Archiv der Kategorie: what makes me happy

like Instagram 165

Manchmal möchte ich Dinge mit-teilen, ohne allzu viel Lebenszeit vor dem Bildschirm verstreichen zu lassen…
Kurz und bündig und spontan. Ohne Umweg direkt aus dem wahren Leben.
Fast wie bei Instagram.

DSC_0727
In meinem Leben gibt es massenhaft Bereiche, wo ich nicht weiterkomme, wo mich Ängste stoppen und das diffuse Gefühl, irgendwie nichts so wirklich beeinflussen, verändern, gestalten zu können. Ich empfinde mich zeitweise alles andere als selbstwirksam.
Dass ich es jetzt immerhin tatsächlich geschafft habe, für meine “Little Shore Cardigan” meine Blockaden gegenüber “verkürzten Reihen” zu überwinden und (dank diesen Techniken) etwas doch recht Nettes damit entstehen zu lassen, ist eine Art grosser Erfolg im Kleinen für mich.
Natürlich verändert er nicht mein Leben. Aber kleine Schritte sind immer noch besser als gar keine, oder?

Veröffentlicht unter Augenblicke, Dankbarkeit, Stricken, Themen-Reihen, what makes me happy | Hinterlasse einen Kommentar

Für ihre Puppenküche

DSC_0275

Früher, noch bevor ich Kinder hatte, war mir gar nicht so richtig klar, wie sehr es im Leben auf den richtigen Zeitpunkt ankommt. Wahrscheinlich muss man für diese Erkenntnis gar nicht erst Mutter werden, aber nach all den Jahren, in denen ich nun schon kleine Wesen in ihrem Wachsen und Werden begleite, ist es mir mittlerweile einfach in Fleisch und Blut übergegangen: Es kommt nicht nur darauf an, was man tut, sondern mindestens so sehr auch mit wem und vor allem wann. Es gibt gutes und schlechtes Timing, und gerade in der Entwicklung eines Menschenkindes gibt es phasenweise intensivste Interessenthemen, die aber nur für eine manchmal gar nicht so lange Weile bestehen bleiben, ein bisschen wie eine Blume, die nur für einige Zeit blüht oder Samen trägt- und wenn man sie nicht rechtzeitig bemerkt und erntet, ist ihre Zeit, ihre Chance vertan.
Ich denke, meistens ist das kein grosses Drama. Aber schade ist es schon. Mein grosses Mädchen zum Beispiel war mit vier ein leidenschaftliches Puppenmütterchen. Sie schleppte Schmusetier um Schmusetier mit sich herum, bewirtete es mit ihrem kleinen Teddygeschirr am alten Kinderzimmertischchen und konnte sich nicht trennen von den -in meinen Augen- schrecklichen Babyborn Plastikbabies, die sie einmal im Estrichfundus meines Elternhauses entdeckt hatte. Ich hatte lange nach einer Waldorfpuppe für sie gesucht, lange gefahndet und mir alle Mühe gegeben, das perfekte Puppenkind für sie zu finden. Die Wahl fiel mir unendlich schwer. Schliesslich durfte sie ihr ganz eigenes Puppenmädchen sogar selbst zusammenstellen, vom Hautton bis zur Augen- und Haarfarbe. Die lange Wartezeit nahm ich in Kauf, keine Frage, ich dachte mir, je stärker mein Kind sich einbringen kann in den Auswahlprozess, desto inniger wird wohl ihre Beziehung zur Puppe werden…
Schliesslich war die Puppe da, ein wunderwunderhübsches Puppenkindchen, das sofort alle Herzen im Sturm eroberte. Mein Mädchen war glücklich -aber bald, ganz unerwartet bald schon… dem Puppenspielalter entwachsen.
Nur wenige Monate (Wochen?) später blieb die so lang ersehnte und zusammengesparte Traumpuppe im Regal sitzen, Tag für Tag, Woche für Woche- und das bis heute.
Wir waren einfach zu spät.
Ich hätte rascher reagieren und weniger zaudern und abwägen sollen, als ich die Puppenmutti in meiner Tochter erwachen sah… Manchmal wachsen die Kinder einfach einen Zacken zu schnell, nicht wahr?

