Archiv der Kategorie: kreativ mit Kindern

Woche 3: Akzeptieren, was ist

Diese Woche war vorbei, kaum hatte der Montag begonnen.
So jedenfalls fühlte es sich an.
Sonntags bleibt dank dem Gottesdienst, den wir via Zoom ganz gemütlich noch halb im Pijama vom Sofa aus miterleben dürfen, immerhin ein Hauch von Wochenstruktur erhalten. Sonntag ist anders. Speziell. Da gibt es, im Gegensatz zu allen anderen Tagen der Woche, nach wie vor einen Termin, ein „Date“ sozusagen: Wir „treffen“ uns mit Menschen ausserhalb unseres Clans, und sei es auch nur virtuell. Ein Blick auf die kleinen Bildschirm-Fensterchen, in denen bekannte Gesichter vor fremden Hintergründen erscheinen, singen vor dem aufgeklappten Laptop, Herrenmahl aus altem Sonntagszopf und einem Schluck Kochwein (gruusig!), die Predigt hören, während ich das Baby ausser Sichtweite stille und die Kinder zeichnen- und nach der „Versammlung“ das eine oder andere „Hallo, wie geht’s euch?“ per Mikrophon quer durch die Schweiz schicken. So sieht der Gottesdient aus für uns. Zu Coronazeiten.
Ich liebe ihn so. Genau so. Verbindlich, aber entspannt. Losgelöst von der Hektik und dem immensen Druck, den ich normalerweise mit unserem sonntäglichen Freikirch-Besuch in Verbindung bringe.
Die anderen Tage sind uniform. Einer gleicht dem anderen. Fast bist aufs Haar. Und nun, da offiziell Ferien sind, fällt auch unsere Unterrichts-Einheit am Vormittag weg, was mir einerseits sehr gelegen kommt, weil ein Zeit-Korsett sich nur schwer schliessen lässt mit quengeligem Zappelbaby auf dem Arm, was mich andererseits aber auch verunsichert. All die Muttis, die ich beim Spazierengehen so antreffe -ganz zufällig, ich schwör’s- berichteten jeweils von ausgiebigen Extra-Schullektionen, die sie ihren Sprösslingen nun angedeihen lassen. Denn „das was die Schule so verlangt, das ist doch viel zu wenig!“.
Ist es das? Tatsächlich? Ich weiss nicht recht… Mir scheint es genug zu sein. Und so hurtig und lerngierig wie all die anderen Kinder -laut ihren Mamas- ihre Schularbeiten erledigen,  sind meine auch nicht. Hier wird schon gearbeitet. Häkchen reiht sich an Häkchen. Aber langsam. In gemächlichem Tempo und ohne grossen Druck von meiner Seite her. Zusatzaufgaben? Damit Hänschen endlich besser wird im Einmaleins? Das Französisch noch einen weiteren Schliff erhält? Die Schönschrift geübt wird?
Hab ich aufgegeben.
Nicht, weil ich es nicht gut finde, wenn alles sitzt. Doch ich möchte den Haussegen nicht opfern. Nicht als Preis für meinen mütterlichen Ehrgeiz.
Gut ist gut genug für mich. Pflichtbewusst darf gerne sein, das schätze ich sehr, aber ich möchte nicht mit der Peitsche daneben stehen und meine Lieben antreiben müssen, sich im Kampf um das beste, klügste, am tollsten geförderte Schulkind möglichst auf Spitzenplätzen zu beweisen.
So lassen wir es entspannt angehen. Und belassen es dabei.
Herausgekommen sind diese Woche trotzdem ein paar sehr schöne Dinge. Zum Beispiel hat meine Grosse (10 Jahre) angefangen, ein wenig zu stricken in ihrer vielen Freizeit. Einen winzigen, gelben Schal für ihren Plüschpinguin. Sie macht das nicht schlecht. Ganz so einfach ist es ja nicht, wenn man zum ersten Mal Nadeln und Faden in den Händen hat und Maschen dabei herauskommen sollen. Vor allem aber sieht es so aus, als würde sie es ganz gerne machen. Und das ist mir das Wichtigste. Handarbeiten hat seinen Stachel verloren, finde ich. Niemand muss mehr stricken oder häkeln oder nähen. Aber jeder darf. Solange es Freude macht.
Ziemlich glücklich bin ich auch mit der Entwicklung, die momentan gerade in meiner Küche vor sich geht: Hier wird nämlich gekocht. Und das nicht immer von mir. Nachdem ich mehr als einmal vollkommen erschöpft und entnervt vom Hantieren zwischen Herd und Babykind zum Essen auf meinen Stuhl gesunken bin und kaum essen konnte mit meinem Zappelkind auf dem Schoss, kam mir die Idee, das Kochen vermehrt auf andere, weitaus weniger eingespannte Familienmitglieder zu verteilen. Delegieren, nennt man das, richtig? Eine feine Sache, dieses Delegieren, wirklich.
