Archiv der Kategorie: kreativ mit Kindern

berührt: kleiner Elefant

“Berührt” heisst für mich;
Ab und zu möchte ich mein Augenmerk auf all die Dinge und Momente richten,
die mich wirklich berühren.
Wo mich etwas  inspiriert, anrührt, wo ich fühle, spüre, zum Denken komme.
Wo sich etwas bewegt, innen im Verborgenen oder ganz greifbar und sichtbar vor meinen Augen.
Mal voller Freude, mal nachdenklich oder sentimental, mal montags, mal sonnabends, wortreich oder stumm…
So wie es im Augenblick gerade richtig scheint.
(Und wer immer mitmachen möchte, ist ganz herzlich eingeladen.)
 

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Wenn mein beinahe-5-Jähriges Tochterkind heute ihrer Oma diesen schnuckeligen grauen Kerl zum Geburtstag überreichen wird -stolz und froh, denn sie hat ihn (bis auf den Glitterkleber-”Rahmen”) ganz alleine irgendwann einmal in einem stillen Eckchen gezaubert- dann werde ich dem wohl mit einem lachenden und einem weinenden Auge zusehen. Ich finde ihn doch selber sooo süss!
“Vielleicht kann ich ja noch so einen machen…”, versucht mich meine Kleine zu trösten. Gutes Kind.
Womöglich überwiegt zum Schluss ja doch das lachende Auge. Wenn ich Omas Freude sehe. Denn sie wird ihn lieben, so wie ich, das weiss ich tief in meiner Tochter-Mutter-Seele ganz genau.
Und er wird es gut haben bei ihr, der kleine, graue Glitzerschnipsel-Elefant.

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Drachenkissen

Wenn die Pausen zwischen meinen Posts und die Lückenfüller immer einseitiger werden (Stichwort Handnähen *hüstel*), dann liegt das daran, dass das Wetter einfach zu herrlich ist und mein Alltag zu rundum geschäftig, um mich fürs Blogpostschreiben vor den Bildschirm zu verkrümeln. Das Wochenende war fantastisch, so warm und sorglos und wie Sommer, einfach wahnsinnig schön, schön, schön. Ich spüre jetzt schon, wie sich alles in mir löst und sich treiben lässt mit den Wolken am Himmelblau, Sommergefühle, wie Strohhüte und Schrebergärten. Und gleichzeitig hat mich etwas erfasst, das einfach noch so viel wie nur irgend möglich in Ordung bringen und hübsch herrichten will, bevor der Sommer wirklich eintrifft, vor den grossen Ferien, wenn alle zuhause bleiben für 5 Wochen und die Arbeit sich zu stapeln beginnt, so dass ich immerzu und permanent hinterherhinke und alle Hände voll zu tun habe, meine Knilche zum Mithelfen zu bewegen…
Na, jedenfalls, mir geht es fantastisch. Und fantastisch fühlt es sich auch an, wenn ich meine Todo-Listen wieder um ein Pünktchen abhaken kann: Jackenschrank ausmisten und sortieren? Jep. Meerschweinchenstall auswaschen und verschieben? Gemacht. Den Platz vor dem Haus gründlich wischen, von Spinnweben befreien und mit Hochdruck abspritzen? Bingo. Kühlschrank saubermachen? Endlich auch mal wieder erledigt. Das bemalte Kissen meiner Grossen nähen?…

