Archiv der Kategorie: Natur

Neu

Neu mische ich meine Gesichtspflege von A bis Z selbst. Und ich bin mehr als zufrieden damit!
Meine Haut ist sehr empfindlich und trocknet leicht aus, bereits das Waschen nur mit purem Wasser lässt meine Wangen, den Nasenrücken und die Stirne schuppen und spannen. Lange Zeit habe ich deshalb auf Gesichts-Reinigungsmittel völlig verzichtet, weil ich dachte, die Natur wird’s schon richten, was sie wohl auch tut, nur scheint das für mich einfach nicht auszureichen. Wasser alleine ging irgendwann einfach nicht mehr, meine Haut brauchte Feuchtigkeit, zusätzliches Fett oder was auch immer, um gesund zu bleiben (und ja, ich trinke oft und viel, daran kann’s nicht liegen). Leider habe ich keine feinporige, makellose Pfirsichhaut wie meine Mädchen sie haben, das hatte ich nie, und die kleinen Unreinheiten, die mich mein Leben lang begleitet hatten, wurden dann mit Pflegecremes oder -Fluids nur schlimmer. Egal welche Creme ich ausprobierte, von „Weleda“ über „Dr. Hauschka“ bis zu Sachen von „Grüne Erde“, egal wie teuer oder auch nicht, nichts war wirklich gut zu mir. Und ich wollte Bio-Produkte, soviel stand fest.
Vor einer Weile gab es einen ziemlich guten Artikel zum Thema natürliche Gesichtspflege in einer der „Taproot“-Ausgaben (Nr.20), und die Rezepte darin, allesamt mit Pflanzenölen, Apfelessig und ätherischen Ölen, fand ich dermassen ansprechend und spannend, dass ich sie unbedingt ausprobieren wollte. Das Prinzip der Gesichtsreinigung alleine war eine Offenbarung für mich; ölen statt waschen. Kein Rubbeln, keine Seife, dafür sanfte Massagen, Dampf und zartes Trockentupfen. Sorgfalt. Langsamkeit. Einfachheit. Ab und zu eine natürliche Tonic aus Apfelessig, Zaubernuss, Wasser, Lavendel- und Weihrauchöl. That’s it.
Meine Haut ist klarer als je zuvor. Noch immer keine rosige Pfirsichhaut (*seufz*), aber das wird sie wohl auch nie werden. Das Spannen immerhin ist verschwunden, das Hautbild ebenmässiger geworden. Vor allem das Gefühl ist ein anderes. Ein gutes.

Gerade sammle ich alles zusammen, was ich noch brauche für mein neues Strickprojekt (Rundnadeln Stärke 4.5 fehlen mir noch!). Ich habe mir vorgenommen: Den Wollpullover „Tender“ von Melody Hoffman aus tannengrünem Garn („Tosh DK Tannenbaum“). Wolliges für mich. Also gross. Und ziemlich zeitintensiv. Aber schön. Hoffe ich.
Ich bin eine grosse Anhängerin von Melodys alias „Manadrine’s“ Designs und zutiefst berührt von der Art und Weise, wie sie es schafft, das Stricken als etwas Märchenhaftes, Träumerisches darzustellen, das dem Leben Magie und Glamour verleiht- und nicht einfach bloss Arbeit vor irgendwelchen Netflix-Serien ist. *zwinker*. Die Farben und Muster, die sie wählt, ihre ganze poetische Art… schön. Einfach nur wunderwunderschön.
Mein eigener „Tender“-Pullover wird wohl nicht viel von Melodys Traumwelt-Ausstrahlung haben, denke ich. Ich bin zu wenig pudrig, definitiv keine Frau für Pastell und leise Töne oder Trockenblumen an der Wand… aber richtig laut bin ich auch nicht. Mehr so… erdig. Irgendwo dazwischen und nicht so wirklich festlegbar. Wie immer. Meine grünen Wollstrangen habe ich mir im Laufe der letzten Jahre zusammengesammelt. Einen Strang nach dem anderen. Und bei jeder Bestellung habe ich nachgesehen, ob es die Farbe „Tannenbaum“ noch gibt beim Strickcafé… Jetzt habe ich einen ganzen Schoss davon. Bereit ein Pulli zu werden. Ich friere öfters in letzter Zeit. Die Zeit ist mehr als reif für dieses Projekt.