DSC_0554 DSC_0561 DSC_0556

Genauso lief es mit dem Thema Kinderküche. Schon vor Jahren hatte ich vor, den Kindern einen Spielkochherd zu kaufen. Doch irgendwie lief ich nie dem richtigen über den Weg, sie waren mir alle zu unschön, zu klobig, zu dominant oder auch schlichtweg zu teuer. All meine hochstehenden Selberbau-Vorhaben verliefen ebenfalls im Sand, teils aus Zeitmangel, teils, weil ich einfach doch nicht soooo gerne mit Holz und Farbe hantiere, wenn ich wirklich ehrlich zu mir bin. Und sobald ich mir vornahm, mich endlich eingehender mit dem Thema zu beschäftigen, war das Kind bereits wieder in neue Interessengebiete entwischt, begann zu lesen oder sammelte leidenschaftlichst Pokemonkarten- und das war’s dann auch schon.
Schade eigentlich.

Jetzt, beim fünften Kind aber, scheine ich meine Lektion gelernt zu haben.
Kurz vor ihrem 2. Geburtstag, kaum hatte ich eine gewisse Hartnäckigkeit im Bekochen von Puppenkindern und Plüschtiervolk bei meiner Kleinsten entdeckt, sah ich im Secondhandshop einen äusserst einfachen, kleinen Kochherd aus Holz, eigentlich nicht viel mehr als eine Herdplatte mit Drehknöpfchen und einem kleinen Rückenregal, das man zusammenklappen kann, wenn man das Ganze irgendwo verstauen will. Zwar keine eigentliche Schönheit, aber simpel und nett und superpraktisch und mit einer klaren Aussage: Hier ist Platz fürs Brutzeln und Kochen, ein guter Ort zum Zusammenpantschen von Filzbällchensuppen und Bauklötzchenburgern.
Als meine Kleinste ihre Miniatur- Kinderküche dann einweihte, stand sie sie bei weitem nicht allein am Herd: Drei ihrer Geschwister klapperten eifrig mit ihr in den kleinen, roten Emailletöpfchen, die ich beim Claro-Weltladen entdeckt hatte, schmissen Holzobst in die Pfanne und gossen imaginäres Wasser in die kleinen, bereits ziemlich mitgenommenen Holztassen auf dem rasch gedeckten Puppentisch.
Seither vergeht kein Tag ohne ein lautes: “Ässä!”, das mich an eine liebevoll mit Platzdeckchen, Geschirr und Besteck hergerichtete Puppentafel ruft, wo ich filzige Eintöpfe löffle und an der halben Spielzitrone in meinem Becher erkenne, dass es Zitronensirup gibt heute…
Ich denke, diesmal war das Timing gar nicht mal so schlecht.

Warum ich euch all das erzähle? Eigentlich nur deshalb: Seht ihr den grossen Filzkorb auf den Fotos? Den hab’ ich gemacht, nach dieser Anleitung und aus lauter Wollresten und einzig aus dem Grund, dass ich gerade Lust hatte, ein paar meiner Vorräte zu verstricken. Ausserdem ist so ein Korb recht praktisch, wenn man, so wie wir, ein stark vereinfachtes, dafür aber ständig zu- und wieder abnehmendes Sortiment an oftmals eher improvisierten Puppenkoch-Zutaten in der Puppenküche stehen hat, die alle einen klaren Ort brauchen, wo sie so rasch und unkompliziert wie möglich darin verschwinden können.

Alles in allem eine wahre Freude, das alles. Vom gestrickfilzten Korb (den ich zwar farblich alles andere als hübsch finde, aber trotzdem mag irgendwie) über die richtige Entscheidung zum richtigen Zeitpunkt bis hin zu meinem seelig spielenden kleinen Puppenmütterchen.

DSC_0565

Veröffentlicht unter Dankbarkeit, Familienalltag, Kinder, Stricken, what makes me happy, Zuhause | 4 Kommentare

berührt: Lieblingsmoment

“Berührt” heisst für mich;
Ab und zu möchte ich mein Augenmerk auf all die Dinge und Momente richten,
die mich wirklich berühren.
Wo mich etwas  inspiriert, anrührt, wo ich fühle, spüre, zum Denken komme.
Wo sich etwas bewegt, innen im Verborgenen oder ganz greifbar und sichtbar vor meinen Augen.
Mal voller Freude, mal nachdenklich oder sentimental, mal montags, mal sonnabends, wortreich oder stumm…
So wie es im Augenblick gerade richtig scheint.
(Und wer immer mitmachen möchte, ist ganz herzlich eingeladen.)