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Et voilà! War mir ein Vergnügen.
Auch diesmal musste ein eigenes Kisseninlet zusammengeschnurpft und mit Rohwolle gestopft werden, und wieder habe ich mich auf einen simplen Hotelverschluss beschränkt, zusätzlich verstärkt mit zwei Knopflöchern, denn die Haare meines Mädchens sind inzwischen kurz geschnitten, kurz genug, dass Knöpfe an Kissen keine grosse Verheddergefahr mehr darstellen sollten.
Ihr Bild hat mich übrigens echt umgehauen. Es ist ein zweiköpfiger Drache, der einerseits Feuer, andererseits Wasser speit, Blau und Rot, Hitze und Kälte, beides nebeneinander. Ich mag den gebogenen Drachenhals und die kunterbunte Wolke, die mich unwillkürlich an den knalligen Riesenengel von Nikki de Staint Phalle in der Bahnhofshalle Zürich erinnerte. Es regnet Blau und Violett in Punkten, und der stachelige Riesenschmetterling passt wunderbar zur gefährlich verschrobenen Märchenstimmung.
Hach ja, mein Mädchen…
Ist es nicht erstaunlich, wie viel so ein Kinderwerk preisgibt vom jungen Menschen, der hinter Farbe und Pinsel steht? Wenn ich mir dieses Kissen so ansehe, erinnert es mich augenblicklich an sie, an ihre Wildheit und Eigensinnigkeit, die tiefen Gedanken und ständigen Fragen, an ihren feinen Sinn für jene Orte und Momente, wo es wichtig ist, sich anzupassen und einzufügen, und an ihren Mut, an anderen Orten und im anderen Kontext vollkommen anders zu sein, jungenhaft, laut, kreativ und explosiv. Sie kann so vieles sein. Und Gegensätze in sich perfekt vereinen. Fast ein bisschen wie dieser Drache, wie Feuer und Wasser aus zwei Seiten eines einzigen Wesens…

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Knuddeln mit Knuddeluff

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Wir hatten so viel Spass an jenem ersten Maiwochenende, beim Malen und Nichtstun und das Leben geniessen. Das allein war schon ein gutes Omen für unser neues Kissenmalprojekt. Und weil ich spürte, wie viel meinen beiden Mädels ihre liebevoll gemachten Stoffbilder bedeuten, war es für mich sonnenklar, dass es wirklich sein musste, und zwar noch bevor meine Nähmaschine mich wieder verlassen würde: Diese Kissen wollten genäht werden. Zuallererst das meine Kleinen, die es kaum erwarten konnte, ihren kleinen Pokemon-Clan -sie sind in ihrer Wiesenszenerie übrigens gerade alle wie wild am Seilspringen- als weiches Kuschelkissen zu zerknautschen.
Tatsächlich war es keine grosse Zauberei, aus den bereits vor dem Malen rudimentär rechteckig geschnittenen Leinenstoff eine simple Kissenhülle mit Hotelverschluss zu sticheln. Auf Knöpfe habe ich verzichtet. Die Masse sind ohnehin schon schmal und eng, so dass die Öffnung kaum aufklaffen wird und aus Erfahrung weiss ich, dass es nicht gerade angenehm ist, sich nachts im Bett mit den Haaren irgendwo zu verheddern.
Für die Rückseite konnte ich ein altes, zerrissenes Kinderleintuch ohne Stretchanteil verwenden, was ich ziemlich super fand, da ich mich gerade zu jenem Zeitpunkt ans Ausmisten eines Sackes ausrangierter, kaputter Leintücher machte, die ich mir ursprünglich aufgehoben hatte, um einen Teppich daraus zu häkeln, ein Projekt das ich aber wohl noch lange, lange nicht verwirklichen werde und darum auch das Material noch nicht allzu sehr anhäufen sollte. Weg damit! Und wenn ich was davon verwerten kann, und zwar jetzt, dann umso besser.
Ein Kissen-Inlet in unseren Fantasiemassen ist wohl so gut wie inexistent, daher zerschnippelte ich gleich noch einen Teil der weissen Leintuchreste und nähte mir selber eins. Gefüllt mit der Rohwolle, von der ich sonderbarerweise selbst nach zig damit gestopften Projekten noch immer tonnenweise zuhause im Bastelschrank horte, ist es nun ganz passabel weich und knautschig.
Ja, ich mag es. Und meine Kinder ebenfalls. Knuddeluff zum Knuddeln, was wollen wir mehr…

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Wochenende: Fussball, Vergebung, Farbe und Seide

