Archiv der Kategorie: Rezepte

Trio: Tag 10

Guets Mörgeli!
Wieder Schule heute, ich bin fast ein bisschen froh darum. Wir haben hier bereits seit einer Weile wieder so gut wie normalen Unterricht, sprich, jedes Kind geht in seine normale Klasse zu ganz normalen Zeiten, um ganz normale Schuldinge zu tun. Kein Zwei-Wochen-Takt, kein Homeschooling. Gerade tut mir das eigentlich ganz gut. Es gibt mir Rhythmus und Verlässlichkeit, etwas, was ich selber ganz stark brauche, und was ich nur schwer in unser Familienleben zu bringen vermag; egal, welche Regeln oder Abläufe wir planen und festlegen, schon nach kurzer Zeit läuft wieder alles anders. Koordination und Beharrlichkeit scheinen nicht zu meinen mütterlichen Fähigkeiten zu gehören. Gelassenheit leider auch nicht, und eins kann ohne das andere ganz schön fatal sein…
Wie dem auch sei; wir hatten ein schönes Wochenende. Obwohl ich ein bisschen krank war. Oder vielleicht gerade deswegen? „Dank“ meiner anhaltenden Erkältung, blieb ich nämlich zuhause mit dem Baby, während fast die ganze Familie (bis auf Kind2, der sich auch unwohl fühlte) zu einem ganztägigen Familientreffen aufbrach. Ich hatte wieder Schokoladencreme à la Gemma gemacht, die richtigrichtig toll wurde (Ich muss es nochmals betonen: lasst diese Creme ziehen! Am nächsten Tag oder nach zwei, drei Stunden im Kühlschrank schmeckt sie wirklich viiiiiiel besser als direkt warm aus dem Topf!!!) Mein Mann wiederum brachte seine zwei Blech selbst gemachte Zopf-und Ruchbrot-Kugeln zum Grillfest mit. Er ist Bäcker. Aber nur im Geheimen, wie Lotta von der Krachmacherstrasse sagt.
Von der Creme bekam ich dann ja leider nichts mehr ab, die wurde ratzeputze aufgegessen (yes!) und nur die leere Schüssel kehrte zurück, also kochte ich sonntags gleich nochmals eine grosse Portion. Die steht jetzt im Kühlschrank und wird heut‘ unser extra sahniges Dessert for three, für mich und die beiden kleinen Mädchen, die heute als einziges mit mir am Mittagstisch sitzen werden. Der Rest der Familie isst auswärts. Kind1 bei der Arbeit, wo sie immer gemeinsam kochen (wie cool ist das denn?!), Kind2 ganz alleine irgendwo in der Stadt, wie jeden Montag, und meine Grosse hat ihren Abschluss-Ausflug mit der Klasse, sprich, sie tummelt sich im Wald und brät sich ein Würstchen über’m Feuer.
Nur zu dritt also… Ich und zwei eher kleinere Esser. Ich denke, das ruft nach Pfannkuchen?
Oben auf den Fotos seht ihr noch einen Ausschnitt aus einer Illustrierten, die ich neulich zerlegt habe: Blumenkohl-Blätter kann man mitessen. Nicht bloss die weissen Röschen. Hab‘ ich gerade gelernt. Ich finde es sonderbar, wieviele essbare Dinge ich eigentlich gar nicht kenne. Wieviele essebare Dinge, die wahrscheinlich meisten Leute nicht kennen. Da ist so viel Wissen zwischenzeitlich verloren gegangen. Giersch, Möhrenschalen, Blumenkohlblätter, Himbeer-und Brombeerlaub…. lauter Sachen, die uns gut tun würden, die wir aber einfach wegwerfen, als Unkraut oder unnütz abtun. Weil wir es nicht besser wissen. Ich staune, was man zum Beispiel alles aus schnödem Löwenzahn machen kann! Tee, Kaffee-Ersatz, Medizin, Salat, Honig- unglaublich! Meine Mama hat eine ganze Wiese davon um ihr Haus herum. Da wo früher mal Rasen war *hüstel* wuchert es seit längerem gelb und grün, Löwenzahn und Wegerich hauptsächlich, wenngleich sich Disteln auch noch wohlfühlen. Alles ungespritzt, alles naturbelassen, genau wie die Brennesseln, die büschelweise bei ihr im Schatten wachsen, und die sie immer in ihren Smoothie schmeisst, was ich ganz schön tapfer finde, denn grüne Smoothies sind nicht so meins.
Jedenfalls habe ich eine ganze Tasche Löwenzahn bei ihr bestellt. Blätter zum Trocknen für eine magenstärkenden Tee. Und ein paar Blüten für eine Gesichts-Tonic. Ich finde es unglaublich spannend, welche Welt sich mir gerade auftut. Ich meine, all die Kräuter und Pflänzchen, die ich kennenlernen darf! In der Flasche zum Beispiel ist Essig, den ich mit Oregano und einem Zweiglein Rosmarin angesetzt und ein paar Wochen hab‘ ziehen lassen. Dem Oregano wird nämlich so manche Wunderkraft nachgesagt. Dass er gegen Viren hilft, gegen Pilze und Bakterien und in Magen und Darm für Ordnung sorgt. Von dieser Power kommt jetzt heute ein bisschen in meinen Salat. Superkräfte sollte man nämlich nutzen.

