Archiv der Kategorie: grüner Leben

mein Eden

Der frühe Morgen ist längst vorbei, es geht gegen Vormittag und die Sonne lacht mir vom Himmel entgegen. Es ist so warm, dass man an Mittsommer denkt und die heissen, trockenen Tage wecken Erinnerungen an vergangenen Sommer, einen Sommer, der die Wüste in die Schweiz brachte, ein beinahe landesweites Feuerverbot und Wasserknappheit rundherum, aber auch herrliche Zeiten der Freiheit unter blauem Himmel, plantschend und lümmelnd faul und einfach nur herrlich, herrlich, herrlich
Genau so habe ich mich auch gestern gefühlt.
Und vorgestern.
Befreit.
Wieder mit weiter Lunge atmend.
Belebt, erfrischt durch eine ungefilterte, kräftig-optimistische Natur, die nichts weiter will als wachsen, gedeihen, grösser, weiter, unbändiger werden, neue Wurzeln setzen und alle Äste strecken. Was ich tief in mir drin nachfühlen kann und irgendwie, ganz ohne es zu wollen, sofort imitiere. Der Sommer macht mich kräftiger. Es ist die ganz unmittelbare Sinnlichkeit, diese geballte Ladung an Licht, Wärme, der eindringliche Wechsel an Empfindungen, die an einem einzigen warmen Sommertag im Freien (in Freiheit!) auf mich einströmen und gefühlt werden wollen: Sonnenglut, Hitze auf meiner Haut, der erste Schock an Kälte, wenn ich ins kühle Wasser steige (ein Kinderplantschbecken reicht mir ja schon aus im Moment), das Kribbeln, während alle Feuchtigkeit von der Sonne aufgesogen wird, Kontraste, süsse, kalte Eiscreme, geeister Kräutertee aus Minze und Zitronenverbene, das Platschen meiner Füsse auf den brennenden Steinplatten der Gartenwege, kitzelndes Gras auf meinen Fusssohlen, das Lachen der Menschen, der Frieden äsender Tiere, die Stille eines frühen Morgens, wo die Wiesen feucht sind und frisch, die Luft aber von Minute zu Minute mehr von der kommenden Mittagshitze spricht. Die Hitze lässt keinen Platz für grosse Gedanken, Sorgen verpuffen sofort. Alles was möglich ist, ist zu fühlen, das Aufnehmen dessen, was der Moment an mich heranträgt, ganz unmittelbar, mit hellwachen Sinnen.
Ich öffne mich wie eine Blüte.
Und alles ist gut.
Vollkommen für den Moment.

Augenblicke wie dieser, ich in der Hängematte unter einem blühenden Holunder, der dann und wann seinen süssen, betörend heimeligen Duft zu mir hinüberweht, leise schaukelnd, die Hände auf dem prallen Bauch, in dem es strampelt und lebt und rundherum das blanke Glück der Menschen- und Tierwesen, summende Bienen auf Thymian, pelzige Gesellen vor dem Stall, Kinder, die mit Gejauchze und Geplatsche ins Wasserbädli springen… Zeit die stillstehen sollte. In meinem Kopf bilden sich Visionen. Zukunftsträume werden wieder wach, Träume vom Hof, von Färbe- und Heilpflanzen in einem üppigen Garten, von Ziegen und Schafen und handgesponnener Wolle und wie ich mit meinen Töchtern und meiner Mutter an einem sonnigen Nachmittag Garne färbe oder Kursgästen selbstgemachten Eistee und Beerenmuffins serviere. Ein bisschen glaube ich fast, dass sie wahr werden können, diese Träume, aber nur ein bisschen. Und das ist mir genug. Was ich bin und habe, scheint gross genug zu sein in diesem Moment. Gross genug, um mich auszufüllen mit Freude, Dankbarkeit, Zuversicht.
Wunschlos.
Oder so gut wie.
Sonderbar wie viel die Magie des Sommers auszurichten vermag. Sie wischt alle Dunkelheit fort. Alles Hadern und Klammern. Löst Starrheit und Sturheit und lässt die Dinge neu fliessen.