Jetzt ist Kind2 zweimal die Woche für unser Mittagessen verantwortlich. Kind1, der ja wochentags am PC für seine Informatik-Bude im Home-Office arbeiten muss, kocht plangemäss einmal am Wochenende, mein grosses Mädchen einmal unter der Woche. Und wenn ich Glück hab‘, zaubert der Herr Kirschkernzeit auch noch das eine oder andere für uns auf den Tisch.
Herrlich!
Ich helfe, wo ich gebraucht werde, plane mit, zeige meine Hausfrauentricks und -Kniffe und überschütte meine jungen Chefs de Cuisine überschwänglich mit Lob. Ach ja; und ich schneide bereitwillig Zwiebeln. Den zarten Äuglein der frischen Jugend scheinen Zwiebeln schlecht zu bekommen, hihi.
Das Wochen-Mittags-Menu dieser Woche war übrigens Folgendes: Ebly-Pfanne mit gebratenem Gemüse, Pilzen und Mozarella. Hackfleischbällchen mit Kartoffelstock, Bratensauce, Möhren und grünem Wirz. Pizza diversico. Hawai-Krapfen mit gemischtem Salat. Pommes mit Chicken Nuggets und Röstgemüse. Chili con Carne mit Fladenbrot. Fehlt noch die Sonntags-Küche. Was es geben wird? Keine Ahnung. Das überlasse ich meinem Liebsten.
Ansonsten… geschieht hier nichts. Und doch so viel. Mein Baby lernt robben. Er kullert und robbt quer durchs Zimmer, wo nichts mehr sicher ist vor ihm.
Mein Kindergartenkind übt derweil ein bisschen schreiben und lesen. Aber nur rudimentärst. Sie möchte auch dazu gehören, das spüre ich momentan ganz stark. Ihren Platz ein bisschen neu definieren und verankern in der Familie. Vom Kleinkind zum grossen Mädchen, schätze ich, denn gerade nimmt sie den Spagat von 4 zu 5, und ich finde diesen Altersschritt doch recht gewichtig, vor allem mit der ganzen Kindergartengeschichte im Hintergrund. Jetzt, wo der Stubentisch so oft zum Klassenzimmer wird, bedeutet dazugehören für sie wohl auch; mitlernen, mitschreiben, mitrechnen, mitzeichnen.
Aber ich pushe sie nicht. Ich lasse ihr ihr Tempo und versuche, dem Ganzen eine lockere, spielerische Note zu verleihen. Und wenn sie keine Lust auf Buchstaben hat, kommt das Zeichenheft an die Reihe. Keines ist besser als das andere.
Am 11. April wird sie 5, meine Kleine. Immer wieder fragt sie nach ihrem Geburtstag und lässt ihre grosse Schwester ihre heissesten Geburtstags-Wünsche in ein frisch gebundenes Notizbuch notieren. Sie freut sich. Freut sich wie wild. Ob ihr wirklich klar ist, dass dieses Jahr keine Oma oder Tanten, auch keine kleinen Gäste an ihrem Festtags-Tisch sitzen werden, ist mir noch nicht ganz klar, aber ich bin entschlossen, ihr diesen grossen Tag trotz allem so schön und freudvoll zu gestalten, wie ich nur kann.
Im Vorfeld bedeutet das für mich vor allem; stricken. Ihre allerliebste Waldorfpuppe Lilly soll ein paar neue, mama-gemachte Wollsachen zum Anziehen bekommen. Bonnet, Zwergenmütze, Jäckchen und Rock. Vielleicht noch eine Hose oder Unterwäsche?
Leider ist das Bonnet, das ich aus einer wunderschönen, pflaumefarbenen Reste-Wolle gestrickt habe, viel zu winzig ausgefallen. Lilly wird Mühe haben, ihr Köpfchen überhaupt damit zu bedecken, doch vielleicht passt es ja Lieblingspuppe Nr.2, der kleinen, süssen Lotta? Hm…
Das zweite Mützchen, eine ebenfalls sehr kleine, sehr rote Zwergenhaube, kommt von der Grösse her schon besser hin. Aber auch nicht wirklich perfekt. Unten am Hals schlottert es ein wenig, was ich doch gern anders hätte, aber nundenn: nennen wir es eben ein Zwergen-Bonnet. Der richtige Name rettet so manches Malheur, oder? Und Bonnets dürfen schlottern soviel sie wollen.
Beim Puppenjäckchen stecke ich noch in der Tüftel-Phase. Ich möchte es vorne knöpfen können, ansonsten aber ganz schlicht halten. In DK-Stärke oder so. Dank ein paar Babyjäckchen-Strickanleitungen kommt es mir allerdings gar nicht mal so schwierig vor, mir meine eigene Anleitung zusammenzureimen, und ich tarne meine leisen Zweifel mit Zwangsoptimismus, denn schliesslich drängt die Zeit, für zögerliches Hin-und Her ist der Moment schlicht ungünstig.
Ob es noch zu Röckchen, Wäsche oder Hose kommt, bleibt vorerst ein noch zu lüftendes Geheimnis. Sagen wir, ich hoffe es. Doch wenn nicht, ist es auch in Ordnung. Nehmen wir die Dinge, wie sie kommen. Ich denke, das ist der Leitspruch der Stunde.

