Archiv der Kategorie: Schatzkammern im Netz

wollig gute Zeiten

Mir geht es gerade rundum gut.
Ehrlich!
Obwohl ich meinen Eisen-Infusions-Termin nun schon wieder um eine Woche oder mehr verschieben musste (Babysitting-Probleme), fühle ich mich einfach… zufrieden. So ausgefüllt irgendwie. Aber nicht überlastet. Meine Nächte sind besser geworden; die Mädchen schlafen nun alle beinahe durch, was ein Novum ist, eine Neuheit, ein erste Mal seit über 16 Jahren nun… Und es tut so dermassen, wahnsinnig, unsagbar gut, wisst ihr! Einfach schlafen, wann ich will. Und so tief, wie Schlaf eben sein soll. Ich fühle mich mindestens 10 Jahre jünger! (Auch wenn das keiner sieht.) Sogar, wenn es spät wird -und das tut es, glaubt mir nur, meistens bringe ich die Selbstdisziplin nämlich nicht auf, vor 23 Uhr ins Bett zu gehen- bin ich niemals mehr so gerädert und durch den Wind wie früher… Das ist wunderbar. Ein neues Lebensgefühl, das mich wahnsinnig dankbar macht und richtig glücklich.
Ich bin wieder ich.


Gestern habe ich übrigens zum allerersten Mal einen Abend mit Netflix verbracht. Strickend selbstredlich, denn Wolle und Nadeln, das muss schon sein. Mein Liebster hat mir alles eingerichtet und ich bin vollauf begeistert über das Programm hergefallen, um alles mögliche an historischen Filmen und kitschigen Serien zusammenzusammeln und auf meine Liste zu setzen. Ich liebe Kostümdramen. „Downton Abbey“ wäre schön, „Mr. Selfridge“ oder die „Miss Marple“-Serie, aber da es all diese Schätzchen leider bei Netflix nicht zu haben gibt, tröste ich mich vorerst mit „Landgirls“.
„Du bist ja richtig modern geworden!“, meinte meines Schwester J. gestern nachmittag, als sie mit meinem kleinen Neffen (süüüsss!!! Für ihn stricke ich auch das silbergraue Zwergenmützchen) spontan zu uns zu Besuch kam und mich erzählen hörte. Sie ist das nicht gewohnt, ich weiss. Es hat 38 Jahre gedauert, bis ich „Ja“ sagen konnte zu einem Handy, und bis gestern habe ich DVDs gekauft, wenn ich mir einen Film ansehen wollte. (Was für ein Unsinn! Das Zeug stapelt sich nachher ungenutzt in meinen Schränken, weil ich mir nur wenige Filme mehrmals ansehe, „Hercule Poirot“ und „Chocolat“ mal ausgenommen).
Aber wisst ihr was? Ich finde es grossartig, dieses moderne Zeug! Ich und mein Handy zum Beispiel, sind ein prima Team. Wir lassen und gegenseitig leben und jedem seine Zeit, aber wenn ich es brauche, dann ist es da. Für kurze Grüsse oder ein Foto an eine Freundin dann und wann. Für ein Kinder-Interview an Oma. Für Sprachnachrichten oder spontane Einladungen und all die Dinge, die einem so unheimlich gut tun, aber sofort vergessen gehen, wenn man sie zu lange aufschiebt. Ich fühle mich den Menschen sehr viel… näher, jetzt, wo ich auch einfach mal nur „kurz anklopfen“ und einen Gruss oder eine Randnotiz mit etwas besonders Schönem hinterlassen kann, statt gleich anrufen zu müssen und dann eine halbe Stunde am Telefon zu sitzen, obwohl ich dazu eigentlich gar keine Zeit habe… Mir macht das so viel Spass. Das Vernetztsein. Es muss ja nicht gleich rund um die Uhr sein; die meiste Zeit liegt das Handy ohnehin einfach bloss still und stumm in einer Ecke.


