Archiv der Kategorie: kleine Abenteuer

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Manchmal möchte ich Dinge mit-teilen, ohne allzu viel Lebenszeit vor dem Bildschirm verstreichen zu lassen…
Kurz und bündig und spontan. Ohne Umweg direkt aus dem wahren Leben.
Fast wie bei Instagram

DSC_4119noch einmal Lila
Gott sei Dank
*freu*

Veröffentlicht unter Dankbarkeit, Farben, kleine Abenteuer, Themen-Reihen, Zuhause | 2 Kommentare

Wochen-Ende: zentriert

Ich muss gestehen, so ein klein wenig hab’ ich mich doch gefühlt wie Supermom, als meine Patentante neulich zu Besuch kam… Nicht wegen dem aufgeräumten Wohnzimmer. Und auch nicht wegen dem Kuchen oder der schönen Kanne süssem Tee, der dampfend auf dem Tisch bereit stand. Nein, allein darum, weil es mich immer schaurig viel Mut und Nerven kostet, überhaupt Besuch zu mir einzuladen, die Türe weit zu öffnen, mir Zeit zu nehmen, ganz bewusst, für den Menschen, der da eintritt, Zeit, wo auch die Kinder für einmal ein bisschen in den Hintergrund treten und mir den Raum lassen, zu reden, zuzuhören, offen zu sein, nicht nur für sie diesmal, sondern für meinen Gast, dem diese ganz spezielle Zeit gewidmet sein soll.
So etwas ist schwierig für mich.
So etwas kommt nur sporadisch zustande.
Und immer fühle ich mich… ja, wie Supermom, wie eine Heldin der kleinen Dinge, wenn es dann doch einmal klappt.
Auch Ausflüge sind so eine Sache. Für mich allein, klar, kein Problem, aber mich allein, das scheint es längst nicht mehr zu geben, nur noch mich, die Mama von Fünfen… oder von vieren, von dreien, je nach Gruppenkonstellation, doch immer bleibe ich Mama, umringt von kleinen wuselnden Wesen, Mama mit Sperberaugen, mit Löwinnenstimme und warmen, plustrigen Gluckenschwingen.
Fliegen wir aus, sind meine Sinne mehr als geschärft. Manchmal habe ich das Gefühl, mehr bei meinen Kindern zu sein mit meinen Augen, meinen Ohren, meinen Armen und Gedanken als wirklich ausgeflogen, und oftmals komme ich vollkommen erschöpft nach Hause ohne gross zu wissen, wo genau wir eigentlich waren…
Ich glaube, ich bin kein sonderlich zentrierter Mensch. Ein gewisses Mass an Stimmen, an Eindrücken, Empfindungen und Aufgaben- und ich verliere hoffnungslos die Balance.
Nun… ich bin sehr, sehr gerne Mutter und Mama von Fünfen zu sein erfüllt mich mehr als ich sagen kann. Doch fünf Kinder sind fünf Kinder, jedes mit seiner eigenen Stimme, seinen eigenen Bedrüfnissen und seiner eigenen täglichen Erlebens-Geschichte, die ich automatisch mit-lebe. Nicht aus dem Gleichgewicht zu geraten, bei mir zu bleiben, zentriert, das ist wahrscheinlich die grösste all meiner Lebensaufgaben in dieser Phase meines Lebens.