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Januar-Tage Nr. 18

Ferien! Endlich! Die drei Wochen Schule kamen mir unglaublich lange vor… Oder waren es sogar vier? Keine Ahnung. Auf jeden Fall tut es einfach nur GUT, die Kinder wieder ihrem eigenen Rhythmus zu überlassen, sie schlafen zu lassen, solange wie sie es brauchen und auch die Sache mit den Essenszeiten nicht allzu pingelig genau zu nehmen. Wir sind alle keine Frühstücker. Den Znüni brauchen wir darum meistens ganz dringend- und zwar meistens ausgerechnet um halb elf oder so. Klar, dass sich auf diese Weise unsere „natürliche“ Mittags-Zeit ein bisschen in den Nachmittag hinein verschiebt. Um halb zwei Uhr sassen wir darum heute auch noch über unsere Teller voller Nudeln mit Bratensauce, Mais und Erbsen gebeugt, ein Essen, auf das ich nicht stolz bin, zumal auch noch Wiener Würstchen mit dabei waren. Aber ganz ehrlich: Ich bin froh, überhaupt etwas einigermassen ordentlich Gekochtes auf den Tisch zu bringen! Mit meinem Babykind wird Kochen zur echten Herausforderung, zur Kür der Haushalts-Disziplinen sozusagen, jetzt, wo der Kleine zahnt, ständig mit roten Backen auf seinen Fingerchen herum kaut und ganz viel Nestwärme braucht, um sich getröstet und getragen zu fühlen, sowieso. Ich bin ziemlich schlecht darin, Gemüse mit einer Hand zu schnippeln oder einarmig Salat zu waschen. Also greife ich zum Notgroschen, zu Dosen und Tiefkühlgemüse, und bin einfach dankbar, wenn sich die Kinder, die genau wie ich viel lieber frisches Essen haben, dann trotzdem am Essen freuen. Heute zum Beispiel wurden alle Teller leer. Die Pfannen auch beinahe. Muss wohl an der Bratensauce liegen…
Samstag allerdings hatte ich einen kleinen Anfall von Gottvertrauen. Oder von Grössenwahn vielmehr. Ich fand nämlich, wenn offenbar alle Muttis dieser Welt mit ihren Kindern Kuchen, Cakes und Torten backen können, dann müsste ich das doch eigentlich auch schaffen. Irgendwie. Ja, zu viel Instagram-Glamour kann leichtsinnig machen, jedenfalls nahm ich trotz zahnendem Baby auf dem Arm mein neuestes Backbuch („Bigger Bolder Baking“ von Gemma Stafford, die ich durch ihre YouTube-Küchenvideos entdeckt habe) und ein paar absolute Basic-Ingredienzien zur Hand. Und machte mich ans Muffins-Backen. Mit den Kindern. Nun… es war nicht unbedingt idyllisch. Mehr hektisch. Nicht ganz das, was ich mir erträumt hatte. Bei Instagram sieht es immer ganz anders aus…
Ich schwitzte schon nach wenigen Minuten, als würde ich mich an der Riviera in der Sommersonne räkeln, und ständig fiel mir irgendwas herunter. Gottlob kam Herr Kirschkernzeit dazu und rettete die Situation durch beherztes Babysitting, so konnte ich wenigstens zweiarmig den Kindern dabei helfen, die Küche zu verwüsten… Immerhin: es kamen tatsächlich Muffins aus dem Ofen. Und die Mädchen hatten irgendwann auch aufgehört, sich zu streiten und sich stattdessen auf gemeinsame Kichern und kooperative Kleckern verlegt- richtig süsse waren sie, wie sie Seite an Seite jedes Törtchen mit meiner schaurig buttrigen und unsagbar süssen, von ihnen mit Lebensmittel-Farben eingefärbten Buttercreme verzierten. Sie hatten so viel Spass! (Und ich einiges zu putzen) Die Idee mit der Lebensmittelfarbe kam übrigens klar von Seiten meiner Kinder. Ich mag Kuchen eigentlich am liebsten natürlich, so wenig glitterglimmerstreuselbunt wie irgend möglich. Aber, nun ja, ich wollte ja mit ihnen backen, also durfte es sein, das mit der Farbe und so, einfach weil sie so viel Freude hatten daran.
Vom Rezept war ich mässig begeistert. Die „Irish Fairy Cakes“ sind mir persönlich eine Spur zu … währschaft. Mir fehlt das Cupcakes-Gefühl dabei. Und die „Best Ever Buttercream“ hat mich nur veranlasst, nach der wirklich allerbesten Buttercreme zu suchen. Gemmas Variante ist mir nämlich ein wenig zu süss. Und mit zu wenig Pepp. Ich schätze, Buttercreme ist nicht ganz einfach. Mit Zitrone oder Schokolade oder Kaffee vielleicht ja keine Hexerei, das sind dominante Aromen, die immer gut schmecken, aber so ganz dezent, allein mit Vanille…?
Eigentlich wollte ich heute auch nochmals backen. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt, und Instagram und all das.
Aber nein. Heute stand ich ganz ernüchtert in der Küche und rührte meine Bratensauce. Genug ist genug. Ich mach besser mal kleine Schritte.