Den zauberhaften Blütenkranz auf dem Bild oben mit all den Blüten meines Gartens, hat mir übrigens mein Kindergartenkind gemacht. Einfach nur so. Als ich zum Kaffeetrinken in die Küche kam, hatte sie bereits alles für mich vorbereitet, liebevoll und aufgeregt, weil es ja eine Überraschung war, und Überraschungen sind immer aufregend. Ich fand das so süss von ihr!
Die grüne Strickwolke neben meinem Blütenreigen ist der „Tama“-Pulli meiner Kleinsten. Er ist mittlerweile fertig. Aber noch nicht so richtig fertig. Die Fäden sind noch zu vernähen und das Waschen und Blocken stehen kurz bevor. Ich hoffe inständig, dass die Passform dann irgendwie besser aussehen wird. Bis jetzt schaut es mehr aus wie ein grüner Kartoffelsack und ich bin ein wenig enttäuscht. Vor allem der Armausschnitt ist ziemlich voluminös geraten, die Ärmel ungeheuer geräumig. Weil ich unbedingt einen Pulli für meine 3jährige wollte und keinesfalls einen für meine 6jährige (der er wohl besser gepasst hätte), habe ich die Ärmel für ihren Umfang eher kurz gestrickt und mit einem langen Bündchen versehen, damit er sich umklappen lässt und mitwächst. Beim Bauch habe ich nochmals aufgelassen und ebenfalls ein Bündchen gemacht statt der angegebenen Krausrippe. Jetzt ist alles ein wenig schief und sonderlich… Mal sehen, wie das noch herauskommt. Manchmal ist ein Bad allerdings alles, was ein Strick-Projekt braucht, um einem schlussendlich doch noch positiv zu überraschen…


Und da wir gerade von „überraschen“ sprechen; seht euch dieses Paket hier an! Ein Wunder! Ein Häkelwunder!
Rita hat ein ganzes Jahre lang geschuftet und kreiert und eine wahre Flut an kunterbunten, absolut perfekten Häkelfrüchtchen und Häkelgemüse geschaffen… und sie alle mir und meinen Mädels geschickt! Unfassbar! Habe ich etwa den Jackpot geknackt?!
Ich kann mein Glück kaum fassen… So viel Schönheit, so viel Grosszügigkeit und Herzlichkeit macht mich einfach sprachlos…
Eines ist jedenfalls schon mal klar; von diesen herrlichen Schätzen wird nur ein Teil in der Puppenküche landen- Birnen, Kürbis, Apfel, Radieschen, Kirschen und Co. (sogar Erbschen gibt es!!!) sind nämlich einfach viel zu schön, um im Kinderzimmer zu verschwinden. Die kommen auch auf den Esstisch. Aufs Fensterbrett. Zu meinen Filz-Engeln. Neben mein Bett. In Nischen und freie Plätzchen zu all den Szenerien, die sich hier immer wie von Zauberhand zusammenfinden mit Zeichnungen, Sammelsurien aus Postkarten, Spielfiguren und Jahreszeitenkram, ein Abbild vom Alltagstrubel und dem ständigen Wechsel im Jahreslauf. Gerade lachen mich die entzückenden Fliegenpilzchen an. Der dicke, orange Patchwork-Kürbis (*schmacht*). Ein roter und ein grüner Schneewittchenapfel. Ach was… da lacht alles. Die ganze Obst-Gemüse-Box.
Mein ganzes Herz.
Ich freue mich so, dass wir jetzt mit Ritas zauberhafter Häkelkunst leben dürfen!

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Ich mag…

… wie Kind1 mit ein paar seiner Kumpels Kochvideos von Youtube als Grundlage nutzt, um selber ein wenig am Herd zu experimentieren und seine Versuche via Audio mit den anderen zu teilen. Das macht einfach Spass. Schon beim Zusehen. Und auch beim Probieren und Diskutieren. Immerhin ist Kind1 der erste in diesem Haus, der jemals irgendwas fritiert hat. Was mich echt ein bisschen stolz macht. Die russischen Teigtaschen jedenfalls, die Kind1 eines Nachts ziemlich spät aber souverän in seiner Pfanne voll Öl gebrutzelt hat, werde ich wohl niemals mehr vergessen (Danke, Boris aus Russland!). Dass er mir danach auch noch brav und aus absolut freien Stücken die ganze Küche wieder aufgeräumt hat, auch nicht. Gut gemacht, mein Sohn.