Doch manchmal scheint es ganz einfach zu sein…

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Manchmal stehe ich da, wunderbar (oder vielmehr wie durch ein Wunder) ausbalanciert und ruhig wie eine Ballettänzerin auf Spitzenschuhen, während all das pralle Leben an mir vorbeisaust, sich um mich herum sammelt und wieder verstreut. Wie heute. Wie gestern. Wie an diesem Wochenende, wo alles im Fluss zu sein schien, ohne aus dem Ruder zu laufen.
Ein klein wenig aufräumen, das Stroh und Heu zusammenkehren, das sich permanent im Haus verteilt, seit wir Meerschweinchen haben.
Raclette essen und feinstes Tiramisu, zubereitet von Herrn Kirschkernzeit, dem heimlichen Star-Koch des Hauses und seinen beiden Gehilfinnen, die manchmal lieber wild durch die Gegend tanzen, als in brav in den Schüsseln zu rühren.
Kerzenziehen mit der ganzen Bande, enorm friedvoll und entspannt, was mich selber wohl am allermeisten überraschte und beflügelte und mich mindestens ebenso freute wie die zauberhaften Kinder-Kerzen-Kunst, die nun unser Zuhause veredelt.
Stricken und Tüfteln gleichzeitig, grüne Maschen stricken, grüne Maschen wieder auflassen, ohne dass es mich stört, einfach nur, weil es Spass macht, etwas vollkommen Neues auszuprobieren und alle Richtlinien für einmal ausser Acht zu lassen.
Mich nach draussen wagen, hinaus in diese kalte, graue Novemberwelt, wo wir von Schnee und Sturmböen überrascht werden und es trotzdem ganz herrlich finden. Vor allem das Heimkehren. Eine warme Stube voll Licht, Tee, Menschen, Leben und freien Sonntagsstunden… so was ist Gold wert.

Veröffentlicht unter aus meinem tagebuch, besondere Tage, Dankbarkeit, Familienalltag, Jahreszeiten, Kinder, kleine Abenteuer, kreativ am Rande, Wochen-Ende | 17 Kommentare

Ihr Znünitäschli

Dieser wunderbare, grobfädige Leinenstoff voller Marienkäferchen, ein altes, original irisches Leinen-Handtuch (zu finden auch bei e-bay ab und zu), das ich vor Jahren schon in unserem Dorf-Trödel-Laden entdeckt und augenblicklich gekauft hatte, war von Anfang an etwas Besonderes für mich. Ich ahnte immer schon; daraus wird etwas… mit Geschichte. Ich wusch ihn sorgfältig, bügelte ihn lange, lange glatt und sauber und verwahrte ihn dann an einem sicheren Ort. Vielen Wochen, Monate, Jahre. Für den Zeitpunkt, wenn.
Und dann vergass ich ihn.
Bis… bis mein Mädchen seine Kinderflügelchen spreizte und flügge wurde, so ein klitzekleines bisschen, bis sie ihr Täschchen packte, ganz aufgeregt und mit der unversehrten Vorfreude eines Kindes, das nur Gutes von der Welt erwartet, die es gerade eben zu entdeckten gilt, auf eigene Faust, ein wenig, eingepackt im Kreis anderer kleiner (und grosser) Menschen. Als mein Kind vor einem Jahr etwa, ihr Spielgruppen-Abenteuer  wagte -weniger, weil ich es so plante für sie, als vielmehr, weil sie selber es sich so sehnlichst wünschte, das Spielen und einmal die Woche ausfliegen und all die Dinge und Kinder, die sie so gerne kennenlernen wollte- da tauchte er urplötzlich wieder auf in meinem Kopf; der Marienkäferchen-Stoff. Süss, aber nicht zu süss. Kräftig in seinen Farben, ohne allzu bunt zu sein. Mädchenhaft, aber nicht girlie.
Ich kramte ihn aus seiner Kiste hervor und fand ihn mit einem Mal noch schöner als zuvor. Ich wusste: Daraus würde ihr Znüni-Täschchen werden.