Und noch mehr News, die allerschönsten natürlich, und die also zum Schluss: Es gibt Babies in unserem Meerschweinchenstall! Lauter wunderschöne, zum Anknabbern und Verschmusen süsse, kleine, wuschelige Krabbeldingerchen, die beim Laufen noch leicht torkeln und fast umplumpsen, wenn sie versuchen, sich mit ihren winzigen Pfoten die Schnäuzchen zu putzen. Hach. Sie sind einfach zu knuffig! 
Mein Liebster hat vor einer Weile angefangen, zu züchten, also im kleinen Rahmen bloss, aber immerhin, und für diesen Wurf hier wurde eigens ein ziemlich potenter, kräftiger und gesunder weiss-grau gesprenkelter Bock für zwei romantische Wochen in unsere von einem kastrierten Beau bewachte Damenrunde einquartiert, was tadellos klappte und nun seine Früchte bringt: Einmal Sechslinge, einmal ein kleines, niedliches Einzelkind, das haargenau so aussieht wie „Caramel“, seine Mama, nur kleiner. Die Geburten verliefen völlig problemlos und in aller Stille; plötzlich waren die kleinen Pelztierchen einfach da. Und die Mamas zufrieden Gras mümmelnd irgendwo in der Runde und sehr viel schlanker als zuvor. Um Mütter und Kinder ein bisschen zu schonen (unser Gehege ist riesig und der Betrieb rege), haben wir sie nun vorerst im obersten Abteil des Stalles untergebracht und die Durchgangsklappe geschlossen. So sind sie ein wenig für sich und können kuscheln und ihre kleine Welt entdecken, ohne sich immerzu zu verlieren in all den Gängen und Abteilen. Ein schönes Bild. All das Leben und Geliebtwerden. Gesäugt wird übrigens ganz schwesterlich gemeinsam; wenn eines der Kleinen Hunger hat, dockt es einfach an, wo die Milch am nächsten fliesst, und das kann auch mal an einer fremden Zitze sein, wie ich beobachtet habe. Und dass unser „Caramel“-Junior eigentlich nicht zur grossen, hellen Grossfamilie gehört, merkt man auch einzig am dunklen, satt gefärbten Fell, aber bestimmt nicht am Verhalten; es wuselt mit den anderen herum, als gehörten sie alle ganz selbstverständlich zusammen, was sie auch tun, denn irgendwie scheint bei Meerschweinchen die Gruppe… alles zu sein.
Ich habe mich den Tieren gegenüber emotional etwas zurückgezogen, nachdem wir unsere letzten beiden Meerschweinchen-Herden an den Fuchs verloren hatten. Einmal wäre wirklich genug gewesen, aber gleich zweimal loslassen in nur einem Winter… sowas ist einfach zu viel für mich. Jetzt hat Herr Kirschkernzeit für mich übernommen; er ist ein guter Meerschweinchen-Papa, verlässlich, liebevoll, vernünftig. Dass es nötig sein wird, einige der Tiere zu verkaufen, weil das einfach dazu gehört, macht mir persönlich schon etwas Mühe, denn ich bin ein treuer Mensch und suche die Beständigkeit, aber gleichzeitig macht es mich glücklich, zu sehen, wie viel Freude mein Mann an seinen Schützlingen hat und wie zufrieden seine Tierchen sind unter seiner Obhut. Das ist viel wert. Ich glaube, hier ist Geben und Nehmen wirklich im Wechselspiel und hält sich auf wunderbare Weise die Waage.
Und ich… ich freue mich einfach an dem, was ist. Ohne mir den Kopf zu zerbrechen. Oder mir Sorgen zu machen.
Das ist sowieso etwas, das ich noch lernen muss.

