Archiv der Kategorie: kreative Ideen

herzlich

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Ich mag alles Kreative. Ich liebe es, wenn Menschen kreativ sind -kleine Menschen ganz besonders- ich liebe die Kunst, die dabei entsteht und diese einzigartige Stimmung des Prozesses, die alles verwandelt und berühren will.
Womit ich nicht so gut zurecht komme; mit den Boxen voller Material, aus der später einmal Kunst und Stimmung entstehen.
Nicht, dass ich von Haus aus Puristin wäre und dem Minimalismus verfallen (obwohl ich mich immer mehr dazu hingezogen fühle). Ein paar Boxen können mich nicht schrecken, ein bisschen Papier, Malstifte auf dem Tisch, Wasserfarben, Pinsel, Leimtuben und Klebestreifen im Regalschaft. Doch wohin mit dem Packen Leinwand, den ich eines Tages vielleicht ja doch noch brauche? Wohin mit dem Tonwerkzeug, der Kiste antiker Buchstabenschablonen aus Metall, den ganzen Stoffmalstiften, der Acryllfarbe, Guache, Holzresten, dem Schnitzwerkzeug für Stempel samt rein weisser Gummiplatten zum Verschnitztwerden? Mein Junge verwahrt Lötwerkzeug, Schräubchen, elektronische Verbindungsteilchen und all sein technisches Kleinstspielzeug ja gottlob oben bei sich in der kleinen, zur Werkstatt umfunktionierten (Zweit-)Küche auf, aber Karton, Bügelperlen, Malerschürzen, Stoff und Füllmatrial und die ganzen (noch) leeren Bilderrahmen stapeln sich irgendwo anders, seit der Auflösung unserer Gerümpelkammer momentan verteilt irgendwie irgendwo im ganzen Haus.
Eine einheitliche, einigermassen elegante Lösung ist mir bisher noch nicht eingefallen. Ausser die hier; Drastische Reduktion.
Was aber auch ein bisschen schade ist. Kreativsein bedeutet im Hause Kirschkernzeit nämlich oftmals auch vollstes Spontansein.
Lust auf eine nächste Pokémontasche? Okay, Farben raus und los geht’s! Mein Mädchen braucht unbedingt und jetzt sofort ein hübsches Haus samt Teich und Garten für ihren neuen Lieblings-Holz-Adler; Kartonschachtel aus dem Altkarton gefischt, Klebestreifen, Cutter, Kram bereitgelegt, und an einem trüben, nassen Nachmittag (wie heute) entsteht eine ganz persönliche Landschaft zum Spielen und Stolzdraufsein. Und aus meinem Leinwandvorrat wurde auch schon ein Einhornbild-Geburtstagsgeschenk in buchstäblich allerletzter Minute, weil manche Jungens offensichtlich unter Zeitdruck ganz besonders kreativ werden…

Ganz so dermassen tief ist der minimalistische Grundgedanke also wohl doch noch nicht durchgesickert bei mir *zwinker*

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Das sieht man auch daran, dass meine Wände statt leerer immer voller werden. Vollbehängt mit Bildern, Lieblingskram und Girlanden aller Art. Seit neuestem sogar mit einer Herzwimpelkette. Aus den feinen, kleinen Herzen, die meine Mädchen und ich im Verlaufe zahlreicher Mini-Mal-Sessions in der Küche entstehen liessen.
Recyclingherzen übrigens; der Löwenteil ist nämlich dünne Altpappe, von Müslipackungen und Kinderschokoladekartons. Mit wasservermalbaren “Neocolor” wird selbst aus den dünnsten und ziellosesten Kritzeleien dank ein paar Tropfen Wasser eine hübsche, zart colorierte Fläche, die sich prima zum Zurechtschneiden eignet.
Für Herzen zum Beispiel. Herzen gehen wohl immer, oder? Wobei ich Sterne ja noch viel lieber mag. Bloss sind die für kleine Hände schwerer zu schneiden…