Ich mag… dass Kind2 seinem grossen Bruder insofern nacheifert, als dass er dessen Leidenschaften für sich selber prüft und dann vielleicht das eine oder andere mitmacht. Oder einfach selber ausprobiert. Indem er russischen „Kompot“ macht zum Beispiel, einen erstaunlich köstlichen und tadellos hausgemachten Frucht-Drink aus reifem Obst, Wasser, Zitronensaft und genügend Zucker (aber nicht zu viel, es soll ja kein Sirup werden). Ich war zuerst sehr skeptisch, doch jetzt bin ich ein erklärter „Kompot“-Fan, der sich von nun an ganz neu auf jede Himbeer- und Zwetschgen-Saison freuen wird- und endlich weiss, was aus den tiefgekühlten Früchten im Keller werden wird, sobald kalt und grausig der Winter einzieht (nochmals dank an Boris!)…
Kind2 hat seine kulinarische Neu-Entdeckung übrigens gleich nach dem Testlauf nochmals gekocht und unseren Milch-Kessel damit gefüllt; für den nächsten Schultag. Damit sein Lehrer (und die Klassengspäänli) auch einmal probieren können. Irgendwie rührend, oder?

Ich mag… die Freude, die einem überkommt, wenn man glaubt, das perfekte Geschenk für einen lieben Menschen gefunden zu haben. Oder zumindest ein ziemlich gutes.
An diesem kleinen Geschenk-Korb voller hausgemachter Dinge für meine Schwester E. hatte ich selber grosse Freude. Waschmittel aus eigener Produktion ist darin, Holunderbeeren- und Blütensirup, Thymian-Honig und Zitronenverbene-Tee aus der Kräuterspirale, ein Glas Johannisbeer-Gelee von dieser Ernte und das kleine Einhorn-Lavendel-Kissen, in das ich mich selbst ein bisschen verguckt habe beim Nähen (oh, dieser Print!). Es hätte noch mehr darin Platz gehabt und ich bin sicher, beim nächsten Körbchen wird noch das eine oder andere dazu kommen…

Ich mag… die Freude, die es macht, selber schöne Post zu bekommen. Ich meine, schaut euch das an; die zauberhaftesten Blüten-Ladies ever! Mamaniflora kann nicht nur wunderbar von Pflanzen, Wald und Feld erzählen, sie zeichnet auch ganz grossartig! Ich bin schlichtweg hingerissen von ihren Bildern (und ihrem Blog, ihrem Wesen) und musste einfach einen kleinen Satz Postkarten bei ihr bestellen. Die Idee ist, jeweils ein 3er-Set in meine nächsten Kräuter-Kraft-Geschenk-Körbe zu packen, als schöne Ergänzung zu Teemischungen, Kräuterhonig, Tinktur und Sirup, aber auch sonst… wie hätte ich widerstehen können?
Im grauen Päckchen liegt übrigens bei einem Extra-Set Karten (die ich ganz für mich behalten werde!) eines von Mamanifloras Traum-Kissen. Kräuterduftig. Und einfach zauberhaft. Genau wie ihr süüüüüüüssssssses, selbstgemaltes Anhängerchen, das mich an Russland, Matroschkas und die herrlichen Stickereien des Ostens erinnert… Hach…

Ich mag… wenn die Dinge sich bewegen. Wenn Räume sich verändern. Besser werden. Organisierter, angepasster an die Menschen, die darin leben, an ihre Bedürfnisse und die Art und Weise, wie sie leben. Über dem weissen, selbst gezimmerten Board, das in der Stube beim Basteltisch steht, hingen bisher grosse Rahmen mit Kinderzeichnungen. Das war zwar hübsch, aber wenig praktisch, denn eigentlich, eigentlich fehlt uns vor allem Stauraum, Platz für all das Bastelzeug, die Bügelperlen und Pinsel und Papierstapel und Scheren und Stifte und so, die hier tagtäglich benutzt werden. Das weisse Board reicht nie und nimmer. Und in der Kommode steckt bereits all mein Nähkram (oder ein Teil davon *hüstel*).
Unten im Keller lagert gerade die Lösung für unser Dilemma; ein von Herrn Kirschkernzeit gezimmerter Holz-Aufsatz, der nach dem Streichen noch lackiert werden muss und später dann, ganz ähnlich dem alten Buffet in der Küche, als Aufbewahrungs-Ort für allerlei Vielbenutztes dienen soll. Und als kleiner Show-Room für diejenigen Bastelarbeiten -hauptsächlich die 3-Dimensionalen wahrscheinlich- die irgendwie nirgendwo sonst ein gutes Plätzchen zu finden scheinen (alle Fensterbretter sind längst besetzt). Ich freue mich wie verrückt darauf! Auf mehr Ordnung, mehr System. Und darauf, dass dieser Tisch auch mal wieder frei wird…

