Archiv der Kategorie: what makes me happy

Januar-Tage Nr.13

So, heute werde ich für einmal nicht jammern und klönen, heute gibt’s was Süsses, was ganz Besonderes, das mein Herz überschwellen lässt vor Liebe und Glück: seht ihr dieses gigantische Grinsen? Gigantisch in einem so kleinen Gesichtchen unter einer wachsenden Glatze und mit mehr Grübchen und Fältchen als erlaubt sein sollte, denn Grübchen und Fältchen machen so ein Babykind doch gleich noch süsser…! Mir kommt immer das englische Wort dazu in den Sinn: dimples. Wahrscheinlich sind damit zwar nur diese niedlichen kleinen, runden Kraterchen gemeint, die manche Leute beim Lächeln in ihren Wangen zeigen, und leider hat mein Kleiner genau die ja nicht, aber dimples… das klingt so lustig wie das Babykind aussieht, wenn er lacht oder grinst oder überhaupt so quietschfidel in die Welt hinaus schaut.
Dabei sieht er sonst meistens eher hilflos drein. Mit hochgezogenen Augenbrauen und wackeligem Kopf, weil er ihn noch nicht richtig halten kann und zwischendurch ein Päuschen braucht an meiner Schulter. Aber wenn er lacht… dann lacht der Himmel.
Hach, ich liebe dieses Kind.
Es vergeht kein Tag, an dem ich dem Herrgott nicht dankbar bin dafür, dass ich ihn hier bei mir, in meinen Armen, meinem Leben haben darf. Dieser kleine, stramme Junge ist wirklich ein Geschenk. Und ein so zufriedenes Kind! Ich muss ganz ehrlich sagen; niemals hätte ich gedacht, dass es derart entspannte, irgendwie „vergebende“ Babies gibt, Babies, die Grossfamilienlärm oder eine überspannte Mama einfach ruhig registrieren und sich allem Trubel zum Trotz zufrieden und ruhig in jenen Dingen verlieren können, die ihnen spannend oder schön oder beruhigend erscheinen. Manchmal schläft er sogar ein auf seinem Schaffell am Boden. Gleich neben dem Küchentisch, während wir hörbar lebendig und hungrig wie die Wölfe unser Mittagessen verzehren. (Sonderbarerweise bringe ich es dann aber nicht über mich, ihn am Boden schlafen zu lassen. Ich muss ihn dann in meinen Arm betten. Oder an einen anderen, heimeligeren Ort.)
Bisher konnte ich kein Kind auch nur für zwei, drei Minuten irgendwo ablegen. Da waren Tränen unvermeidbar, und wer mich kennt, der weiss, dass ich kein Baby auch nur einen Moment lang weinen lassen könnte. Niemals. Unter keinen Umständen. Nun… dieses Baby hier weint nicht. Ehrlich. Er meldet sich. Zaghaft und sanft, mit strampelnden Ärmchen und Beinchen. Wenn dann niemand reagiert -was so gut wie nie vorkommt, er ist ja keinen Augenblick allein- dann kann er durchaus brüllen, und ich bin jedes Mal sehr erstaunt, wie tief seine Stimme klingt und wie viel Kraft und Aussage bereits darin liegt. Ein wackeres Kerlchen. Aber ausgeglichen. In sich zufrieden. Geduldig und herzlich und freundlich. Er mag die Menschen. Er mag das Leben.
Rita nennt ihn den „kleinen Buddha“, was irgendwie stimmig wirkt auf mich.
So. Das war jetzt eine kleine Ode an mein kleinstes Kind. Ich musste sie einfach singen. Sie brannte mir auf der Seele, wärmt mir das Herz, schenkt mir Kraft und gute Gedanken Tag für Tag.

