Archiv der Kategorie: kreativ mit Kindern

Dezembertage Nr.3

Zwei Tage blieb es stumm hier. Obwohl ich mir doch fest vorgenommen hatte, mich mehr oder weniger täglich gaaaaanz kurz an den PC zu setzen und ein paar Zeilen hier zu lassen… Aber mein Schweigen hat einen guten Grund, einen stichfesten sozusagen, so eine Art Alibi, ich bin also nicht schuld: Diese böse, fiese Magengrippe hat mich tatsächlich auch noch erwischt! Eiskalt. Und von einem Moment auf den anderen. Gerade eben noch fühlte ich mich voll im Saft und war sehr glücklich, dass mein Mann -obwohl er ja ausgerechnet an seinem Geburtstag krank werden musste- irgendwie ganz guter Dinge zu sein schien und den Tag anscheinend gar nicht so übel fand. Und dann -peng!- sass mir diese klamme Gefühl im Magen, und aus war’s mit Saft und Kraft. Gottseidank erst abends, gerade als ich bei meinen Kindern im Bett lag und ihnen eine Gutenacht-Geschichte vorlas. Zu einem Blogpost kam es an jenem Tag dann aber natürlich trotzdem nicht mehr. Auch am nächsten Tag nicht, denn da lag ich mehr oder weniger die ganze Zeit schlafend im Bett und war dem Herrn im Himmel wirklich über alle Massen dankbar dafür, dass er mir einen Engel Namens Mutter zur Seite gestellt hatte; sie kümmerte sich um alles und sorgte dafür, dass die Kinder mich schlafen liessen. Mein Baby wiederum blieb die ganze Zeit bei mir. Er schlief ebenfalls wie ein Herrgöttchen. Und trank ungewöhnlich viel. Ich glaube, ihm ging es auch nicht sonderlich, auch wenn er das Ganze sehr gelassen hinnahm.
Heute bin ich wieder auf dem Damm. Ein bisschen wacklig noch auf den Beinen, aber doch wieder mehr oder weniger hergestellt. Gesund genug jedenfalls für ein Stück Truffes-Torte. Endlich konnten wir nämlich auch den Geburtstagskuchen, den mein Mann sich extra selber gebacken hatte, anschneiden; am 19. selber waren hier einfach zu viele Leute zu kränklich, um auch nur an Torte zu denken…
Das Foto zeigt heute einen Teil der Briefchen-Überraschung, den meine Kinder und ich heimlich für den Herrn Kirschkernzeit vorbereitet hatten. Die Idee war, dass ihm jeder ein Kärtchen mit lieben Gedanken irgendwo so anbringen sollte, dass er über den Tag verteilt immer wieder eines davon entdecken würde, also angefangen mit einem eigens für ihn schön hergerichteten, mit Kerzenlicht erleuchteten Frühstücks-Platz, wo ein weisses Couvert mit einer Collage auf ihn wartete, über einen in der Arbeitsmappe verstecken kleinen Brief, zu einem völlig unerwarteten Brief von Kind2 in der Post am Arbeitsplatz undsoweiterundsofort.
Bis auf die Tatsache, dass er weder die frisch aufgebackenen Croissants, noch Tee, Orangensaft oder Kaffee zu sich nehmen konnte und das mit der A-Post auch mal wieder überhaupt nicht funktionierte (sie kam einen Tag zu spät an), klappte ansonsten alles ganz wunderbar. Ich glaube, er freute sich wirklich über die guten Wünsche, kleinen Dankeschöns und Liebesbotschaften in seeinen Geburtstags-Nachrichten. Es gab aber auch wirklich ganz, ganz süsse Sachen darunter, ehrlich…
Oben auf dem Bild seht ihr den Ausschnitt eines winzigen Papierbüchleins, das meine Erstklässlerin (nach dieser Anleitung hier) für ihren Papa gefaltet und dann mit Zeichnungen, Fotos und fein säuberlich mit der eben erst erlernten Blockschrift gefüllt hat. Inklusive den Bögen, die sie immer auf den Unterrichtsblättern unter CH oder SCH sieht, was ich ganz besonders rührend finde. Und dieses Liebeserklärung! Einfach Zucker, oder?