PS. Ach ja… Da das Rezept der Schokoladencreme auf englisch ist; soll ich es euch übersetzen?
PPS. Oje… noch immer habe ich es nicht geschafft, eure lieben Kommentare zu Tag5 zu beantworten… Ich glaube, ich lasse das jetzt einfach so stehen und schicke euch mein allerallerlallerherzlichstes Dankeschön für eure Ermutigung und eure Herzlichkeit. Habt Dank, ihr Lieben!

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in progress

Phu! Diese Hitze! Auch wenn ich den Sommer lieben gelernt habe und Sonne, Licht und Wärme mir eigentlich wirklich zutiefst wohl tun; was zu viel ist, ist zu viel. Da ich kein Muffin bin, bringen mich diese Backofen-Temperaturen doch langsam an meine Grenzen, vor allem auch, weil sie sich ananeinder reihen wie Schokohasen auf dem Fliessband und momentan auch die Nächte kaum Abkühlung bringen…
Ich spüre, wie eine altbekannte Nervosität von mir Besitz ergreift. Wie immer, wenn ich mich unwohl fühle, beginne ich, aufzuräumen, auszusortieren, nach Ballast zu suchen, den ich abwerfen könnte, in der Hoffnung, innerlich wie äusserlich Ruhe und Frieden zu finden. Ein Trugschluss. Auch wenn ein sauberes, ordentliches Zuhause und minimalistische Räume mein Innenleben ein Stück weit aufgeräumter zurück lassen, bleibt es trotzdem bloss Symptom-Bekämpfung. Das was ich wirklich bräuchte: Zeit für mich, mehr Schlaf, mehr Strukturen in meinem Alltag, Erfolgserlebnisse, die mich nähren, Wertschätzung, Abwechslung, mehr Berührung mit der Natur… all diese kann kaum mit Entrümpeln kompensiert werden. Obwohl es ganz klar ein Anfang sein kann.
Vielleicht gehe ich heute abend einfach mal wieder um 21 Uhr ins Bett und gönne mit die volle Dosis Schönheitsschlaf…
Gleich nachdem ich die Küche geputzt, eine Tasche mit Kleinkram fürs Brockenhaus gefüllt und meine To-do-Liste für den Rest der Woche geschrieben habe. Ich meine, selbst wenn es bloss Symptome bekämpft, kann Ordnung schaffen eigentlich nie falsch sein, oder?
Und weil ich gerade so wahnsinnig grosse Lust aufs Stricken, Nähen und Leeren meiner Stoff- und Wollvorräte habe, kommt auch das eine oder andere kreative Projekt auf meine Liste. Wollt ihr mal kiebitzen?

