Archiv der Kategorie: what makes me happy

Trio: Tag 10

Guets Mörgeli!
Wieder Schule heute, ich bin fast ein bisschen froh darum. Wir haben hier bereits seit einer Weile wieder so gut wie normalen Unterricht, sprich, jedes Kind geht in seine normale Klasse zu ganz normalen Zeiten, um ganz normale Schuldinge zu tun. Kein Zwei-Wochen-Takt, kein Homeschooling. Gerade tut mir das eigentlich ganz gut. Es gibt mir Rhythmus und Verlässlichkeit, etwas, was ich selber ganz stark brauche, und was ich nur schwer in unser Familienleben zu bringen vermag; egal, welche Regeln oder Abläufe wir planen und festlegen, schon nach kurzer Zeit läuft wieder alles anders. Koordination und Beharrlichkeit scheinen nicht zu meinen mütterlichen Fähigkeiten zu gehören. Gelassenheit leider auch nicht, und eins kann ohne das andere ganz schön fatal sein…
Wie dem auch sei; wir hatten ein schönes Wochenende. Obwohl ich ein bisschen krank war. Oder vielleicht gerade deswegen? „Dank“ meiner anhaltenden Erkältung, blieb ich nämlich zuhause mit dem Baby, während fast die ganze Familie (bis auf Kind2, der sich auch unwohl fühlte) zu einem ganztägigen Familientreffen aufbrach. Ich hatte wieder Schokoladencreme à la Gemma gemacht, die richtigrichtig toll wurde (Ich muss es nochmals betonen: lasst diese Creme ziehen! Am nächsten Tag oder nach zwei, drei Stunden im Kühlschrank schmeckt sie wirklich viiiiiiel besser als direkt warm aus dem Topf!!!) Mein Mann wiederum brachte seine zwei Blech selbst gemachte Zopf-und Ruchbrot-Kugeln zum Grillfest mit. Er ist Bäcker. Aber nur im Geheimen, wie Lotta von der Krachmacherstrasse sagt.
Von der Creme bekam ich dann ja leider nichts mehr ab, die wurde ratzeputze aufgegessen (yes!) und nur die leere Schüssel kehrte zurück, also kochte ich sonntags gleich nochmals eine grosse Portion. Die steht jetzt im Kühlschrank und wird heut‘ unser extra sahniges Dessert for three, für mich und die beiden kleinen Mädchen, die heute als einziges mit mir am Mittagstisch sitzen werden. Der Rest der Familie isst auswärts. Kind1 bei der Arbeit, wo sie immer gemeinsam kochen (wie cool ist das denn?!), Kind2 ganz alleine irgendwo in der Stadt, wie jeden Montag, und meine Grosse hat ihren Abschluss-Ausflug mit der Klasse, sprich, sie tummelt sich im Wald und brät sich ein Würstchen über’m Feuer.
Nur zu dritt also… Ich und zwei eher kleinere Esser. Ich denke, das ruft nach Pfannkuchen?
Oben auf den Fotos seht ihr noch einen Ausschnitt aus einer Illustrierten, die ich neulich zerlegt habe: Blumenkohl-Blätter kann man mitessen. Nicht bloss die weissen Röschen. Hab‘ ich gerade gelernt. Ich finde es sonderbar, wieviele essbare Dinge ich eigentlich gar nicht kenne. Wieviele essebare Dinge, die wahrscheinlich meisten Leute nicht kennen. Da ist so viel Wissen zwischenzeitlich verloren gegangen. Giersch, Möhrenschalen, Blumenkohlblätter, Himbeer-und Brombeerlaub…. lauter Sachen, die uns gut tun würden, die wir aber einfach wegwerfen, als Unkraut oder unnütz abtun. Weil wir es nicht besser wissen. Ich staune, was man zum Beispiel alles aus schnödem Löwenzahn machen kann! Tee, Kaffee-Ersatz, Medizin, Salat, Honig- unglaublich! Meine Mama hat eine ganze Wiese davon um ihr Haus herum. Da wo früher mal Rasen war *hüstel* wuchert es seit längerem gelb und grün, Löwenzahn und Wegerich hauptsächlich, wenngleich sich Disteln auch noch wohlfühlen. Alles ungespritzt, alles naturbelassen, genau wie die Brennesseln, die büschelweise bei ihr im Schatten wachsen, und die sie immer in ihren Smoothie schmeisst, was ich ganz schön tapfer finde, denn grüne Smoothies sind nicht so meins.
Jedenfalls habe ich eine ganze Tasche Löwenzahn bei ihr bestellt. Blätter zum Trocknen für eine magenstärkenden Tee. Und ein paar Blüten für eine Gesichts-Tonic. Ich finde es unglaublich spannend, welche Welt sich mir gerade auftut. Ich meine, all die Kräuter und Pflänzchen, die ich kennenlernen darf! In der Flasche zum Beispiel ist Essig, den ich mit Oregano und einem Zweiglein Rosmarin angesetzt und ein paar Wochen hab‘ ziehen lassen. Dem Oregano wird nämlich so manche Wunderkraft nachgesagt. Dass er gegen Viren hilft, gegen Pilze und Bakterien und in Magen und Darm für Ordnung sorgt. Von dieser Power kommt jetzt heute ein bisschen in meinen Salat. Superkräfte sollte man nämlich nutzen.