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am Werk

Für unsere erste Ladung Apfelringe, die hier vor allem bei den Knirpsen heiss begehrt sind, konnte ich die allerhübschesten Bambus-Dosen ever finden; Zwei unglaublich süsse „Lunchbox Deluxe“ von „Bamboofriends“ (zB. bei Chicmic, in meinem Fall aber entdeckt bei Orell Füssli während einer herrlichen, kurzen Stöbertour, die ich am liebsten eeeewig ausgedehnt hätte *seufz*). Der Preis war recht happig, aber ich konnte trotzdem nicht an mich halten und musste einfach zwei dieser Schätzchen mit nach Hause nehmen. Vor allem die Muster „Rustic Flowers“ mit den wahnsinnig schönen Kornfeld-Bauernblumen und „Romantic“ mit seinem zarten, floralen Print, sind einfach zu schön, um wahr zu sein… Allerdings finde ich sie alle schön. Schön, schön, schön! Wenn ich so darüber nachdenke, glaube ich; Ich will sie alle!
Seit einer Weile bin ich dabei, all unsere Plastikboxen -von denen wir jetzt nicht unbedingt viele hatten, aber für mein Gefühl noch immer viel zu viele- gegen nachhaltigere und ästhetischere Vorrats- und Znünidosen einzutauschen. Gerne mag ich die glänzenden, äusserst robusten Metallboxen von „Eco Brotbox“, mit denen ich dann und wann unseren Vorrat an Dosen wieder ein klitzekleines bisschen aufstocke (Mini-Schrittchen führen auch zum Ziel), aber diese bunten Bambus-Boxen sind eine ganz wunderbare Abwechslung und dank ihrem künstlerischen Touch auch einfach ein zauberhafter Augenschmaus.
Rein mit den Apfelringen.
Oder mit den Keksen.
Oder was auch immer.
Für unterwegs stelle ich sie mir zwar nicht so stabil vor (Ich habe ein Set Kindergeschirr aus Bambus, „Biobu Bambino“ von „Ekobo“, und nach einmal Runterfallen sind da bereits kleine Ecken ab), aber für zuhause oder in den Händen eines sorgfältigen Menschen sehe ich keine Probleme. Die Kinder jedenfalls werden keine meiner Blumenprint-Dosen für unterwegs mitbekommen. Metalldosen vielleicht, aber in naher Zukunft wohl eher die letzten verbleibenden Exemplare unserer alten, ollen Kunststoff-Brotdosen. Die dürfen sie dann nach Herzenslust fallen lassen oder in der Schule vergessen…
Was die Apfelringe angeht; Ich fand es ganz nett, sie zurecht zu schnippeln und mit meinen beiden kleinen Mädchen mit Zitronensaft zu bepinseln. Ja, mit Pinsel. Für ein extra-artistisches Gefühl. Beim Trocknen war ich mir zuerst unsicher, auf welche Stufe ich meinen uralten Dörrex stellen sollte, aber mit einer 2 scheine ich ganz gut gefahren zu sein; die Ringe sind weich aber nicht mehr feucht und auch für kleine Milchzähnchen im Wackelzustand gut zu kauen und beissen. Allerdings habe ich erst jetzt bemerkt, wie warm so ein Dörr-Apparat wird. Im Eifer des Gefechts heizt er einen Raum ganz schön auf- was jetzt nicht unbedingt das ist, was mir vorschwebt, bei bereits an die 30 Grad Sommerhitze *hüstel*. Darum verschiebe ich Ladung 2 und 3 und 4 und so auf kühlere Tage. Dann sind vielleicht auch die Äpfel noch ein wenig süsser…

