Fluids nur schlimmer. Egal welche Creme ich ausprobierte, von „Weleda“ über „Dr. Hauschka“ bis zu Sachen von „Grüne Erde“, egal wie teuer oder auch nicht, nichts war wirklich gut zu mir. Und ich wollte Bio-Produkte, soviel stand fest.
Vor einer Weile gab es einen ziemlich guten Artikel zum Thema natürliche Gesichtspflege in einer der „Taproot“-Ausgaben (Nr.20), und die Rezepte darin, allesamt mit Pflanzenölen, Apfelessig und ätherischen Ölen, fand ich dermassen ansprechend und spannend, dass ich sie unbedingt ausprobieren wollte. Das Prinzip der Gesichtsreinigung alleine war eine Offenbarung für mich; ölen statt waschen. Kein Rubbeln, keine Seife, dafür sanfte Massagen, Dampf und zartes Trockentupfen. Sorgfalt. Langsamkeit. Einfachheit. Ab und zu eine natürliche Tonic aus Apfelessig, Zaubernuss, Wasser, Lavendel- und Weihrauchöl. That’s it.
Meine Haut ist klarer als je zuvor. Noch immer keine rosige Pfirsichhaut (*seufz*), aber das wird sie wohl auch nie werden. Das Spannen immerhin ist verschwunden, das Hautbild ebenmässiger geworden. Vor allem das Gefühl ist ein anderes. Ein gutes.

Gerade sammle ich alles zusammen, was ich noch brauche für mein neues Strickprojekt (Rundnadeln Stärke 4.5 fehlen mir noch!). Ich habe mir vorgenommen: Den Wollpullover „Tender“ von Melody Hoffman aus tannengrünem Garn („Tosh DK Tannenbaum“). Wolliges für mich. Also gross. Und ziemlich zeitintensiv. Aber schön. Hoffe ich.
Ich bin eine grosse Anhängerin von Melodys alias „Manadrine’s“ Designs und zutiefst berührt von der Art und Weise, wie sie es schafft, das Stricken als etwas Märchenhaftes, Träumerisches darzustellen, das dem Leben Magie und Glamour verleiht- und nicht einfach bloss Arbeit vor irgendwelchen Netflix-Serien ist. *zwinker*. Die Farben und Muster, die sie wählt, ihre ganze poetische Art… schön. Einfach nur wunderwunderschön.
Mein eigener „Tender“-Pullover wird wohl nicht viel von Melodys Traumwelt-Ausstrahlung haben, denke ich. Ich bin zu wenig pudrig, definitiv keine Frau für Pastell und leise Töne oder Trockenblumen an der Wand… aber richtig laut bin ich auch nicht. Mehr so… erdig. Irgendwo dazwischen und nicht so wirklich festlegbar. Wie immer. Meine grünen Wollstrangen habe ich mir im Laufe der letzten Jahre zusammengesammelt. Einen Strang nach dem anderen. Und bei jeder Bestellung habe ich nachgesehen, ob es die Farbe „Tannenbaum“ noch gibt beim Strickcafé… Jetzt habe ich einen ganzen Schoss davon. Bereit ein Pulli zu werden. Ich friere öfters in letzter Zeit. Die Zeit ist mehr als reif für dieses Projekt.