„Dezembertage“ heisst meine kleine Serie zum Jahresende.
Ein Bild, wenige Worte, spontan und frei von der Leber weg.
Spass machen soll es. Mir und euch.
Die „Januartage“ setzen diese Idee im neuen Jahr ein wenig fort.
Ein huschhusch-Einblick in mein Leben mit Gruss und Kuss
raus in die Welt an alle, die das hier lesen…

 

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Dezembertage Nr.3

Zwei Tage blieb es stumm hier. Obwohl ich mir doch fest vorgenommen hatte, mich mehr oder weniger täglich gaaaaanz kurz an den PC zu setzen und ein paar Zeilen hier zu lassen… Aber mein Schweigen hat einen guten Grund, einen stichfesten sozusagen, so eine Art Alibi, ich bin also nicht schuld: Diese böse, fiese Magengrippe hat mich tatsächlich auch noch erwischt! Eiskalt. Und von einem Moment auf den anderen. Gerade eben noch fühlte ich mich voll im Saft und war sehr glücklich, dass mein Mann -obwohl er ja ausgerechnet an seinem Geburtstag krank werden musste- irgendwie ganz guter Dinge zu sein schien und den Tag anscheinend gar nicht so übel fand. Und dann -peng!- sass mir diese klamme Gefühl im Magen, und aus war’s mit Saft und Kraft. Gottseidank erst abends, gerade als ich bei meinen Kindern im Bett lag und ihnen eine Gutenacht-Geschichte vorlas. Zu einem Blogpost kam es an jenem Tag dann aber natürlich trotzdem nicht mehr. Auch am nächsten Tag nicht, denn da lag ich mehr oder weniger die ganze Zeit schlafend im Bett und war dem Herrn im Himmel wirklich über alle Massen dankbar dafür, dass er mir einen Engel Namens Mutter zur Seite gestellt hatte; sie kümmerte sich um alles und sorgte dafür, dass die Kinder mich schlafen liessen. Mein Baby wiederum blieb die ganze Zeit bei mir. Er schlief ebenfalls wie ein Herrgöttchen. Und trank ungewöhnlich viel. Ich glaube, ihm ging es auch nicht sonderlich, auch wenn er das Ganze sehr gelassen hinnahm.
Heute bin ich wieder auf dem Damm. Ein bisschen wacklig noch auf den Beinen, aber doch wieder mehr oder weniger hergestellt. Gesund genug jedenfalls für ein Stück Truffes-Torte. Endlich konnten wir nämlich auch den Geburtstagskuchen, den mein Mann sich extra selber gebacken hatte, anschneiden; am 19. selber waren hier einfach zu viele Leute zu kränklich, um auch nur an Torte zu denken…