Heute ist die Küche aber auch ohne Dörrex ziemlich warm geworden; ich wollte einen Teil der Früchte verbrauchen, die hier gerade unsere Regale füllen und habe ein grosses Blech Tarte gebacken, eine „Nektarinen-Tarte“ aus Leila Lindholms Buch „Backen mit Leila“. Weil ich zu wenig Quark da hatte, kam Philadelphia rein, und -schwupps- wurde aus der Tarte eine Art Cheesecake mit Fruchtbelag und Mandelstreuseln. Ungeheuer sommerlich und unglaublich üppig. Vor allem wenn man, wie ich, noch einen Krug Vanillesauce dazu kocht. Völlig übertrieben. Aber ich war gerade so schön in Schwung…
Jetzt ist mein Magen voll und mein Körper eigentlich zu schläfrig für unser Abendprogramm aus Kinderbüchern, Milchzähne-Schrubben und Bettzeiten-Einfordern. Die Vorstellung, spätabends dann nach vollendetem Tageswerk auch noch meine verunstaltete Küche wieder in Ordnung zu bringen, versetzt mich auch nicht gerade in Hochstimmung, aber was sein muss, muss sein. Zur Belohnung werde ich mir eine Kanne Holunder-Sirup gönnen; ein Teil Holunderblüten, ein Teil Holunderbeer, ein paar Spritzer Zitrone dazu- fertig. Süss und säuerlich in einem. Und dann natürlich ein bisschen „Hercule Poirot“. Aus der 8. Staffel, die erst vor kurzem im Milchkasten lag, begleitet von Staffel 9, denn von Hercule kann ich einfach nicht genug bekommen…
Meine kleine, waldgrüne „Tama“ leistet mir dabei Gesellschaft und lässt meine Hände werken und wirken, ohne dass mein Kopf allzu sehr von Maschen und Mustern in Beschlag genommen wird. Ein feines, kleines Projekt. Genau richtig für Abende wie diesen. Nach Tagen wie diesen.

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märchenhaft

Wie viele banale Momente es gibt in meinem Leben, könnt ihr euch wahrscheinlich vorstellen. Es ist wie vielerorts, ganz durchschnittlich, meistens wenig spannend, aber öfters einmal ziemlich spannungs-reich, und obwohl immer etwas los ist, passiert eigentlich gar nicht viel…
Manchmal fehlt mir das. Der Zauber. Die Magie. Das Märchenhafte.

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Aber dann blitzen kleine, süsse Momente auf, in denen ich einen Hauch davon entdecke. Vom Wunderland. Vom Zauber. Von der Magie. Vom Märchenhaften.
Heute morgen zum Beispiel, als ich die Haustüre öffne und mich ein volles Vogelkonzert empfängt. Zum ersten Mal in diesem Jahr. Naja, vielleicht kein grandioses Vogel-Philharmonie-Orchester, aber für eine kleine, fröhliche Bluegrassband reicht es, und ich meine, das ist doch immerhin etwas, genug, um in mir einen Spross Frühlingsvorfreude keimen zu lassen. Denn ich freue mich auf den Frühling, oh ja, in diesem Jahr vielleicht mehr als jemals zuvor (wobei, das denke ich wohl jedes Mal).
Und gestern der Schwarm Stare auf der grossen Tanne vor dem Haus. Ein Zwitschern und Zwatschern, bei dem einem ganz warm wird ums Herz.
„Hört ihr das? Sie sind wieder da! Die Stare sind zurück- Das bedeutet, es wird Frühling werden“, sage ich zu meinen kleinen Mädchen, die natürlich anderes zu tun haben, als mir zuzuhören, aber das ist mir einerlei, Hauptsache, die Vögel bringen den Frühling aus dem Süden.
Ich bekomme Lust aufs Saubermachen und aufs Schön-Herrichten. Das ist das, was ich am allerliebsten mache, wenn ich es mir genau überlege; die Dinge schön machen. Darum räume ich auf, versuche, es kuschelig und sauber, gemütlich und persönlich zu machen hier in unserem Zuhause. Darum stricke ich und nähe ab und zu. Darum schüttle ich die Kissen auf und lege eine handgemachte Patchworkdecke aufs Bett. Darum setze ich Tulpenzwiebeln in die braune, kalte Herbst-Erde und fege den Gartenweg zum hunderttausendsten Mal, obwohl der Wind sofort neue Tannennadeln darauf verstreuen wird. Darum wasche ich und putze und koche und versuche, den Dingen einen Namen, ein Gefühl, eine Bedeutung zu geben. Damit es schön wird, damit auch die Dinge, die uns umgeben wert-voll und sinn-voll werden und sich das Haus, der Alltag mit… ich weiss nicht… mit Schönheit und Geborgenheit füllt.