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Auch wenn ich selber nicht genau wusste, warum, ahnte ich schon bald, dass dieses ganz besondere Taschen-Projekt seine Zeit brauchen würde. Nicht nur zum Nähen, sondern schon vorab, beim Planen und Zusammenstellen. Einerseits, weil ich mir nicht sicher war, wie genau es aussehen sollte, dieses Täschchen und gleichzeitig manche Dinge glasklar vor Augen hatte, unabänderlich (der Reissverschluss zum Beispiel und das breite, verstürzte Umhängeband), andererseits aber -und ich glaube, das war mir das Wichtigste- weil ich mir wünschte, dass mein Mädchen ihre Kindergarten-Tasche genau so bekam, wie sie zu ihr passte, und zwar jetzt, in diesem Moment, wo für sie das grosse Abenteuer beginnt, ihr Kindergartenjahr, der erste, definitive Schritt hinaus.
Kinder verändern sich so schnell. Was beim Spielgruppen-Start noch super war, kann ein Jahr später, am ersten Kindsgi-Tag schon absolut… überholt… aus-gelebt und irgendwie fremd sein. “Hello Kitty” zum Beispiel -damals in der Spielgruppe noch auf allen Pullis, Finken und Trinkflaschen der Gspäänli bewundert (und *hüstel* auch auf den eigenen Grätschüäli und vorn auf dem rosafarbenen Jäckchen, das sie so gerne trug). Damals das Highlight, wohldosiert ausgekostet, heute nur noch zweite Wahl, wenn überhaupt.
Dafür Marienkäferchen. (Auch damals schon geliebt.) Kombiniert mit knalligem rot-weiss, klaren Punkten und sattem Schwarz. Das ist mein Mädchen für mich. (Obwohl sie gegen pinkfarbene Käfer bestimmt auch nichts einzuwenden gehabt hätte.) Ein Kind mit klaren Linien, das man sofort sieht, hört und spürt.

Und nun… nun ist alles fertig. Bereit. Der Reissverschluss eingenäht (dank diesem tollen Tutorial eine völlig entspannte Sache). Das Futter wattiert, von Hand gequiltet und mit einem schwarz-weiss-getupften Innentäschchen (inkl. Stifte-Abteil) versehen. Die Träger aus altem Leinen und einem Rest klarem, rot-weissen-Punkte-Stoff schön lang und breit zusammengenäht, verstürzt und von Hand mit kräftigem Stickfaden befestigt. Der Taschen-Deckel mit Marienkäferchen appliziert, bestickt, umstichelt. Das kleine, süsse Logo (ergattert hier) aufgenäht. Schön sichtbar. Weil es stimmt. “Made with Love”. So wahr!

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Das Abenteuer beginnt. Mein Mädchen tritt hinaus in die grosse, weite Welt und schreibt ihr eigenes, kleines Stückchen Weltgeschichte. Als Kindergartenkind. *Tränchenverdrück*
Nicht immer werde ich sie begleiten dürfen, nicht überall hin. Aber ein Mutterherz kennt weder Grenzen noch geschlossene Kindergartentüren, hab’ ich recht? Und ein paat Tropfen Herzblut stecken ja auch hier drin, tief eingenäht mit jedem Stich, in ihr Znüni-Täschchen. Genäht für diese grossen Tage und all die Tage, die noch folgen werden.

Veröffentlicht unter berührt, besondere Tage, Familienalltag, Kinder, kleine Abenteuer, Nähen | 12 Kommentare

zu meinen Füsse #3

“Ich will sehen, was sich abspielt zu meinen Füssen, mit wachem Geist und weit offenen Augen, sehen, was ich antreffe und erkennen, wo ich gebraucht werde, da sein, mit allen Sinnen. “Zu meinen Füssen” heisst diese Reihe mit lauter Bildern von dem, was ich sehe, wenn mein Blick nach unten fällt. Der Boden, auf dem ich stehe, die Arbeiten, die auf mich warten, Brotkrümel, verstreute Nudeln nach dem Mittagessen, Licht, das die Holzdielen erwärmt, Füsse, grosse und kleine, Kinderspiel und Hausarbeit;
Ein Grossteil meines Alltages spielt sich am Boden ab. Und wer sieht, was ich sehe, kann mit daraus lesen…”

eine Woche voller Abschiede:
Übernachten im Chindsgi

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