Bei Instagram habe ich geschrieben:
„Hundstage Anfang Juni. Und ich liebe sie! Ich finde kaum Worte, um zu beschreiben, wie glücklich mich die Sonne, die Pflanzen, dieser wunderbare, kleine, unvollkommene Garten, die Insekten- und Tierwelt gerade machen… Das alles ist meine Medizin. Nach all den harten Monaten voller Übelkeit und Hadern mit mir, den Umständen und meinem überforderten Körper, nährt mich nun der Frühling, der erste Hauch von Sommer, und dieses Heilmittel ist hochpotent, ich spüre es mit jeder Faser meines Seins.
Vielleicht werde ich heute doch noch einen kleinen Blogpost schreiben… Die Worte kommen immer. Irgendwie. Ich muss bloss den ersten Buchstaben setzen…“

Und genauso ist es auch. Die Worte kommen. Ich muss sie nicht rufen, sie rufen mich und ich gebe ihnen Raum, weil ich sonst berste vor überfliessender Liebe, der Liebe zu meinen Pflanzen, den Bäumen und Büschen und Blumen in meinem Garten, die ich jeden Morgen aufs Neue mit hüpfendem Herzen begrüsse, so als wären es Freunde, die mich in ihrem?… meinem?… unserem Reich willkommen heissen. Mein Garten bildet die Oase, in der ich Zuflucht finde. Vor allem Übel dieser Welt. Wo ich heil werde und satt. Mein kleiner Garten Eden.
Eden.
Ein wunderschöner Name…

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Frühlingshoffen

Gerade ist das Haus still. Ich sitze im Wohnzimmer und lulle mich ein in diese Ruhe, diesen Frieden. Neben mir liegen 3 angefangene Strickprojekte, von denen mir eins mehr am Herzen liegt als das andere. Eine Tasse warme Kaffeemilch (viel Milch, bloss ein Hauch von Kaffee) steht auf dem Tisch, daneben zwei Tagebücher; ich würde gerne ein wenig schreiben.
Stricken, schreiben, Kaffee trinken. Es ist schön, dass ich all diese wunderbaren Dinge hier mit euch teilen kann. Nicht dass das Bloggen mir gefehlt hat, dazu war ich viel zu taub und zu erledigt… aber jetzt, da ich den Weg zurück gefunden habe, spüre ich, wie wohl mir das tut, wie viel kreative Energie wieder zum Fliessen kommt. Manchmal denke ich, Virtualität funktioniert bei mir wie eine Art… Katalysator. Sie bringt Dinge ins Rollen, meinen Kopf in Bewegung, meine Gedanken zu neuen Ideen, und schlussendlich meine Hände -inspiriert von den Schönheiten im www. und bestückt mit Wolle, einer Samentüte, ein wenig Stoff oder auch bloss dem Putzlappen- von neuem in Bewegung.
Manchmal überfordere ich mich selbst damit. Doch ich lerne. Lerne, den richtigen Zeitpunkt zu erfühlen, bevor es mir zuviel wird mit den Instagram-Idyllen, bevor die abgebildete Schönheit mir schmerzhaft auf die Füsse tritt. Dann wird ein Knöpfchen gedrückt und für eine Weile nicht mehr angetastet, dann kehre ich zurück zu dem, was wirklich ist, hier und jetzt und für mich möglich.
Ich konnte viele kleine Wunder finden in den letzten Tagen und Wochen. Der Frühling zerschmolz den Winterfrost genauso wie die Schmerzensstarre meiner eigenen Glieder, meine eingefrorene Seele, die die Schrecken der frühen Schwangerschaft nur regungslos zu ertragen vermochte. Sonne. Wärme. Leben. Alles kehrt zurück. Selbst wenn just in diesem Augenblick, in dem ich diese Zeilen hier tippe, eine dicke, graue Wolkendecke mit Minustemperaturen droht und ich Nacht für Nacht um die Setzlinge und Obstbaumblüten bange, die in unserem Garten bereits den Frühling besiegeln, fühle ich, dass der Winter vorbei ist. Ein für alle mal, so kommt es mir vor. Aber natürlich weiss ich, dass das ein Trugschluss ist.

