Archiv der Kategorie: Wochen-Ende

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Manchmal möchte ich Dinge mit-teilen, ohne allzu viel Lebenszeit vor dem Bildschirm verstreichen zu lassen…
Kurz und bündig und spontan. Ohne Umweg direkt aus dem wahren Leben.
Fast wie bei Instagram.

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Ein wunderbarer Morgen: Die Familie ist beim Gottesdient, ich habe mich mit Halsschmerzen entschuldigt und bleibe zuhause. Ganz alleine.
Auf meiner Decke türmen sich ein paar Bücher aus der Leihbibliothek, lauter seichte Ware wie Rosamunde Pilcher oder ein fast schon ungeniessbar lascher Groschenroman über eine Bäckerin auf einer Insel, daneben ein paar alte Ausgaben von “Taproot”, die ich immer mal wieder hervorhole, weil ich die so mag. Nach “Die Frau des Zeitreisenden” konnte ich nichts Schwerwiegendes aufschlagen. Das hätte den Zauber zerstört, der immer noch so ein bisschen über allem liegt, und ausserdem fühle ich mich momentan nicht bereit für noch so eine aufwühlende Story, die mich beim Lesen mit Haut und Haaren verschlingt. Ich scheine, was das betrifft, so ein bisschen ein Sensibelchen zu sein.

Mein “Honey Cowl” aus mossgrüner “Bloomsburry DK” ist so gut wie bereit zum Abketten. Eine schöne Phase; Ich tue nichts weiter als einem immer kleiner werdendes Mini-Knäuelchen beim Verschwinden zuzusehen.
Jetzt, wo sich mein Hals rauh und zerschlissen anfühlt, freue ich mich umso mehr auf warme Wolle um meinen Nacken, und das satte Grün ist mehr als vielversprechend.

So stricke ich also, mummle mich ins Bett, schlürfe heissen Johanniskraut-Lavendel-Tee (fürs innere Licht) und blättere zwischendurch zwischen irgendwelchen Seiten.
Was für ein gnädiger Augenblick.

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Quill

Wie viel besser sich das Leben bestreiten und vor allem geniessen lässt, wenn man zu genügend Schlaf, ein wenig ruhiger Ich-Zeit und einem ausgewogeneren Blutbild zurück findet, habe ich letzte Woche einmal mehr ganz neu und mit viel Dankbarkeit erleben dürfen: Mit einer wohl dosierten Ration Eisentabletten, nur zwei kleinen und einem schon ziemlich grossen Kind zuhause, abgekoppelt von Stundenplänen und dem mir sonst so eigenen verzweifelten Verlangen nach mehr Ordung und System und Überschaubarkeit, (das in dieser knappen Woche viel leiser wurde als gewöhnlich) wurde das Leben auf einmal… leichter für mich. Kopfweh und diese latente, zeitweise sehr belastende innere Unruhe verzogen sich, die unheimliche Schwere in meinen Beinen und meinem linken Arm verpuffte, das Wechselspiel von Heisshunger und Übelkeit verschwand. Die letzten Monate hindurch hatten mich ein paar recht undurchsichtige Symptome begleitet, die kamen und gingen, sich quasi die Klinke in die Hand drückten… Sie endlich alle verstummen zu sehen, tat so unglaublich wohl! Richtig wie Ferien war das, Ferien von allem, was zu schwer wiegt, und das doch auch irgendwie mitten im Mama-Alltag und in den gewohnten, ausgetretenen Pfaden.
Sogar für einen kleinen Extra-Ausflug mit meinen beiden Kleinsten reichte mein Energie-Aufschwung; wir packten ziemlich spontan unser Rucksäckel und fuhren raus ins kleine Naturmuseum zum Tierebegucken und Fuchspelzstreicheln und für einen kleinen Snack aus dem Biomarkt, weil wenn schon denn schon.
Die Mädchen strahlten. Und ich fühlte mich wohl und in meiner Mitte, blieb ruhig, wenn die Wellen aufwogten und zentriert bei mir und meinen Kindern, während ich Naturphänomene erklärte und meine irgendwann ganz schön müde 2jährige durch die Stadt zurück zum Bahnhof schleppte.
Schön.
So erlebe ich mich nicht oft.
So… tadellos.

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Den Mädchen sah man ihre Freude an. Eine zufriedene Mutti ist wohl schon die halbe Miete zum Kinderglück. Das kleine Extra-Abenteuer und ein Abstecher zum Spielplatz füllten die andere Hälfte.
Und in diesem so kostbaren Moment Ferien-Idylle kam mir meine neue Strickmütze “Quill” zum ersten Mal vor die Linse. Ein paar (leider eher schlecht ausgelichtete) Fotos extra für euch. Und für die Ewigkeit des Familienalbums. Als Erinnerung. Weil der Tag so schön war.
Dieser Umstand passt eigentlich ganz gut, denn “Quill” war auch so eine feine Sache, ein bisschen komplex zwar, was die ständige Maschenzählerei angeht, aber an sich doch einfach und problemlos. Und die Wolle (von “We love Knitting”)-ein knapper Strang “Bloomsburry DK” von “The Yarn Collective” in der Farbe “Oz”, verstrickt den Nadeln Nr. 3 und 3.5- ist an sich schon ein absoluter Traum auf Nadeln, den ich wirklich wieder und wieder verarbeiten könnte (und wohl auch werde). Ich liebe diese Softheit und die strahlenden Farben. Das Blau hat fast schon so was wie …echte Unterwasserbrillianz. Herrlich!
Allerdings muss ich auch so ehrlich sein und mir selber eingestehen, dass meine Garnwahl trotz der wundervollen Qualität und der atemberaubend schönen Farbe nicht ganz ideal war für dieses ganz konkrete Mützemuster. Die Garnstärke ist ja kleiner gewählt als im Orinigal, weil es ja eine Kindergrösse werden sollte, was sehr gut geklappt hat, wie ich finde. Aber eine schlichtes Unifärbung wäre wohl besser gewesen, denn die variationsreichere Handfärbung bringt zwar Spannung ins Spiel (ins Stricken auf jeden Fall!), verschluckt aber leider auch einen Teil der so mühsam abgezählten Mützenmusterung. Nun, wie dem auch sei, zum Schluss ist man doch immer klüger. Und hübsch ist “Quill” ja auch so, finde ich.

