Archiv der Kategorie: Tutorial

einfache Kinderstulpen

Meine Post-Abstände wachsen… aber ich glaube, mehr schaffe ich einfach nicht. Nicht jetzt. Nicht in den nächsten paar Wochen. Vielleicht nicht bis dieses Baby da ist. Vielleicht (sehr wahrscheinlich) auch, bis dieses Baby geboren und ein wenig gewachsen sein wird, bis meine Zeit wieder freier ist, mein Körper wieder mehr mir gehört. Ich habe gelernt, kleinere Schrittchen zu machen, wenn ich nur schwer vorwärtskomme, und ich lerne immer noch… Kinderschrittchen sind manchmal die Lösung. (Obwohl gerade kleine Kinder mir ihren kurzen Beinchen verblüffend schnell und wenig sein können). Eines nach dem anderen nehmen. Eine Pause einlegen. Warten. Atem schöpfen. Weitergehen. Langsam. Achtsam. Nur so schnell und nur so weit, wie die eigenen Kräfte reichen.

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Und zwischendurch geht es dann plötzlich wieder ganz ordentlich vorwärts, an einem besonders guten Tag oder weil es wirklich aufwärts geht. Dann wird auf einmal sogar ein Ausflug möglich, mit den Kindern, mit dem Liebsten, raus in eine fremde Stadt zum Fische-Beobachten in einer wunderschönen Unterwasserwelt, von der einem nichts weiter trennt als dicke Glasscheiben…
Wir hatten eine gute Zeit gestern nachmittag. Ich fühlte mich wohl und irgendwie in mir ruhend und so richtig da, für die Kinder, für mich, für uns. Und diese Ruhe und der Zauber der Szenen, in die ich so ein klein wenig eintauchen durfte -mit dem Gesicht ganz, ganz nah an die Scheiben gedrückt und ein bisschen Fantasie- taten mir genauso wohl wie die Nähe und das Staunen meiner Kinder…

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Das dunkel melierte Paar Beinstulpen, das meine Kleine hier vor einem der Süsswasser-Aquarie trägt, ist übrigens so ein Projekt für kleine Schrittchen, eines, das nicht müde macht, sondern einfach nur froh. Gestrickt in Kinderschrittchen (bloss rechte und linke Maschen im Wechsel, nichts weiter) für Kinderschrittchen (und darum auch extra schnell fertig). Ich habe es schon vor einer ganzen Weile gestrickt, gerade, als es mit dem Winter so langsam ernst zu wurde und meine Kleine, die Finken wie Socken so lange auszieht bis ihre besorgte Mama es aufgibt, ein bisschen mehr Wärme für ihre kleinen, nackten Füsschen gebrauchen konnte. Über ihre Leggins gestreift (also eigentlich sind es ja meistens Strumpfhosen mit abgeschnittenen, weil total zerlöcherten Fussteilen), bleiben die Beine schön warm, und weil diese Strickstulpen bis hinunter zu den Fussknöchelchen gehen, bekommen auch die Füsse ein wenig ab von Wolle und Wärme. Eine feine Sache. So simpel. So gut.

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Schlichte Kinderstulpen

Für: Meine 2.5jährige Tochter, passt rein vom Umfang her aber auch meinem bald 6jährigen Mädchen und allen Altersstufen dazwischen. Nur die Länge müsste dan auf jeden Fall angepasst werden.

Garn: In diesem Fall hier “Malabrigo Rios” (ein Rest von ihrer “In Threes” damals), 100gr/192 m. Ich habe den ganzen 40 gr. Ball an Garn-Rest, den ich noch in meinem Vorrat hatte, aufgebraucht. Für höhere oder kürzere Stulpen braucht man aber natürlich je nachdem mehr oder weniger Wolle, die gerne auch gemischt zu Ringeln verstrickt werden darf.

