Archiv der Kategorie: Kinder

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 Manchmal möchte ich Dinge mit-teilen, ohne allzu viel Lebenszeit vor dem Bildschirm verstreichen zu lassen…
Kurz und bündig und spontan. Ohne Umweg direkt aus dem wahren Leben.
Fast wie bei Instagram.
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Ein kurzer, freier Moment, bevor die Mädels von der Oma kommen, Kind2 von seinem besten Freund und Kind1 vom Gymansium (wo er momentan gar nicht gerne hingeht, aber wer kann’s ihm verübeln, nach so vielen Jahren Schule?). Ich werde gleich loszischen und ein wenig entrümpeln (gut für die Seele!) und dann wohl noch eine Tasse Tee trinken (statt Kaffee), duschen und Haare waschen und mich aufhübschen, rein nur für mich selber (auch gut für die Seele, oder?). Zur Zeit bin ich nicht so energievoll, mehr ein Huscheli, das durch den Tag schleicht und viel zu rasch die Nerven verliert, mit einer Haut, so dünn wie Seidenpapier, und das meine ich jetzt durchaus in zweierlei Sinn… Schön gibt es immer wieder solche kleinen Alltagssequenzen, wie dieses Stück Papier mit einer durchaus ernst gemeinten Botschaft meines grossen Mädchens, auf der sie so ausdrücklich wie nachdrücklich vor unserer wackelig gewordenen und sich in Renovation befindenden Treppe warnt. Ihre Botschaft ist klar und deutlich- und so süss, dass ich sie einfach fotografieren musste… *grins*

PS. Natürlich werden hier wirklich gefährliche Baustellen gut gesichter und abgesperrt. Doch die eine Stufe war wirklich etwas gar arg locker und musste gestern abend noch notfallmässig neu stabilisiert werden. Heute ist ihr Verbots-Schild schon wieder nicht mehr nötig. Aber nach wie viel ein Grund für ein Extra-Lächeln…

Veröffentlicht unter Augenblicke, berührt, ein Bild erzählt, Familienalltag, Kinder, kreativ am Rande, Zuhause | 5 Kommentare

ein Bild erzählt: Sonnenelfen

Manchmal sagt ein Bild mehr als tausend Worte. Und manchmal hilft ein Bild auch, Worte zu finden, Dinge neu zu sehen, den Moment besser zu erfassen, den Alltag zu ent-wirren, Alltags-Erinnerungen zu schaffen. So wie hier.
Ein Bild erzählt

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Oh, wie sehr ich dieses Bild hier liebe! Mein Pausbackenkindergartenkind hat es gezeichnet und sich wahnsinnig viel Mühe gegeben dabei. Es zeigt sie und ihre kleine, rabaukige Schwester, wie sie unbeschwert und sehr ein Eintracht durch eine idyllische Landschaft schweben, frei und sorglos, so wie Kinder es sein sollten. Die Sonne scheint, ein weisses Einhorn und ein lila Pegasus (wo sie die Flügel offenbar vergessen hat) stehen lächelnd an einem Teich und schauen ihnen beim Fliegen zu. Sie sind Sonnenelfen, hat sie mir erklärt. Sonnenelfen! Süss, nicht?
Ich muss hier noch anfügen, dass an jenem Tag, als diese Zeichnung entstand, beide Kinder tatsächlich in etwa so gewandet waren wie auf dem Bild gemalt. Das Kindergartenkind trug ihre senfgelbe Cordhose und um den ganzen Oberkörper ein leuchtend oranges Seidentuch geschlungen, so wie sie es von der grossen Schwester gelernt hat, die Kleine ockerfarbene Strumpfhosen, die zu gross waren und wie auf der Zeichnung ein bisschen über die Zehen hinauslampten und oben drüber etwas Oranges, allerdings in echt ganz ohne Ärmel. Auch die beiden Tiere gibt es in Natura. Das weisse Einhorn seht ihr auf dem Foto, es ist das Schmuseeinhorn der Zeichnerin, ein Geschenk ihrer Oma, und das lila Pegasuspferd war eine Überraschungs-Entdeckung auf dem Kinderflohmarkt im letzten oder vorletzten Sommer.
Ich fand das Ganze richtig rührend -also so richtig, richtig rührend- die Zeichnung selber schon, fast noch mehr aber die so sorgfältig interpretierte Mischung aus Realität und Kinderfantasiegebilde. In gewisser Weise ist so ein Bild ein Fensterchen in die für uns Erwachsene oftmals nicht mehr ganz nachvollziehbare Welt eines kleinen Kindes, das noch genau weiss, wie es wohl sein muss, als glückliche Elfe an Zaubertieren vorbei der Sonne entgegen zu fliegen…