Wie immer um diese Zeit erfasst mich heftiges Fernweh. Oder mehr so eine Art Ur-Sehnsucht nach dem richtigen Zuhause. Ich sehne mich nach einem Häuschen inmitten von Feldern und Wäldern, halb verdeckt von Holunderbüschen und Haselnuss. Es ist als würde ich es rufen hören, lockend, schmeichelnd, ein einziges Versprechen. Doch ich weiss nicht, woher diese Stimme kommt, ich kann es nicht orten, obwohl jede Faser meines Seins darauf reagiert. So stelle ich mich taub, schneide die erste kleine Schnittlauch-Ernte aus meiner halbleeren Kräuterspirale klein und rühre sie in Sahnequark. Pellkartoffeln, Käse, Kräuterquark und Möhren, ein einfaches, kleines Mittagessen, das mich so sehr an den Frühling erinnert und mir das gute Gefühl schenkt, bereits jetzt, umzingelt von Strassen und Wohnblockpilzen sowas wie ein klein wenig Landleben gefunden zu haben.
Herr Kirschkernzeit hat neue Himbeeren für mich gesetzt, eine ganze, wenn auch kurze Reihe weisser Himbeeren, die nun die Meerschweinchen-Wiese säumen und den gepflasterten Platz vor dem Haus, wo später im Sommer das Planschbecken stehen wird. In den Töpfen davor wuchern die Glockenblumen und Margarithen, die ich im letzten Jahr ausgesäht habe, nicht wissend, ob sie den Winter überleben und in diesem Jahr zur ersten Blüte kommen würden. Sie tun es. Sie leben. Sie wachsen. Ich kann bereits sehen, wie sich die ersten Blütenköpfchen abzeichnen, grün noch zwar, aber dick und kräftig und vielversprechend. Vieles von dem, was wir tun, geschieht aus Hoffnung, nicht aus Wissen. Und viel öfter als wir es merken, wird unser Vertrauen belohnt, unsere Zuversicht mit Blüte und reicher Ernte bewahrheitet. Wahrscheinlich ist das Gnade. Dass wir so oft nicht enttäuscht werden. Die Naturgesetze sich an ihre Regeln halten. Der Frühling kommt, wieder und wieder, die Sonne uns Morgen für Morgen nicht im Stich lässt. Ein Leben in Dunkelheit und Kälte könnte ich nicht ertragen. Es sei denn ich wäre ein Samenkorn im Winter, das sich halbschlafend auf seinen grossen Frühlings-Auftritt vorbereitet.

Mit den Kirschblüten ist auch neues Leben in unsere Meerschweinchen-Sippe gekommen; eines meiner Lieblingsmeerschweinchen, die wunderschöne, mehrfarbige „Peppi“ hat ihre ersten Jungen zur Welt gebracht; drei gesunde, kleine Racker, zwei davon schwarz-weiss wie ihr Papa „Panda“ und eines weiss-braun und leicht wuschelig, so wie sie selbst. Mein Mann und unser grosses Mädchen, die sich hingebungsvoll um unsere, ihre Tiere kümmert, kamen ganz zufällig gerade dazu, als das erste Junge von seiner Mama trocken geleckt wurde. Auch der Rest der Weibchen-Herde nahm auf seine ureigene Weise Anteil an diesem grossen Augenblick; es war ein ständiges Kommen und Gehen im Stall, ein Raus und Rein von der Weide, und die langhaarige „Cora“, ebenfalls trächtig und demnächst bereits zum zweiten Mal Mutter, half ihrer Sippenschwester dabei, die Kleinen zu säubern, was ich ungemein rührend fand, genauso wie die Tatsache, dass unsere Meerschweinchen-Mamas sich gegenseitig dabei helfen, den Wurf grosszuziehen und jedes Jungtier säugen, das gerade nach Milch verlangt.
Soviel weibliche Solidarität wärmt mir das Herz…

10 Uhr 34. Ich denke, meine Schreibzeitnische ist um. Schön war es, ich habe jede Minute genossen, das Tippen, das bereits wieder etwas leichter geht nach ein klein wenig E-Mail-Trainig, das Denken und Fliessenlassen innerer Bilder, das Hin-und Herwandeln leiser Gedankengänge. Wo sonst fänden sie einen Platz, wenn nicht hier? Stille, Zeit, Geschehenlassen. Es ist Frühling. In meinem Leben. Meinem Garten. Meinem Bauch und meiner Herde. Und in meinem Inneren, wo ich gerade ein wenig durch die sonnenwarme Welt spaziert bin.