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7

1. Kochen ist bei mir eine heikle Angelegenheit; Es kommt vor, dass ich wochenlang mit einer eigentlichen Koch-Abneigung hadere- und doch jeden Tag zwei Mahlzeiten und diverse Snacks auf den Tisch bringen muss/möchte. Belegte Brote mit Salat sind dann jeweils mein Notnagel, aber richtig satt und genährt fühle ich mich eigentlich nur, wenn ich etwas Gekochtes, am besten etwas Warmes esse. Alles andere fühlt sich einfach… nicht energiereich genug an. Bei der aktuellen Hitzewelle, wo das Thermometer Tag für Tag auf über 30 Grad steigt, reizt es mich aber eher wenig, schwitzend vor dem heissen Kochherd zu stehen und über dampfenden Töpfen zu brüten, während sich die Küchentemperatur weiter in feurige Höhen schwingt. Also versuche ich, immerhin so zu kochen, dass der Herd nicht allzu lange eingestellt bleibt und die jeweiligen Gerichte sich auch später noch kalt essen lassen. Der Kartoffel-Gemüse-Salat von heute Mittag war eine gute Entscheidung; mit wachsweichen Eiern, kurz in Olivenöl angebratener Zuchini aus dem Garten, ein paar Cherrytomaten, etwas angedünsteten Zwiebeln und Knoblauch (wenig nur, die Kinder finden Knoblauch durchs Band scheusslich) und ein paar zerkrümelten Feta-Stücken schmeckt er nach Sommer und Landleben. Normalerweise schwimmt mein Kartoffelsalat in einer sämigen Sauce aus Mayo/Quark, Senf und heisser Bouillon, doch diesmal habe ich mich an einem Rezept aus „The Herbalist’s Kitchen“ orientiert und stattdessen Olivenöl, Zitronensaft, Salz und Basilikum verwendet.

2. Salat aus dem Garten hat mich schon mehr als einmal aus der Koch-Klemme gerettet. Vor allem, als das Grillier-Verbot wegen der aktuellen Dürreperiode noch nicht galt. Eine grosse Schüssel gemischter Salat mit Honig-Apfelessig-Minz-Vinaigrette, mit Kräutern, Apfelspalten oder Tomatenstückchen und die Hälfte der Mahlzeit ist bereits gerettet.
Die Wespen haben auch in diesem Sommer ganze Arbeit geleistet; da ist kaum ein Insekt zwischen den grünen Blättern zu finden, nicht einmal der Kohlrabi wird zerfressen, obwohl es von flatternden Kohlweisslingen nur so wimmelt. Dafür bin ich den kleinen, gestreiften Insekten-Polizisten äusserst dankbar (Ich hasse es, Krabbeltierchen aus meinem Salat zu klauben). Im Gegenzug lasse ich sie abends in Ruhe ihre Beet-Visiten absolvieren, Holz von meiner Gartenbank raspeln und zwischendurch ein paar Schlucke aus dem Kinderbädli schlürfen. Eine Hand wäscht die andere. Oder so. Links im Bild ist übrigens mein Lauch zu sehen. Es ist mein erster Lauch überhaupt und das sieht man ihm wohl auch an; alles, was ich im Netz zu seiner Kultivierung gelesen habe, hat mich eher verunsichert als ermutigt… Muss man da wirklich um jeden einzelnen Stängel immer wieder mit Erde anhäufeln, damit es eine schöne, glatte, helle Lauchstange gibt? Ich habe das bisher recht vernachlässigt und seit dem Einsetzen der Setzlinge erst 1 Mal Erde rundherum aufgehäuft. Ob das noch was wird?…

3. Nicht die Wäsche will ich euch hier zeigen, denn die bekommt ihr irgendwie ständig zu sehen in letzter Zeit (was wohl daran liegt, dass ich auch ständig am Wäscheaufhängen- oder -Abnehmen bin und die Leinen niemals mehr leer werden in diesem Sommer). Blickpunkt sollte vielmehr dieses Ungetüm von Sonneblume links im Bild sein. Ich habe ihren Kern im späten Frühling zusammen mit ein paar anderen in die Erde gesteckt und wurde dann von einem eigentlichen Sonnenblumen-Giganten überrascht. Alle anderen sind Zwerge geblieben, doch sie hat sich wirklich gemausert: Mit stolzen 3.80m schlägt sie wohl alle unsere bisherigen Sonnenblumen-Rekorde. Ich mag Sonnenblumen. Für mich sind sie die wahren Königinnen im Blumenland. Und stellt euch mal vor, was für ein grossartiger, wahrhaft royaler Anblick es erst wäre, ein ganzes Sonnenblumenfeld aus lauter solchen Königinnen-Riesen vor sich zu haben…!