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ein paar Farbtupfer

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Himmel, es fühlt sich direkt komisch an, wieder am Laptop zu sitzen und Worte einzutippen. Ich war eine ganze Weile lang krank. Diese absolut merkwürdige “Grippe”, die hier grassiert, wahlweise mit Schnupfen und Husten, mit Fieber oder ohne, oder mit  lang andauernden Magenschmerzen und einer Übelkeit, die einem tage- und nächtelang begleitet, ohne dass man recht weiss, wieso. Und müde wird man. Einfach bodenlos müde und schlapp wie ein alter, gammeliger Waschlappen überm Putzeimer.
Bei mir war es der Magen. Fast zwei Wochen lang und immer noch ein wenig, aber letzte Woche war ich tatsächlich zeitweise ausser Gefecht gesetzt und nahm mehr als dankbar die Hilfe meiner Mutter an, die die Kinder betreute, während ich einen vollen Tag lang nur schlief, von all den nachmittäglichen Notfall-Nickerchen und den säuglingsmässig frühen Zu-Bett-Geh-Zeiten mal ganz abgesehen. Gottseidank ging es nicht nur mir so; meine beiden kleinen Mädchen schlüpften mehr als einmal gleich mit mir in Krankenlager, erschöpft von werweisswas, allerdings mit nur wenigen Krankheitssymptomen, was meine Nächte wiederum recht erholsam werden liess. Zum Weihnachtssingen der Schule (7 Uhr morgens!) und dem anschliessenden, einfach himmlisch romantischen Kindergarten-Zmorgen bei Kerzenschein neben lauter entspannt-freundlichen Kindergartenkind-Eltern und definitiv ferienreifen Kindern, habe ich es aber Gott-sei-Dank doch noch geschafft. Es war wunderbar. Erinnerungsstückchen, die sich wie Puzzleteile einfügen im ganz speziellen grossen Ganzen dieser Tage. Einzigartig. Gedacht für den Augenblick und darum so schön.
Die Kinder waren schon tagelang hibbelig vor Aufregung und Vorfreude, und Kind2 sass buchstäblich stundenlang am Keyboard meines Mannes, um später im Schulchor auf keinen Fall seinen Xylophon-Part bei “Stille Nacht” zu verpatzen. Wieder und wieder hörte ich ihn klimpern. Und genoss jeden Ton davon. Meine Grosse spielt seit Sommer Blockflöte und müht sich fürchterlich ab damit, aber ansonsten spielt hier niemand ein Instrument, und das Keyboard, das Herr Kirschkernzeit sich letzten Winter zu unser aller Überraschung geleistet hat, steht die meiste Zeit auch bloss mässig dekorativ in seinem kleinen Büro herum. Dabei liebe ich Musik. Sehr sogar. Die letzten zwei Abende habe ich bis weit nach Mitternacht sogar selber daran gesessen und mit Feuereifer die linke Hand für “Stille Nacht” einstudiert, schön lehrbuchmässig mit der digitalen Anleitung auf dem Display, damit ich auch ja die Finger richtig platziere und mich nicht permanent verheddere. Es klingt ganz hübsch bisher, allerdings recht unbeholfen und würde sicherlich noch hübscher klingen, wenn Kind2 mit mir zusammen zweihändig spielen würde. Begleitung und Hauptstimme. Aber irgendwie geniert er sich nun plötzlich, jetzt, da das Weihnachtssingen über die Bühne und bereits wieder Vergangenheit ist… Naja, dann übe ich eben weiterhin “Scarborough Fair”, still für mich alleine. Dafür mit rechter und linker Hand, was ich unglaublich schwierig finde, mir aber so ungeheuer viel Spass macht, dass ich gar nicht merke, wie die Zeit vergeht, und dann später nach geschlagenen 2.5 Stunden Üben fast nicht mehr einschlafen kann vor lauter Anspannung und Tönen in meinem Kopf…
Diese für mich ganz neuen, kleinen musikalischen Episoden sind mir sehr lieb geworden. Kleine akustische Farbtupfer in meinem oftmals schrecklich grauen Alltag.