PS. Habt vielen Dank für eure freundlichen Worte unter meinem letzten und vorletzten Post! Ich möchte gerne jeden Comment beantworten, weil ich es schön finde, wenn ein Dialog entsteht und ihr nicht einfach so ins Nichts erzählen müsst… Aber gerade fällt mir das noch ein wenig schwer, weil es schwierig ist, genügend ungestörte Zeit dafür zu finden. Ich werde daran arbeiten, versprochen. Gelesen habe ich aber jedes Wort von euch mit viel Freude und Dankbarkeit! Ich grüsse euch ganz herzlich von meiner kleinen Ecke der Welt aus!

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grüner Leben: Natürliche Hautpflege mit Ölen und Essig

Für Lucy und alle anderen, die -wie ich- glauben, dass weniger auch in Sachen Körperpflege sehr viel mehr ist und das Einfachste oftmals das Beste, notiere ich hier zwei schlichte Rezepte für ein absolut natürliches Gesichtspflege-Programm. Sowohl die Reinigungs-und-Pflege-Öl-Mischung als auch die Gesichts-Tonic stammen von Rachel Wolf, die in 2016 in der „Taproot“ Ausgabe Nr.20 einen wunderbaren Artikel zu diesem Thema geschrieben hat.
Leider sind Magazine sehr kurzlebig. Auch die besten Inhalte verschwinden nur zu schnell wieder. Oftmals für immer. Schade eigentlich, denn diese Rezepte hier und überhaupt der ganze Pflege-Ansatz, den Rachel Wolf in ihrem Artikel beschrieben hat, hat mein kosmetisches Verhalten von Grund auf verändert…

Ich war schon immer der Meinung, dass unsere Haut im Grunde nicht viel braucht, sondern so geschaffen ist, dass sie ohne Hilfe „von aussen“ sauber, gesund und vital bleibt. Wasser und sonst nichts, war meine Devise. Leider aber hat vor allem meine Gesichts-Haut diesbezüglich einen ganz anderen Kopf als ich; Sie ist sehr trocken, sehr empfindlich, nur schon eine warme Dusche setzt ihr derart zu, dass mein Gesicht anfängt zu jucken und zu spannen und sofort trocken und schuppig wird. Mit herkömmlichen Cremes und Lotionen bekam ich zwar die Sache mit der Feuchtigkeit und Elastizität wieder in den Griff, meine seit jeher zu Unreinheiten neigende Gesichtshaut reagierte aber immer mit Pickelchen und Komedonen, und zwar völlig unabhängig von der Pflegelinie.
Ich habe wirklich alles mögliche probiert, von Billig-Linien (die sowieso nicht in Frage kamen wegen ihrer fragwürdigen Inhaltsstoffe und ökologisch wie sozial unschönen Fussabdrücken), über teure Bio-Pflanzen-Kosmetik-Hersteller wie Weleda oder Dr. Hauschka, bis hin zur Natur-pur-Variante, wo ich versucht habe, das Jucken und Schuppen einfach zu ignorieren und ganz auf die Selbstheilung meines Körpers zu vertrauen. Der Effekt war überall derselbe: Unreine Haut. Und ein irgendwie ungutes Hautgefühl.

Rachel Wolfs Technik setzt auf ganz andere Prinzipien, als die Kosmetik-Industrie uns normalerweise predigt: Statt unser überschüssiges Hautfett (bei fettiger Haut) und die Unreinheiten mit Reinigungsschaum oder sogar mit alkoholhaltigen Pickelwässerchen weg zu waschen, wird hier Öl eingesetzt, das die Haut gleichzeitig milde reinigt und mit Fett/Feuchtigkeit versorgt. Es wird nicht wirklich mit Wasser gewaschen, schon gar nicht geschrubbt und gerubbelt, damit auch ja alles sauber wird. Stattdessen lassen wir Wasserdampf sanft die Poren öffnen und befreien die Haut dann mit leichtem Tupfen von überschüssigem Öl und allfälligen Schmutzpartikelchen. Extra Pflege ist meistens nicht mehr nötig. Das verbleibende Öl zieht nach einer Weile ganz ein und macht die Haut weich und gewappnet gegen Einflüsse von aussen.