„Dezembertage“ heisst meine kleine Serie zum Jahresende.
Ein Bild, wenige Worte, spontan und frei von der Leber weg.
Spass machen soll es. Mir und euch.
Ein huschhusch-Einblick in mein Leben mit Gruss und Kuss
raus in die Welt an alle, die das hier lesen…

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dies und das

Kurz vor dem Abendessen, bei dem ich wieder keinen Plan habe, was ich auftischen soll, schleiche ich mich rasch an meinen Laptop. In der Hoffnung, das eine oder andere hier notieren zu können, bevor das Baby erwacht oder die Mädchen sich beim Puppenspielen in die Haare geraten oder mir sonstwie die Zeit davonläuft…
Es fehlt mir so, das Bloggen.
Aber es geht nicht anders. Nicht häufiger. Nicht besser. Es fehlt die Zeit. Zeit für gedankenvolles Schreiben und fürs Sammeln von Bildern. Allein die Vorstellung, mitten im Alltag auf den Auslöser eines Kamera-Knopfes zu drücken, kommt mir unmöglich vor. Jede freie Hand verräumt nämlich bereits eine schmutzige Kaffeetasse. Oder eine saubere Babystrumpfhose. Oder den linken Schuh, zu dem der rechte gerade verschollen ist.
Darum hier, ein bisschen mindless, aber trotzdem… naja… irgendwie gehalt-voll hoffe ich, für mich wenigstens, weil es Erinnerungen sind, die sich hier festpinnen, klein, aber fein, und überhaupt…

1. Die entzückende Bären-Karte hat mir meine Schwester J. zum Geburtstag geschenkt. Zusammen mit einem dicken Packen feinster Confiserie-Pralienen, die allesamt innerhalb drei, maximal vier Tage in meinem gierigen Feinschmecker-Mund verschwunden sind und mir wahnsinnig gut geschmeckt haben. Zusätzlich in der Geschenk-Tüte lagen ausserdem zwei Gutscheine, einer aufregender als der andere: Ich bekomme meine absoluten Traum-Pantoffeln von ihr (Glerups! In Waldgrün! Ich warte nur noch, dass sie wieder an Lager sind) und ein Konzert-Ticket für Elton Johns Abschieds-Tourne im nächsten Herbst. Konzerte gab es viel zu lange keine für mich. In dieser Grössenordnung eigentlich noch überhaupt gar nie. Unglaublich, oder? Ich freue mich wie verrückt! Auf beides, das könnt ihr mir glauben…

2. Mit der Latzhose meines kleinen Wonneproppens bin ich… öhm… nicht wirklich weiter gekommen. Bis zu den Abnahmen für den oberen Teil, den „Latz“ oder wie man das nennen will, und keine Reihe weiter. Dann musste ich aufgeben; „Outlander“, meine aktuelle Netflix-Serie, ist ganz einfach zu spannend, zu ergreifend- und manchmal auch zu brutal zum Stricken. Ich brauche meine Hände für anderes. Für’s Führen der Computermaus nämlich. Weil ich vor-scrollen muss, um zu sehen, welche Szenen mich erwarten und wo genau ich besonders grausame oder haarsträubende Sequenzen überspringen muss. Manchmal lasse ich ganze Episoden aus (zb die letzten zwei, drei der ersten Staffel). Ich muss mich schützen. Warum immer derart viel Blut fliessen und man in Schlafzimmer-Momenten wirklich alles sehen muss, ist mir immer noch ein Rätsel. Es geht auch subtiler, finde ich. Um emotional in eine Geschichte einsteigen zu können, braucht es keine Nahaufnahmen von zu nähenden Wunden, auch keine Detail-Bilder nackter Körper und amouröser Aktivitäten. Aber nun denn, Sex sells, ich weiss. Brutalität anscheinend genauso. Auch wenn ich das alles lieber nicht sehen möchte und die Hälfte des Films verpasse, weil ich tatsächlich nicht hinschaue. Dabei wäre die Geschichte auch ohne absolut mitreissend, mitreissend genug, um mich ihren Bann zu ziehen. Wahrscheinlich liegt es an der Zeitdimension. Vergangenheit. History. Schottland. Highlands. Rau und magisch und mysteriös. Mich fasziniert das einfach.