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Die Fotos zeigen es mir: Dieses Wochenende war vor allem samstags sehr, sehr entspannt und wochenendlich sorgenfrei, denn praktisch alle meine Wochenend-Fotos stammen von diesem einen Tag.
Der männliche Familienanteil stand an diesem Tag praktisch rund um die Uhr vor oder auf einem Fussballfeld und ich und die Mädchen machten uns derweil einen netten Frauentag, mit Malen (neue Kissen bahnen sich an!) und Zeichnen, ganz viel Kreide und sonnenwarmen Garten-Böden. Frühlingstage, wie ich sie liebe, ein bisschen drinnen, ein bisschen draussen, und der Wechsel geht sanft und fliessend. Ich gab mir ganz bewusst Mühe, alles Stressige und Erzwungene so weit ich konnte, aus unserem Tag zu verbannen, liess die Wäsche noch einen Tag länger vor sich hin gammeln und zog Pommes und Burger aus der Tiefkühltruhe, statt richtig zu kochen, sogar eine exklusive Flasche Cola liess sich noch auftreiben. Gut hat das getan. Keine Supermutti sein müssen, es gut sein lassen, die kurzzeitig auflodernde Nervosität beim Stoffe-bemalen registrieren und vorbeiziehen lassen, ohne gleich mein Gewissen zu zerfleischen.
Ich habe gemerkt, dass es sehr wohl eine Rolle spielt, wie ich mir selber gegenüberstehe, ob mit einer zwar kritischen, aber auch vergebenden Einstellung oder mit scharfer Kritik und wenig Geduld; je härter ich mich selber für meine Ungeduld und meine manchmal wirklich schauderhaft instabile Selbstbeherrschung verurteile, desto schwerer fällt es mir, in einem schwierigen Moment, wieder die Fassung zurück zu gewinnen und damit die Möglichkeit und Fähigkeit, das Ruder herum zu reissen und den Ton anzuschlagen, den ich tief in meinem Inneren ja eigentlich führen möchte, einen sanfteren Ton, geduldiger, gelassener und mit mehr Abstand zu meiner eigenen Impulsivität. Gut, wenn ich es schaffe, schön für die Kinder und für mich. Es kommt so viel Frieden aus der Vergebung -der Vergebung gegenüber anderen, aber auch gegenüber mir selbst- so viel mehr Leichtigkeit und Motivation, mich selber zu verändern und von anderen verändern zu lassen.
Die Kinderbilder jedenfalls sind sehr hübsch geworden. Und äusserst bunt. Sie strahlen die Zufriedenheit aus, die wir an jenem Samstagnachmittag alle empfunden haben, und ich freue mich jetzt schon, bald zwei kleine Kissenbezüge daraus zu nähen, damit die Mädchen sich abends damit ins Bett kuscheln können…

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Worauf ich mich sonst noch freue? Auf die Fotos meiner “Annable Baby Cardigan”, die ich endlich doch noch knipsen konnte füe euch, bevor meine Kleine sie dann sonntags zum ersten Mal anzog für einen zweiten Tag auf, bzw. vor dem Fussballfeld, diesmal vereint als ganze Familie. Und auch auf mein allerneuestes Strickprojekt freue ich mich, eines, das ich erst gestern nacht, nach stundenlangem Hin und Her, aus einem dicken, schimmernden Knäuel handgefärbter Seide angeschlagen habe.  Es ist eines der herrlichen Garne, die ich noch von Brigitte hier habe, aus jener Zeit, in der sie noch sehr viel Handgefärbtes und Handgesponnenes in ihrem kleinen Shop anbot und mich jedes Mal verzauberte damit. Ich habe eine ganze Ewigkeit gebraucht, bis ich endlich das richtige Projekt für dieses Edelgarn finden konnte… Eine “Little Shore Cardigan” wird nun daraus werden, ein sehr schlichtes, aber herrlich weiches Jäckchen für meine Zweitjüngste, die mittlerweile hauptsächlich Kleidchen trägt und ganz, ganz unbedingt ein zartes Jäckchen braucht, so als zweite Schicht auch an kühleren Sommermorgen. Im Juli wird sie 5. Das richtige Alter für ein wenig Seide, denke ich.

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