Nadeln: Nadelspiel der Stärke 4.5

Maschenprobe: ca. 4.5 Maschen für 10 cm, die Reihenhöhe spielt hier keine Rolle

So gehts

36 Maschen anschlagen (man kann auch schmalere Stulpen oder breitere machen, die Maschenzahl muss einfach durch 4 teilbar sein, damit nachher jeweils 2 rechte Maschen auf 2 linke Maschen treffen). Zur Runde schliessen.
In der 1. Runde jeweils 2 rechte M, 2 linke M im Wechsel stricken. So lange 2re/2li weiterstricken, bis die gewünschte Höhe erreicht ist. In diesem Fall hier habe ich etwa 17 cm gestrickt (dann war der Garn-Rest zu Ende), ein wenig höher wäre aber auch nicht schlecht gewesen.
Für das Abketten habe ich ein elastisches Abketten gewählt, damit der Rand schön dehnbar bleibt, auch wenn die Beinchen sich mit den Jahren runden. Dieses Anleitungs-Video von Wollfein kann ich absolut und wärmstens empfehlen für alle, die nicht recht wissen, wie so was geht (oder es, wie ich, immer wieder vergessen).

PS: Über den caramelfarbenen Strickpullover, den meine Kleine trägt -ein Baby Raglan Pulli von Ela-strickt- habe ich hier geschrieben. Und die hübsche Postkarte mit den Hagebutten drauf, die stammt von Frau Krähe (schön, nicht?)

Veröffentlicht unter Stricken, Tutorial | 12 Kommentare

Fels in der Brandung- Eine Mützen-Liebe

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Ich bin ein Gewohnheitsmensch. In gewisser Weise zumindest. Ich mag es, jeden Morgen genau gleich zu beginnen (zur Zeit mit heissem Kakao, klar), und ich weiss gerne, was auf mich zukommt. Auch beim Stricken. Oder beim Nähen. Und überhaupt bei allem, woran ich mich wage. Irgendwie erstaunt es mich längst nicht mehr, dass meine Socken immer haargenau gleich ausfallen -strickmustertechnisch gesehen. Gäbe es da nicht diese umwerfende Vielfalt an wundervollen, am liebsten handgefärbten Garnen, sie würden allesamt aussehen wie multiple Zwillinge. Ich stricke sie einfach so, wie ich sie kenne, mag und kann. Nach altbewährtem Stricksockenrezept sozusagen.
Einmal ins Herz geschlossen, bleibt eine Strickmuster-Liebe wohl ein Leben lang lebendig. Wirklich gute Projekte geben wir so schnell nicht wieder her, vor allem dann nicht, wenn sie uns so richtig schön vertraut geworden sind, so bekannt und heimatlich, dass wir fast schon blind unseren Weg durch den Anleitungsdschungel finden. Solche Dinge sind unschlagbare Tröster in schweren Zeiten, Mutmacher in kreativen Durststrecken, Aufbauer, wenn andere Strick- (oder Näh-) Versuche misslingen oder irgendwie nie so werden wollen, wie wir sie uns erträumen. Es gibt einfach Strickmuster, die bleiben stehen, wenn alles andere wackelt und bricht. Felsenfest. Sich daran ein bisschen festhalten, tut manchmal Wunder…

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Genau so ein “Fels in der Brandung” ist diese Mütze hier für mich. Also nicht nur diese Mütze an sich -obwohl die meisten ihrer Maschen tatsächlich in eher düsteren Momenten der Erschöpfung und Mutlosigkeit entstanden sind- es ist vor allem auch das Strickmuster an sich. Nach dieser Anleitung (ursprünglich aus einem bereits älteren, schon vergriffenen Buch) habe ich meine allerersten Mützen überhaupt gestrickt. Zuerst für Herrn Kirschkernzeit (damals in einem waldgrünen Melange-Garn), bald darauf für meine Jungens (aus derselben Wolle, weil ich mich noch nicht traute, etwas Neues zu versuchen), einmal für meine Schwester, für meinen Bruder. Und noch einmal für Herrn Kirschkernzeit (diesmal doppelt verarbeitet, damit sie schön kuschelwarm gibt), später kunterbunt geringelt für meine Schwiegermama, diesen Herbst dann in schillerndem Rosenkäfergrün für Kind2 und nun, weich und blaugraubraun, abermals für einen meiner Jungens …
Ein ewiger Kreislauf, ein ständiger Prozess (vor allem, weil unsere Mützen immer mal wieder auf unerklärliche Art und Weise wie vom Erdboden verschwinden…). Aber immer wieder aufs Neue ein gutes Gefühl; beim Wolle-Auswählen (in diesem Fall hier “Malabrigo Rios” in der Farbe “Playa”), beim Anschlagen der ersten Runde, beim Stricken des Bündchens, der Kopf-Form, beim Abnehmen, wo dann plötzlich dieser herrliche Stern zum Vorschein kommt… Zu stricken, was ich kenne, so richtig gut und aus eigener Erfahrung, über Jahre hinweg und bei jeder einzelnen Mütze, jedem Garn wieder aufs Neue, macht das Stricken… zu einem Stückchen Daheim für mich. Wo ich mich auskenne und loslassen darf. Andere Projekte mögen spannender sein, lehrreicher, faszinierender und ganz bestimmt um einiges beeindruckender als diese simple, höchst alltägliche Mütze hier, nach der sich wahrscheinlich keiner je umdrehen wird. Aber nur wenige haben so viele wohltuende Eigenschaften. Und mein vollstes Vertrauen.