Die Geburtstags-Saison bricht hier gerade an: Meine Mutter, meine Schwester, zwei meiner Töchter und Kind1- alles beinahe-bis-waschechte Juli-Kinder. Und Geburtstage machen mich immer nervös, immer kribbelig, weil ich mich schrecklich fürchte vor misslungenen Torten, vergessenen Einladungen, nicht fertig gewordenen Geschenken, davor, zu enttäuschen. Ich möchte es so gerne richtig machen. Freude bereiten, Glitzeraugen und ein Strahlen auslösen, meine Liebe sicht- und fühlbar machen.
Die Fotos oben zeigen ganz bestimmt nicht lauter Dinge, an denen ich gerade arbeite. So viele Stunden hat kein Tag, auch meiner nicht, denn der wird durch Mittagessen-Kochen und ein wenig Kuscheln vormittags im Bett mit meiner gerade erwachten kleinen Maus schon in der ersten Hälfte zerschnitten und anderweitig beansprucht.
Aber es sind Sachen, an denen ich herumhirne. Die mich innerlich umtreiben, manche gerade mehr, manche etwas weniger, und auch diese Proportionen varieren, je nach Tageszeit und Gefühlszustand.
Im Augenblick sind es klar die Kuchen, Torten und Cookies-Rezepte, die mich auf Trab halten. Für meine Mama habe ich gestern Leila Lindholms „Blondies“ gebacken, und mein Kindergartenmädchen wünscht sich Chocolate-Chip-Cookies für ihre Feier morgen im Kindergarten. Mit diesem Rezept hier komme ich ganz gut zurecht (danke, Tiny Happy!), und weil ich sowieso gerade ein, zwei Bleche davon zu Test-Zwecken machen wollte, habe ich einfach einen grossen Happen Teig in den Tiefkühler gestellt und drücke mir nun selbst die Daumen, dass ich heute abend damit noch ordentliche Plätzchen für morgen hinkriege.
Für ihre grosse Party am Freitag hingegen wünscht sich meine Kleine eine Erdbeer-Pavlova. So wie jedes Jahr. So wie fast alle meine Kinder es tun, seit ich mich zum allerersten Mal an Meringues gewagt habe. Ich sollte also so langsam Übung haben. Habe ich aber nicht. Ganz im Gegenteil; die Resultate waren jeweils derart verschieden, von „innen klitschig“ bis „hoffnungslos vertrocknet und brüchig“, dass meine Unsicherheit nur gewachsen ist mit der Zeit. Dieses Mal werde ich die Back-Temperatur reduzieren und das Baiser langsam, dafür sehr lange trocknen lassen. Ich habe gelesen, dass das ein besonders schönes, weisses Meringue ergibt und den Innenbereich schön zäh erhält. Hoffen wir mal das Beste. Sonst kommt einfach extra viel Sahne-Mascarpone-Creme mit doppelt so vielen Erdbeeren drauf gekleckst…

Was die Strickprojekte angeht: Zwei davon sind bisher erst Wolkenschlösser. Ein „Louise Top Down Sweater“ aus Carrie Bostick Hoges Buch „Anthology 2“, das mich wirklich restlos begeistert mit seinen vielen, schlichten absolut tragbaren Strickmustern. Und „Playdate“, ein kleines, feines Sommermorgen-Jäckchen von Tincanknits, das ich gerne aus zwei Strangen fingering weight Seide-Leinen-Garn vom mittlerweile Konkurs gegangenen Schweizer Label „Siidegarte“ stricken möchte. Das Garn ist leicht und luftig, aber sein Karma betrübt mich: Mich machen solche Konkurs-Schicksale immer ein wenig traurig. Eingegangene Unternehmen bedeuten verlorene Träume und viel geweintes Herzblut, eine kleine Tragödie. Gut wenn ich dieses Garn weggestrickt habe. Es bedrückt mich irgendwie, es so nutzlos in meinem Wollregal liegen zu sehen…
Gut fühlt sich hingegen mein knallblaues Wollprojekt an, an dem ich gerade in jeder auch nur ansatzweise freien Minute herumnadle: Eine „Milo“ für meinen kleinen Neffen. Ich bewundere seit jeher die Milo-Westchen, die „Frontier Dreams“ für ihren Jungen gestrickt hat, und selbst wenn Zopfmuster nicht wirklich mein Ding sind, gefällt mir das Strickmuster von Georgie Nicolson richtig gut, weil es auch ganz schlicht glatt rechts gestrickt prima aussieht. Nicht zu vergessen so kraus und abwechslungsweise in zwei Farben gearbeitet, wie Nicole diese Weste damals fabriziert hat.