PS. Ach ja… Da das Rezept der Schokoladencreme auf englisch ist; soll ich es euch übersetzen?
PPS. Oje… noch immer habe ich es nicht geschafft, eure lieben Kommentare zu Tag5 zu beantworten… Ich glaube, ich lasse das jetzt einfach so stehen und schicke euch mein allerallerlallerherzlichstes Dankeschön für eure Ermutigung und eure Herzlichkeit. Habt Dank, ihr Lieben!

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Trio: Tag 5

Der Tag fing so gut an wie er aufhörte: entspannt und reibungslos. Mein Babyjunge hatte wunderbar geschlafen und erwachte ganz vergnügt. Ich genauso, vielleicht eine Spur weniger breit grinsend, aber guter Dinge nichtsdestotrotz; die Sonne lachte, der Kaffee duftete in meiner Tasse und die Sommerferien waren wieder eine Woche näher gerückt, lauter gute Gründe, um dankbar zu sein. Ausserdem purzelte kurz vor Mittag ein Päckchen mit Büchern vor meine Haustüre, darunter „Leinen Looks“ von Sabine Lorenz, ein -vom ersten Durchblättern her zu urteilen- fabelhaftes Nähbuch (inkl. Schnittmuster!) mit lauter schlichten, schönen Kleider-, Hosen-, Rock- und Blusenschnitten, die nicht nur absolut tragbar sondern auch ebenso nähbar aussehen. Ganz, ganz toll, ehrlich, ein Grund mehr, warum ich mir wirklich fest vornehme, sobald mein Baby es zulässt, wieder mit dem Nähen anzufangen.
Ich liebe Sachen aus Leinen. Meine Garderobe entwickelt sich immer stärker in Richtung einfach, natürlich und umweltbewusst, und ich glaube, selbst genäht wäre das Ganze noch schöner… Allein; die Zeit. DieZeitdieZeitdieZeitdieZeit… (In meiner Lieblingsliste stehen unter dem Label „Leinenkleidung zum Selbernähen“ übrigens auch das soeben releaste Kleid „Acacia“ von Fabelwald und ihre zauberhafte Bluse „Sambucus“ oder der „Estuary Skirt“ und „Hinterland Dress“ von Sewing Liberated)