DSC_7401 DSC_7400 “Fels in der Brandung”

Garn: Malabrigo Rios oder ein anderes Garn mit ca. 90m-100m/50gr. Lauflänge
Garnverbrauch: ca. 60gr.
Nadelstärke: Nadelspiel Nr. 5
Maschenprobe: ca. 17-18M pro 10cm.
Für eine gute Herrengrösse wären ca. 14M pro 10cm nötig.
Sie passt: grösseren Kindern und Teenagern bis mittelgrossen Erwachsenen-Köpfen. Für eine grössere Mütze schlägt man mehr Maschen an, strickt mit dickeren Nadeln oder wählt ganz einfach ein etwas dickeres Garn. Für kleinere Grössen sollte das Garn dünner sein und/oder die Nadeln feiner oder man schlägt weniger Maschen an. Mützen sind da sehr schön variabel und nehmen alles nicht so genau (eine ihrer grössten Stärken).

Stricken:

Anschlagen: 68 M auf 4 Nadeln verteilt anschlagen.

Bündchen: Alle Maschen in Runden stricken, jeweils 2re/2li, bis das Bündchen etwa 12cm hoch geworden ist. (Nicht erschrecken, die Mütze wirkt am Anfang wegen dem Rippen-Muster enorm eng! Das gibt sich dann aber später wieder. Versprochen.)
Das Bündchen wird übrigens später umgekrempelt und darum ziemlich hoch gearbeitet.

Kopf: Nach dem Bündchen alles glatt rechts stricken, bis die ganze Mütze etwa 28 cm misst. (Bei Kindern eher 26cm)
Alternativ kann man auch alles im Rippenmuster 2re/2li weiterstricken bis zu den Abnahmen. Diese Mütze sitzt dann satter am Kopf.

Abnahmen: Alle Abnahmen werden glatt rechts gestrickt.

Rd1 : Jeweils die 16. und 17. M auf jeder Nadel rechts zusammen stricken
Rd2- Rd4 : glatt re
Rd5 : immer die 7. und 8. M re zus. str.
Rd6- Rd8 : glatt re
Rd9 : immer die 6. und 7. M re zus. str.
Rd10 : glatt re
Rd11 : immer die 5. und 6. M re zus. str.
Rd12 : immer die 4. und 5. M re zus. str.
Rd13 : immer die 3. und 4. M re zus. str.
Rd14 : immer die 2. und 3. M re zus. str.
Rd15 : immer jeweils 2 M re zus. str.

Die letzten 8 M mit dem Faden zusammenziehen und den Faden verstäten. Voilà. Jetzt nur noch: Tragen und Sich-Freuen daran! Der schönste Teil jedes selbstgemachten Projektes überhaupt.

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Veröffentlicht unter Stricken, Tutorial, what makes me happy | 4 Kommentare

Happy Summer Vest (In deutscher Fassung)

Heute morgen verliess eine kleine Elfe das Haus. Der Morgennebel und die frische Herbstluft verwandeln meine beiden Nesthäkchen in Zwerge und Elfenkinder. Sobald der Herbst soweit fortgeschritte ist, dass der Niesel im Gesicht prickelt, kramen wir Zwergenmützchen und Elfenhut aus der Wollsachenkiste, und mein Mädchen trägt heute sogar Strumpfhosen dazu, einen Wollpullunder, die wattierte Regenjacke und Regenhosen mit Flies für über die Gummistiefel.
Euch jetzt, mit diesem Bild vor Augen, mein bordeaux Sommerleibchen (das zweite) vorzustellen, das fühlt sich etwas… schräg an (vor allem auch, weil ihr es schon mindestens 3 mal gesehen habt bisher; hier zum Beispiel, hier und hier…). Aber die letzten 2 Tage waren warm und sonnig, und ich weiss; sobald die Sonne sich ihren Weg durch den Herbstdunst gebahnt hat, wird auch dieser Tag so sein, ein Frühherbst-Tag in Grün und Gold.

