Archiv der Kategorie: Themen-Reihen

Dies und das

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Fast neun Uhr abends. Wenn ich Glück habe, schlafen die Mädchen jetzt. Meine Kleinste liess ihren Mittagsschlaf heute aus, und ich hatte überhaupt nichts dagegen einzuwenden, denn die letzten Tage wurde es wahnsinnig spät mit ihr (halb elf oder so), weil ich es nachmittags einfach nicht übers Herz brachte, sie aus ihrem Nickerchen zu wecken. Neun Uhr ist okay, mehr noch; es ist wunderbar, weil noch ein rechtes Restchen Abend übrig bleibt, in dem sich einiges stricken lässt, so die eigenen Kräfte es erlauben (und sofern die aktuelle Stelle im Roman nicht so spannend ist, dass ich gleich bei den Kindern im Dämmerlicht im Bett hängen bleibe). Natürlich wäre halb neun noch wunderbarer. Und acht Uhr schon unverschämt grossartig.
Nun gut.
Mein letzter Eintrag liegt ein paar Tage zurück, was damit zu tun hat, dass ich häufig zu schlapp war fürs Schreiben und ohnehin nicht recht wusste, was ich hätte erzählen können. Manchmal habe ich einfach nicht viel zu sagen. Die Tage waren grau und kalt und immer ein bisschen schwermütig und einerlei. So schwermütig, dass ich mir nicht anders zu helfen wusste, als Packungsweise Wäsche und andere Textilien zu färben, um meinem Tag wenigstens ansatzweise so was wie kreativen Flow zu verpassen. Auf der anderen Seite gab ich Vollgas in Sachen Jackenstricken, was tatsächlich eine Freude ist; gerade jetzt bin ich beim zweiten (!) Ärmel meiner blauen “Canvas Cardigan”, wobei ich sowohl die Ärmel als auch den Körperteil länger mache als in der Anleitung angegeben. Ich brauche einfach etwas Warmes, Kuscheliges, jetzt wo die Tage immer fröstliger werden. Die ganze Zeit über sehne ich mich schon nach etwas so richtig mummelig Warmem, in das ich mich einlullen kann, wenn ich morgens todmüde in einem eisigen, alten Haus runter in die Küche tappe, um mir meinen Morgenkaffee zu brauen. Gerade die Morgen sind so hart. So früh und ungnädig. Und dann jedes Mal der Aufbruch mit zwei kleinen Kindern raus in die herbstlich graue Kälte *brrr*. Ich kann euch gar nicht sagen, wie sehr ich darauf brenne, dieses Jackenprojekt endlich abzuschliessen und reinschlüpfen zu können…!
Um ehrlich zu sein, habe ich die unendlich vielen Runden glatt rechts auch langsam ein wenig satt. “Anja” lockt sirenengleich, was kein Wunder ist nach so vielen Stunden blauer Wolle und rechten Maschen bis zur Unendlichkeit. Um mir Mut zu machen, habe ich schon mal eine Maschenprobe mit dem dafür reservierten Alpaca-Garn gemacht- und dabei Feuer gefangen, voll und ganz. Das naturfarbene, braune Garn von “Alpacacolor” ist ein absoluter Traum von Wolle! So wahnsinnig soft, richtig halsschmeichlertauglich und wunderbar naturbelassen. Dass jeder Knäuel von A bis Z hier in meiner Heimat hergestellt wird und von garantiert “glücklichen”, liebevoll umsorgten Tieren stammt, macht den eher hohen Preis für mich absolut wett, denn nachhaltiger, gesunder und fairer geht es nun wirklich nicht mehr, oder? Jedenfalls freue ich mich wie verrückt darauf, eines Abends dann in meine neue, blaue Strickjacke gewandet auf dem Sofa zu sitzen und mich mit den herrlichsten Alpacagarnen an einem ersten Fair Isle Projekt zu versuchen.
Und sollte es nicht recht klappen, werden Pulswärmer daraus (die hier finde ich einfach hinreissend!).

Was könnte ich sonst noch erzählen?