„Dezembertage“ heisst meine kleine Serie zum Jahresende.
Ein Bild, wenige Worte, spontan und frei von der Leber weg.
Spass machen soll es. Mir und euch.
Die „Januartage“ setzen diese Idee im neuen Jahr ein wenig fort.
Ein huschhusch-Einblick in mein Leben mit Gruss und Kuss
raus in die Welt an alle, die das hier lesen…

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Januar-Tage 11

Ihr Lieben! Herzlichstes Dankeschön für eure Beiträge unter meinem letzten Post! Es war ein Vergnügen, sie zu lesen! Nichts motiviert mehr, den Laptop aufzuklappen, als ein Büschelchen freundlicher Worte… Merci!
Zum Antworten bin ich bisher allerdings nicht gekommen… Überhaupt blieb mein Kontakt zu virtuellen Welt die letzten Tage aufs Handy beschränkt. An den Tag gebunden. Versorgt in Zwischenlückenknappmomenten. Schulstart und all das, lauter Hektigkeiten und eine Morgenwacht, kaum hat der Hahn gekräht. Ich bin den durchgetakteten Alltag einfach nicht mehr gewöhnt, so nach zwei Wochen Narrenfreiheit.
Takt und Lerchen-Morgen haben aber auch ihr Gutes: Ich reisse mich zusammen, was meine Haushalts-Pflichten angeht und fühle mich ohnehin motiviert, für Klarschiff zu sorgen in unseren vier Wänden. Januar-Gefühle hald. Die haben immer irgendwie mit Putzwedeln und Entrümpel-Checklist zu tun.
Mein Kleiderschrank musste auch kurz herhalten. Das Pullover- und Kleidchentablar wurde völlig geleert und auf Herz und Nieren geprüft, und obwohl ich wirklich nicht viel Kleidung besitze, kamen drei Sachen weg.
Ein schwarzes Unterkleid, das ich mir wegen dem elastischen, wahnsinnig bequemen Stoff für die Schwangerschaft doppelt gekauft habe, aber ohnehin bereits noch in drei anderen Farbtönen besitze. Keiner braucht fünf mal dasselbe Kleid. Nicht mal ich.
Ein schwarzer Künstlerkittel von Gudrun Sjöden, den ich bisher einzig deshalb behalten habe, weil ich etwas griffbereit haben wollte, falls ich an eine Beerdigung müsste.  Doch irgendwie… ich weiss auch nicht. Mir gefällt die Farbe genauso wenig wie der Gedanke.
Und dann ein grüner, selbstgestrickter Wollpullover, den ich damals für mich gemacht hatte. Fünfeinhalb Jahre ist es her. Zwei Babies und sehr viel Erlebtes später passt er rein gar nicht mehr. Schon länger spüre ich das. Er kneift und zwickt und ich bringe es nicht über mich, ihn zu tragen, weil er eng sitzt wie eine Wurstpelle.
Das war schon vor der letzten Schwangerschaft so.
Das Problem liegt vor allem daran, dass ich Pullover brauche, die luftig sind und geräumig, und dass ich hier ganz einfach nicht an positive ease gedacht hatte…
Langer Rede kurzer Sinn: Dieser Pulli ist nicht mehr. Dafür liegen nun ein paar krisselige Wollknäuelchen mehr in meinem Wollregal und freuen sich auf ein zweites Leben als…ja als was eigentlich? Nun, mir wird schon was einfallen. Irgendwann. An sich freue ich mich ja bereits darauf, wieder etwas dickeres Garn zwischen meine Finger zu gleiten lassen. Die Arbeit an meinem Babyjäckchen mit Nadelstärke 3 zieht sich gefühlt endlos dahin… Auf ein Neues also! Ich mag Neuanfänge, wenn sie grün und so schön mummelig sind…

„Dezembertage“ heisst meine kleine Serie zum Jahresende.
Ein Bild, wenige Worte, spontan und frei von der Leber weg.
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Die „Januartage“ setzen diese Idee im neuen Jahr ein wenig fort.
Ein huschhusch-Einblick in mein Leben mit Gruss und Kuss
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Dezembertage Nr.5