Fast wie vor 5 Wochen. Noch war Sommer, ja, aber das Licht… das Licht war dasselbe. Golden und weich, genau wie heute…
Das Babykind spielte draussen, barfuss in ihrer (fast) neuen “Happy Summer Vest”, die beinahe ein bordeaux Strickkleidchen geworden wäre. Röcke und Kleidchen sind etwas ganz Wunderbares für mich, wirklich, und ich freue mich auf die Zeit, in der meine Kleine in Blümchenkleidern und flatternden Tanz-Jupes um mich herumwirbelt- aber für ein Krabbelkind sind Hosen einfach unschlagbar. Jeder lose Stoffstreifen kommt ohnehin sofort in die Quere, und ich glaube, Kinder in diesem Lebens-Abschnitt brauchen vor allem Platz, Freiheit und Geborgenheit, damit sie sich in ihrem Tempo entwickeln können, mit Sinnen, die sich voll und ganz auf die wirklich wichtigen Dinge in ihrem kleinen, spannenden Leben konzentrieren dürfen, und nicht auf sich verheddernde Rockbündchen.
Mamas Röckchen-Fimmel kann warten.

Und so schwierig ist das auch gar nicht, das Warten. Tunikas mag ich nämlich fast genauso gerne, je flattriger, desto lieber, und wenn die Länge stimmt, dann sind wir beide seelig, ich mit meinem Knubbelmädchen in Bordeaux, und das Babykind im weichen, fliessenden Strick, der warm hält, aber nicht zu warm, und der sitzt ohne einzuengen und die kindliche Entdecker-Lust zu hemmen.

Ich habe lange, sehr lange nachgedacht, ob ich dieses wundervolle Strickmuster für euch übersetzen soll (das Original von Rosa Hoban ist in Englisch verfasst).
Normalerweise bin ich vorsichtig mit solchen Dingen, ich möchte achtsam und verantwortungsvoll umgehen mit dem (Gedanken-)Gut anderer und gebe mir grosse Mühe, mich nicht mit fremden Federn zu schmücken, sondern offen und ehrlich zu bleiben und klar zu zeigen, woher ich die Ideen und Anleitungen für ein Projekt habe. Alles andere kommt mir falsch vor. Undankbar.
Bei Rosa Hobans Happy Summer Vest ist es nicht anders.  Ich liebe dieses Leibchen und bin absolut begeistert von seinem einfachen, bezaubernden “Schnitt”… Aber Mrs. Hoban scheint irgendwie … im www. verschollen zu sein: Seit 2009 kein neuer Blog-Eintrag, keine Updates mehr auf Ravelry, keine Reaktionen auf meine E-mails… Es macht mich immer traurig, festgefrorene Momente auf meinem Bildschirm zu sehen, Lebens-Zeichen, ein Blogpost, ein Foto, eine selbstgemachte Strick-Anleitung- und dann nur noch Schweigen zu hören, eine Stille, die es umgibt und von Vergänglichkeit erzählt…

Darum werde ich Rosa Hobans “Happy Summer Vest” übersetzen. Für euch. Und für sie. Aus Dankbarkeit und Wertschätzung, weil ich mir wünsche, dass dieses kleine, feine Stricktop/Kleidchen noch so viel Freude wie möglich in die Welt hinausträgt.