Dass wir es heute ausnahmsweise mal wieder zur Kirche geschafft haben, aber derart knapp, dass für einen Kaffee keine Zeit mehr blieb, was mir Kopfschmerzen bescherte und ein ganz schummriges Gefühl (koffeinabhängig, zweifellos). Aber immerhin, wie waren da. Dass Herr Kirschkernzeit einen kleinen Quittenbaum in die Mitte unseres Gartens gepflanzt hat, wo er ganz zauberhaft aussieht und sogar noch Laub trägt, grün fast noch, während der Rest der Bäume mittlerweile praktisch kahl ist. Gestern und heute kam es mir vor, als würde es gelbe Flocken schneien, dabei waren es nur die Birken, die ihr Goldlaub an den Herbstwind verloren.
Dass ich mich jetzt schon freue auf die Schwarzwäldertorte, die mein Liebster gerade in der Küche nebenan zusammensetzt, obwohl dazu eigentlich kein Anlass besteht und er ohnehin schon zu viel um die Ohren hat, der Arme. Wobei, vielleicht sind gerade das ja die besten Gründe für eine opulente Torte?
Dass ich mich ausserdem freue aufs Weiterstricken heut abend und auf mein warmes Bett und meinen Geburtstag nächste Woche und darauf, dass die Sonne wieder scheint und das Laub ein letztes Mal schimmert wie goldene Konfetti, bevor der Regen es matschbraun färbt.
Mehr fällt mir jetzt nicht ein.
Nun ja, dafür, dass ich eigentlich nichts zu erzählen hatte, ist dieser Post hier ganz schön lang geworden…

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Wochen-Ende: mollig wollig

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Dieses Wochenende stand ganz im Zeichen der Gemütlichkeit. Wir waren… ziemlich häuslich, und wenn ich es mir recht überlege, war es genau das, was wir alle gebraucht haben und was die letzten zwei Tage so gut gemacht hat für uns.
Das frühe Aufstehen (6:45 Uhr) unter der Woche und meine vor allem morgens sehr straffe Terminplanung mit Kinderaufwecken, Anziehenhelfen, Frühstückmachen, Zähneputzen und Haare bürsten, Znüni-Zusammensuchen, Jacke-, Schuhe- und Leuchtstreifen-Überstülpen und dem emotional eigentlich nie wirklich entspannten Weg mit meinen beiden Kleinsten zum Kindergarten… das macht mir erstaunlich schwer zu schaffen. Ich bin manchmal schon am Vorabend erschöpft und kämpfe zunehmend mit meiner Motivation. Und mein Magen rebelliert, was nichts Neues ist bei mir, aber ein recht diffuses Symptom, das ich bisher für vorübergehend gehalten hatte, das mich nun aber dauerhaft begleitet, wie es scheint. Interessant finde ich ja, wie rasch mein Körper sich wieder gesund anfühlt, sobald ich mich auch innerlich wohl und entspannt fühle und das Leben mir Freude macht.
So wie an diesem Wochenende, wo irgendwie alles stimmte und mir selbst eine zweite Tasse Morgenkaffee nichts anhaben konnte…
Ich will jetzt hier gar nicht viele Worte verlieren, denn mein Wochenstart war wiederum recht vollgepackt und dank Laternenumzug der Schule inklusive zu betreuendem Rübenschnitzen im Kindergarten gleich noch einen Zacken durchorganisierter. Es könnte sicher nicht schaden, heut nacht mein Nachtlicht für einmal vor elf zu löschen, aber für einen kurzen Rückblick reicht es noch, denke ich…
Denn das hier war einfach wunderbar:
Die Caramels, an die ich mich gewagt habe, in einem spontanen Anfall von Experimentierlust, und weil ich den Eindruck hatte, aus diesem Buch hier, das schon seit einiger Zeit unbenutzt in meiner Küche steht, endlich auch einmal etwas nachkochen zu müssen. Ich hatte mir vorgestellt, mit Zucker, Butter und der einen Tube Kondensmilch, die ich mir vor Ewigkeiten mal für irgendwas gekauft hatte, ganz auf die Schnelle ein paar Caramellen zaubern zu können, war dann aber recht erstaunt, als dieses Unterfangen vielmehr eine Stunde in Anspruch nahm- und damit praktisch den ganzen Mittagsschlaf meiner Kleinsten “verbrauchte”… Trotzdem war das Resultat eine echte Offenbarung mit hochgradigem Suchtfaktor, und das, wo ich bis anhin immer der Überzeugung war, ein vollprozentiger Schokomensch zu sein, dem Caramel eher zu unverblümt süss wäre. Weit gefehlt. Auch wenn’s Zeit kostet und einiges an Aufmerksamkeit vor dem Kochherd erfordert: Das mach ich bestimmt wieder einmal.
Zweites Highlight war der Pompon meiner Tochter, den sie aus ein wenig Restewolle ihres salatgrünen Strick-Pullovers gemachte hat. Er ist rund und lustig und ihr ganzer Stolz- und bambelte heute abend beim Laternenumzug fröhlich von ihrer Wollmütze. Besonders schön fand ich, dass sie ihren ersten Bommel von A bis Z alleine machen konnte und wollte und ich nichts weiter zu tun hatte, als ihr dabei zuzuschauen und ein wenig beim Abbinden zu helfen. Pompoms sind so eine feine Sache. Ich sollte mir wirklich auch mal welche machen. Wollreste gibt es hier schliesslich mehr als genug, und eine Mütze mit Bommel ist… nun ja, eben eine Mütze mit Bommel.
Und das hier fand und finde ich gleich ebenso schön: Ein paar Knäuel Wolle -ja, noch mehr Wolle- Alpaca aus der Region, versponnen ebenfalls in der Schweiz und von Hand mit Pflanzenfarben gefärbt. Ich habe die Alpaca-Bäurin samstags an einem Handwerksmarkt getroffen, und mir war augenblicklich klar, dass ich ihren Stand nicht ohne das eine oder andere Schätzchen verlassen konnte. Jetzt habe ich genügend Wolle für eine süsse, kleine Anja-Hat beisammen. Braun schwebt sie mir vor (ungefärbt), mit zweifarbig grünen Blätterranken und zu einer Art Blüte umfunktionierten altrosa Schneekristallen. Ich drücke mir schon mal selber die Daumen, dass ich dieses erste FairIsle-Projekt auch wirklich fertig bringe. Vor etwa einem Jahr hatte ich schon einmal einen Anlauf genommen und mich auf ein kleines Beutelchen aus dem Making-Magazin gestürzt, auf den “Sea Urchin Treasure Bag”, den ich noch immer absolut bezaubernd finde. Leider kam ich mit den miniaturkleinen Charts überhaupt nicht klar und mit dem Vergrössern von Magazin-Kopien ebensowenig, also warf ich kurzerhand das Handtuch. Mal sehen, ob’s beim zweiten Anlauf besser klappt. Ich meine; auf der “Anja”-Mütze ist immerhin sogar ein Bommel mit drauf…