Ich möchte jetzt nicht behaupten, dass meine Haut zur Pfirsichhaut mutiert hat. Nach wie vor kämpfe ich mit Unreinheiten und ja, sie ist nach wie vor schnell trocken und braucht zB. nach dem Duschen noch immer ein wenig Extra-Pflege in Form von ein klein wenig Gesichtsöl. Aber das Hautbild ist besser geworden. Die Pickelchen seltener und weniger ausgeprägt. Vor allem aber fühle ich mich wahnsinnig wohl mit dieser Art von Pflege; mehr im Einklang mit mir selbst und der Natur, meinem eigenen Körper näher. Das Ritual von Ölen, „Bedampfen“ und einer kleinen Massage, schenkt mir einen kurzen Moment des Innehaltens und Zur-Ruhe-kommens, das mir vor allem abends vor dem Schalfengehen wie ein wunderbarer, wohltuender Luxus vorkommt…

 

Gesichtsreinigung und Feuchtigkeitspflege (all in one sozusagen)

für ölige und unreine Haut:

  • 60 ml Rizinusöl
  • 120 ml Sonnenblumenöl
  • 30 ml Traubenkernöl

für trockene Haut:

  • 30 ml Rizinusöl
  • 150 ml Sonnenblumenöl
  • 30 ml Avocadoöl

Herstellen:

Gib alle Öle in ein Glas und mische alles gut. Fülle die Mischung in ein gut schliessendes Marmeladenglas oder in eine Glasflasche mit Decke und hebe sie griffbereit in deinem Badezimmer auf.
Lagern im Kühlschrank ist nicht nötig und auch nicht zu empfehlen (*brrr*).

Verwenden:

Binde dein Haar aus dem Gesicht und gib ein wenig deiner Ölmischung (ca. einen halben bis einen Tl) auf deine Handfläche. Tupfe jeweils mit den Fingerspitzen ein bisschen davon auf deine trockene Gesichtshaut und arbeite dich mit feinen Massagebewegungen vom Kinn hinauf zu deiner Stirn.
Stelle nun das Wasser auf heiss, mache einen Waschlappen (Frottee empfohlen) nass und wringe ihn so aus, dass das Wasser nicht mehr heraustropft. Lege ihn auf dein Gesicht. Er sollte schön warm sein, aber nicht schmerzend heiss. Schliesse die Augen. Jetzt darf dein Gesicht sich unter dem Dampf etwas entspannen. Tupfe dann einen Teil des Öls sorgfältig und vorsichtig von deiner Haut; du solltest nicht reiben und dein Lappen nur feucht sein, so dass er nicht mehr eigentlich wäscht, sondern eher aufsaugt. Wenn du deine Haut zu ölig findest, warte einen Moment. Das Öl zieht noch ein. Sonst wiederhole den Vorgang einfach nochmals, solange es sich gut anfühlt.

Du benutzt dieses Öl jeweils je nach deinem Gefühl immer morgens oder abends oder gleich zweimal am Tag. Ich massiere das Öl auch immer vor dem Duschen ein, dusche dann wie gewohnt und tupfe mein Gesicht nur noch trocken.

Apfelessig-Gesichts-Tonic

Zutaten:

  • 30 ml Zaubernuss/Hamamelis (Witch Hazel)
  • 180 ml destilliertes Wasser
  • 60 ml Apfelessig (vorzugsweise naturbelassen unpasteurisiert)
  • 4 Tr ätherisches Lavendelöl (optional)
  • 1 Tr ätherisches Weihrauchöl (optional)

Herstellen:

Gib alle Zutaten in eine Schüssel bzw einen Messbecher und schüttle sie gut. Jetzt kannst du sie zum Gebrauch in ein verschliessbares Marmeladenglas oder eine Glasflasche mit Deckel umfüllen. Stelle die Mischung dorthin, wo du dein Gesicht jeweils reinigst.

