Archiv der Kategorie: Zuhause

berührt: Ahorn

“Berührt” heisst für mich;
Ab und zu möchte ich mein Augenmerk auf all die Dinge und Momente richten,
die mich wirklich berühren.
Wo mich etwas  inspiriert, anrührt, wo ich fühle, spüre, zum Denken komme.
Wo sich etwas bewegt, innen im Verborgenen oder ganz greifbar und sichtbar vor meinen Augen.
Mal voller Freude, mal nachdenklich oder sentimental, mal montags, mal sonnabends, wortreich oder stumm…
So wie es im Augenblick gerade richtig scheint.
(Und wer immer mitmachen möchte, ist ganz herzlich eingeladen.)

 

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Kind1 ist fort. Fort für ganze 10 Tage. Lagerabenteuer für ihn, Muttersorgen für mich.
Und dann hat Herr Kirschkernzeit heute den kleinen Ahorn gefällt. Meinen Ahorn. Der so wunderschön buschig und kerngesund ganz dicht neben der Laube wuchs. Es musste sein. Ich verstehe das. Er wuchs einfach am völlig falschen Ort, und drängte bereits so stark gegen das Laubendach, dass es laut knarzte und quietschte, sobald der Wind ihn bewegte. Das Dachgebälk ist schon schief vor lauter Ahorn.
Und, ja, nun… die Laube war zuerst da.
Aber ich bin trotzdem traurig. Es war mein Lieblingsbaum. Ein Erinnerungs-Baum. Ein kleiner Überraschungs-Baum, den mein Erstgeborener einmal noch im Spross-Stadium klammheimlich irgendwo ausgrub und hier in unserem Garten wieder einpflanzte. Der Spross wuchs ungemein schnell. Und ungemein gross. Eines Tages konnte Kind1 sogar seine Initialen in den Stamm schnitzen. Dick und verwuchert sind die Buchstaben, als lägen Jahrzehnte zwischen der ritzenden Sackmesserklinge und heute. Ich habe versucht, die Jahresringe zu zählen, aber Herr Kirschkernzeit hat eine alte, olle Säge verwendet und der Schnitt ist unscharf, so dass ich nur raten kann.
Sieben.
Habe ich geraten.
Ich wünsche mir, eines Tages ein wenig Land zu haben, kein Bauernfeld, nur etwas mehr Garten oder so, Platz, soviel, dass ich Bäume pflanzen kann, die nirgendwo anecken. Hier ist alles so schrecklich eng. Immer ist irgendwo eine Grundstücksgrenze, ein Abwasserrohr im Boden, eine Laube oder Hausecke. Die vorgeht. Und nicht tangiert werden darf. Was soll da schon gross wachsen?
Heute vermisse ich meinen Jungen. Sehr. Und ich vermisse meinen Baum. Der auch seiner war. Unseren Baum.
Irgendwie scheint es, als würde alles, woran ich mich hier gewöhnt habe und was ich im Laufe der Jahre lieb gewonnen habe, so langsam verschwinden. Das Dorfgefühl. Die freundliche Dorfladen-Equippe. Die alten Nadelbäume. Der Ahorn. Meine liebe alte Nachbarin ist dieses Jahr auch schon 90 geworden…

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Manchmal möchte ich Dinge mit-teilen, ohne allzu viel Lebenszeit vor dem Bildschirm verstreichen zu lassen…
Kurz und bündig und spontan. Ohne Umweg direkt aus dem wahren Leben.
Fast wie bei Instagram.

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Vorgestern nacht: Ich fühle mich pudelwohl. Nach ein paar Stunden Ausgang zusammen mit meinem Liebsten und unserem Erstgeborenen, mexikanischem Essen und Schwatzen draussen in der Stadt unter lauter anderen gut gelaunten Menschen ist mir, als wäre ich ein neuer Mensch, so entspannt und glücklich bin ich.
In einem öffentlichen Bücherschrank habe ich ein paar wirklich interessante Bücher entdeckt, mich sofort festgelesen- und zuhause gleich ein paar andere aus meinem Regal gezupft, die ich im Gegenzug dann dort einstellen will.
Ein Glas Milch und Schokolade dazu. Perfekter könnte der Augenblick nun wirklich nicht sein…

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So fand ich sie gestern abend, als ein Grosstropfenregengewitter über uns hereinbrach.
Mein Kind.
Die Regentrinkerin.
Sie überrascht mich immer wieder.

PS. Bitte verzeiht die langen Posting-Pausen. Ich übe mich gerade in virtueller Abstinenz und damit in mehr Gelassenheit im Alltag (was ich dringend nötig habe, das könnt ihr mir glauben!)
Seit einiger Zeit habe ich Mühe mit Schlafen, bin immerzu kribbelig und kann nur schwer abschalten. Ich trinke nun deutlich weniger Kaffee (1 Tasse pro Tag, und das nur morgens), esse weniger Zucker (naja) und gebe mir Mühe, abends nicht mehr vor dem Bildschirm zu sitzen. Ich habe den Eindruck, es hilft. Reduziert mir aber die Gelegenheiten, zu schreiben, weil ich tagsüber wiederum einfach keine stille Minute dafür habe und ungern den Laptop anmache, wenn die Kinder um mich rumwuseln… Nun, wir werden schon einen Weg finden. Aber ist erst mal Sommerzeit. Zeit für eine Pause. Oder so was ähnliches.

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Das ist einer der Vorteile, wenn die Mutter verantwortlich ist für eine gesamte Hochzeits-Tischdeko; man kann herrlich in der übriggebliebenen Deko schwelgen. Hier konkret in zig kleinen Sukkulenten, aus denen ich mir nun die hübschesten auswählen darf.
Toll war natürlich auch, dass eine meiner Schwestern das Dessertbuffet unter sich hatte. Ich esse heute noch Hochzeitstorte… (Nur von meinen beiden Schokoblitzkuchen scheint nichts mehr für mich übrige geblieben zu sein. Ein gutes Zeichen!)

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