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Spannend ist ja, was passiert, sobald ich es geschafft habe, etwas Ordnung und Ruhe in eine dieser schon wieder völlig verunstalteten Ecken zu bringen. Die meisten Räume sind nach all den Zimmer-Tausche der letzten Jahre noch immer nicht wirklich fertig, fast überall fehlen noch Bilder oder die Wände sind voller alter Nagellöcher und Striemen und Flecken, und Möbel stehen irgendwie wahllos an ihren Plätzen, so dass es mir jedes Mal einen Stich gibt, wenn ich durch die Zimmer gehe, um zum Beispiel die Wäsche in den Schränken zu verräumen. Ich brauche sehr viel Struktur und klare Verhältnisse und die vielen unfertigen Projekte in diesem Haus nagen langsam an mir. Ein frisch geputzter Raum aber lässt immerhin ahnen, wie es einmal aussehen könnte und macht es mir leichter, die Spannung des Dauerumbaus auszuhalten und mich an dem zu freuen, was wir haben. Mit der Ordnung kehrt jedes Mal (kurz) Ruhe ein. Und neue Inspiration findet ihren Weg. Auch zu den Kindern, die sich aus alten Seidentüchern und den Kinderstühlchen sofort ein Märchenzelt bauen, kaum habe ich den viel zu schweren Staubsauger aus der Tür des gelben Kinderzimmers gezerrt. Wie Scheherazade sitzt mein Kindergartenmädchen in ihrem neu geschaffenen, kleinen, bunten Reich und erzählt ihrer kleinen Schwester Märchen und Geschichten, die auch das eine oder andere Kuscheltierchen ganz faszinierend findet, wie mir scheint…

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Märchenhaft finde ich auch die kleine Szene aus Filztieren, Blumenkindern, ein wenig Krimskrams und einem grossen, grasgrünen Seidentuch, die mir meine Grosse als liebevoll vorbereitete Überraschung auf dem Buffet in der Küche inszeniert hat. Die Tür musste bis zuletzt geschlossen bleiben, damit auch ja nichts davon durchsickern konnte, und ich hatte wirklich keine Ahnung, was genau sie da in der Küche zu nuschen hatte… Eine echte Überraschung also. Eine wunderbare, wunderschöne, wirklich zauberhafte.
Das letzte Mal, dass wir einen Jahreszeitentisch hatte, scheint mir ewig lang her zu sein. Das Kindergartenkind war ein so sorgfältiges und vorsichtiges Kleinkind, da konnten wir unser Jahreszeitenbrett einrichten und ausarrangieren, wie auch immer wir wollten, ganz nach Herzenslust, ohne dass kindliche Neugierde und Spieltrieb eine grosse „Gefahr“ dafür darstellten, denn sie spielte zwar mit den Püppchen, Zwergen und Tierchen, aber alles, was sie anfasste, blieb heil und schön, veränderte sich zwar in einem Mass, dass man die Szenerie es als lebendig empfinden konnte, aber in der Grundstruktur blieben unsere Kulissen und Jahreszeitenwelten in etwa erhalten. Keine heruntergerissenen Tücher, keine zerrupften Zwergenbärte, keine Filztiervögel irgendwo unter dem Kopfkissen. Mit meiner Kleinsten hingegen änderte der Wind; ein Jahreszeitenfensterbrett hätte während ihren Kleinkindjahren keine zehn Minuten lang überlebt…
Heute, mit ihren fast drei Jahren hingegen, scheint die Zeit reif zu sein für ein Jahreszeiten-Tisch-Revival. Sie bestaunt den wunderschönen Filzfuchs von Allerleirau, der seinen Weg vor wenigen Tagen erst hierher gefunden hat -meine persönliche Versöhnung mit dem Fuchs und ein innerer Abschluss des Abschieds-Themas, das mich seit dem 8. Februar immer ein wenig begleitet und belastet hatte.
Sie pickt sich das eine oder andere aus der Szenerie und spielt ein wenig mit den niedlichen Blumenmädchen (von „Famille Verte“), doch sie tut es heute sanft und liebevoll und gibt sich Mühe, später alles wieder an sein Plätzchen zu stellen- oder ihm ein neues zu finden. Vielleicht wird der Jahreszeitentisch bleiben, ich weiss nicht. Jetzt sieht er jedenfalls sehr hübsch aus, so wie mein Mädchen ihn für uns eingerichtet hat, märchenhaft eben, ein bisschen wie das verwunschene Wunderland, nach dem ich mich so oft sehne…

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