3. Die Blättergirladen aus Papier war ein Last-Minute-Geschenk meines Paubacken-Kindes. Zu meinem 40sten. Als ihr klar wurde, dass ich Geburtstag hatte, fühlte sie sich plötzlich ganz entsetzlich, weil sie „gar kein Geschenk“ für mich hatte. Also begann sie wie wild zu basteln und schusterte mithilfe unseres allerliebsten Baum-Buches in Windeseile diesen Blätter-Reigen zusammen. Der jetzt an meiner Küchenwand über dem uralten Buffet hängt und mir viel Freude macht. Als einzige Herbst-Deko in diesem Haus müsste sie zwar ja in nächster Zeit abgenommen und durch etwas Winterlich-Weihnachtliches ersetzt werden, aber ich glaube, das ist mir jetzt einfach einerlei; es geht doch nichts über Kinderbasteleien, egal zu welcher Jahreszeit. Und meine Kleine hat sich solche Mühe gegeben…

4. Zwei andere Geburtstags-Geschenke meiner Kinder seht ihr auf dem drittletzten Foto: die kleine Holzschatulle mit dem aufgenadelten Filzbild hat mir meine Grosse mit ihrem Taschengeld am hiesigen Handwerks-Markt gekauft, den süssen Töpfer-Kürbis mit dem winzigen Halloween-Anhängerchen, der gleich rechts davon steht, Kind2.
Das Taschengeld unserer Kinder ist eher knapp bemessen. Oder „vernünftig“, wie der Herr Kirschkernzeit sagt. Da wir aber immer gut eingedeckt sind mit Donald Ducks Comics und Süssigkeiten, besteht wenig Bedarf an Kiosk-Verzweiflungskäufen, so dass alles Geld Monat für Monat ihre Sparbüchsen füttert und dann irgendwann im Laufe des Jahres für „etwas Besonderes“ ausgegeben wird. Dass mein Junge und mein Mädchen fanden, mein Geburtstag sei definitiv so etwas „Besonderes“, finde ich ungemein süss von ihnen. Natürlich stehen Schatulle und Kürbis nun zwischen lauter anderen Lieblingsstücken von mir, wie den schönen Bechern aus der Töpferei von Danciceramics, die Danijela diesen Herbst für mich gemacht hat. Es tut mir gut, diese Dinge in meiner Nähe zu haben.

5. Wie gesagt; zum Handarbeiten komme ich so gut wie gar nicht. Mein Babykind mag nicht alleine sein und gibt mir klar zu verstehen, dass er sich auf meinem Arm einfach am wohlsten fühlt. Nickerchen sind auch nicht unbedingt so seins, aber ab und zu übermannt ihn die Müdigkeit trotzdem, und wenn ich Glück habe, bleibt das ein paar Minuten so. In der Hoffnung diese kostbaren Momente zwar vielleicht nicht strickend, aber trotzdem irgendwie kreativ und sinnvoll zu verbringen, habe ich mir neulich ein Set Filz-Nadeln bestellt, weniger um selber mit dem Filzen anzufangen, sondern vielmehr weil all unsere Filztierchen und gefilzten Zwerge und Blumenkinder bereits sichtbar zerliebt und entsprechend zerzaust aussehen. Der eine oder andere kleine Zwerg musste sogar schon seinen Bart lassen.
Das Reparieren ging erstaunlich fix und machte irrsinnig viel Spass! Und ich liebe ja Filz. Und Wolle. Und all das. Irgendwie würde es mich schon auch reizen, einmal ein bisschen mehr mit so einer Nadel und Märchenwolle anzustellen, als bloss abfallende Eichhörnchen-Schwänzchen oder graue Zwergenbärte wieder am richtigen Ort zu befestigen…