Die Natur nach Regen und Kälteeinbruch von neuem summen, schwirren, fiepen und wachsen zu sehen, tut mir extrem gut. Es weckt die Lebensgeister, mich zwischen all das Lebendige zu setzen, ein bisschen die Meerschweinchen zu streicheln oder dem Baby dabei zuzusehen, wie es sich halbnackig mit seinen speckigen Patschhändchen die allerersten Himbeerchen seines Lebens in den Mund schiebt und geniesserisch schmatzend kleine rosa Tropfen auf sein Bäuchlein rollen lässt. Halbsommer. So fühlt es sich an. Warm aber gnädig und das Grün der Bäume ist noch dicht und saftig.
Ich hab‘ meinen Garten so lieb, er wächst mir mehr und mehr ans Herz, je höher die Obstbäumchen wachsen, je verwunschener seine Ecken wuchern. Heute sassen wir zu sechst in der Meerschweinchenweide unter der Quitte und plauderten bei Eiscreme und Wassermelone, ich, die Freundin meines Ältesten, Kind2 und zwei seiner Schwestern, während das Baby in der blauen Sandmuschel im Wasser plantschte und seine tropfnasse Badehose schwang, dass es nur so spritzte.
Friedlich. Entschleunigt. Präsent und wunschlos zufrieden, niedergelassen im Augenblick.
Schön.
Ja, ich denke, heute war ein rundum guter, glücklicher Tag.

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Sonne und Freiheit

Sonne und Freiheit. Meine Pause ist nur sehr kurz gerade, das Baby schläft schon seit bald 40 Minuten und wird sicher bald erwachen, darum muss ich nehmen, was kommt und schreiben, was mir gerade durch den Kopf flattert. Diese beiden Worte waren die ersten. Sonne und Freiheit.
Heute morgen, als ich die Kinder für die Schule bereit machte, war der Himmel bedeckt. Ich fand das ganz komisch, und mir wurde bewusst, wie schnell ich mich an das schöne, sonnige Wetter der letzten Wochen gewöhnt habe. Regentage sind selten geworden, Sonnenschein die neue Normalität. Wie trocken die Böden wirklich sind, weiss ich nicht, eigentlich redet niemand mehr von Dürre, aber der überaus trockene Frühling war schon ein wenig beängstigend, vor allem gepaart mit Corona.
Angst und Unsicherheit scheinen sowieso treue Begleiter zu werden. Irgendwie geht diese Nervosität, die seit dem Lockdown überall mitschwingt und in praktisch jedes Gespräch einfliesst, gar nicht mehr weg. Dabei habe ich eigentlich keine Angst vor Covid-19 an sich. Ich bin gerade mal 40, gesund und mitten im Leben. Krankheit und Tod kommen mir sureal vor, weit entfernt, nicht für mich bestimmt. Weil ich niemanden kenne, der daran erkrankt ist und auch niemanden, der jemanden kennt, der jemanden kennt, der krank geworden wäre, wird Corona für mich immer mehr zum Schreckgespenst, das zwar alle fürchten, aber keiner je gesehen hat, eine Art mystische Bösewichtgestalt, Stoff aus dem Alpträume gemacht werden, aber wir erwachen immer, bevor sie uns erreicht.
Irgendwie finde ich das merkwürdig. Dieser Spagat zwischen Denken und Fühlen. Denn im Kopf bin ich der Regierung ja durch und durch loyal. Ich stehe gerade in dieser Zeit zu 100 Prozent hinter Bundesrat und Co., schweige aber mittlerweile lieber, wenn das Thema Corona-Massnahmen aufkommt, weil die Schere innerhalb der Bevölkerung erschreckend weit auseinander geht, was das betrifft. Von Verschwörungs-Theorien bis zur hellen Panik ist alles vertreten, und das Thema ist hitzig bis glühend, die Debatten werden immer mehr mit beinahe religiösem Eifer betrieben, Sein oder nicht Sein, Kampf und Frieden.
Ich finde das schwierig. Schwieriger als Corona selbst im Grunde. Es ist nicht schön, zu sehen, wie die Menschen einen Keil zwischen sich treiben, Pro gegen Contra, und immer sind die anderen die Bösen. Krisenzeiten machen mir Angst. Immer. Vor allem wenn sie sich ganz real und greifbar auf die Art und Weise niederschlägt, wie wir miteinander reden und umgehen und ihr Gift in den Alltag zu tröpfeln beginnt.
Aber lassen wir das.
Lassen wir es fallen.
Lassen wir los.
Ich möchte dem Ganzen hier nicht auch noch Raum geben. Das Leben besteht aus mehr als Corona und so langsam habe ich die Kontroverse sowieso satt. Vielfalt ist schön, ja, aber mein Herz sehnt sich nach Einheit und Schulterschluss (was natürlich schwierig wird mit 2 Metern Abstand).
Darum… lasst mich einfach ein wenig erzählen, in Ordnung? Vom Banalen und Kaum-der-Rede-Werten. Vom Kleinen, das mich freut oder bewegt und in jedem Leben auf diese oder ähnliche Art auftaucht und uns zu dem macht, was wir sind.