4. Mein letztes Pflanzenbild für heute: Der grosse Holunderbusch in der Gartenecke hat diesen Frühling ja wacker die tollsten Blüten gebildet und den ganzen Garten mit seinem Anblick und seinem Duft verzaubert. Verwöhnt von dieser Fülle hatte ich eigentlich auch mit einer Beeren-Schwemme gerechnet- aber Pustekuchen! Die Beeren vertrocknen gerade vor meinen Augen, Beere für Beere, noch bevor sie richtig reif sind. Oder die Vögel fressen sie. Was auch ok. ist für mich, denn im Gegenteil zu den Tieren bin ich nicht auf Beeren und wildes Obst angewiesen, und teile alles, was gerade hier wächst, blüht und reift nur zu gerne mit ihnen. (Ok. ich geb’s zu, mit Schnecken und Läusen nun nicht unbedingt so gerne). Überhaupt überlasse ich insbesondere Wildbeeren und andere Wildpflanzen lieber der hungrigen Schöpfung da draussen, als selber grosse Mengen davon abzuernten. Vogelbeeren und Hagebutten zum Beispiel sind für manche Vogelarten so eine Art Notration im Winter, wenn unter Eis und Schnee kaum noch Körner oder Insekten zu finden sind- wie könnte ich sie ihnen also streitig machen…? Ein klein wenig Wildobst- oder -Kraut darf man sich -mit Mass und Bedacht- aber wohl trotzdem gönnen, oder? Vielleicht ergeht es unserem Holunder-Neuling, den wir im vorletzen Sommer in einer anderen Ecke gesetzt haben, ja anders, und er findet mehr Wasser und weniger Anklang beim gefiederten Volk. Dann würde ich gerne ein wenig Sirup daraus machen. So wie Mamaniflora das immer tut…

5. Dass meine Mädchen fanatische Plüschtierfans sind, ist kein Geheimnis. Dass wir unser Zuhause und unser Leben mit einem übertrieben umfangreichen Kuscheltier-Zoo teilen auch nicht. Den Umstand, dass ich als alte Trödel-Tante mich seit ein, zwei Jahren nur noch sporadisch ins Brockenhaus wage, habe ich auch genau dieser Tatsache zu verdanken: Brockenhäuser sind Plüschtier-Paradiese. Dort findet sich alles. Und alles kostet so gut wie gar nichts. Selbst mit dem knausrigsten Kindersackgeld lässt sich noch gute Beute machen, und obwohl ich ansonsten in Sachen Neu-Anschaffungen gerade bei meinen Kindern eher strikt bin, fällt es mir schwer, im Brockenhaus Nein zu sagen. Als positiver Nebeneffekt hat sich natürlich auch mein eigenes Kram-Kaufverhalten eingedämmt, aber irgendwie ist es doch ein wenig schade, wenn ich es mir so recht überlege…
Was ich aber eigentlich sagen wollte; seit einer Weile schon haben wir angefangen, Spielsachen bei meiner Mutter auszuleihen. Nach 8 gross gewordenen Kindern ist ihr Haus heute das reinste Warenhaus, Tosy-R-Us ist ein Klacks dagegen. Von der Briobahn übers Schaukeltier zu Lego-Hogwarts ist alles vorhanden, und selbstredlich findet sich auch praktisch alles, was das Kuscheltier-Universum zu bieten hat irgendwo auf ihrem Dachboden oder in irgendwelchen Kisten und Tüten. Jedes Mal, wenn meine Kleinen bei Oma zu Besuch waren, bringen sie eine grosse Tasche voller Zeug mit. „Nur zum Uusleehnä, weisch.“ Dass dann alles bei einem der nächsten Besuche wieder zurück zu meiner Mutter kommt, ist natürlich Ehrensache. Ich habe ein wachsames Auge darauf, denn noch mehr „Zoo“ könnte klaustrophobische Zustände bei mir auslösen…