DSC_0460-001DSC_0473DSC_0476

Neu angelegte Lavendelbeete (ich liebe Lavendel!), ein paar Rosen und dies und das. Neben mir ein behandschuhter Herr Kirschkernzeit über einer schon halb gejätete Rabatte, die auch die Nachbarin glücklich macht, weil ihre Rosen und Lilien nun nicht länger von unserem Unkraut zugewuchert werden und mich emotional entlastet, weil ich nicht länger mit einem schlechten Gewissen zu kämpfen haben werde, wenn ich zukünftig aus dem Küchenfenster schaue. Ein milder Frühlingswolkenhimmel zu Gummistiefeln und kunterblauem Jerseyjupe, genäht aus den T-Shirts meines Schwagers. Leuchtwesten fürs Profi-Feeling und eine neugierig zuschauende Pandabiene samt Löwenzahnkränzchen auf einem Kinderstuhl am Strassenrand. Und all das gemeinsam und zusammen, Arbeit und Freude nebeneinander und durch einander, freie Zeit, die sich sinn-erfüllt anfühlt.
Ich denke, das ist der Stoff aus dem rasch einmal Lieblingsmomente werden.

Veröffentlicht unter berührt, what makes me happy, Zuhause | 6 Kommentare

Drachenkissen

Wenn die Pausen zwischen meinen Posts und die Lückenfüller immer einseitiger werden (Stichwort Handnähen *hüstel*), dann liegt das daran, dass das Wetter einfach zu herrlich ist und mein Alltag zu rundum geschäftig, um mich fürs Blogpostschreiben vor den Bildschirm zu verkrümeln. Das Wochenende war fantastisch, so warm und sorglos und wie Sommer, einfach wahnsinnig schön, schön, schön. Ich spüre jetzt schon, wie sich alles in mir löst und sich treiben lässt mit den Wolken am Himmelblau, Sommergefühle, wie Strohhüte und Schrebergärten. Und gleichzeitig hat mich etwas erfasst, das einfach noch so viel wie nur irgend möglich in Ordung bringen und hübsch herrichten will, bevor der Sommer wirklich eintrifft, vor den grossen Ferien, wenn alle zuhause bleiben für 5 Wochen und die Arbeit sich zu stapeln beginnt, so dass ich immerzu und permanent hinterherhinke und alle Hände voll zu tun habe, meine Knilche zum Mithelfen zu bewegen…
Na, jedenfalls, mir geht es fantastisch. Und fantastisch fühlt es sich auch an, wenn ich meine Todo-Listen wieder um ein Pünktchen abhaken kann: Jackenschrank ausmisten und sortieren? Jep. Meerschweinchenstall auswaschen und verschieben? Gemacht. Den Platz vor dem Haus gründlich wischen, von Spinnweben befreien und mit Hochdruck abspritzen? Bingo. Kühlschrank saubermachen? Endlich auch mal wieder erledigt. Das bemalte Kissen meiner Grossen nähen?…

DSC_0528 DSC_0529 DSC_0533 DSC_0532

Et voilà! War mir ein Vergnügen.
Auch diesmal musste ein eigenes Kisseninlet zusammengeschnurpft und mit Rohwolle gestopft werden, und wieder habe ich mich auf einen simplen Hotelverschluss beschränkt, zusätzlich verstärkt mit zwei Knopflöchern, denn die Haare meines Mädchens sind inzwischen kurz geschnitten, kurz genug, dass Knöpfe an Kissen keine grosse Verheddergefahr mehr darstellen sollten.
Ihr Bild hat mich übrigens echt umgehauen. Es ist ein zweiköpfiger Drache, der einerseits Feuer, andererseits Wasser speit, Blau und Rot, Hitze und Kälte, beides nebeneinander. Ich mag den gebogenen Drachenhals und die kunterbunte Wolke, die mich unwillkürlich an den knalligen Riesenengel von Nikki de Staint Phalle in der Bahnhofshalle Zürich erinnerte. Es regnet Blau und Violett in Punkten, und der stachelige Riesenschmetterling passt wunderbar zur gefährlich verschrobenen Märchenstimmung.
Hach ja, mein Mädchen…
Ist es nicht erstaunlich, wie viel so ein Kinderwerk preisgibt vom jungen Menschen, der hinter Farbe und Pinsel steht? Wenn ich mir dieses Kissen so ansehe, erinnert es mich augenblicklich an sie, an ihre Wildheit und Eigensinnigkeit, die tiefen Gedanken und ständigen Fragen, an ihren feinen Sinn für jene Orte und Momente, wo es wichtig ist, sich anzupassen und einzufügen, und an ihren Mut, an anderen Orten und im anderen Kontext vollkommen anders zu sein, jungenhaft, laut, kreativ und explosiv. Sie kann so vieles sein. Und Gegensätze in sich perfekt vereinen. Fast ein bisschen wie dieser Drache, wie Feuer und Wasser aus zwei Seiten eines einzigen Wesens…

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...
Veröffentlicht unter kreativ mit Kindern, Nähen, what makes me happy | 6 Kommentare