Happy Summer Vest
von Rosa Hoban
(in einer Art Kirschkernzeit-Variante)

Ich habe Rosa Hobans Leibchen ein bisschen abgewandelt (aber wirklich nur ein bisschen) und auch mit anderem Garn gestrickt als sie. Je nach Garn fällt natürlich auch die Grösse des Leibchens ein bisschen anders aus, selbst wenn man ein Garn mit derselben Lauflänge nimmt, kann das Resultat recht unterschiedlich gross sein: Bei meinem ersten Top habe ich zum Beispiel mit “Muskat” von Drops gearbeitet, bei der Tunika für mein Babykind hier mit Lang “Sigma”, und obwohl beide dieselbe Garnstärke aufweisen, ist meine erste “Happy Summer Vest” praktisch eine ganze Grösse weiter geworden als diejenige für das Babykind. Eine Maschenprobe wäre sicherlich nicht übel, schätze ich…
Für die Übersetzung hier bleibe ich möglichst nah an Rosa Hobans Strickangaben, ersetze aber die eine oder andere Angabe und füge persönlichen Notizen beider “Happy Summer Vest”-Versionen überall dort hinzu, wo es mir sinnvoll erscheint.

Diese “Happy Summer Vest” passt für Kinder im Alter von: 1-2 (3-4/ 5-6) Jahren.
Sie wird bis zur Passe rund gestrickt und dann in zwei Teilen hin und zurück fertig gearbeitet.

Material

Garn: Lauflänge 100m/ 50gr. zB. “Muskat” von Drops oder “Sigma” von Lang
Garnverbrauch: 2 (3, 4) mal 50gr. (je nachdem, wie lang man sie haben will, als Tunika oder Kleidchen vielleicht sogar, nimmt man natürlich mehr Garn)
Nadeln: 3.5
Maschenprobe: 22M/ 31R = 10cm/10cm

128M (154M / 176M) anschlagen
Runde 1: alle M re
Runde 2: alle M li
Runde 3: 1M re, *1Umschlag, 2M re zus.str.*   (*bis* wiederholen bis zum Rundenende) (Im Original wird das Lochmuster mit *yarnforeward, 2M re zus.str.* gemacht, aber ein Umschlag ist einfach leichter zu machen und ergibt in etwa dasselbe Muster (sagt Providencia. Auch ein anderes Durchbruchmuster sieht bestimmt zauberhaft aus, denke ich und kann so oft wie man mag wiederholt werden. Ich habe bei meiner 2. Version das Lochmuster 2 Mal gestrickt und werde das ganz sicher wieder so machen. Wenn nicht noch ausgiebiger…)
Runde 4: alle M li
Runde 5: alle M re

Nun glatt rechts weiterstricken bis das Teil 22cm (25cm / 27cm) misst. (Wer es gerne länger mag -so wie ich!- der strickt einfach weiter. Ein Kleidchen wäre sicher wunderhübsch!)

Abnahme-Runde: immer 2 M re zus. str. = 64M (76M / 88M)

Nun beginnt das Perlmuster. (Ich persönlich stricke gerne vor der Teilung in Vorder- und Rückseite 2-3 cm weiter Perlmuster in Runden, damit die Passe kompakter bleibt. Aber das ist so nicht vorgesehen im Original und muss auch gar nicht unbedingt sein.)

Passe

Für die Passe wird jeweils 1 Voderseite und 1 Rückseite im Perlmuster in Reihen hin und zurück gestrickt. Dafür trennt man zuerst einmal die Maschen in zwei gleichgrosse Hälften und legt die eine Hälfte still (mit einer Nadelklammer oder einem langen, dicken Restfaden). Dann strickt man auf 2 langen Nadeln im Perlmuster wie folgt:

1M re, 1M li, 1M re, 1M li… bis Ende der Reihe
1M li, 1M re, 1M li, 1M re… bis Ende der Reihe

So weiterstricken bis Vorder- und Rückenseite ca. 8-9cm (ca. 10cm / ca. 12 cm) messen.
Mit einer Linken Seite enden.

Träger und Ausschnitt:

Rückenseite:
8-10 M (je nach Vorliebe auch mehr oder weniger Maschen) im Perlmuster stricken, dann alle Maschen re abketten bis nur  noch 8-10 M (inkl. der Masche auf der linken Nadel) übrigbleiben. Das sind die Träger-Ansätze, die später mit den Trägern der Vorderseite zusammengenäht werden. Diese Maschen stilllegen.

Vorderseite:
8-10M (je nach Rückenseiten-Träger) im Perlmuster stricken, dann alle Maschen re abketten bis nur noch 8-10 M (inkl. der Masche auf der linken Nadel) übrigbleiben. Das sind nun die Träger.
Diese Träger jeweils ca. 9-10 cm (ca. 8cm / ca. 10 cm*) im Perlmuster stricken
(* Hier habe ich noch keine erpropten Masse, muss ich zugeben. Probiert das Top am besten an und entscheidet spontan!)