Das Foto zeigt heute einen Teil der Briefchen-Überraschung, den meine Kinder und ich heimlich für den Herrn Kirschkernzeit vorbereitet hatten. Die Idee war, dass ihm jeder ein Kärtchen mit lieben Gedanken irgendwo so anbringen sollte, dass er über den Tag verteilt immer wieder eines davon entdecken würde, also angefangen mit einem eigens für ihn schön hergerichteten, mit Kerzenlicht erleuchteten Frühstücks-Platz, wo ein weisses Couvert mit einer Collage auf ihn wartete, über einen in der Arbeitsmappe verstecken kleinen Brief, zu einem völlig unerwarteten Brief von Kind2 in der Post am Arbeitsplatz undsoweiterundsofort.
Bis auf die Tatsache, dass er weder die frisch aufgebackenen Croissants, noch Tee, Orangensaft oder Kaffee zu sich nehmen konnte und das mit der A-Post auch mal wieder überhaupt nicht funktionierte (sie kam einen Tag zu spät an), klappte ansonsten alles ganz wunderbar. Ich glaube, er freute sich wirklich über die guten Wünsche, kleinen Dankeschöns und Liebesbotschaften in seeinen Geburtstags-Nachrichten. Es gab aber auch wirklich ganz, ganz süsse Sachen darunter, ehrlich…
Oben auf dem Bild seht ihr den Ausschnitt eines winzigen Papierbüchleins, das meine Erstklässlerin (nach dieser Anleitung hier) für ihren Papa gefaltet und dann mit Zeichnungen, Fotos und fein säuberlich mit der eben erst erlernten Blockschrift gefüllt hat. Inklusive den Bögen, die sie immer auf den Unterrichtsblättern unter CH oder SCH sieht, was ich ganz besonders rührend finde. Und dieses Liebeserklärung! Einfach Zucker, oder?

„Dezembertage“ heisst meine kleine Serie zum Jahresende.
Ein Bild, wenige Worte, spontan und frei von der Leber weg.
Spass machen soll es. Mir und euch.
Ein huschhusch-Einblick in mein Leben mit Gruss und Kuss
raus in die Welt an alle, die das hier lesen…

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dies und das

Kurz vor dem Abendessen, bei dem ich wieder keinen Plan habe, was ich auftischen soll, schleiche ich mich rasch an meinen Laptop. In der Hoffnung, das eine oder andere hier notieren zu können, bevor das Baby erwacht oder die Mädchen sich beim Puppenspielen in die Haare geraten oder mir sonstwie die Zeit davonläuft…
Es fehlt mir so, das Bloggen.
Aber es geht nicht anders. Nicht häufiger. Nicht besser. Es fehlt die Zeit. Zeit für gedankenvolles Schreiben und fürs Sammeln von Bildern. Allein die Vorstellung, mitten im Alltag auf den Auslöser eines Kamera-Knopfes zu drücken, kommt mir unmöglich vor. Jede freie Hand verräumt nämlich bereits eine schmutzige Kaffeetasse. Oder eine saubere Babystrumpfhose. Oder den linken Schuh, zu dem der rechte gerade verschollen ist.
Darum hier, ein bisschen mindless, aber trotzdem… naja… irgendwie gehalt-voll hoffe ich, für mich wenigstens, weil es Erinnerungen sind, die sich hier festpinnen, klein, aber fein, und überhaupt…