6. Von meiner Grosstante, einem liebenswerten, alten Fraueli aus der Innerschweiz, habe ich zur Geburt meines Kleinen eine ganz besonders liebe Karte und einen grosszügigen Batzen geschenkt bekommen. Ich fand das schön. So speziell und bewegend. Ich meine, diese Frau ist Witwe und lebt wirklich bescheiden mit ihrer kleinen Rente…
Bisher habe ich Geldgeschenke zur Geburt eines Kindes meistens auf ihr persönliches Sparkonto gegeben. Einfach, weil ich es ihnen nicht… so quasi „wegnehmen“ wollte, um etwas zu kaufen, das sie nicht selber auswählen konnten. Es kam mir einfach richtig vor so. Aber diesmal empfand ich ganz anders; ich wollte das Geld meiner Grosstante unbedingt und möglichst bald für etwas verwenden, das mein Junge sehen und anfassen und lieb gewinnen kann. Als Andenken. Um nicht zu vergessen. Den Faden in der Hand zu behalten, der zurück zu meinen Wurzeln führt, denn diese alte Dame bildet das allerletzte noch lebende Glied meiner väterlichen Vorfahren.
Lange habe ich überlegt. Mit meiner Freundin Rita via Whattsapp Ideen hin- und hergeschickt. Und bin dann zum Schluss auf diese wunderschönen Dinge gestossen: Eine Box Grimms Bauklötze in den herrlichsten Regenbogen-Farben und dieses wunderschöne Holzklötzchen-Puzzle von Atelier Fischer. Das Würfel-Puzzle mit den Tierkinder-Motiven musste unbedingt sein. Ich habe nämlich genau dieses Puzzle von meiner Patin geschenkt bekommen, als ich zum ersten Mal Mutter wurde und mich mit Kind1 an einen völlig neuen Lebensabschnitt herantasten musste. Wie oft wir damit gespielt haben… Wie viele Puzzle-Bilder gelegt wurden, wie viele Türmchen gebaut… So oft und so viel, dass die Bilder des ersten Puzzles bereits bis fast zur Unkenntlichkeit abgeschabt sind und nicht mehr viel hermachen.
Mit diesem neuen, alten Set mache ich mir selber wohl genauso viel Freude wie meinem Kleinen…

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Jetzt- in 10

1. Sonnentage wechseln sich ab mit den mehr düsteren Nebeltagen, die so typisch sind für den Herbst und den Winter in dieser Region. Die Kinder rotten sich zusammen; es wird wieder mehr drinnen gespielt, Räume aufs Neue in Beschlag genommen, die den Sommer über ein bisschen verwaist blieben. Hier seht ihr meine beiden jüngeren Mädchen bei einem „Konzert“. Es wurde zwar immer bloss eine einzige „Melodie“ gespielt und eins ums andere mal wiederholt, doch die beinhaltete immerhin eine Art Ganzkörper-Hüpfer des Ein-Kind-Orchesters und den Abschluss-Quietscher eines giftig-grünen Plastikpapageis. Meine Kleinste war hin und weg. Die ganzen 15 Repetitionen lang.

2. Die „Instagramer“ unter euch haben dieses Jäckchen bereits gesehen, aber ich möchte es unbedingt auch hier noch zeigen, weil ich es so wahnsinnig schön finde. Bei meinem lang ersehnten Brockenhaus-Besuch neulich, habe ich diesen flauschigen Schatz hier gehoben: Ein Babyjäckchen aus Kaschmir! Wollig-weiss, handgestrickt und unglaublich kuschelig. Genau das Richtige für mein Baby, das jetzt schon aus vielen seiner Erstlingssachen herausgewachsen ist, auch aus seinem braunen Geburts-Jäckchen, was mich richtig schmerzt, wenn ich ehrlich bin. Ich meine, wieso muss das alles so rasend schnell gehen? Diese allerersten Stunden, Tage, Wochen mit ihrem ganzen babyrosa Flitterzauber- ein Augenzwinkern und fort sind sie. Weg. Verschwunden. Als wären sie gar nie gewesen. Manchmal macht mich das wehmütig. Aber stricken hilft. Wie immer. Es lenkt Blick und Herz auf neue schöne Momente, auf das Gute, das noch vor uns liegt…

3. Die Liebste meines ältesten Sohnes entpuppt sich mehr und mehr als wahrer Juwel: Nicht nur verwandelt sich meine wilde Horde in ein einigermassen gesittetes, selbst in der schlimmsten Regenwetterstimmung plötzlich sehr friedfertiges Grüppchen, sobald sie hier in der Türe steht, nein, sie versteht es auch ganz fabelhaft, das Herz jedes einzelnen Familienmitglieds zu erobern, indem sie Bilderbücher erzählt, für jeden Spass zu haben ist und sich jede Zeit der Welt nimmt für uns. Ich glaube, ich erzähle keinen Quatsch, wenn ich sage: Sie fühlt sich an wie Familie. Diesen Stapel Mädchen-Bücher hat sie meinem Tochterkind mitgebracht. Lauter Romane aus ihrer eigenen frühen Jugendzeit. Schön finde ich das.