So. Jetzt wisst ihr alles. Oder doch nicht? Halt, stimmt ja- da hat sich ja noch ein Nähprojekt eingeschlichen! So was auberginenfarbenes, nicht allzu grosses… Aber davon erzähle ich dann ein anderes Mal…

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grüner Leben: Natürliche Hautpflege mit Ölen und Essig

Für Lucy und alle anderen, die -wie ich- glauben, dass weniger auch in Sachen Körperpflege sehr viel mehr ist und das Einfachste oftmals das Beste, notiere ich hier zwei schlichte Rezepte für ein absolut natürliches Gesichtspflege-Programm. Sowohl die Reinigungs-und-Pflege-Öl-Mischung als auch die Gesichts-Tonic stammen von Rachel Wolf, die in 2016 in der „Taproot“ Ausgabe Nr.20 einen wunderbaren Artikel zu diesem Thema geschrieben hat.
Leider sind Magazine sehr kurzlebig. Auch die besten Inhalte verschwinden nur zu schnell wieder. Oftmals für immer. Schade eigentlich, denn diese Rezepte hier und überhaupt der ganze Pflege-Ansatz, den Rachel Wolf in ihrem Artikel beschrieben hat, hat mein kosmetisches Verhalten von Grund auf verändert…

Ich war schon immer der Meinung, dass unsere Haut im Grunde nicht viel braucht, sondern so geschaffen ist, dass sie ohne Hilfe „von aussen“ sauber, gesund und vital bleibt. Wasser und sonst nichts, war meine Devise. Leider aber hat vor allem meine Gesichts-Haut diesbezüglich einen ganz anderen Kopf als ich; Sie ist sehr trocken, sehr empfindlich, nur schon eine warme Dusche setzt ihr derart zu, dass mein Gesicht anfängt zu jucken und zu spannen und sofort trocken und schuppig wird. Mit herkömmlichen Cremes und Lotionen bekam ich zwar die Sache mit der Feuchtigkeit und Elastizität wieder in den Griff, meine seit jeher zu Unreinheiten neigende Gesichtshaut reagierte aber immer mit Pickelchen und Komedonen, und zwar völlig unabhängig von der Pflegelinie.
Ich habe wirklich alles mögliche probiert, von Billig-Linien (die sowieso nicht in Frage kamen wegen ihrer fragwürdigen Inhaltsstoffe und ökologisch wie sozial unschönen Fussabdrücken), über teure Bio-Pflanzen-Kosmetik-Hersteller wie Weleda oder Dr. Hauschka, bis hin zur Natur-pur-Variante, wo ich versucht habe, das Jucken und Schuppen einfach zu ignorieren und ganz auf die Selbstheilung meines Körpers zu vertrauen. Der Effekt war überall derselbe: Unreine Haut. Und ein irgendwie ungutes Hautgefühl.

Rachel Wolfs Technik setzt auf ganz andere Prinzipien, als die Kosmetik-Industrie uns normalerweise predigt: Statt unser überschüssiges Hautfett (bei fettiger Haut) und die Unreinheiten mit Reinigungsschaum oder sogar mit alkoholhaltigen Pickelwässerchen weg zu waschen, wird hier Öl eingesetzt, das die Haut gleichzeitig milde reinigt und mit Fett/Feuchtigkeit versorgt. Es wird nicht wirklich mit Wasser gewaschen, schon gar nicht geschrubbt und gerubbelt, damit auch ja alles sauber wird. Stattdessen lassen wir Wasserdampf sanft die Poren öffnen und befreien die Haut dann mit leichtem Tupfen von überschüssigem Öl und allfälligen Schmutzpartikelchen. Extra Pflege ist meistens nicht mehr nötig. Das verbleibende Öl zieht nach einer Weile ganz ein und macht die Haut weich und gewappnet gegen Einflüsse von aussen.