Benutzen:

Reinige zuerst dein Gesicht wie gewohnt mit dem Pflegeöl. Schüttle die Tonic vor dem Gebrauch kurz durch und benetze dann einen Wattebausch oder ein Tüchlein damit, so dass es schön nass ist. Jetzt „wäschst“ du deine Haut sanft und in kreisenden Bewegungen vom Kinn bis zur Stirne, vor allem dort, wo sie unrein ist oder Pickelchen blühen. Wichtig ist, dass du niemals rubbelst, denn das reizt deine Haut nur unnötig.
Wenn du jetzt das Gefühl hast, dein Gesicht würde spannen und die Haut mehr Feuchtigkeit brauchen (bei mir ist das immer der Fall), dann kannst du mit den Fingerspitzen nochmals ein klein wenig Öl einmassieren.

Diese Tonic befreit die Haut von abgestorbenen Hautschüppchen, verengt die Poren, hilft Akne auszuheilen und schafft eine gute PH-Balance. Sie ist besonders hilfreich bei entzündeten Pickeln, weil sie sanft desinfiziert.

Benutze die Tonic jeden Tag morgens oder abends, falls du unter stark unreiner Haut (Pickeln) leidest. Einmal die Woche bei trockener Haut. Oder einfach mehrmals die Woche, je nach Bedarf. Ich merke, dass ich sie vor allem im Sommer öfter benutze und im Winter bei trockener Heizungsluft wieder eher weniger.

Etwas vom Wichtigsten finde ich, dass du deine Haut beobachtest und auf ihre „Sprache“ hörst. Sie sagt dir, was sie braucht. Lass dich von deinem Körper führen. Ich finde, diese Art von Gesichtspflege ist ein schöner, einfacher und hilfreicher Weg, die Beziehung zu deinem Körper und seinen Ausdrucksformen zu intensivieren.

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wie alles sich fügt

Der Herbst bleibt weiterhin leuchtend, warm und golden. Die Farben funkeln im Licht, und ich bin jedes Mal dankbar, wenn die Sonne den dunklen Morgenvorhang aufreisst, der sich über Nacht auf uns legt. Es ist eine schöne Zeit. Schön draussen unter freiem Himmel, wo ich heute eineinhalb Stunden damit verbracht habe, ein wenig Ordnung und Sauberkeit in meinen Garten zu bringen Gehwege wischen. Kaputtes Kinderspielzeug beiseite schaffen. Das Chemineé ausfegen und den Meerschweinchen das eine oder andere Unkraut aus den Beeten pflücken (Wir haben hier ja kein Unkraut. Bloss Meerschweinchen-Futter, hihi.)

Aber auch drinnen finde ich es schön. Auch wenn es unordentlich bleibt und ich nicht mehr so richtig vorwärts komme mit Entrümpeln. Mittwoch habe ich zwei volle Einkaufstüten mit Kram ins Brocki getragen und dann den halben Nachmittag dort verbracht mit Stöbern und mit der-Brocki-Fee-Plaudern nach Herzenslust. Die Kinder waren mit ihrem Papa und meiner Schwiegermutter im Europa Park, was wunderbar war, ein einziges Fest- für sie und für mich. Ausschlafen bis halb elf (was???), Rouge auflegen und Lippenstift und dann ganz alleine und nur für mich ins feinste Restaurant des Dorfes Mittag essen gehen (oh, Mann!), Shoppen beim Trödler als hätte ich alle Zeit der Welt (was ich auch hatte). Ich meine, wie schön ist das denn?
Ich kann es euch sagen; wunderschön. Traumhaft. Superkalifragilisticexpialigetisch.
Im Brockenhaus habe ich natürlich sofort all meine entsorgten Sachen so quasi wieder ersetzt. Mit Neu-Funden. Aber das war völlig in Ordnung so, denn es gab wirklich wunderbare Dinge zu entdecken. Eine ganz entzückende, alte Blechdose zum Beispiel in dunklem Violett mit rankenden Sumpfdotterblumen darauf, die mich wahnsinnig an den Jugendstil erinnern und an die Geschichte der Wurzelkinder mit ihren märchenhaften Illustrationen (ich liebe dieses Buch sehr!). In dieser Dose hebe ich nun mein Rouge auf, die Lippenstifte und meine Wimperntusche.
Und die Schürzen an der Leine… die trage ich. Wie könnte ich auch anders? Sie sind einfach zu schön. Von Hand genäht. Allerdings hat mein Kindergartenkind bereits eine davon stibitzt, direkt von der Leine, sag ich euch, und ich konnte nicht viel dagegen einwenden, denn sie sieht einfach zum Anbeissen aus darin, und die schönen Herbstblumenfarben des Stoffes passen perfekt zu ihrem Lieblings-Igelchenkleid (von Hess Natur).
Ich glaube, Schürze und Kind sind für einander gemacht.
Auch gut. Ich teile ja nicht ungern. Und ausserdem sind da noch mehr süsse Schürzen im Brocki, die nur auf mich warten…
Die Bolga-Korbtasche, die daneben baumelt, die gehört allerdings mir. Und ich denke nicht, dass ich die teilen werde; seit meine innigst geliebte lila Beuteltasche nach 6 Jahren tagtäglichen Strapazen an allen Enden reisst und Fäden zieht, fehlt mir ein einigermassen tauglicher Begleiter, der ein bisschen mehr nach Handtasche aussieht und weniger nach simpler Tote Bag. Ich habe mich sofort verliebt. Bolga-Körben kann ich sowieso nicht widerstehen. Nur das Leder des verschliessbaren Inlets verlangt noch nach ein wenig Pflege, aber ansonsten spüre ich jetzt schon; wir zwei haben das Zeug zum Dream Team.