4. Ich suche irgendwie permanent nach einem neuen Projekt für meine Stricknadeln. Und aus irgendeinem Grund bin ich nie zufrieden, egal wie oft ich meine Strickmagazine auch durchblättere oder bei Ravelry stöbere, mir Anleitungen ausdrucke, mein Wollregal sichte. Auch diesen Poncho hier werde ich nicht anschlagen. Obwohl es wunderschön ist. Und einfach. Und schnell gestrickt. Und meine Stash-Wolle von Rosy Green (Big Merino Hug in der Farbe „Gartenteich“) tät eigentlich auch prima dazu passen. Aber… nun ja, das Projekt ist es irgendwie doch nicht im Moment. Ich bin selber gespannt, wofür ich mich schlussendlich entscheide…

5. Herbstfarben. Sie begleiten mich auf Schritt und Tritt. Hagebuttenrot, Laubgelb, Nebelgrau, und dieses spezielle, knallige Blau des Himmels, wenn die Septembersonne sich jedes Wölkchen vom Leibe strahlt. Langsam finde ich wieder gefallen an all dem. Am Herbst. Seinen Farben, seinem warmen, welken Duft, dem Abschiedslied, das in der Luft hängen bleibt.

6. Ich habe mir darum auch ganz fest vorgenommen, endlich wieder mehr aus dem Haus zu gehen. Mich raus zu wagen in die Welt, anstatt mich im Warmen und Verborgenen zu verkriechen, wie ich es nur zu oft tue, wenn ich meinem inneren Wesen das Zepter überlasse. Ich brauche mehr Natur, mehr Musse und Raum. Für meinen Körper genauso wie für meinen Geist, der manchmal nicht mehr recht zu atmen weiss nach Tagen und Wochen eingeklemmt zwischen vier Wänden. Jetzt möchte ich unterwegs sein. Keine grossen Reisen, nur Minischritte eigentlich, ein wenig Spazieren draussen an der frischen Luft, mehr nicht. Das tut nicht nur mir gut, sondern auch dem kleinen Zwerglein, das so schön friedlich schlummert, wenn ich es im Tragetuch spazierenwiege.

7. Ein Schnappschuss vom Garten: Die braune Plüschmaus (kaum zu sehen, oben in der Mitte des Bildes) und ihre Freundin, die rosa Miss Piggie, trinken Kaffee und unterhalten sich bei Kastanie und Apfelstück. Ich fand die Szenerie, die meine Mädchen hier beim Spielen aufgebaut haben, so richtig süss und war froh, die Kamera gerade sowieso in der Hand zu haben. Viel zu viele scheinbar nebensächliche Alltags-Dinge gehen verloren und vergessen, weil sich sofort wieder die grossen Dringlichkeiten vor sie schieben. Wie das Abendessen, das zubereitet werden will. Wäsche, Küchenschmutz und raupenzerfressener Kohlrabi im Gartenbeet.

8. Herbst. Auch im Garten. Das Graue auf der Wiese, das ist bloss Sand. Gegen das Moos, das sich überall ausbreitet wie eine Art Rasenseuche. Ich schätze, Moos und Matsch sind einfach der Preis, den man zu bezahlen hat, sobald man Bäume pflanzt?
Die Quitten immerhin, die sind dick und mittlerweile gelb und reif genug, um zu Quittengelée zu werden. Ich freue mich. Nichts schmeckt süsser und herrlicher nach Herbst!

9. Kinderbilder. An einem trist düstergrauen Nachmittag zum Leben erweckte Wesen, die mich zum Schmunzeln bringen. Mein Pausbackenkind malt zur Zeit sehr grossflächig und plakativ, mit einem Hang zum Comic-haften, während meine Grosse gerne skizziert, oftmals nur den innersten Kern des Papiers ausfüllt und rundherum ganz viel Weiss lässt. Meine Jüngste hingegen färbt mit Hingabe jede Ecke in die allerbuntesten Töne, je wilder die Mischung, desto besser. Faszinierend, wie jeder sich seine Nische, seine Ausdrucksform sucht. Und sie immer auch findet…

10. Last but not least: Die Stiefelsocken meiner Kleinen. Sie sind fertig. Und bereits rege in Gebrauch, jetzt, wo die Matschwetter-Saison ins Rollen gekommen ist. Mein Mädchen zieht sie gerne an, und ich denke, ein bisschen stolz ist sie schon, dass sie ihr eigenes Garn an den Füssen spazierenführen kann. Das ist natürlich ein Bonus, der mir sehr in die Hände spielt, denn wie alle Mütter möchte ich meine Kinder natürlich ordentlich ausgestattet und schön warm in die kalte Jahreszeit entlassen. Wolle an kleinen Füssen gab mir schon immer ein gutes Gefühl.