Damit einem auf der Herz-Rückseite kein Kinderschokoladenkind mehr entgegengrinst, kommt einfach Papier draufgeklebt, in unserem Fall hier sogar Altpapier aus dem Sammelstapel.
Die Verbindungsschnur ist schlicht und einfach eine Nähmaschinenfadennaht. Einmal drüberrattern, fertig. Allerdings kann es nicht schaden, ein bisschen darauf zu achten, wo genau man durchnäht: Meine Herzgirlande hängt nicht nur zu dicht gedrängt sondern auch noch mehr als wacklig an der Wand. Weil ich manche Herzen zu tief unten vernäht habe, wollen die sich jetzt beim leisesten Windhaus drehen und lieber kopfüber von der Leine hängen…
Was soll’s, ich mag die trotzdem. Und ganz so viele Tropenstürme fegen hier ja auch nicht durchs Haus.

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Ein anderes Herzens-Ziel sind  kleine Geschenkanhänger. Statt an der Leine hängen die nun an Geschenken für liebe Leute und können dank der Papierrückseite noch mit netten Grüssen oder einer Widmung beschriftet werden. Oder auch einfach mit einem “Von… für…”. So wie beim Schulabschlussgeschenk im Kindergarten meines Mädchens, wo jede, der drei Kindergärtnerinnen einen eigenen, ziemlich wunder-vollen Korb mit Kindergartenkinder-Gaben überreicht bekam. Dort durfte ein Geschenkanhänger natürlich nicht fehlen, allein schon der Identifizierung wegen…

Geschenkt haben wir übrigens eine kleine Tüte mit selbstgemachten Magneten. So wie damals. Diesmal habe ich allerdings auf Zeitschriften-Ausschnitte verzichtet und einen alten Atlas zerschnitten (die findet man massenweise in Trödelläden). Die dicken Buchseiten haben den grossen Vorteil, dass sie dicker sind als Zeitschriftenpapier und der Leim sich nicht so leicht durchfrisst, was mit der Zeit unschöne Flecken hervorbringen kann. Und ich habe den Klebstoff gewechselt; “Uhu Alleskleber ohne Lösungsmittel” scheint mir sehr gut geeignet, nur schon weil er -eben- keine Lösungsmittel enthält. (Andere Klebstoffmarken funktionieren aber sicherlich genausogut). Ich bin mir nicht ganz sicher, aber ich habe den Eindruck, dass Lösungsmittel ebenfalls am Papier fressen und die Farben nach und nach verändern können. Manche meiner Nugget-Magnete von damals sind heute nämlich bis zur Unkenntlichkeit verändert, zerlaufen wie Wasserfarbenbilder. Auf der anderen Seite habe ich solche mit auf Druckerpapier gedruckten Kinderzeichnungen, wo alles noch genauso klar und schnucklig aussieht wie am ersten Tag. Hm…

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So oder so; Glasnuggent-Magnete liebe ich wirklich sehr. Ich finde, sie haben so was Edles an sich.Und doch sehr viel Schlichtheit. Und ungeheuer Kunst-volles Potential.
Klar, dass ich sie gerne verschenke. Besonders mit Aquarellherzen-Anhängerchen.
Ja, von ganzem Herzen gerne.