Ein klein wenig mehr Farbe trage ich just heute auch auf meinen Lippen. Ich schminke mich normalerweise so gut wie gar nie, sondern schleiche als graue, müde Maus durch die Gegend und denke mir nicht viel dabei. Gestern aber, als wir mit meiner Mutter und all meinen 7 Geschwistern samt Partnern unser jährliches Weihnachts-Grossfamilien-Treffen feierten, fühlte ich mich nicht nur urplötlich wieder richtig fit und munter, sondern auch absolut in Feierlaune, was ich mit roten Lippen, Wangenrouge und ein wenig Wimperntusche ganz gross feierte. Dazu die Haare offen, so ungebändigt und unpraktisch wie sonst nie- und ich überraschte mich selbst mit einem völlig neuen Ich-Gefühl. Viel vitaler und selbst-bewusster. Weiblich. Nicht mehr nur wie eine stille Quelle der Nahrung und Zuwendung für andere, sondern als eine eigenständige Frau, die es sich wert ist, sich beim gemeinsamen Festessen auch selber einen Teller zu füllen und ihn gemütlich leer zu essen, ganz egal, wie gut oder schlecht sich die Kinder gerade benehmen… Ich meine, wozu ist man Familie? Oder Freunde? Um sich vertraut zu sein. Auch mal zu riskieren, dass jemand anderes das Kind zurechtweist. Oder aushält. Oder sich selber an der Nase nimmt. Das schaffe ich sonst so gut wie gar nicht, wisst ihr. Ich will nirgendwo anecken und versuche immer, aber auch wirklich immer, die Fäden in der Hand zu halten, gerade auch wenn ich mit meinen Kindern ausser Haus und unter Menschen bin. Allerdings war unser Weihnachtstreffen gestern so wahnsinnig schön und entspannt und richtig lustig sogar, dass ich mir ohnehin keine Sorgen zu machen brauchte. Und offen gestanden sind bei Feiern dieser Art oftmals sowieso die Erwachsenen die allergrössten Kinder *hüstel* Meine Knirpse hielten sich bravourös, waren ausgelassen und zufrieden und fügten sich ganz wunderbar in diese mittlerweile doch auch schon recht grosse Gruppe ein. Irgendwann standen meine Mädchen dann auch mit mir und meinen Schwestern oben im grossen Bad vor dem Spiegel und probierten all die 24 Lippenstifte aus dem Adventskalender meiner Mutter aus, hihi… Jetzt habe ich übrigens drei Lippenstifte mehr in meiner Sammlung, von einem Stück auf ganze vier also, was mir sehr gelegen kommt, denn irgendwie habe ich so den Verdacht, dass es mir ganz gut tun könnte, auch werktags ab und zu mal ein klein wenig Farbe aufzulegen…
Farbe kam auch aufs Papier heute. Oh, wir haben schon so lange nicht mehr gemeinsam gemalt! Irgendwie sind all die grossen und kleinen Haushalts-Posten einfach permanent im Vordergrund. Die Wäsche. Das Geschirr. Das Essen. Der dreckige, erd- und tannennadelbedeckte Eingang. Das chaotische Wohnzimmer. Wieder Essen. Dies und das. Badezimmer eins. Badezimmer zwei. Die Meerschweinchen. Und weiter im Text… Ich habe den Eindruck, niemals mehr entspannt und hausarbeitstechnisch weit genug zu sein, um mich mit den Kindern hinzusetzen und pinselweise Farbkleckse zu setzen… Dabei war es fantastisch, zu sehen, wie gerne sie malen. Die Mädchen immerhin, Kind1 schmökerte Comics währenddessen, während Kind2 glaub’s Keyboard übte, “Ode an die Freude” oder so und sich dann zum Meerschweinchen-Misten trollte. Schön war es trotzdem. Und ziemlich messie. Künstlerisch. Kindgerecht. Kindgerecht künstlerisch. Und ganz klar ein Fall für die Badewanne. Was mir wiederum diesen herrlich ungestörten Moment hier verschaffte, ruhig und lang genug für einen ganzen, ausufernden Farbtuper-Post…

Die kleine Steinkatze oben auf den Bildern hat -genau wie der kleine Regenbogen-Fensteranhänger- übrigens mein Junge gemacht. Mein Zweitgeborener, der nur selten malt oder werkelt, dann aber immer gleich sein volles Herz hineinlegt. Den ganzen Advent lang schlief diese Katze friedlich auf dem Küchenfensterbrett neben den kleinen Kaffeepflänzchen, und ich fand sie ungeheuer süss, wie sie so dalag und beinahe zu schnurren schien. Heute ist ihr Plätzchen leer. Leergeschenkt. Dafür hat nun meine mittlere Schwester (die sich gestern die ganz knallroten Lippenstifte aussuchte und entzückend damit aussah)  nebst den beiden Schmusebüsis auf ihrem Sofa auch noch eine stillvergnügte Steinkatze bei sich im Haus. Tante müsste man sein.