6. Dieser blaue Knäuel „Lang Yarns Asia“ ist meiner vierter und letzter Knäuel dieser Farbrichtung. Was bedeutet, dass das „Zilver“-Wolltuch meines Mädchens demnächst fertig sein wird. Ich bin ein wenig stecken geblieben bei den w.a.h.n.s.i.n.n.i.g laaaaaangen Musterreihen der Endphase, wo so viele Maschen auf den Nadeln liegen, dass ich sie gar nicht mehr zählen möchte. Irgendwann wird so ein Dreiecks-Tuch anstrengend. Das Muster kann noch so spannend sein, mit wachsendem Umfang zieht es sich einfach gefühlt endlos in die Länge, das Stricken… Darum gebe ich es gerne zu: Ich freue mich, sagen zu dürfen, dass ich heute bei der 2.-letzen Reihe des letzten Muster-Rapports (7fach!)angekommen bin und heute abend dann endlich (uff!) zur kraus rechten Schlussborte wechseln darf. Das bedeutet; Land in Sicht!

7. Wann punkto Sommerhitze „Land in Sicht“ kommen wird, weiss ich allerdings noch nicht. Wie gesagt, ich geniesse ihn, diesen heissen, überdrehten Sommer, so wie ich noch nie einen Sommer genossen habe, aber ich sehe doch auch mit wachsender Unruhe, was er für mein Land bedeutet, für die Bauern hier und vor allem für all das grosse und kleine Leben in der Natur, das Hitze und Dürre auf Gedeih und Verderb ausgeliefert ist. Verendende Fische in Algen-überwucherten Rest-Wasser-Seelein, Blumenwiesen, die mehr nach Strohstoppelfeldern aussehen… Auch die Meerschweinchen hecheln zeitweise regelrecht, dabei sorgen wir dafür, dass sie immer Schattenplätze finden, wo die Luft gut zirkulieren kann und achten darauf, dass sie an mehreren Orten Wasser-Schälchen finden (aus denen auch die Vögel und Insekten trinken können). Manchmal baue ich ihnen einen Unterschlupf aus feuchten Tüchern, die ich immer mal wieder benetze, in der Hoffnung, die Verdunstungs-Kälte würde ihnen gut tun, vor allem aber lasse ich sie frei laufen; so können sie der Sonne entkommen und selber entscheiden, wo es ihnen am wohlsten ist. Allerdings erscheint mir ihr Urteilsvermögen nur begrenzt vertrauenswürdig; Ich musste sie auch schon aus stickigen Häuschen inmitten des prallsten Sonnenbereiches, wo sie sich erst noch zu mehrt aneinander kuschelten und so noch zusätzlich wärmten, in den Schatten bugsieren *hüstel*. Der Stall selber bekommt keine direkte Sonne ab. Und durch die riesengrossen Gittertüren kommt ungehindert Luft. So bleibt den Tieren selbst bei grosser Hitze immerhin dieser Hafen, auch wenn natürlich auch im Schatten die Temperaturen wüstenmässig hoch sind zur Zeit.
Die Wetter-Prognose von Meteo Schweiz lässt kaum auf gnädigere Tage hoffen; bis Freitag wird Sonne, Sonne und nochmals Sonne bei 33-34 Grad vorhergesagt. Regen -wenn wir sehr viel Glück haben- erst Freitag ein paar Tropfen. Prognosen über mehreren Tagen traue ich aber prinzipiell nicht über den Weg und so stelle ich mich weiter auf einen wahnsinnigen Wahnsinnis-Sommer ohne Ende ein…