Meine Mutter hat mir Spitzwegerich mitgebracht. Aus ihrer Wiese, die längst kein Rasen mehr ist und praktisch nur noch aus Löwenzahn und Spitzwegerich besteht. Meine Seele lechzt nach Pflanzen und Heilkräutern und Grün und heiler Welt… also mache ich Wegerich-Honig. Für Körper, Geist und Seele.
Wieso sich da eine Spargel im Strauss versteckt hat, ist mir allerdings auch nicht ganz klar.

Mein Baby krabbelt! Manchmal platt auf dem Boden wie die Rekruten, manchmal auf allen Vieren, was ihm ganz klar besser gefällt. Seit letzter Woche sitzt er auch souverän und zieht sich an allem hoch, was seinem doch ganz beachtlichen Körpergewicht standhält. Dieses Kind ist so ein aufgewecktes, wackeres Kerlchen, sein süsser Babyspeck wiegt schwer auf meinen Hüften und lässt meinen Rücken schon nach kurzer Zeit schmerzen, was ein absolutes Novum ist für mich. Rückenweh kannte ich gar nicht bisher. Aber hey; schaut ihn euch an! Mag sein, dass er nicht unbedingt das hübscheste Baby aller Zeiten ist, aber ich liebeliebeliebe dieses Kind über alle Massen und finde ihn so niedlich und knuffig, dass ich wirklich an mich halten muss, nicht den ganzen Tag lang an ihm herum zu knabbern…

Püppi braucht eine neue Nase, hab‘ ich gemerkt. Nach vielen Jahren Puppenleben, hat der Zahn der Zeit offenbar doch ein bisschen zu heftig genagt. Der Stoff ist bereits derart zerschlissen, dass beim Näschen die Füllung raus schaut, ein Anblick, der mich fast ein bisschen gruselt. Jemand meinte neulich, Püppi würde aussehen wie Voldemort, und ich glaube, das trifft den Nagel auf den Kopf und erklärt auch mein Gruseln: Ein Gesicht ohne Nase ist einfach unheimlich. Darum verstecke ich Klein-Püppi -oder Lotta, wie meine Kleinste sie ja eigentlich nennt- vorerst in meiner Nähschublade und hoffe, ich finde entweder jemanden, der ihr ein neues Gesicht und somit ein zweites Leben schenkt oder wenigstens die Zeit, es selber zu tun…

Gerade stolpere ich immer wieder über Szenen dieser Art, kleine Arrangements und kurzzeitig verlassene Projekte mit handgeschriebenen Info-Tafeln, die uns über Do’s und Dont’s aufklären. Für mich ist das jedes Mal eine wunderbare Überraschung, so etwas zu finden, ob Ameisenrevier (weil da eine angeblich seltene, getupfte Ameisenart zwischen meinem Rosmarin und dem Oregano hausen soll) oder Trockenplatz für Tannenspitzen (für Hustentee und Meerscheinchen-Medizin), ich finde alles schön, was Kinder mit Enthusiasmus und aus eigenem Antrieb werkeln und erforschen. Und ihre selbst verfassten Notizen? Noch schöner. Ich glaube, ich werde anfangen, sie zu sammeln und in ein Tagebuch zu kleben, mit Foto vielleicht, so als Erinnerung…