1. Die entzückende Bären-Karte hat mir meine Schwester J. zum Geburtstag geschenkt. Zusammen mit einem dicken Packen feinster Confiserie-Pralienen, die allesamt innerhalb drei, maximal vier Tage in meinem gierigen Feinschmecker-Mund verschwunden sind und mir wahnsinnig gut geschmeckt haben. Zusätzlich in der Geschenk-Tüte lagen ausserdem zwei Gutscheine, einer aufregender als der andere: Ich bekomme meine absoluten Traum-Pantoffeln von ihr (Glerups! In Waldgrün! Ich warte nur noch, dass sie wieder an Lager sind) und ein Konzert-Ticket für Elton Johns Abschieds-Tourne im nächsten Herbst. Konzerte gab es viel zu lange keine für mich. In dieser Grössenordnung eigentlich noch überhaupt gar nie. Unglaublich, oder? Ich freue mich wie verrückt! Auf beides, das könnt ihr mir glauben…

2. Mit der Latzhose meines kleinen Wonneproppens bin ich… öhm… nicht wirklich weiter gekommen. Bis zu den Abnahmen für den oberen Teil, den „Latz“ oder wie man das nennen will, und keine Reihe weiter. Dann musste ich aufgeben; „Outlander“, meine aktuelle Netflix-Serie, ist ganz einfach zu spannend, zu ergreifend- und manchmal auch zu brutal zum Stricken. Ich brauche meine Hände für anderes. Für’s Führen der Computermaus nämlich. Weil ich vor-scrollen muss, um zu sehen, welche Szenen mich erwarten und wo genau ich besonders grausame oder haarsträubende Sequenzen überspringen muss. Manchmal lasse ich ganze Episoden aus (zb die letzten zwei, drei der ersten Staffel). Ich muss mich schützen. Warum immer derart viel Blut fliessen und man in Schlafzimmer-Momenten wirklich alles sehen muss, ist mir immer noch ein Rätsel. Es geht auch subtiler, finde ich. Um emotional in eine Geschichte einsteigen zu können, braucht es keine Nahaufnahmen von zu nähenden Wunden, auch keine Detail-Bilder nackter Körper und amouröser Aktivitäten. Aber nun denn, Sex sells, ich weiss. Brutalität anscheinend genauso. Auch wenn ich das alles lieber nicht sehen möchte und die Hälfte des Films verpasse, weil ich tatsächlich nicht hinschaue. Dabei wäre die Geschichte auch ohne absolut mitreissend, mitreissend genug, um mich ihren Bann zu ziehen. Wahrscheinlich liegt es an der Zeitdimension. Vergangenheit. History. Schottland. Highlands. Rau und magisch und mysteriös. Mich fasziniert das einfach.

3. Die Blättergirladen aus Papier war ein Last-Minute-Geschenk meines Paubacken-Kindes. Zu meinem 40sten. Als ihr klar wurde, dass ich Geburtstag hatte, fühlte sie sich plötzlich ganz entsetzlich, weil sie „gar kein Geschenk“ für mich hatte. Also begann sie wie wild zu basteln und schusterte mithilfe unseres allerliebsten Baum-Buches in Windeseile diesen Blätter-Reigen zusammen. Der jetzt an meiner Küchenwand über dem uralten Buffet hängt und mir viel Freude macht. Als einzige Herbst-Deko in diesem Haus müsste sie zwar ja in nächster Zeit abgenommen und durch etwas Winterlich-Weihnachtliches ersetzt werden, aber ich glaube, das ist mir jetzt einfach einerlei; es geht doch nichts über Kinderbasteleien, egal zu welcher Jahreszeit. Und meine Kleine hat sich solche Mühe gegeben…

4. Zwei andere Geburtstags-Geschenke meiner Kinder seht ihr auf dem drittletzten Foto: die kleine Holzschatulle mit dem aufgenadelten Filzbild hat mir meine Grosse mit ihrem Taschengeld am hiesigen Handwerks-Markt gekauft, den süssen Töpfer-Kürbis mit dem winzigen Halloween-Anhängerchen, der gleich rechts davon steht, Kind2.
Das Taschengeld unserer Kinder ist eher knapp bemessen. Oder „vernünftig“, wie der Herr Kirschkernzeit sagt. Da wir aber immer gut eingedeckt sind mit Donald Ducks Comics und Süssigkeiten, besteht wenig Bedarf an Kiosk-Verzweiflungskäufen, so dass alles Geld Monat für Monat ihre Sparbüchsen füttert und dann irgendwann im Laufe des Jahres für „etwas Besonderes“ ausgegeben wird. Dass mein Junge und mein Mädchen fanden, mein Geburtstag sei definitiv so etwas „Besonderes“, finde ich ungemein süss von ihnen. Natürlich stehen Schatulle und Kürbis nun zwischen lauter anderen Lieblingsstücken von mir, wie den schönen Bechern aus der Töpferei von Danciceramics, die Danijela diesen Herbst für mich gemacht hat. Es tut mir gut, diese Dinge in meiner Nähe zu haben.