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sommerlich gemächlich

Sommer.
Ferien.
Zeit und Gemächlichkeit und eine Ahnung von Freiheit, ein Gefühl wie baumelnde Füsse, die in kaltes Seewasser tauchen.
Ich fühle mich wohl und so entspannt, dass ich Kaffee trinken kann, ohne auch nur einen Hauch von Gegrummel in der Magengegend (wobei ich ja auch sehr sensibel geworden bin, was das für mich gesunde Mass betrifft und frische Kräutertees meinen Kafee-Genuss mittlerweile bei weitem übertrumpfen). Ohne starres Zeit-Raster im Nacken, verlässt mich das nagende Gefühl, unbedingt noch rasch etwas Süsses futtern zu müssen, und ich esse bewusster, frischer, noch weniger Zucker als sonst -verglichen mit den Unmengen, die ich noch vor einem Jahr tagtäglich an Schokolade und Co. verdrückt habe- dafür mehr Gemüse oder einfach nochmals ein Extra-Tässchen eiskalten Minzen-Tee zum Nachtisch. Es ist nicht so, dass mir das besonders wichtig wäre. Ich denke nicht gerne über das Essen nach- ich esse einfach. Aus dem Bauch heraus. Für meinen Bauch. Aber ich finde es schon spannend, wie stark Hunger, Appetit und spezifische Gelüste mit unserer Psyche zusammenspielen, wie stark das eine das andere beeinflusst und wie schnell und problemlos der Körper in ein doch relativ gesundes Essverhalten zurückfindet, sobald es dem Menschen, dem ganzen Menschen, wirklich gut geht.
Und ja, es geht mir gut. Ich fühle mich wieder kräftig. Habe zu Mut und Elan zurück gefunden und traue mir auch wieder zu, raus zu gehen, raus in die Welt, Leute zu treffen, mich mit meinen Kindern in einen Zug zu setzen und ein klein wenig zu reisen, kurz vielleicht nur, Ministreckchen, rein regional, aber immerhin; für mich ist das ein grosser Erfolg, denn so viel Nervenkraft und Atem hatte ich schon lange nicht mehr: Genug Puste, um mit dem Fahrrad und zwei kleinen Mädchen im Schlepptau und den drei Grossen im Blickfeld über den Hügel zu meiner Mama zum Baden zu fahren. Die Courage, eine wunderbare Bloggerin, die ich noch nie gesehen habe bisher, demnächst auch einmal in Real zu treffen (das braucht immer enorm viel Überwindung für mich). Die Gelassenheit, mein Haus zu öffnen und auch mal Besuch zu haben, obwohl das Haus niemals, niemals, niemals gästefein aussehen wird, was mich jedes Mal beschämt, weil ich den Schmutz und das Chaos zwar sehe, aber beim besten Willen nicht bezwingen kann.
Und tatsächlich gab es sogar sowas wie zwei echte kleine Geburtstags-Feiern in den letzten Tagen. Nicht nur so im Mini-Familienkreis-Format, sondern schon ein wenig ausgedehnt auf die einen oder anderen Tanten und zwei Grossmütter, was zwar noch immer keine richtige Party hinhaut, sich aber bereits wunderbar gesellig und reichhaltig anfühlt und die Geburtstags-Kinder jedes Mal strahlen liess vor Freude. Hach ja, es waren schöne Tage. Es sind schöne Tage. Süsse Tage. Pavlova-Tage.
Die beiden Torten-Fotos oben zeigen übrigens zwei verschiedene Geburtstags-Kuchen, einmal von meinem Kindergartenmädchen, das andere Mal feierlich beleuchtet vom 16. Geburtstag meines Erstgeborenen. Beide hatten sich Meringue-Torten gewünscht. Mit Sahne-Jogurt-Füllung und Sommerbeeren. Beiden konnte ich diesen Wunsch erfüllen. Pavlovas sind so tolle Backwerke, absolut simpel, aber mit echter Wow-Wirkung und ein kulinarischer Hochgenuss, sofern man Meringues mag. (Ich selber gehöre nicht dazu, muss ich gestehen. Für mich dürfte es gerne jedes Mal einer dieser herrlich matschigen Schokotruffe-Torten sein, yammie…)
Es ist ein wunderbares Gefühl, wieder mehr im Leben zu stehen. Geburtstage auch wirklich feiern und geniessen zu können und sehen zu dürfen, wie glücklich unsere Liebsten sind, zufrieden mit Kleinigkeiten wie einem gelungenen Kuchen, einer Handvoll Kerzen und zufriedenen, herzlichen Menschen an ihrem Tisch, die es gut mit ihnen meinen… So schlichte Dinge. Aber grosse Momente.
Wie der Falter, der heute bei uns im Schmetterlings-Hotel ausgeschlüpft ist. Unser dritter Schwalbenschwanz dieses Jahr, und doch wird man es nie satt, dieses Wunder, trotzdem werden die Augen der Kinder gross und der Blick konzentriert, die Haltung gespannt, die Sinne geschärft für jeden Flügelschlag, den das zarten Tier tut, bis es endlich seine Weg nach oben in die Lüfte findet…
Ja, kleine Dinge.
Ich lerne immer wieder von neuem, mich im Kleinen zu verlieren. Und dankbar zu sein dabei. Wahrscheinlich hat man nie ausgelernt, was diese Kunst betrifft und nur allzu rasch falle ich wieder in mein altes Muster des Hetzens und Klagens und Zweifelns zurück. Weil sich das vertrauter anfühlt als Inne zu halten und den Fokus schmaler zu schnüren. Mit Augen nur für das Zucker-Stück im Augenblick. Wie meine 3Jährige mir mit Begeisterung sämtliche Stoffservietten, Stricklappen und Taschentücher zusammenlegt zum Beispiel. Schön Ecke auf Ecke, drehen, Ecke auf Ecke. Bei den letzten zwei Servietten verliessen sie dann allerdings ihre Kräfte und sie wurstelte alles irgendwie zusammen, was ungeheuer süss aussieht, finde ich, vor allem, wenn ich mir ihren langen Seufzer in Erinnerung rufe, gefolgt von ihrer unter theatralischem Schweiss-Abwischen vorgetragenen Erklärung „Ich bin langsam müed worde vom Zämmeleggä“…
Egal wie wahnsinnig sie mich manchmal machen, meine Fünf, sie sind doch Salz und Zucker meines Lebens, unersetzlich, unglaublich, unaussprechlich schön und wertvoll. Boden, Basis, ein und alles. Familie.
Gerade denke ich, die Gelassenheit und Gemächlichkeit dieser Tage lässt mir endlich auch wieder den Raum und die Luft, diese ganz einfachen Geschenk des alltäglichen Lebens -Essen, Gemeinschaft, Natur, Familie- wirklich wahr zu nehmen und zu zelebrieren… Wunderbar, dass es Sommer ist.