 

 

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Pandas zum Kuscheln

Und wieder neigt sich ein sonnenschwerer Mittsommertag dem Ende zu. Obwohl die Schatten schon tief liegen und der Garten langsam zur Ruhe kommt, bleibt die Hitze dick wie Caramel. Ich habe Lust auf eine kalte Dusche, auf Kirschen und Maiskolben vom Feuer mit viel Butter und Salz, auf ausklingende Abendstunden mit „Father Brown“ und den beiden Jersey-Röckchen meiner Jüngsten, die noch ihre Flicken aufgenäht haben wollen.
Alles schwingt.
Hin und her.
Wie eine Hängematte, über der die Äste knarren. Gemächlich. Müde. Sonnensatt. Siestawetter. Ruhepausen. Wer Zeit hat, Wasser und ein Laubdach, das Schatten spendet, darf sich glücklich schätzen.
Ich glaube, im Moment habe ich alles.
Und mehr.
Zum Beispiel diese beiden wunderbaren Kuschelkissen. Kinderkunst-Kuschelkissen. Zwei Pandas zum Knuddeln und Knautschen.
Ich erinnere mich noch, wie meine beiden kleinen Mädchen daran gezeichnet haben… Im Mai war das, aber es erscheint mir Ewigkeiten entfernt. So vieles ist anders geworden; der Himmel, das Grün der Pflanzen, das weit weniger satt wirkt und bereits den ersten Goldschimmer des Herbstes in sich trägt. Mein Bauch ist prall und schwer und erst gestern nacht hatte ich das Gefühl, erste Senkwehen zu spüren. Oder Vorwehen. Wer weiss. Bis zum September geht es nicht mehr weit. Schuleintritt, ein Abschied vom Ganz-zuhause-Kind und der erste Tag im Kindergarten stehen genauso felsenfest und mahnmalähnlich vor meinem inneren Auge wie der noch nicht ganz nahe, aber auch nicht mehr ganz so abstrakte Geburtstermin dieses Endsommerbabys. Kind1 ist mit seiner Liebsten zelten, mein Mädchen zieht nachmittags von Gspänli zu Gspänli, zuhause wird Musik gehört (Kind2, pausenlos), geplantscht und gespielt und vergessen aufzuräumen.
Es sind volle Tage. Tage der Veränderungen, kleinen Abschiede, eine Zeit des Loslassens und Festhaltens und Vertrauen-Fassens.
Und ich weiss; auch dieser Sommer wird zu Ende gehen.
So wie immer.
Neues wird kommen.
Mein Herz bewegt sich langsam und leise.
Es bereitet sich vor.

Ich bin froh, dass ich mir heute soviel Zeit und Musse nehmen konnte, diese beiden Kissen fertig zu nähen. Meine Schubladen und Schränke horten immer mehr angefangene Projekte, als mir lieb ist, und es schenkt mir Frieden, ab und zu das eine oder andere doch noch zur Hand zu nehmen und mich ihm zuzuwenden. Dinge abschliessen macht zuversichtlich. Es ordnet von aussen nach innen. Und nichts geht verloren.
Die Stoffmalbilder meiner beiden kleinen Mädchen sind wunderbar bunt und munter. Auch das tut mir wohl.
Und alles -von den Farben über die Füllung bis hin zu sämtlichen Stoffen- besteht voll und ganz aus Natur- und Recycling-Materielien. Nachhaltig vom ersten Stich bis zum letzten. Denn die Textilmarker sind secondhand, Übrigbleibsel von einer Hochzeitsfeier. Alle weissen Stoffe uralte Laken vom Trödler, umgewandelt in etwas Neues. Die Inlets stammen aus meiner Restekiste und waren zurvor zerschlissene Kopfkissen, genauso wie die beiden Kissen-Rückseiten. Nur die Stopfwolle, die ist mehr oder weniger neu. Also vielleicht doch eher weniger als mehr: Meine Mama hatte diese Rohwolle seit 20 Jahren auf dem Speicher, bevor ich mir daraus einen kleinen Stopfwoll-Vorrat angelegt habe…

Ich bin dankbar. Wieder etwas vollbracht. Abgeschlossen. Ver-voll-ständigt. Ein weiteres Stück Glück.

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