Ich möchte jetzt nicht behaupten, dass meine Haut zur Pfirsichhaut mutiert hat. Nach wie vor kämpfe ich mit Unreinheiten und ja, sie ist nach wie vor schnell trocken und braucht zB. nach dem Duschen noch immer ein wenig Extra-Pflege in Form von ein klein wenig Gesichtsöl. Aber das Hautbild ist besser geworden. Die Pickelchen seltener und weniger ausgeprägt. Vor allem aber fühle ich mich wahnsinnig wohl mit dieser Art von Pflege; mehr im Einklang mit mir selbst und der Natur, meinem eigenen Körper näher. Das Ritual von Ölen, „Bedampfen“ und einer kleinen Massage, schenkt mir einen kurzen Moment des Innehaltens und Zur-Ruhe-kommens, das mir vor allem abends vor dem Schalfengehen wie ein wunderbarer, wohltuender Luxus vorkommt…

 

Gesichtsreinigung und Feuchtigkeitspflege (all in one sozusagen)

für ölige und unreine Haut:

  • 60 ml Rizinusöl
  • 120 ml Sonnenblumenöl
  • 30 ml Traubenkernöl

für trockene Haut:

  • 30 ml Rizinusöl
  • 150 ml Sonnenblumenöl
  • 30 ml Avocadoöl

Herstellen:

Gib alle Öle in ein Glas und mische alles gut. Fülle die Mischung in ein gut schliessendes Marmeladenglas oder in eine Glasflasche mit Decke und hebe sie griffbereit in deinem Badezimmer auf.
Lagern im Kühlschrank ist nicht nötig und auch nicht zu empfehlen (*brrr*).

Verwenden:

Binde dein Haar aus dem Gesicht und gib ein wenig deiner Ölmischung (ca. einen halben bis einen Tl) auf deine Handfläche. Tupfe jeweils mit den Fingerspitzen ein bisschen davon auf deine trockene Gesichtshaut und arbeite dich mit feinen Massagebewegungen vom Kinn hinauf zu deiner Stirn.
Stelle nun das Wasser auf heiss, mache einen Waschlappen (Frottee empfohlen) nass und wringe ihn so aus, dass das Wasser nicht mehr heraustropft. Lege ihn auf dein Gesicht. Er sollte schön warm sein, aber nicht schmerzend heiss. Schliesse die Augen. Jetzt darf dein Gesicht sich unter dem Dampf etwas entspannen. Tupfe dann einen Teil des Öls sorgfältig und vorsichtig von deiner Haut; du solltest nicht reiben und dein Lappen nur feucht sein, so dass er nicht mehr eigentlich wäscht, sondern eher aufsaugt. Wenn du deine Haut zu ölig findest, warte einen Moment. Das Öl zieht noch ein. Sonst wiederhole den Vorgang einfach nochmals, solange es sich gut anfühlt.

Du benutzt dieses Öl jeweils je nach deinem Gefühl immer morgens oder abends oder gleich zweimal am Tag. Ich massiere das Öl auch immer vor dem Duschen ein, dusche dann wie gewohnt und tupfe mein Gesicht nur noch trocken.

Apfelessig-Gesichts-Tonic

Zutaten:

  • 30 ml Zaubernuss/Hamamelis (Witch Hazel)
  • 180 ml destilliertes Wasser
  • 60 ml Apfelessig (vorzugsweise naturbelassen unpasteurisiert)
  • 4 Tr ätherisches Lavendelöl (optional)
  • 1 Tr ätherisches Weihrauchöl (optional)

Herstellen:

Gib alle Zutaten in eine Schüssel bzw einen Messbecher und schüttle sie gut. Jetzt kannst du sie zum Gebrauch in ein verschliessbares Marmeladenglas oder eine Glasflasche mit Deckel umfüllen. Stelle die Mischung dorthin, wo du dein Gesicht jeweils reinigst.