Und noch mehr News, die allerschönsten natürlich, und die also zum Schluss: Es gibt Babies in unserem Meerschweinchenstall! Lauter wunderschöne, zum Anknabbern und Verschmusen süsse, kleine, wuschelige Krabbeldingerchen, die beim Laufen noch leicht torkeln und fast umplumpsen, wenn sie versuchen, sich mit ihren winzigen Pfoten die Schnäuzchen zu putzen. Hach. Sie sind einfach zu knuffig! 
Mein Liebster hat vor einer Weile angefangen, zu züchten, also im kleinen Rahmen bloss, aber immerhin, und für diesen Wurf hier wurde eigens ein ziemlich potenter, kräftiger und gesunder weiss-grau gesprenkelter Bock für zwei romantische Wochen in unsere von einem kastrierten Beau bewachte Damenrunde einquartiert, was tadellos klappte und nun seine Früchte bringt: Einmal Sechslinge, einmal ein kleines, niedliches Einzelkind, das haargenau so aussieht wie „Caramel“, seine Mama, nur kleiner. Die Geburten verliefen völlig problemlos und in aller Stille; plötzlich waren die kleinen Pelztierchen einfach da. Und die Mamas zufrieden Gras mümmelnd irgendwo in der Runde und sehr viel schlanker als zuvor. Um Mütter und Kinder ein bisschen zu schonen (unser Gehege ist riesig und der Betrieb rege), haben wir sie nun vorerst im obersten Abteil des Stalles untergebracht und die Durchgangsklappe geschlossen. So sind sie ein wenig für sich und können kuscheln und ihre kleine Welt entdecken, ohne sich immerzu zu verlieren in all den Gängen und Abteilen. Ein schönes Bild. All das Leben und Geliebtwerden. Gesäugt wird übrigens ganz schwesterlich gemeinsam; wenn eines der Kleinen Hunger hat, dockt es einfach an, wo die Milch am nächsten fliesst, und das kann auch mal an einer fremden Zitze sein, wie ich beobachtet habe. Und dass unser „Caramel“-Junior eigentlich nicht zur grossen, hellen Grossfamilie gehört, merkt man auch einzig am dunklen, satt gefärbten Fell, aber bestimmt nicht am Verhalten; es wuselt mit den anderen herum, als gehörten sie alle ganz selbstverständlich zusammen, was sie auch tun, denn irgendwie scheint bei Meerschweinchen die Gruppe… alles zu sein.
Ich habe mich den Tieren gegenüber emotional etwas zurückgezogen, nachdem wir unsere letzten beiden Meerschweinchen-Herden an den Fuchs verloren hatten. Einmal wäre wirklich genug gewesen, aber gleich zweimal loslassen in nur einem Winter… sowas ist einfach zu viel für mich. Jetzt hat Herr Kirschkernzeit für mich übernommen; er ist ein guter Meerschweinchen-Papa, verlässlich, liebevoll, vernünftig. Dass es nötig sein wird, einige der Tiere zu verkaufen, weil das einfach dazu gehört, macht mir persönlich schon etwas Mühe, denn ich bin ein treuer Mensch und suche die Beständigkeit, aber gleichzeitig macht es mich glücklich, zu sehen, wie viel Freude mein Mann an seinen Schützlingen hat und wie zufrieden seine Tierchen sind unter seiner Obhut. Das ist viel wert. Ich glaube, hier ist Geben und Nehmen wirklich im Wechselspiel und hält sich auf wunderbare Weise die Waage.
Und ich… ich freue mich einfach an dem, was ist. Ohne mir den Kopf zu zerbrechen. Oder mir Sorgen zu machen.
Das ist sowieso etwas, das ich noch lernen muss.

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7 Mal

Ich weiss nicht so recht, wo ich beginnen soll. So viele Dinge, die hier geschehen, erlebt oder gemacht werden… und die Zeit saust, die Worte fehlen, genauso wie der Atem, der mir gerade öfter ausgeht als auch schon und mich dankbar macht für meinen Arzttermin  und die Eisen-Notration nächste Woche, die mir wieder Kraft in meine Glieder pumpen wird. Darum, und weil mein Kopf einfach zu schnell leer wird und dumm, wird dieser Post hier eine Liste sein, aufgezählte Gedanken, die mir vor die Linse oder einfach nur so in den Sinn gekommen sind…

1. Das Filzen hat uns ein bisschen gepackt. Aber dann auch wieder nicht. Mit den Mäuschen kamen ein paar rohe Filz-Fingerlinge zustande, die nun darauf warten, zu Fingerpüppchen-Füchsen oder -Vögelchen zu werden. Es war witzig, daran zu arbeiten, aber jetzt weiss ich nicht so recht weiter und warte auf den richtigen Moment, wo Lust und Laune stimmen und ich genug Begeisterung dafür aufbringen kann, winzig kleine Ohren und Schnauzhaare aufzunähen. Beim Ausspülen sind die Fingerlinge so ziemlich geschrumpft, ich befürchte, sie passen nun nur noch meinem kleinen Babyneffen (*huch*!), aber es ist wie es ist, und entweder kommen die Winzlinge dann eben auf einen Stab in unsere Kakteen-Töpfe oder sonstwie nett platziert ins Rampenlicht- oder wir quetschen unsere kleinsten kleinen Finger hinein und spielen dann so Theater. Mal sehen…