Gestern wurde dann doch nichts aus meinem Plan mit schön gemütlich Doku-Gucken und Babyjäckchen-Stricken (ach ja, das hier soll es werden. Nochmals haargenau dasselbe. Bloss zwei Grössen grösser). Zuerst fiel mir ein, das ich ja unbedingt noch einen neuen Wandkalender fürs neue Jahr brauche und so machte ich mich hektisch auf die Suche nach einem Jahreskalender 2020, der mir einigermassen gut gefallen könnte. Mir schwebte so etwas in der Art von Phoebe Wahls alten Taproot-Kalendern vor, mit idyllischen Alltags-Szenen, Elfen-Wichtelchen-Welten, üppig wuchernder Natur und so. Etwas das ich nach Abigail Halpins Kalender 2019 an die Wand hängen kann, ohne einen Verlust zu betrauern.
Leider scheint es so etwas schlicht nicht zu geben.
Oder ich bin einfach unfähig, es zu finden. Jedenfalls warf ich nach frustrierenden eineinhalb Stunden fruchtloser Stöberei das Handtuch und switchte einigermassen entnervt rüber zu Netflix für eine weitere Folge „Die Frauen der Wikinger“- nur um feststellen zu müssen, dass es keine mehr gab. Wie man eine Staffel mit gerade mal zwei Folgen eine „Serie“ nennen kann, ist mir wirklich mehr als schleierhaft.
Klar war ich enttäuscht. Und stricken konnte ich auch nicht mehr, weil das Baby plötzlich sehr unruhig war und bei mir im Arm liegen wollte und es sowieso bereits auf Mitternacht zuging…
Heute nehme ich mir darum etwas ganz anderes vor: Früh schlafen gehen! Dann habe ich morgen hoffentlich mehr und bessere Nerven als heute und darum auch einen schöneren Tag.
Aber bevor ich mich verkrümel (und vielleicht doch noch die eine oder andere Jäckchen-Reihe in Angriff nehme), muss ich euch unbedingt noch das hier zeigen: Das süsse, kleine, handgenähte Weihnachts-Gänschen, das ich mit der frischfröhlichen Weihnachtspost von Leserin Kerstin zugeschickt bekommen habe! Als es ganz überraschend aus dem Couvert plumpste, entschlüpfte mir ein regelrechter Aufschrei des Entzückens, denn ich finde es einfach herzallerliebst, das kleine Schnuckelchen.
Wir haben hier ja keinen Christbaum, doch der einzige Grund, wieso ich den manchmal doch vermisse, ist meine Vision von einer Box voller handgemachter Christbaum-Ornamente, die ich Jahr für Jahr um ein, zwei sorgfältig gemachte Exemplare ergänzen und dann mit grosser Freude und nostalgischen Gefühlen an die Zweige hängen würde. Das stelle ich mir schön vor. So richtig weihnachtlich und bedeutsam.
Kerstins Gänschen wäre genau so ein Christbaum-Schmuck, der in meine Box liegen würde. Mit Herkunft und Geschichte und ganz viel Emotion.
Vielleicht hänge ich mir eines Tages einfach einen grossen Tannen-Ast an die Decke, binde Kerstins Gänschen dort an und starte so meine eigene Zweig-Schmuck-Kollektion… Dir liebe Kerstin auf jeden Fall tausend dicke, laute Dankeschöns über die Landesgrenzen hinweg, gell! Dein Gänschen bekommt einen Ehrenplatz- auch ohne Christbaum.