Benutzen:

Reinige zuerst dein Gesicht wie gewohnt mit dem Pflegeöl. Schüttle die Tonic vor dem Gebrauch kurz durch und benetze dann einen Wattebausch oder ein Tüchlein damit, so dass es schön nass ist. Jetzt „wäschst“ du deine Haut sanft und in kreisenden Bewegungen vom Kinn bis zur Stirne, vor allem dort, wo sie unrein ist oder Pickelchen blühen. Wichtig ist, dass du niemals rubbelst, denn das reizt deine Haut nur unnötig.
Wenn du jetzt das Gefühl hast, dein Gesicht würde spannen und die Haut mehr Feuchtigkeit brauchen (bei mir ist das immer der Fall), dann kannst du mit den Fingerspitzen nochmals ein klein wenig Öl einmassieren.

Diese Tonic befreit die Haut von abgestorbenen Hautschüppchen, verengt die Poren, hilft Akne auszuheilen und schafft eine gute PH-Balance. Sie ist besonders hilfreich bei entzündeten Pickeln, weil sie sanft desinfiziert.

Benutze die Tonic jeden Tag morgens oder abends, falls du unter stark unreiner Haut (Pickeln) leidest. Einmal die Woche bei trockener Haut. Oder einfach mehrmals die Woche, je nach Bedarf. Ich merke, dass ich sie vor allem im Sommer öfter benutze und im Winter bei trockener Heizungsluft wieder eher weniger.

Etwas vom Wichtigsten finde ich, dass du deine Haut beobachtest und auf ihre „Sprache“ hörst. Sie sagt dir, was sie braucht. Lass dich von deinem Körper führen. Ich finde, diese Art von Gesichtspflege ist ein schöner, einfacher und hilfreicher Weg, die Beziehung zu deinem Körper und seinen Ausdrucksformen zu intensivieren.

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Jogurt-Rhabarber-Kuchen

Mit den allerersten hauseigenen Rhabarber-Stangen meines Lebens kamen auch die Fragen nach richtig guten Rezepten für alles, was sich irgendwie kulinarisch mit Rhabarber anstellen lässt. Ich dachte in meiner Naivitität anfangs nämlich noch, meine Rhabarber-Staude sie gross und üppig gewachsen und war fast ein bisschen stolz auf das rasante Wachstum in meinem ansonsten nun wirklich eher mickrigen und stümperhaft geführten Gärtchen- bis ich das gigantische Exemplar meiner Nachbarin entdeckte, die gar nicht mehr nach kam mit ernten und ihren Söhnen bei jedem Besuch ein paar Stangen zusteckte…
Getäuscht hatte ich mich daher auch im Umfang der Ernte; nachdem die wunderschönen, riesenhaften Blätter, die mir so gut gefallen, dass es mich im Grunde ja reut, sie alle abzuschneiden (mehr Rhabarber muss her!), erst mal entfernt sind, wirken die eigentlichen Rhabarber-Stängel recht bescheiden, vor allem wenn die Pflanze, wie bei mir, nur wenige dicke Stangen ausbildet und der Rest kümmerlich und dünn ausfällt.