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Zur Zeit…

… zur Zeit habe ich ein Küchen- und Heilkraut, das mir bisher mein ganzes Leben lang eher nicht so zusagte, urplötzlich richtig ins Herz geschlossen: Mit Dill konnte man mich früher ganz bestimmt nicht locken, jetzt aber knabbere ich bei jedem Gartenbesuch ein Blattfitzelchen und finde es ganz wunderbar. Wieso er hier zwischen den Ringelblumen und Sonnenblumen gewachsen ist, weiss ich auch nicht recht. Ich erinnere mich vage an ein kümmerliches Dillpflänzchen, das ich vor vielleicht drei Jahren einmal hier gesetzt und dann fast sofort wieder ausgerissen hatte, weil ich beim besten Willen nicht wusste, was ich damit anfangen sollte… Ich dachte eigentlich, es wäre alles weg. Oder tot. Aber dieses Jahr, just als die grosse Magengrippe-Welle unser Haus erwischte und jeden einzelnen von uns für ein, zwei Tage ins Bett scheuchte, tauchte er ganz unerwartet wieder auf, der Dill. Und noch unerwarteter; ich wusste plötzlich auch ganz instinktiv, wofür er gut ist: für kranke Mägen und grummelnde Bäuche… Willkommen also, lieber Dill! Danke, dass du so hartnäckig warst!