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Dezembertage Nr.3

Zwei Tage blieb es stumm hier. Obwohl ich mir doch fest vorgenommen hatte, mich mehr oder weniger täglich gaaaaanz kurz an den PC zu setzen und ein paar Zeilen hier zu lassen… Aber mein Schweigen hat einen guten Grund, einen stichfesten sozusagen, so eine Art Alibi, ich bin also nicht schuld: Diese böse, fiese Magengrippe hat mich tatsächlich auch noch erwischt! Eiskalt. Und von einem Moment auf den anderen. Gerade eben noch fühlte ich mich voll im Saft und war sehr glücklich, dass mein Mann -obwohl er ja ausgerechnet an seinem Geburtstag krank werden musste- irgendwie ganz guter Dinge zu sein schien und den Tag anscheinend gar nicht so übel fand. Und dann -peng!- sass mir diese klamme Gefühl im Magen, und aus war’s mit Saft und Kraft. Gottseidank erst abends, gerade als ich bei meinen Kindern im Bett lag und ihnen eine Gutenacht-Geschichte vorlas. Zu einem Blogpost kam es an jenem Tag dann aber natürlich trotzdem nicht mehr. Auch am nächsten Tag nicht, denn da lag ich mehr oder weniger die ganze Zeit schlafend im Bett und war dem Herrn im Himmel wirklich über alle Massen dankbar dafür, dass er mir einen Engel Namens Mutter zur Seite gestellt hatte; sie kümmerte sich um alles und sorgte dafür, dass die Kinder mich schlafen liessen. Mein Baby wiederum blieb die ganze Zeit bei mir. Er schlief ebenfalls wie ein Herrgöttchen. Und trank ungewöhnlich viel. Ich glaube, ihm ging es auch nicht sonderlich, auch wenn er das Ganze sehr gelassen hinnahm.
Heute bin ich wieder auf dem Damm. Ein bisschen wacklig noch auf den Beinen, aber doch wieder mehr oder weniger hergestellt. Gesund genug jedenfalls für ein Stück Truffes-Torte. Endlich konnten wir nämlich auch den Geburtstagskuchen, den mein Mann sich extra selber gebacken hatte, anschneiden; am 19. selber waren hier einfach zu viele Leute zu kränklich, um auch nur an Torte zu denken…
Das Foto zeigt heute einen Teil der Briefchen-Überraschung, den meine Kinder und ich heimlich für den Herrn Kirschkernzeit vorbereitet hatten. Die Idee war, dass ihm jeder ein Kärtchen mit lieben Gedanken irgendwo so anbringen sollte, dass er über den Tag verteilt immer wieder eines davon entdecken würde, also angefangen mit einem eigens für ihn schön hergerichteten, mit Kerzenlicht erleuchteten Frühstücks-Platz, wo ein weisses Couvert mit einer Collage auf ihn wartete, über einen in der Arbeitsmappe verstecken kleinen Brief, zu einem völlig unerwarteten Brief von Kind2 in der Post am Arbeitsplatz undsoweiterundsofort.
Bis auf die Tatsache, dass er weder die frisch aufgebackenen Croissants, noch Tee, Orangensaft oder Kaffee zu sich nehmen konnte und das mit der A-Post auch mal wieder überhaupt nicht funktionierte (sie kam einen Tag zu spät an), klappte ansonsten alles ganz wunderbar. Ich glaube, er freute sich wirklich über die guten Wünsche, kleinen Dankeschöns und Liebesbotschaften in seeinen Geburtstags-Nachrichten. Es gab aber auch wirklich ganz, ganz süsse Sachen darunter, ehrlich…
Oben auf dem Bild seht ihr den Ausschnitt eines winzigen Papierbüchleins, das meine Erstklässlerin (nach dieser Anleitung hier) für ihren Papa gefaltet und dann mit Zeichnungen, Fotos und fein säuberlich mit der eben erst erlernten Blockschrift gefüllt hat. Inklusive den Bögen, die sie immer auf den Unterrichtsblättern unter CH oder SCH sieht, was ich ganz besonders rührend finde. Und dieses Liebeserklärung! Einfach Zucker, oder?

„Dezembertage“ heisst meine kleine Serie zum Jahresende.
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