Diesen Montag wurde im Kindergarten der 5.Geburtstag meiner Kleinsten gefeiert. Einen ganzen Monat nach ihrem eigentlichen Geburtstag. Weil an ihrem echten Geburtstag alle Schulen und Kindergärten ja geschlossen waren.
Irgendwie sonderbar. Aber auch schön, vom Gedanken her. Mamas und Papas waren aber diesmal ausnahmsweise nicht erwünscht. Coronabedingt. Und der Geburtstags-Znüni -ich habe 3 Blech Cookies gebacken- musste laut Anweisung von oben auch bereits portionsweise verpackt zum Kindergarten gebracht werden. Aus Hygienegründen scheinbar, was selbst einem obrigkeitsgläubigen Menschen wie mir ein bisschen übertrieben erscheint. Aber nun denn, die Gedanken sind frei, was zählt ist das Handeln. Jedenfalls kamen alle Plätzchen in Plastiksäcklein und die Servietten wurden auch noch gleich dran festgebunden, der Handlichkeit wegen. Grün ist das nicht gerade, ich weiss, und ich muss zugeben, ich zögerte auch einen Moment, als ich an den ganzen Plastik und Papiermüll dachte… Aber diese Zeiten sind einfach… komisch. Vieles ist gerade so sonderbar, unsicher und irgendwie zum Teil auch unsinnig, dass ich manchmal schlicht nicht mehr denken mag, sondern auf Autopilot schalte und einfach mache.
Mein Mädchen hatte einen wunderbaren Nach-Geburtstags-Morgen. Und die Cookies fanden regen Anklang. Daran freue ich mich jetzt. Ungebremst und ohne schlechtes Gewissen.

Erinnert ihr euch noch an das blaue Schaltuch aus dem letzten Post? Ursprünglich rein in Krausrippe gestrickt, war es mir irgendwie doch zu langweilig in dieser rein uni-farbenen, eher dunkel-kräftigen Farbe und so habe alles bis zur letzten Masche rübis und stübis wieder aufgelassen. Und neu gestartet in einem ebenfalls super einfachen, recht schlichten, aber trotzdem ein bisschen stärker strukturierten Muster, einer Mischung aus glatt rechten und schmalen krausen Sequenzen, angelehnt an „Farmhouse“ von Cabin Four, welches ich ganz zauberhaft finde. Das Lochmuster am Rand und im mittleren Längststreifen lasse ich zwar weg und anstelle von zwei Reihen Krausrippe stricke ich jeweils drei, doch ich bin entschlossen, die breite  Abschlussborte zu machen und überall diese Bänder einzuziehen, genau wie im Original. Wolle, handgesponnen von einer alten Lady aus der Region, habe ich mehr als genug, und ich bin wahnsinnig dankbar, habe ich dieses entspannende, unaufgeregte Projekt für mich gefunden, eine Art Ruhepol zu dieser sonst so angespannten, wechselhaften Zeit gerade.
Egal wie heftig der Tag auch war- abends kehre ich zurück zu diesem Tuch, zu diesen Reihen, diesen Maschen und einem tiefen, träumerischen Blau. Um mich zu erden. Zur Ruhe zu kommen. Mir etwas Gutes zu tun.
Jeder braucht wohl einen Fels in der Brandung. Diese stille Ruhe-Strickinsel am Ende des Tages -komme, was wolle- ist meine Zuflucht vor allem Überfluss und Übermass da draussen.

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lauter gute Dinge

: Lieblingsmagazine, ein kleiner heller Teddy aus meiner Kinderheit bei einer bärenliebenden Mama und ein ganzes Bündelchen schöner Schweizer Kartenprints von einer besonders lieben Leserin am See :

: Filzkunst von Allerleirauh, die vom Frühling erzählt, vom Wachsen und Werden und Mutter Erdes neuem Erwachen. Und mir damit mitten ins Herz trifft mit ihrem feinen Humor, der Wärme echt empfundener kreativen Kraft :

: mein Babyjunge mit seinem skeptischen Blick, den vollen Wangen und seiner ganzen prallen Knuddeligkeit. Wir tragen. Immer. Manchmal auf dem Arm, oft auf der Hüfte, aber immer mehr auch auf dem Rücken, was mal besser klappt, mal weniger, aber Freude ist Freude und ich freu‘ mich wie wild an diesem kleinen Kerl :