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Kinder-Märchen

Meine Kleine war lange Zeit ein praktisch stummes Kind. Fast 2 Jahre lang.
Dann kamen die Worte. Erst langsam, tröpfchenweise, dann ein wenig mehr. Sie dosiert ihre Wortbeiträge immer sehr vorsichtig. Auch heute noch, mit gerade 4 Jahren.
Zuerst sortiert sie ihre Gedanken, sichtbar manchmal, buchstäblich sichtbar. Ihre Kommentare kommen -oft erst nach einer kleinen Pause- knapp und präzise und die poinitierten Bemerkungen und die kleinen, feinsinnigen, häufig etwas ironischen Scherze, die sie manchmal in ein Gespräch einwirft, im richtigen Moment, an der richtigen Stelle, mit nur angedeutetem, rundum vergnügten Spitzbuben-Lächeln im Gesicht, bringen mich jedes Mal zum Lachen. Sie ist keine grosse Rednerin, meine Kleine. Zuhause schon eher, aber ausswärts? Zurückhaltend und abwartend. Das war sie von Anfang an.
Schleicht man sich aber heimlich zu ihr, wenn sie sich mit ihren Puppen und Schmusetieren zurückgezogen hat zum Spielen (alleine meistens. Sie spielt so gerne ganz für sich allein), dann lernt man ein ganz anderes Kind kennen; dann redet sie, plappert praktisch ohne Punkt und Komma, erspinnt sich eine ganz eigene Spielweltgeschichte und leiht dafür jedem ihrer stoffigen Spielgefährten ihre Stimme.
Aus der tröpfelnden Quelle wird ein weicher, entspannter (Rede-)Strom.
Einmal hat sie mir ein Märchen erfunden. Ein Wildtier-Märchen mit leicht blutiger Zwischennote (so wie die meisten prägenden Grimms-Märchen, die sie bisher kennt) aber einem schlussendlich happigen Happy End, frei erfunden und erzählt beim Betrachten eines ihrer Wasserfarbenbilder…
Weil es mich so freut (trotz der etwas morbiden Stelle), teile ich es hier mit euch:

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“Das ist eine Fuchshöhle. Darin wohnen ein Fuchspapa, die Mutter und die Kinder.
Ein Mann bringt Heu, Gras und Zutrinken. Da kommt der Wolf und isst den Papa auf. Und dann geht es weiter; ein Igel kommt und drückt so fest mit seinen Stacheln auf dem Wolf sein Bauch, dass er grad’ tot ist. Und der Papafuchs kann wieder raus. (Rotkäppchen lässt grüssen!)
Jetzt kann der Mann die Türe (???) auftun ohne, dass der Wolf in die Höhle geht (weil er ja tot ist). Er macht ein schönes Feuerchen und brätlet Würste für die Füchse und die Kleinen.

Ende.”

Ich mag es, wenn Kinder Geschichten erzählen. Ich mag es, wenn sie zeichnen und malen und davontreiben in einem fantastischen Gedankenkarussell.
Die Kombination von beidem, von Kinder-Märchen und Kinder-Gemaltem wiederum hat so was Rundes und Fertiges und Lustvolles, vollkommen auf eine ganz eigene, frische Art und Weise.
Manchmal wünschte ich, ich könnte mir mehr Zeit nehmen für solche Augenblicke, mehr Malen, mehr Zeichnen und Erspinnen und Erzählen, mit meinen Kindern, für meine Kinder. Viel zu oft sind meine Arme besetzt (Stichwort “kletterndes, alles ausräumendes, kaum im Zaum zu haltendes Kleinkind”), viel zu oft bin ich zu ausgelaugt, viel zu oft scheint alles zu eng, zu wild, zu voll dafür.
Dabei wären sie so kostbar, jene Augenblicke… Kinder-Märchen-Geburtsstätten.

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like Instagram 95

Manchmal möchte ich Dinge mit-teilen, ohne allzu viel Lebenszeit vor dem Bildschirm verstreichen zu lassen…
Kurz und bündig und spontan. Ohne Umweg direkt aus dem wahren Leben.
Fast wie bei Instagram.