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Wie es scheint bin ich mit dieser Meinung nicht alleine; Die Meerwasserblaue “Quill” Nr.1 ist zwar bereits schon vergeben, an meine Grosse, die es geschafft hat, all ihre Lieblingsmützen innerhalb einer einzigen kalten Saison zu verlieren. Doch bereits schon notiere ich neue Aufträge von Seiten meiner Kinder: noch einmal Blau wünscht sich meine Zappelliese. Gelbgold mein Pausbackenkind. Mal sehen wer sich sonst noch eintragen lässt…

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Wochen-Ende: bis Mitternacht

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Es ist fast zehn mittlerweile, zehn Uhr abends. Mir bleibt noch eine knappe Stunde Ich-Zeit, um mich noch ein wenig zu sammeln, mein schändlichst vernachlässigtes Strickzeug hervorzukramen und ein paar einfache Reihen zu stricken, Reihen glatt rechts aus meiner “Canvas Cardigan” wahrscheinlich, denn die ganze Zählerei der Musterung bei meiner angefangenen “Quill”-Mütze übersteigt definitiv mein aktuelles Denkvermögen.
Es war ein wahnsinnig schönes Wochenende.
Aus dem ich jetzt aber auch wahnsinnig müde zurückkehre in den Alltag. Die Hochzeit einer meiner jüngeren Schwestern war bewegend für mich, ungemein rührend (noch nie habe ich einen derart verliebten Bräutigam gesehen! Gottlob hatte mein Mann Taschentücher dabei…) und ebenso entspannt wie prickelnd, prickelnd in dem Sinne, dass wir alle, ich und meine ganze Familie, diese Exklusivität und feierliche Lebendigkeit mit jeder Faser in uns aufsaugten, uns erfüllen liessen, dankbar, überrascht- und in gewisser Weise bis zur Erschöpfung.
Wir hatten viel Spass, wir alle. Aber auch jede Menge zu tun. Ich und Herr Kirschkernzeit mit Essenkleinschneiden und Kleinkind-Einfangen, die Kinder in ihrem Kinderdasein, mit Sich-gut-Benehmen bei Tisch und dem feinfühligen Abtasten von Grenzen und Möglichkeiten an einem völlig fremden, geradezu beeindruckend schönen Ort, unter Menschen, die sie teilweise nie zuvor gesehen hatten. Sie haben es wunderbar gemacht, die Kleinen. Und auch die nicht mehr ganz so Kleinen. Echte Schätze waren sie. Ich bin mir nach wie vor nicht ganz sicher, ob ich so entspannt war, weil meine Kinder es auch waren, oder umgekehrt, jedenfalls war diese Wechselwirkung, egal in welche Richtung sie lief, ein absoluter Segen und dieses Fest ein wirklich schönes, berührendes Erlebnis für mich, für uns alle. Wir haben nicht nur die ganze Heimfahrt (Mitternacht!) nonstop unsere Gedanken, Eindrücke und Begegnungen beredet, sondern schwelgten auch sonntags noch stundenlang in Erinnerungen.

Was mir besonders haften blieb; Dieses grosse und grossartige Gefühl von Familie. Nicht nur bezogen auf meine eigene kleine Bande -die ich ein Stück weit auch irgendwie… neu kennenlernen durfte, anders, in neuem Kontext und mit der Möglichkeit, die Flügel ein wenig weiter zu spannen als unter Mamas Fittichen. Famlie… ausgedehnter, mit Tante und Onkel (liebes mitlesendes Tanti, ich fand es einfach grandios, dass du bei uns am Tisch warst!) und wilden Cousins und langjährigen Familienfreunden- und mit einem neu-gewonnenen, sehr, sehr besonderen Schwager, der es schaffte, mich allein mit einem verliebten Blick auf seine Braut zu Tränen zu rühren…

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Manchmal möchte ich Dinge mit-teilen, ohne allzu viel Lebenszeit vor dem Bildschirm verstreichen zu lassen…
Kurz und bündig und spontan. Ohne Umweg direkt aus dem wahren Leben.
Fast wie bei Instagram.

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Meine Güte, wie unheimlich gut so ein Käsekuchen doch sein kann…! Und dabei ist es noch nicht einmal ein besonders modisches Rezept, kein New York Cheese Cake oder sonstwas Mondänes, sondern nichts weiter als ein guter, alter Quarkkuchen aus einem der guten, alten Schweizer Betty Bossi Kochbücher (“Quarkkuchen mit Streusel” aus Betty Bossi “Kuchen, Cakes und Torten”, meinem im Grunde liebsten Backbuch überhaupt).
Gezaubert hat ihn mein Liebster gestern nachmittag zusammen mit Kind2, in liebevoller Handarbeit, was ihn gleich noch delikater macht für mich…
Quarkkuchen zum Dessert, Quarkkuchen zum Zvieri, und ich denke, die Abendbrot und Frühstücksfrage hätten wir somit auch gleich geklärt. Da sind auch Äpfel mit drin, wisst ihr…
PS. Das Rezept findet ihr hier bei Betty Bossi, wenngleich ganz leicht modernisiert, weil selbst Betty Bossi wohl findet, mit der Zeit gehen zu müssen…

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