Träger zusammennähen:

Die Träger der Vorder- und Rückenseite werden im Maschenstich zusammengenäht. Dafür ist es wichtig, dass die Träger-Maschen der Vorderseite und die Träger-Maschen der Rückenseite dieselbe Reihenfolge haben. Also zB.

Träger der Vorderseite:  1 re, 1 li, 1 re, 1 li
Träger der Rückenseite: 1 re, 1 li, 1 re, 1 li

Die Maschenstich-Maschen wiederum werden dann genau im Perlmuster gemacht, also so:

Träger der Vorderseite:   1 re, 1 li, 1 re, 1 li
Maschenstich-Maschen: 1li, 1 re, 1 li, 1 re
Träger der Rückenseite:  1 re, 1 li, 1 re, 1 li

Für den Maschenstich gibt es hier eine tolle Merkliste, die ich ganz besonders hilfreich finde. Oder das geniale Video von Ingrid aus der Strickpraxis, das ich mir immer wieder ansehen.

So. Fertig. Nur noch Fäden vernähen und anziehen und das Kind verknutschen!
Diesen Teil mag ich im Grunde wohl am allerliebsten.


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Zum Selbermachen: Glücks-Stoff

Mein Mädchen ist in der Spielgruppe, zum allerersten Mal in ihrem Leben (und von nun an also einmal pro Woche für 2.5 Stunden). Sie hat sich absolut unbädnig gefreut, den ganzen Weg lang wurde an meiner Hand gezupft und gezerrt, als hätte ich einen jungen Hund an der Leine, und es war pure Freude, die da so rupfte, Hüpfkindfreude, denn richtige Schritte konnte sie keine mehr machen, nur noch Hüpfer und Hopser. Und ich habe jetzt Muskelkater in den Wangen. Vom Dauerlächeln. Fröhliche, glückliche Kinder sind Glückstoffe, die besser, länger und intensiver wirken als jede Confisserie-Praline. Und das will was heissen.
Um mein Glück noch voller zu machen; Mein Baby schläft. Tatsächlich. Einfach so. Mitten am heiterhellen Vormittag. Ich habe Zeit. Ein klein wenig (also 30 min, aber wir wollen jetzt mal das volle Glas sehen, ja?), Zeit zum Schreiben und für mich, mit noch wachem Geist und energievollem Körper fühlt sich das sehr viel besser an als nachts um zehn, wenn der grösste Teil von Bora Kirschkernzeit schon halb ins Schlummerland enrückt… Wunderbar ist das, hier so zu sitzen und zu tippen! Wie Ferien vom Dienstagmorgenleben. Hach.
Ich bin ja von Natur aus eher der Pessimist, ich rechne -aus Prinzip- schon mal mit Stolpersteinen im Weg und sehe die Kathastrophen kommen, noch bevor sie sich abzeichnen, wie ein Wach-Hund der angibt, weil er von weit her Verdächtiges wittert. Auf diese Art werde ich weniger enttäuscht, seltener überrumpelt – und erlebe eigentlich hauptsächlich positive Überraschungen *grins*. Als Pessimist kannman sich ja noch richtig schön freuen. Weil es oftmals doch viel besser kommt als erwartet.

So wie vor ein paar Tagen, als ich mit meinen beiden Mädels vor drei (!) pappvollen Bananenschachteln mit alten Kinderkleidern vom Speicher kniete und -halb begraben unter Hosen, Pullis, T-Shirts und Ringelsocken- aussortierte. Das meiste davon stammte noch von Kind2, ein paar Sachen von ausserhalb, wo nette Frauen mir die abgelegten Sachen ihrer Kinder zum Durchsehen geschenkt hatte, bevor daraus Kleidersammlungsgut wurde. Mein Mädchen ist gewachsen. Das tun sie ja immer, unsere Kleinen; wachsen, wachsen wie junges Getreide, schlank und hoch und biegsam. Und die Kleidertürmchen im Schrank fallen immer öfters zusammen, weil vieles gar nicht mehr passt, bloss Platz verbraucht, und weil gewühlt werden muss, bis man fündig wird.
Wir sassen also da und teilten die Kistenkleider in drei Haufen, in “Ja, super!”, “Nein, bitte nicht” und “Hm. Daraus lässt sich doch bestimmt noch was machen” (letzteres nach alter Crafter-Manier). Vieles wanderte in Haufen Nr. 2 (nicht weil die Kleider so schrecklich waren, nein, aber wir sind ja hier in “Simplify-your-life-Stimmung”), zwei, drei Sachen kamen in Haufen Nr. 3 und, doch, ja, ein paar Kleider fanden sich auch im ersten Haufen wieder. Unter anderem auch ein blütenweisses, einfaches Mädchen-T-Shirt.
Und genau das war so eine dieser schönen, durch und durch positiven Überraschungen des Lebens. Also nicht unbedingt das T-Shirt selber- aber das, was daraus wurde

