Archiv der Kategorie: kleine Abenteuer

Quill

Wie viel besser sich das Leben bestreiten und vor allem geniessen lässt, wenn man zu genügend Schlaf, ein wenig ruhiger Ich-Zeit und einem ausgewogeneren Blutbild zurück findet, habe ich letzte Woche einmal mehr ganz neu und mit viel Dankbarkeit erleben dürfen: Mit einer wohl dosierten Ration Eisentabletten, nur zwei kleinen und einem schon ziemlich grossen Kind zuhause, abgekoppelt von Stundenplänen und dem mir sonst so eigenen verzweifelten Verlangen nach mehr Ordung und System und Überschaubarkeit, (das in dieser knappen Woche viel leiser wurde als gewöhnlich) wurde das Leben auf einmal… leichter für mich. Kopfweh und diese latente, zeitweise sehr belastende innere Unruhe verzogen sich, die unheimliche Schwere in meinen Beinen und meinem linken Arm verpuffte, das Wechselspiel von Heisshunger und Übelkeit verschwand. Die letzten Monate hindurch hatten mich ein paar recht undurchsichtige Symptome begleitet, die kamen und gingen, sich quasi die Klinke in die Hand drückten… Sie endlich alle verstummen zu sehen, tat so unglaublich wohl! Richtig wie Ferien war das, Ferien von allem, was zu schwer wiegt, und das doch auch irgendwie mitten im Mama-Alltag und in den gewohnten, ausgetretenen Pfaden.
Sogar für einen kleinen Extra-Ausflug mit meinen beiden Kleinsten reichte mein Energie-Aufschwung; wir packten ziemlich spontan unser Rucksäckel und fuhren raus ins kleine Naturmuseum zum Tierebegucken und Fuchspelzstreicheln und für einen kleinen Snack aus dem Biomarkt, weil wenn schon denn schon.
Die Mädchen strahlten. Und ich fühlte mich wohl und in meiner Mitte, blieb ruhig, wenn die Wellen aufwogten und zentriert bei mir und meinen Kindern, während ich Naturphänomene erklärte und meine irgendwann ganz schön müde 2jährige durch die Stadt zurück zum Bahnhof schleppte.
Schön.
So erlebe ich mich nicht oft.
So… tadellos.

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Den Mädchen sah man ihre Freude an. Eine zufriedene Mutti ist wohl schon die halbe Miete zum Kinderglück. Das kleine Extra-Abenteuer und ein Abstecher zum Spielplatz füllten die andere Hälfte.
Und in diesem so kostbaren Moment Ferien-Idylle kam mir meine neue Strickmütze „Quill“ zum ersten Mal vor die Linse. Ein paar (leider eher schlecht ausgelichtete) Fotos extra für euch. Und für die Ewigkeit des Familienalbums. Als Erinnerung. Weil der Tag so schön war.
Dieser Umstand passt eigentlich ganz gut, denn „Quill“ war auch so eine feine Sache, ein bisschen komplex zwar, was die ständige Maschenzählerei angeht, aber an sich doch einfach und problemlos. Und die Wolle (von „We love Knitting“)-ein knapper Strang „Bloomsburry DK“ von „The Yarn Collective“ in der Farbe „Oz“, verstrickt den Nadeln Nr. 3 und 3.5- ist an sich schon ein absoluter Traum auf Nadeln, den ich wirklich wieder und wieder verarbeiten könnte (und wohl auch werde). Ich liebe diese Softheit und die strahlenden Farben. Das Blau hat fast schon so was wie …echte Unterwasserbrillianz. Herrlich!
Allerdings muss ich auch so ehrlich sein und mir selber eingestehen, dass meine Garnwahl trotz der wundervollen Qualität und der atemberaubend schönen Farbe nicht ganz ideal war für dieses ganz konkrete Mützemuster. Die Garnstärke ist ja kleiner gewählt als im Orinigal, weil es ja eine Kindergrösse werden sollte, was sehr gut geklappt hat, wie ich finde. Aber eine schlichtes Unifärbung wäre wohl besser gewesen, denn die variationsreichere Handfärbung bringt zwar Spannung ins Spiel (ins Stricken auf jeden Fall!), verschluckt aber leider auch einen Teil der so mühsam abgezählten Mützenmusterung. Nun, wie dem auch sei, zum Schluss ist man doch immer klüger. Und hübsch ist „Quill“ ja auch so, finde ich.

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Wie es scheint bin ich mit dieser Meinung nicht alleine; Die Meerwasserblaue „Quill“ Nr.1 ist zwar bereits schon vergeben, an meine Grosse, die es geschafft hat, all ihre Lieblingsmützen innerhalb einer einzigen kalten Saison zu verlieren. Doch bereits schon notiere ich neue Aufträge von Seiten meiner Kinder: noch einmal Blau wünscht sich meine Zappelliese. Gelbgold mein Pausbackenkind. Mal sehen wer sich sonst noch eintragen lässt…

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Manchmal möchte ich Dinge mit-teilen, ohne allzu viel Lebenszeit vor dem Bildschirm verstreichen zu lassen…
Kurz und bündig und spontan. Ohne Umweg direkt aus dem wahren Leben.
Fast wie bei Instagram.