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Manchmal möchte ich Dinge mit-teilen, ohne allzu viel Lebenszeit vor dem Bildschirm verstreichen zu lassen…
Kurz und bündig und spontan. Ohne Umweg direkt aus dem wahren Leben.
Fast wie bei Instagram.

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Das ist bald Geschichte. Für dieses Jahr zumindest. Unser Gärtchen und das unserer alten Nachbarin liegt ein klein wenig versteckt zwischen Häusern und ein paar letzten Bäumen. Vieles von dem, was ich mag an meinem Zuhause, habe ich den Bäumen zu verdanken. Ihre Kronen und Stämme schützen uns vor Wind und gar zu argem Wetter, spenden Schatten und Feuchtigkeit und machen diesen Ort zu einem für mich manchmal magischen, verwunschenen Ort, vor allem, wenn ein Gewitter aufzieht oder der Himmel abends leuchtet und alles in sein weiches Licht taucht oder im Sommer, sobald die Sonne so steht, dass sie sich hinter den Baumkronen verstecken kann, dann flirrt alles und der Garten wird sanft grünschattig gesprenkelt. Es ist kein schlechtes Plätzchen hier.  Und die Bäume… die sind gut.
In diesem Jahr macht es mich besonders wehmütig, sie all ihre Blätter abwerfen zu sehen. Kahle Äste kommen mir plötzlich vor wie… Skelette… Dabei hatte ich den Spätherbst doch mal so gerne…

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Die Herren der kirschkernschen Schöpfung inklusive meinem grossen, wilden Löwenmädchen sind in den Bergen, die beiden Kleinen auf ausdrücklichen Wunsch hin für ein paar Nachmittags-Stunden bei Oma.
Perfekt.
Ich fläze mich aufs Sofa und verbummle den Tag mit der ollen “Canvas Cardigan”, Sandwiches zu schwarzem, süssen Tee und einer altmodisch-kitschigen Wildwest-Schnulze fürs Gemüt (Achtung Geigen: “Skylark” mit Glenn Close und Christopher Walken). Das alles ist so wunderbar gemächlich, gemütlich und… massgeschneidert. Möge die Zeit kurz einmal stehen bleiben…
Das Beste daran: Nachts um nicht einmal neun Uhr schlafen bereits wieder alle. Der Abend gehört mir. Keine Frage, was ich tun werde, oder?

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