2. Apropos Theater, meine grosse Entdeckung in musikalischer Hinsicht sind momentan: die Filmmusik von „Pirates of the Carribean“, die mich in gewissen Sequenzen geradezu erbeben lässt, und -die ganz grosse Offenbarung- das Cello, vor allem klassische Interpretationen zeitgenössischer Lieder, wie „2Cellos“ sie spielen. Ich mag das. Und so wie das „Prager Cello Quartet“ „The Phantom of the Opera“ spielt, so unfassbar wunderwunderwunderschön, ist dieses Stück wohl etwas vom Bewegendsten, das ich je in meinem Leben gehört habe. Gänsehautmusik, bei der ich manchmal weine, ohne traurig zu sein.
Dabei ist mir das Cello bisher überhaupt nie aufgefallen. Ich dachte immer, ich sei mehr so der Klarinetten-, Klavier- und Gitarrentyp. Aber das Cello ist leidenschaftlich, melancholisch, sanft und gleichzeitig wild und verrückt, wenn es will, was mir irgendwie bekannt vorkommt. Scheinbar bin ich auch ein Cello.

3. Im Augenblick hat mein Körper etwas zu kämpfen. Da ist die Anämie, die ihren Teil beisteuert, aber auch ein radikaler Kälte-Einbruch, der mein Immunsystem herausfordert. Und ich war rasant unterwegs die letzten Tage über. Feier-Nächte am diesjährigen Dorffest, das wie immer zwei volle Tage und eine Nacht dauerte und wirklich unschlagbar fröhlich und lebendig war. Mein Liebster und ich sind bis nachts um halb zweium die Häuser gezogen und hatten echt viel Spass mit all den Dorf-Kumpels, die man so traf.
Gut getan hat das. Unsagbar gut. Wir machen das viel zu selten, wir zwei; einfach mal abschalten vom Elternsein und das mit dem Vernünftigsein kurz zur Seite legen. Dabei brauchen wir das. So ab und zu. Ich habe die ganzen 16 Jahre über nicht so viele Komplimente erhalten wie an diesem einen Wochen-Ende, und da ich bei weitem keine Schönheit bin, glaube ich wirklich, dass Ausstrahlung alles ist, und dass ein Mensch, der so richtig und zutiefst glücklich und in sich zufrieden immer irgendwie schön aussieht und in gewisser Weise anziehend… (Leider bin ich im Alltag ja eher ein Grummel. Kein Wunder regnet es sonst nie Komplimente *hüstel*)

4. Mein neuer Kalender fürs nächste Jahr ist angekommen: Der „Taproot 2019 Calendar“, der mir um Welten besser gefällt als derjenige aus diesem Jahr. Ich bin ganz zufrieden damit, vermisse aber, wenn ich ganz ehrlich bin, Phoebe Wahls einzigartige Arbeiten aus den beiden Vorgänger-Kalender-Kollektionen. Dieses Märchenhafte, Magische, das sie mit ihren Monats-Bildern jeweils herbeizaubern konnte, bringt nur sie zustande. Und es fehlt mir. Jeder Tag sollte Magie enthalten, finde ich…

5. Nicht nur musikalisch habe ich für mich kleine Welten erschlossen, auch was den Film angeht, bin ich gerade auf einer ganz heissen Spur; Ich habe mir neulich ganz spontan die ersten Staffel von „Mr. Selfridge“ bestellt und bin absolut hingerissen von dieser Serie! Das Licht, die Kostüme, der ganze Plot, die Darsteller, der rasante Erzählstil mit Stil… Himmel, das ist haargenau, was ich brauche! Ich schwelge in Schönheit und den grossen Gefühlen kleiner Lebensgeschichten und bin über alle Massen seelig, wenn ich mich mit meinem Laptop, einer Tasse heissem Tee mit Holunderbeer-Sirup unter meine warme Decke verkriechen darf, um einfach wegzuträumen in ferne Zeiten und andere Wirklichkeiten… (Staffel 2 und 3 sind bereits bestellt und unterwegs!)

6. Manchmal stricke ich dabei. Aber nicht oft. Im Augenblick stecke ich ein einer Art Strickblockade, wo sich alles in mir sträubt, beim Entspannen und Wegtauchen auch noch zu arbeiten. Und da sich das Zusammennähen dieser kleinen silbergrauen Zwergenmütze, für die ich auch noch ein Binderband stricken sollte, definitiv zu sehr nach Arbeit anfühlt, wird wohl noch etwas Zeit verstreichen, bis sie fertig ist. Macht nichts. Stricken soll eine Herzenssache sein. Kein Knochenjob.