… zur Zeit bin ich völlig verschossen in diese rosa-lila Farbenpracht! Das Hortensien-Beet gedeiht wahnsinnig schön. Sogar ein paar pinkfarbene gibt es darunter, allerdings viel zu wenige für meinen Geschmack, denn bei Blumen mag ich auch knallige Farben sehr gerne, weil das so kraftvoll wirkt und im Dämmerlicht immer leuchtet wie Glühwürmchen-Farbe. Doch auch rein in Pastell ist es hübsch, dieses Beet, dieser Strauch…
Früher einmal wollte ich Gärtnerin werden, damals, kurz bevor ich schwanger wurde mit meinem ersten Kind und nachdem ich für alle ziemlich unerwartet aber sehr entschlossen das Kindergarten-Seminar nach nur 8 Wochen abgebrochen hatte. Ja, Gärtnerin. Nicht das Gemüse war es, das mich lockte. Die Blumen waren es. Noch immer finde ich diesen Beruf faszinierend…

… darum habe ich auch meine helle Freude an diesem ollen Blumenkasten hier: die knitschigen Hochzucht-Petunien sind und bleiben kitschig, ich weiss, aber ihre Färbungen und Muster machen einfach unsinnig viel Spass! Vor allem die „Night Sky“ wuchert wunderschön über die Topf-Ränder, und wenn die anderen Pflänzchen ein bisschen mehr mitziehen würden, dann hätten wir hier bald einen kleinen, bunten Blüten-Wasserfall vor dem Waschküchen-Fenster…

bunt ist es auch immer in meinem Wohnzimmer, egal wie sehr ich mich auch bemühe, mit Weiss und Holz und Saubermach-Aktionen für mehr Luftigkeit und optische Ruhe zu sorgen. Was auch immer ich wegräume oder entrümple, sofort zieht etwas Neues nach. Bei Kinderkunst allerdings bin ich gnädig; da drücke ich gerne auch mal zwei Augen zu. Das grosse Bild von Kind1 zum Beispiel gefällt mir sehr und ich wünschte wirklich, wir hätten noch mehr leere Wände zur Verfügung…

… Was das Stricken angeht, bin ich l.a.n.g.s.a.m im Moment. Mir fehlt irgendwie der Schwung gerade. Dabei wäre dieses blaue Tuch hier für Ende Juli gedacht, als kuscheliges Geburtstags-Geschenk für meine Grosse, die es manchmal nicht leicht hat mit mir als Mama und ab und zu eine mollige Umarmung zusätzlich ganz gut gebrauchen kann, so als kleine Erinnerung daran, dass sie mir wichtig und wertvoll ist, auch wenn vielleicht mal die Fetzen fliegen zwischen uns…

… Just heute nacht schläft sie übrigens mit ein paar Schul-Gspäänli aus ihrer Klasse in der strohgedeckten „Kalberkammer“ im Kuhstall eines glücklichen Geburtstagskindes. Landleben pur. Und genau, was sie braucht. Dieses Mädchen passt so gut in dreckige Gummistiefel und auf den Sitz des kleinen Rasenmäher-Traktörchens auf dem Hof, dass ich mir so gut wie sicher bin, dass ihr Weg eines Tages ganz bestimmt in Richtung Landwirtschaft führen wird. Nirgendwo sonst wirkt sie zufriedener, zentrierter mehr bei sich selbst als zwischen Kuhdung, Hühnerfedern und Heuballen. Meist ist sie ein Gispel. Auf dem Hof aber kommt sie zur Ruhe.
Die Eier für das Vanille-Eis, das ich heute nachmittag gemacht habe, kaum hatten wir sie beim Bauernhof abgeladen, hat sie mir auch alle eigenhändig im Hühnerstall des Biohofes im Dorf eingesammelt. Nestfrisch. Eines davon klaubte sie praktisch noch unter dem Hühnerpo hervor, wie sie erzählt hat… So frische Eier riechen ganz anders als diejenigen aus dem Laden, wenn man sie aufschlägt: nach gar nichts nämlich. Und das Eiweiss ist glasklar und wässrig und fliessend und dünn. Trotzdem war das mit der Glacé eine unsichere Sache; ich habe meine Eismaschine schon ewig nicht mehr hervorgeholt und dann in meiner Begeisterung auch prompt heillos überfüllt. Dabei finde ich das Glacé-Buch („Eis“ von Elisabeth Johansson) das ich gestern beim Trödler für ein Butterbrot gekauft habe, einfach umwerfend gluschtig und wunderschön bebildert. Ein Grund mehr, demnächst wieder auf dem Bauernhof um die Ecke vorbeizuschauen. Nicht nur der frischen Eier wegen; Das Lebensgefühl dieses Ortes ist so herrlich belebend und bereichernd…

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