5. Wie gesagt; zum Handarbeiten komme ich so gut wie gar nicht. Mein Babykind mag nicht alleine sein und gibt mir klar zu verstehen, dass er sich auf meinem Arm einfach am wohlsten fühlt. Nickerchen sind auch nicht unbedingt so seins, aber ab und zu übermannt ihn die Müdigkeit trotzdem, und wenn ich Glück habe, bleibt das ein paar Minuten so. In der Hoffnung diese kostbaren Momente zwar vielleicht nicht strickend, aber trotzdem irgendwie kreativ und sinnvoll zu verbringen, habe ich mir neulich ein Set Filz-Nadeln bestellt, weniger um selber mit dem Filzen anzufangen, sondern vielmehr weil all unsere Filztierchen und gefilzten Zwerge und Blumenkinder bereits sichtbar zerliebt und entsprechend zerzaust aussehen. Der eine oder andere kleine Zwerg musste sogar schon seinen Bart lassen.
Das Reparieren ging erstaunlich fix und machte irrsinnig viel Spass! Und ich liebe ja Filz. Und Wolle. Und all das. Irgendwie würde es mich schon auch reizen, einmal ein bisschen mehr mit so einer Nadel und Märchenwolle anzustellen, als bloss abfallende Eichhörnchen-Schwänzchen oder graue Zwergenbärte wieder am richtigen Ort zu befestigen…

6. Von meiner Grosstante, einem liebenswerten, alten Fraueli aus der Innerschweiz, habe ich zur Geburt meines Kleinen eine ganz besonders liebe Karte und einen grosszügigen Batzen geschenkt bekommen. Ich fand das schön. So speziell und bewegend. Ich meine, diese Frau ist Witwe und lebt wirklich bescheiden mit ihrer kleinen Rente…
Bisher habe ich Geldgeschenke zur Geburt eines Kindes meistens auf ihr persönliches Sparkonto gegeben. Einfach, weil ich es ihnen nicht… so quasi „wegnehmen“ wollte, um etwas zu kaufen, das sie nicht selber auswählen konnten. Es kam mir einfach richtig vor so. Aber diesmal empfand ich ganz anders; ich wollte das Geld meiner Grosstante unbedingt und möglichst bald für etwas verwenden, das mein Junge sehen und anfassen und lieb gewinnen kann. Als Andenken. Um nicht zu vergessen. Den Faden in der Hand zu behalten, der zurück zu meinen Wurzeln führt, denn diese alte Dame bildet das allerletzte noch lebende Glied meiner väterlichen Vorfahren.
Lange habe ich überlegt. Mit meiner Freundin Rita via Whattsapp Ideen hin- und hergeschickt. Und bin dann zum Schluss auf diese wunderschönen Dinge gestossen: Eine Box Grimms Bauklötze in den herrlichsten Regenbogen-Farben und dieses wunderschöne Holzklötzchen-Puzzle von Atelier Fischer. Das Würfel-Puzzle mit den Tierkinder-Motiven musste unbedingt sein. Ich habe nämlich genau dieses Puzzle von meiner Patin geschenkt bekommen, als ich zum ersten Mal Mutter wurde und mich mit Kind1 an einen völlig neuen Lebensabschnitt herantasten musste. Wie oft wir damit gespielt haben… Wie viele Puzzle-Bilder gelegt wurden, wie viele Türmchen gebaut… So oft und so viel, dass die Bilder des ersten Puzzles bereits bis fast zur Unkenntlichkeit abgeschabt sind und nicht mehr viel hermachen.
Mit diesem neuen, alten Set mache ich mir selber wohl genauso viel Freude wie meinem Kleinen…

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