7. Dieses Projekt immerhin ist mittlerweile abgeschlossen. Und glücklich zu Ende geführt worden. Meine Kleinste konnte in ihrem neuen, grünen „Tama“-Sweater bereits ihre Schwester zum Kindergarten bringen. Und fror so kein bisschen dabei, obwohl der Morgen neblig sein kann und bereits ordentlich düster. Die Farbe ist nicht unbedingt das, was mein kleines Mädchen sich aussuchen würde, tatsächlich wollte sie ihren Pulli zuerst gar nicht erst anziehen, weil sie violett mag oder rosa oder vielleicht noch blau, aber grün im Grunde langweilig findet. Aber ich glaube, sie wird sie noch lieben lernen, diese Farbe, diesen Schnitt, dieses Garn, das nicht kratzt und trotzdem wärmt („Cotton Merino“ von Drops). Sobald es passt, werde ich Fotos machen und einen kleinen „Tama“-Post. Und bis dahin hoffe ich einfach mal, dass es nicht zu viele Flecken gibt. Oder kahlgefegte Wegrand-Buschäste, die unterwegs zum Kindergarten lange Maschen ziehen.

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wollig gute Zeiten

Mir geht es gerade rundum gut.
Ehrlich!
Obwohl ich meinen Eisen-Infusions-Termin nun schon wieder um eine Woche oder mehr verschieben musste (Babysitting-Probleme), fühle ich mich einfach… zufrieden. So ausgefüllt irgendwie. Aber nicht überlastet. Meine Nächte sind besser geworden; die Mädchen schlafen nun alle beinahe durch, was ein Novum ist, eine Neuheit, ein erste Mal seit über 16 Jahren nun… Und es tut so dermassen, wahnsinnig, unsagbar gut, wisst ihr! Einfach schlafen, wann ich will. Und so tief, wie Schlaf eben sein soll. Ich fühle mich mindestens 10 Jahre jünger! (Auch wenn das keiner sieht.) Sogar, wenn es spät wird -und das tut es, glaubt mir nur, meistens bringe ich die Selbstdisziplin nämlich nicht auf, vor 23 Uhr ins Bett zu gehen- bin ich niemals mehr so gerädert und durch den Wind wie früher… Das ist wunderbar. Ein neues Lebensgefühl, das mich wahnsinnig dankbar macht und richtig glücklich.
Ich bin wieder ich.


Gestern habe ich übrigens zum allerersten Mal einen Abend mit Netflix verbracht. Strickend selbstredlich, denn Wolle und Nadeln, das muss schon sein. Mein Liebster hat mir alles eingerichtet und ich bin vollauf begeistert über das Programm hergefallen, um alles mögliche an historischen Filmen und kitschigen Serien zusammenzusammeln und auf meine Liste zu setzen. Ich liebe Kostümdramen. „Downton Abbey“ wäre schön, „Mr. Selfridge“ oder die „Miss Marple“-Serie, aber da es all diese Schätzchen leider bei Netflix nicht zu haben gibt, tröste ich mich vorerst mit „Landgirls“.
„Du bist ja richtig modern geworden!“, meinte meines Schwester J. gestern nachmittag, als sie mit meinem kleinen Neffen (süüüsss!!! Für ihn stricke ich auch das silbergraue Zwergenmützchen) spontan zu uns zu Besuch kam und mich erzählen hörte. Sie ist das nicht gewohnt, ich weiss. Es hat 38 Jahre gedauert, bis ich „Ja“ sagen konnte zu einem Handy, und bis gestern habe ich DVDs gekauft, wenn ich mir einen Film ansehen wollte. (Was für ein Unsinn! Das Zeug stapelt sich nachher ungenutzt in meinen Schränken, weil ich mir nur wenige Filme mehrmals ansehe, „Hercule Poirot“ und „Chocolat“ mal ausgenommen).
Aber wisst ihr was? Ich finde es grossartig, dieses moderne Zeug! Ich und mein Handy zum Beispiel, sind ein prima Team. Wir lassen und gegenseitig leben und jedem seine Zeit, aber wenn ich es brauche, dann ist es da. Für kurze Grüsse oder ein Foto an eine Freundin dann und wann. Für ein Kinder-Interview an Oma. Für Sprachnachrichten oder spontane Einladungen und all die Dinge, die einem so unheimlich gut tun, aber sofort vergessen gehen, wenn man sie zu lange aufschiebt. Ich fühle mich den Menschen sehr viel… näher, jetzt, wo ich auch einfach mal nur „kurz anklopfen“ und einen Gruss oder eine Randnotiz mit etwas besonders Schönem hinterlassen kann, statt gleich anrufen zu müssen und dann eine halbe Stunde am Telefon zu sitzen, obwohl ich dazu eigentlich gar keine Zeit habe… Mir macht das so viel Spass. Das Vernetztsein. Es muss ja nicht gleich rund um die Uhr sein; die meiste Zeit liegt das Handy ohnehin einfach bloss still und stumm in einer Ecke.