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Damit hab’ ich eine schöne Morgenstunde verbracht, im Dorf-Secondhand beim Einpacken von drei wunderschönen, weiss bemalten und bunt besternten Geschenkkörben, die jetzt voll sind mit Kinder-Präsenten, selbstgemacht von kleinen Händen, von Orangensirup über bunt-duftendes Badesalz bis hin zu Windlichtlein und Erdebeermarmelade…
Die Geschenkkörbe, die uns’re drei Kindergärtnerinnen von ihren Kindergartenkindern zum Abschied überreicht bekommen sind so hübsch geworden, dass ich mir glatt überlege, damit zu türmen…
Und sehen sie nicht fabelhaft aus? Nicht mein Werk, oh nein, aber ich weiss wie dieser Korb hier vorher ausgesehen hat, und ich bin wirklich schwer beeindruckt. Nicht nur (aber auch!) vom Inhalt…

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Neues Altes

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Manchmal, wenn mir die Decke auf den Kopf zu fallen droht vor lauter gleichschlagend grauer Alltagstage, krame ich in meiner Altkleider-Kiste und ziehe einen Wust abgelegter Sachen hervor, die -ob mit Löchern, fehlenden Knöpfen, abblätterndem Aufdruck oder einfach nur der falschen Farbe- allesamt den einen Mangel teilen; Sie werden nicht (mehr) geliebt in diesem Hause. Und dabei wären sie, mit ein wenig Geschick, Zeit und Einsatzfreude meinerseits, wieder vollkommen brauchbar. Fast wie neu vielleicht. Und in gewissen Fällen sogar, mehr noch, besser als neu.

Das Löcherstopfen gehört nun nicht unbedingt zu meinen allerliebsten Hausfrauen-Pflichten. Ich tue es, weil es einfach getan werden muss, aus Pflichtbewusstsein und Liebe zu Mutter Erde und weil ich einfach nichts wegwerfen kann, was auch nur noch ein Fünkchen Leben in sie glimmen hat, aber gerne, nein gerne flicke ich nicht.
Da ist mir das Kleiderfärben schon lieber, viel, viel lieber, weil’s so fix geht und so wahnsinnig viel verändert kann mit nur ein paar wenigen Handgriffen. Maschine auf, Pulver rein, Kleider mit dazu, Maschine zu- und ab die Post! Was dann passiert grenzt an Zauberei- und meistens stehe ich, flankiert von anderen Schaulustigen, vor der sich drehenden Trommel und beobachte fasziniert das Farbenprächtige Metamorphosen-Schauspiel…

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Auch dieses Kinder-Shirt hier ist so ein Fall.
Ursprünglich war es neongrün. Mit niedlichem Einhorn-Aufdruck. Ich hatte es in der Kinderkleiderbörse (wo ich alle meine Kinderkleinder kaufe) zwischen lauter alten T-Shirts entdeckt und musste es -damals war mein Mädchen noch mittendrin und heiss entflammt in ihrer Einhorn-Phase- natürlich sofort mit nach Hause nehmen.
Obwohl, Neongrün? Nun ja…
Als der Aufdruck dann viele Waschgänge und vertobte Spielnachmittage später langsam aber sicher abging, war mein Mädchen gottlob bereits in ihre Raubtier-fanatische Phase gewechselt und keiner von uns beiden sonderlich traurig wegen dem abblätternden Einhorn. Tragen konnte man es allerdings nicht mehr, dieses Shirt. Ihr seht es vielleicht ganz oben auf dem ersten Bild zwischen den anderen Sachen; Neongrün und mit weisslichem Gekrümel oben drauf… Nichts, was man gerne anzieht.
Andererseits ist das T-Shirt selber wirklich erstklassig vernäht, aus dickem, makellosen Stoff und noch immer absolut tadellos in Form.
Irgendetwas in mir hinderte mich daran, zur Schere zu greifen und neongrüne Putzlappen zu schnippeln…

Ein Hausfrauen-Koller später ist dank grünem Farbbad und ein bisschen Applikationsarbeit ein kleines, ziemlich exotisches Individuum daraus geworden, in mächtigen Farben und mit flammendem Herzen auf der Brust. Keine Putzlappen also.
Ein neues altes T-Shirt, das mich einmal mehr daran erinnert, wie gut es tut, das Selbermachen, das Heil- und Sich-zu-eigen-Machen eigentlich aller Dinge, mit denen wir zu tun haben…

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