: erste Frühlingssträusschen und ein süsser kleiner Liebesbrief, der ganz im Geheimen und mit viel Gekicher und Geheimniskrämerei für mich in der Küche bereit gelegt wird :

: bunte Wesen aus dem fernen Süden Afrikas (hello und *Bussibussi*, PoplapDolls!), die mich zum Lächeln bringen und mir zeigen, wie klein und filigran, vor allem wie lustvoll Hand-Werks-Kunst doch sein kann. Unter dem Organza-Röckchen verbirgt sich ein niedlicher kleiner Po-Spalt (die Kinder kichern hier immer) und ein äusserst diskret platziertes Feigenblatt. Lovelovelovelovelove :

: der schnusige kleine Siebenschläfer aus der Kindergarten-Werkstatt hat hier Haus und Herz im Nu erobert. Mit ein paar Filznadelstichen und wenige Nähten meinerseits zum Extra-Fixieren hält nun auch das Schwänzchen tadellos jedem Spiel, jeder Video-Session stand (Gerade eben wurde -extra für Oma- „Siebenschläfer und KleinPanda ziehen um in eine Weinkiste“ mit meinem Handy aufgenommen) :

: Visible Mending mit Kanta oder Shashiko oder Stick-Yoga oder simplen Steppstichen. Egal wie immer man es nennen möchte. Jedenfalls bleibt die pinke Trainerhose aus der Mottenkiste, die schon meine Grosse vor Jahren getragen und ganz gern gemocht hat, noch ein weiteres Weilchen tragbar und bei Lümmellaune :

:Voilà und *töröööö!*: meine Küche, frisch gestrichen, frisch geordnet, aber sonst nach wie vor belebt und jeden Tag aufs Neue bevölkert und verunstaltet- nur um wieder von neuem in Ordnung gebracht zu werden. Nach dem Kochen ist immer vor dem Kochen. Nach dem Aufräumen vor dem Aufräumen. Wenn sich eine Schlange in den Schwanz beisst, dann im Alltagsleben einer Küche :

: Wollschätze, gesucht und äusserst euphorisch, regelrecht auf Wolke Sieben schwebend gefunden am gestrigen Swissyarn-Festival. Wo ich den herrlichsten aller Sonntage mit meiner Freundin Rita, lauter lieben Frauen, einem ein wenig misslungenen, aber trotzdem irgendwie schönen Stick-Kurs  und gaaaaaaaaanz viel unglaublich softer, bunter, köstlicher Wolle verleben durfte. :

Schön, schöner, am schönsten. Mein Herz ist übervoll von all den wunderbaren Dingen und Momenten, die gerade auf mich hereinprasseln. Die Zeit rennt immerzu. Meistens eine Spur zu schnell und zu vollgepackt mit Aufgaben oder anderen Ablenkungen, um mich hier wirklich fokusiert und regelmässig zu melden. Das fehlt mir. Über alle Massen. Aber es ist wie es ist, und ich bin einfach nur dankbar, war es mir heute vergönnt, ein paar kostbare Minuten damit zu verbringen, die kleinen Wunder und Wunderbarkeiten des Lebens hier festzupinnen. So viel Gutes wartet da draussen. Auf jeden. So viel Schönes steckt schon in unserem Tag. Felsenfest und oft ganz unerwartet. Ich bin dankbar und noch immer übervoll mit der knisternden, freudigen Energie des gestrigen Festival-Tages. Ich lechze danach, neue Wolle anzustricken, mich in meine Erlebnisse und Pläne zu vertiefen oder Lieblingsdinge in Lieblingsecken neu zu ordnen und zu geniessen, was ich habe. Doch das Rad dreht sich, die Zeit beisst sich weiter voran: Jetzt huschhusch in die Küche. Essenmachen. Mittagessen steht an, der Tag nimmt seinen Lauf und ich sause hinterher- tschüss ihr Lieben! Bis bald!

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