Was die Elfenmütze aus diesem umwerfend schönen Senf-Gold-Ton angeht; Sie war ein Blitzprojekt. Absolut unerwartet, superspontan- und fertig im Nullkommanichts.
Meine Schwester kam gestern, als sie meine Jungs für zwei Tage Geo-Cache plus Pizza und Sleep-over abholte, mit einem dicken Ball Merinogarn auf mich zu; Ein Strick-Wunsch. Mütze. Egal welcher Art.
Normalerweise bin ich äusserst zögerlich, was Strick-Aufträge angeht. Und ich meine wirklich äusserst zögerlich. Stricken zu müssen… das hat sofort so etwas Formelles, Aufgedrücktes, Belastetes und Belastendes an sich. Aus Spass wird Ernst. Und Arbeit. Mit Erfolgsdruck und beschnittenen Freiheiten, die jede Bewegungsmöglichkeit verbieten und keine Wahl mehr lassen. Einfach aufhören und etwas ganz anderes anschlagen? Geht nicht mehr. Die Wolle wechseln? Unmöglich. Das Projekt wird nicht ganz so, wie ursprünglich vorgesehen? Katastrophe! Oder noch schimmer; ich finde das Ding dermassen toll, dass ich es am liebsten sofort anziehen und auf ewig anbehalten möchte? Ähm, nun ja…
Wie dem auch sei, im Fall dieser Senfgoldockerdottergelben Mütze hier, lagen die Dinge Gottseidank und ganz unerwartet völlig anders; Ich wusste nämlich sofort das perfekte Projekt für sie. Die Elfenmütze aus „More Last Minute Knitted Gifts“/ „Geschenke aus dem Wollkorb“.
Ein alter Vertrauter.
Mehr als das, ein Seelenverwandter schon fast, denn mein Herz hängt sehr an all den grossen und kleinen Elfenmützchen, die ich im Laufe der Jahre gestrickt habe. Für meine Kinder. Für meine Schwestern. Für andere liebe Menschen. Für mich.
Tatsächlich hat die „Maddison Zoe“ von Manor (leider gibt es diesen Senfton nicht mehr *snif*, er war wirklich zu schön) haargenau die im Buch verlangte Garnstärke, lässt sich wunderbar in ein Elfenmützchen verwandeln- und kuschelweich ist sie erst noch!


Schön.
Wie sich alles fügt im Moment. Die Meerschweinchen wuseln und wachsen und bekommen nochmals ein paar winzigkleine Mitglieder mehr  (Vierlinge! Heute! Und eins davon sieht genau aus wie „Mausi“, der für zwei wilde Flitterwochen eingeflogene grau-weiss melierte Papa!). Die Bäume hüllen sich in ihr buntestes Kleid, ich gehe piekfein essen, finde Schürzen und die perfekte Tasche für meine Stadtrundgänge und erfülle Wollmützen-strickend Herzenswünsche…
Ist das alles nicht herrlich?

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