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Warten auf Papa und die beiden Geschwister; Wie man sieht erwartet mein kleines Mädchen den Papa und ihre beiden Geschwister schon sehnlichst aus dem Lager zurück. Gottlob fuhr unser Auto nur Sekunden nach diesem Foto bei uns ein- und brachte alle heil und zufrieden zu uns nach Hause…

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Manchmal möchte ich Dinge mit-teilen, ohne allzu viel Lebenszeit vor dem Bildschirm verstreichen zu lassen…
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DSC_4119noch einmal Lila
Gott sei Dank
*freu*

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Wochen-Ende: zentriert

Ich muss gestehen, so ein klein wenig hab‘ ich mich doch gefühlt wie Supermom, als meine Patentante neulich zu Besuch kam… Nicht wegen dem aufgeräumten Wohnzimmer. Und auch nicht wegen dem Kuchen oder der schönen Kanne süssem Tee, der dampfend auf dem Tisch bereit stand. Nein, allein darum, weil es mich immer schaurig viel Mut und Nerven kostet, überhaupt Besuch zu mir einzuladen, die Türe weit zu öffnen, mir Zeit zu nehmen, ganz bewusst, für den Menschen, der da eintritt, Zeit, wo auch die Kinder für einmal ein bisschen in den Hintergrund treten und mir den Raum lassen, zu reden, zuzuhören, offen zu sein, nicht nur für sie diesmal, sondern für meinen Gast, dem diese ganz spezielle Zeit gewidmet sein soll.
So etwas ist schwierig für mich.
So etwas kommt nur sporadisch zustande.
Und immer fühle ich mich… ja, wie Supermom, wie eine Heldin der kleinen Dinge, wenn es dann doch einmal klappt.
Auch Ausflüge sind so eine Sache. Für mich allein, klar, kein Problem, aber mich allein, das scheint es längst nicht mehr zu geben, nur noch mich, die Mama von Fünfen… oder von vieren, von dreien, je nach Gruppenkonstellation, doch immer bleibe ich Mama, umringt von kleinen wuselnden Wesen, Mama mit Sperberaugen, mit Löwinnenstimme und warmen, plustrigen Gluckenschwingen.
Fliegen wir aus, sind meine Sinne mehr als geschärft. Manchmal habe ich das Gefühl, mehr bei meinen Kindern zu sein mit meinen Augen, meinen Ohren, meinen Armen und Gedanken als wirklich ausgeflogen, und oftmals komme ich vollkommen erschöpft nach Hause ohne gross zu wissen, wo genau wir eigentlich waren…
Ich glaube, ich bin kein sonderlich zentrierter Mensch. Ein gewisses Mass an Stimmen, an Eindrücken, Empfindungen und Aufgaben- und ich verliere hoffnungslos die Balance.
Nun… ich bin sehr, sehr gerne Mutter und Mama von Fünfen zu sein erfüllt mich mehr als ich sagen kann. Doch fünf Kinder sind fünf Kinder, jedes mit seiner eigenen Stimme, seinen eigenen Bedrüfnissen und seiner eigenen täglichen Erlebens-Geschichte, die ich automatisch mit-lebe. Nicht aus dem Gleichgewicht zu geraten, bei mir zu bleiben, zentriert, das ist wahrscheinlich die grösste all meiner Lebensaufgaben in dieser Phase meines Lebens.

Doch manchmal scheint es ganz einfach zu sein…

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Manchmal stehe ich da, wunderbar (oder vielmehr wie durch ein Wunder) ausbalanciert und ruhig wie eine Ballettänzerin auf Spitzenschuhen, während all das pralle Leben an mir vorbeisaust, sich um mich herum sammelt und wieder verstreut. Wie heute. Wie gestern. Wie an diesem Wochenende, wo alles im Fluss zu sein schien, ohne aus dem Ruder zu laufen.
Ein klein wenig aufräumen, das Stroh und Heu zusammenkehren, das sich permanent im Haus verteilt, seit wir Meerschweinchen haben.
Raclette essen und feinstes Tiramisu, zubereitet von Herrn Kirschkernzeit, dem heimlichen Star-Koch des Hauses und seinen beiden Gehilfinnen, die manchmal lieber wild durch die Gegend tanzen, als in brav in den Schüsseln zu rühren.
Kerzenziehen mit der ganzen Bande, enorm friedvoll und entspannt, was mich selber wohl am allermeisten überraschte und beflügelte und mich mindestens ebenso freute wie die zauberhaften Kinder-Kerzen-Kunst, die nun unser Zuhause veredelt.
Stricken und Tüfteln gleichzeitig, grüne Maschen stricken, grüne Maschen wieder auflassen, ohne dass es mich stört, einfach nur, weil es Spass macht, etwas vollkommen Neues auszuprobieren und alle Richtlinien für einmal ausser Acht zu lassen.
Mich nach draussen wagen, hinaus in diese kalte, graue Novemberwelt, wo wir von Schnee und Sturmböen überrascht werden und es trotzdem ganz herrlich finden. Vor allem das Heimkehren. Eine warme Stube voll Licht, Tee, Menschen, Leben und freien Sonntagsstunden… so was ist Gold wert.

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