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Wochen-Ende: herrlich adventlich

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Dieser Sonntag war ein Engel! Ich gab mir alle Mühe, auszuschlafen. Mir fehlen irgendwie immer gefühlte hundert Stunden an Schlaf, und bis zum Wochenende hat sich das meist dann zu einem Schlafmanko gemausert, das demjenigen meines Teenagers in nichts nachsteht, also verglichen mit dem Mass an Schlaf, das ich anscheindend brauche. Es ist vor allem das nächtliche Gewecktwerden durch meine Kleinste (ja, noch immer), das mir langsam anhaftet. Einmal einfach schlafen dürfen bis um neun Uhr vormittags, an einem so herrlichen Sonntag wie heute, vermag aber gleich enorm viel zu kitten.
Wir waren nicht in der Kirche. Wie so oft. Natürlich finde ich es wichtig für mich als gläubige Christin, mich mit meinen Schwestern und Brüdern im Herrn zu versammeln, zuzuhören, auszutausche, gemeinsam Lieder zu singen und all das auch mit meinen Kindern zu teilen, aber dann wiederum… Vor einiger Zeit wurde deutlich, dass ein Grossteil der körperlichen Symptome, an denen ich seit mehr als einem Jahr immer wieder in unterschiedlicher Intensität leide, keine wirklich körperliche Ursache hat. Der Arzt vermutet vielmehr Stress. Ein Ansatz von Burn Out. Da liegt einfach nicht mehr alles drin. Vor allem diejenigen Dinge, die ich aus Pflichtgefühl und Druck von aussen noch reinquetsche, obwohl mein Körper und auch meine Seele längst lauthals “Stopp!” schreien, laugen mich dann im Nullkommanichts aus, nachhaltig oftmals, so dass ich Ewigkeiten brauche, um wieder zu Kräften zu kommen. Und ungeheuer launisch, nervös und empfindlich werde, zu jemandem, mit dem man nicht unbedingt gerne Zeit verbringt.
Jetzt versuche ich, Grenzen zu ziehen. Mit Nachdruck und gegen das schlechte Gewissen, das sich immer allzu rasch einstellt. Keine Kirche also heute.
Dafür Ruhe, oh goldene Ruhe. Und Schnee! Die Kinder sind sofort reingehüpft, haben sich darin gesuhlt und mit Schneebällen bombadiert und schlussendlich mit meinem Mann ein Iglu begonnen, an dem sie immer noch arbeiten, obwohl es gerade dunkel wird.
Herr Kirschkernzeit hat gekocht, Hähncheneintopf mit viel Gemüse, Kartoffeln und Zwiebeln. Und ich habe gebacken, Mailänderli, tatsächlich, ein echtes Weihnachtsguezli, passend zum Advent, pünktlich also, und damit habe ich schon gar nicht mehr gerechnet. Die Kinder waren fabelhaft. Mit Feuereifer mit dabei und dabei so fröhlich, dass bestimmt “Merry Christmas” als unsichtbare Überschrift über uns aufblinkte. Der Tisch klebte regelrecht vor Butter und Mehl und Eigelb, aber der Spass, den wir hatten, übertönte alles rosarot, und der Teig schmeckte süss und zuckrig und definitiv nach Frieden auf Erden. Jetzt liegen kleine goldene Schweinchen, Herzen, Engelchen und jede Menge sonderbar verformtes Getier auf unseren Plätzchentellern. Ein Teil davon wanderte gleich als spontanes Geschenk zu unseren Nachbarn in die Glühwein-Runde ihres Spuntens, wo es sicher gut hinpasst und mir warme Dankesworte und fröhliche Gesichter bescherte. Schenken ist schon was Schönes, nicht?
Und Advents-Sonntage wie dieser sind es auch. Echte Himmelsboten sind das.

Wenn es einem so rundum gut geht, braucht es eigentlich ja auch gar nicht viele Worte, nicht viel mehr als: Was kann das Leben doch schön sein!
Trotzdem; ich plauder halt so gern…

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