Aber eins ist mir immerhin gelungen; ein richtig, richtig gutes Rhabarber-Rezept zu finden. Ein Kuchenrezept, auf das man sich jedes Frühjahr schon vorfreuen kann, sobald die ersten Spitzchen sich im Boden regen.
Es ist vollkommen unkompliziert, sowohl in der Umsetzung, als auch in seinem Auftritt als schlichter Rührkuchen ganz ohne Tortenguss und Sahnehäubchen (wobei man sich das ja in Form eines Sahnekleckses immer noch auf den Tellerrand klacksen kann, wenn man möchte).
Das Basis-Rezept dazu stammt von Fooby (bzw Betty Bossi), doch ich habe ein wenig daran herumgemischelt und mit ein paar wenigen Abänderungen einen für meinen Gaumen ziemlich leckeren, feucht-säuerlich-süssen Kuchen gefunden, den man sogar noch lauwarm einfach so zum Zvieri essen kann. Ich habe ihn neulich in doppelter Ausführung (mit Umluft) kurz vor unserer Abfahrt für ein Familientreffen gebacken und noch fast heiss ins Auto geladen. Auf dem süssen Buffet sah er zuerst wenig spektakulär aus und war bestimmt nicht der Erste, der angeschnitten wurde, doch schlussendlich kam praktisch alles weg und wurde äusserst wohlwollend kommentiert (weshalb der Rest ebenfalls weg kam *zwinker). Bei meinen jüngeren Kindern konnte ich damit nicht gross punkten, die gaben klar den Gummifröschen, Schokoküssen und Meringues zwischen den Kuchenplatten den Vorzug, aber all jene, die es gern haben, wenn ein Kuchen richtig schön frisch schmeckt und eine leicht säuerliche Note zu schätzen wissen, könnten hier auf ihre Kosten kommen.
Und wer keinen Rhabarber zuhause hat oder ihn im Spätsommer mal backen will, nimmt einfach Johannisbeeren oder Himbeeren (ein Tipp meiner Halbschwester Kiki!) oder so.

Jogurt-Rabarber-Kuchen

  • 150 gr. zimmerwarme, weiche Butter
  • 330 gr. Rohrohrzucker (oder auch weisser Zucker)
  • 1 Tüte Vanillezucker (oder 1-2 Tl getrocknete Vanillesamen)
  • Schale einer abgeriebenen Zitrone oder 1 vollen Tl Zitronenschalen-Paste (nehme ich meistens)
  • 1 Prise Salz
  • 3 Eier
  • 180 gr. Naturejogurt
  • 350 gr. Weissmehl
  • 2 Tl Backpulver
  • 2 Stangen Rhabarber, in feine, maximal 5mm dicke Scheibchen geschnitten (Wenn sie schön dick sind reicht evtl. auch eine Stange, sind sie dünner braucht es mehrere, es ist schwierig, das festzulegen. Probiert einfach mal aus, zuerst mit weniger Rhabarber, dann mit mehr, ganz nach Gusto)
  1. Den Ofen auf 180 Grad vorheizen.
  2. Butter weich rühren, bis sich Spitzchen bilden.
  3. Zucker, Vanillezucker, Zitronenschale und Salz mit dem Handrührer gut verrühren.
  4. Die Eier dazu geben uns alles gut rühren, bis die Masse etwas heller ist.
  5. Nun den Naturejogurt dazurühren und alles gut mischen. Es macht aber nichts, wenn der Zucker sich nicht völlig gelöst hat oder die Masse wegen dem Jogurt leicht flockig wird, das ist absolut normal.
  6. Mehl und Backpulver in einer separaten Schüssel kurz vermengen und dann zum restlichen Teig sieben. Nun nicht mehr mixen oder gar schlagen, sonst wird der Kuchen schnell zu pampig und nicht mehr schön locker und feucht! Einfach nur noch mit dem Gummischaber unterziehen, bis keine weissen Mehlbällchen mehr zu sehen sind.
  7. Die Rhabarber-Scheibchen mit dem Gummischaber vorsichtig unter den Teig mischen.
  8. Alles in einer ausgebutterten und mit einem Backpapier ausgekleideten Cakeform (30cm lang) in der Ofenmitte bei 180 Grad 1 Stunde und 10 Minuten backen. Bei der Stäbchenprobe sollte nichts mehr am Stäbchen kleben bleiben.
  9. Dieser Kuchen schmeckt schon noch lauwarm sehr gut und braucht kaum Zusätze, allenfalls noch etwas Puderzucker, doch er ist auch so schon angenehm süss. Auf jeden Fall aber empfehle ich wärmstens, ihn noch am selben Tag zu essen und ihn, wenn ihr ihn irgendwohin mitbringen möchtet, frisch zu backen. Er schmeckt einen Tag später einfach nur noch halb so gut (ist aber nicht schlecht oder so und lässt sich durchaus noch geniessen)

So oder so: Geniesst jedes Stück!

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