Den zauberhaften Blütenkranz auf dem Bild oben mit all den Blüten meines Gartens, hat mir übrigens mein Kindergartenkind gemacht. Einfach nur so. Als ich zum Kaffeetrinken in die Küche kam, hatte sie bereits alles für mich vorbereitet, liebevoll und aufgeregt, weil es ja eine Überraschung war, und Überraschungen sind immer aufregend. Ich fand das so süss von ihr!
Die grüne Strickwolke neben meinem Blütenreigen ist der „Tama“-Pulli meiner Kleinsten. Er ist mittlerweile fertig. Aber noch nicht so richtig fertig. Die Fäden sind noch zu vernähen und das Waschen und Blocken stehen kurz bevor. Ich hoffe inständig, dass die Passform dann irgendwie besser aussehen wird. Bis jetzt schaut es mehr aus wie ein grüner Kartoffelsack und ich bin ein wenig enttäuscht. Vor allem der Armausschnitt ist ziemlich voluminös geraten, die Ärmel ungeheuer geräumig. Weil ich unbedingt einen Pulli für meine 3jährige wollte und keinesfalls einen für meine 6jährige (der er wohl besser gepasst hätte), habe ich die Ärmel für ihren Umfang eher kurz gestrickt und mit einem langen Bündchen versehen, damit er sich umklappen lässt und mitwächst. Beim Bauch habe ich nochmals aufgelassen und ebenfalls ein Bündchen gemacht statt der angegebenen Krausrippe. Jetzt ist alles ein wenig schief und sonderlich… Mal sehen, wie das noch herauskommt. Manchmal ist ein Bad allerdings alles, was ein Strick-Projekt braucht, um einem schlussendlich doch noch positiv zu überraschen…


Und da wir gerade von „überraschen“ sprechen; seht euch dieses Paket hier an! Ein Wunder! Ein Häkelwunder!
Rita hat ein ganzes Jahre lang geschuftet und kreiert und eine wahre Flut an kunterbunten, absolut perfekten Häkelfrüchtchen und Häkelgemüse geschaffen… und sie alle mir und meinen Mädels geschickt! Unfassbar! Habe ich etwa den Jackpot geknackt?!
Ich kann mein Glück kaum fassen… So viel Schönheit, so viel Grosszügigkeit und Herzlichkeit macht mich einfach sprachlos…
Eines ist jedenfalls schon mal klar; von diesen herrlichen Schätzen wird nur ein Teil in der Puppenküche landen- Birnen, Kürbis, Apfel, Radieschen, Kirschen und Co. (sogar Erbschen gibt es!!!) sind nämlich einfach viel zu schön, um im Kinderzimmer zu verschwinden. Die kommen auch auf den Esstisch. Aufs Fensterbrett. Zu meinen Filz-Engeln. Neben mein Bett. In Nischen und freie Plätzchen zu all den Szenerien, die sich hier immer wie von Zauberhand zusammenfinden mit Zeichnungen, Sammelsurien aus Postkarten, Spielfiguren und Jahreszeitenkram, ein Abbild vom Alltagstrubel und dem ständigen Wechsel im Jahreslauf. Gerade lachen mich die entzückenden Fliegenpilzchen an. Der dicke, orange Patchwork-Kürbis (*schmacht*). Ein roter und ein grüner Schneewittchenapfel. Ach was… da lacht alles. Die ganze Obst-Gemüse-Box.
Mein ganzes Herz.
Ich freue mich so, dass wir jetzt mit Ritas zauberhafter Häkelkunst leben dürfen!

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