Ein weisses Shirt ist ja nun nicht gerade der Stoff aus dem Mädchenträume sind, als “Traumlandkulisse” aber sind sie einfach unschlagbar! Irgendwann fiel nämlich das Wort “malen” bei uns, mitten ins grösste Kleiderschaos hinein, und “drucken” und “Marienkäfer” und “Jetzt, sofort? Au ja!”. Schon sassen wir unten in der Küche mit Freezer Paper, Stoffmalfarben, Schere und Bügeleisen. Und machten meinem Kind ein ganz spezielles T-Shirt; eins mit einem Marienkäferchen drauf. Mein Mädchen liebt nämlich Marienkäfer. Wie die meisten kleinen Mädchen mag sie auch Hello Kitty ganz gerne, aber Marienkäferchen…? Eine ernst zu nehmende Konkurrenz (Gott sei dank!).

Weil Schablonieren mit Freezer Paper so herrlich einfach ist, konnte mein Mädchen fast alles selber machen, und sie war wirklich mit Herz und Seele dabei; Die Marienkäfer-Silhouette auf die matte Papier-Seite zeichnen, das ging ganz fix, wenngleich etwas … ähm … kritisch (“Was? Nicht ausmalen? Aber ein Marienkäferchen braucht doch Punkte!”).  Das Ausschneiden habe dann ich übernommen, die Ränder müssen nämlich sehr sauber sein, dürfen keine Risse haben und auch auf gar keinen Fall gerissen werden. Nach dem Aufbügeln der Schablone auf die Shirt-Oberseite und mit einem zusätzlich eingebügelten Extra-Blatt Freezer Paper als Durchdruck-Schutz in der T-Shirt-Innenseite, kam dann aber mein Kind wieder an die Reihe, zum Malen. Sie pinselte den oberen Teil mit schwarzer, den unteren Teil mit knallroter Textilfarbe aus, seelenruhig und schön von Seite zu Seite (Das heisst- da wir in Rot bloss noch Stifte hatten, wurde hier eben gestrichelt. Geht auch. Prima sogar.) Eine schwarze Mittel-Linie markiert die Flügel, Punkte werden entweder mit der Rückseite des Pinsels oder mit einem schwarzen Textilstift aufgetupft bzw. aufgemalt. Voilà. Einfach und gut. Und doch so raffiniert. Aber  sind die besonders guten Dinge das nicht meistens? Einfach, gut und raffiniert?

Über Mittag musste der Käfer dann trocknen. Vorerst noch ohne Fühler oder Beine. Die kamen erst nach dem Entfernen des aufgebügelten Papiers dazu -schwupps, schwupps- mit ein paar knappen, beherzten schwarzen Strichen aus der Hand meines Mädchens.
Wo wir gerade von Glücks-Stoffen sprachen; Auch Kinderkunst macht mich glücklich. Bis über beide Ohren. Und spazierengetragene Kinder-Kunst macht sogar noch glücklicher, und nicht nur das; sie kann sogar richtiggehend süchtig machen. Wappnet euch also Freunde…

Ach ja,ehe ich’s vergesse; ratet mal, was mein Mädchen heute trug für ihren allerersten, heiss ersehnten, voller Freude erwarteten Spielgruppen-Morgen?…

Vorfreude + Marienkäferchen + Kinderkunst + die Gunst der Stunde
= Glücksstoffe en masse.
Neu sogar mit lila Sommerblumenwiese.
Könnte sein, wir haben gerade den Glücks-Code geknackt.

 

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