Archiv der Kategorie: Jahreszeiten

Vom Frühling zum Sommer

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Ja, der Wechsel war recht hart, in diesem Jahr; Der Mai war lange Zeit so kalt und zurückhaltend in seinem Frühlingsein, dass an Sommer eigentlich kaum zu denken war… und dann, urplötzlich, entschloss er sich, Nägel mit Köpfen zu machen und stellte gegen Ende ruckzuck um, auf volles Sommerfeeling. Schon seit Tagen schlafen wir nur noch mit rotierenden Ventilatoren nebem dem Bett. Ich schliesse alle Fensterläden, die gegen Süden zeigen, um die Sonne wenigstens ansatzweise auszusperren, doch gerade im mittleren Stock, wo mein Schlafzimmer liegt, das wir immerhin zu viert teilen, klebt die Hitze den ganzen Tag und die halbe Nacht lang wie zäher, heisser Teer.
Trotzdem bin ich glücklich, so glücklich wie man es eben sein kann, in einer Zeit, in der eine Schreckensmeldung die andere ablöst und keine Woche vergeht, ohne dass irgendwo auf der Welt Menschenleben grotesk-radikalen Ideologien geopfert werden. Genau in diesen Zeiten, ist es ein kleines Wunder, ein Stückchen Frieden, dieses Leben zu sehen da draussen vor meiner Tür, all das Grün, die Vogelchöre von den Baumwipfeln der umliegenden Bäume, die Bienen und Falter, die ab und zu einen Halt einlegen an den Beerenblüten oder den wunderbar duftenden, schneeballenweissen Holunderdolden. Ich hatte, gerade zu Anfang dieses… Sommererwachens eine fast schon manische Phase, in der ich glaubte, alles schaffen zu können, was ich mir nur vornahm. Ich putze wie verrückt, stellte mir haufenweise Strickprojekte zusammen und freute mich unsagbar über die beiden umwerfend schönen Strangen Wolle (“The Yarn Collective DK”) in Waldgrün (“Moss” 107) und Meerblau (“Oz” 106), die von “Love Knitting” aus Deutschland zu mir geschippert kamen, und ich hätte Bäume ausreissen können mit nur einer Hand.

An der Wolle freue ich mich immer noch. Sie ist zauberhaft, schlichtweg ein Traum, so weich und leuchtend, und ich hoffe, meine Strickträume werden irgendwann in naher Zukunft damit Gestalt annehmen. Ein frisches, mossgrünes und, wie ich finde, sehr spezielles “Mimi-Zwergenmützchen” für meine Kleinste wäre schön. Und eine neue Mütze (vielleicht nochmals die hier?), aus dem blauen Strang natürlich, für meine Grosse, die es geschafft hat, in nur einer Wintersaison zwei mamagestrickte Kappen und eine Jerseyjacke zu verlieren… Die Wolle lockt mich. Magisch. Wie immer. Aber gleichzeitig fühle ich die Erschöpfung auf mir liegen wie ein Sack voller Steine. Ich schaffe kaum noch, was ich mir vornehme, bin nach 17 Uhr schon so schlapp und nervlich am Ende, dass ich jeden Versuch, wenigstens die Kinder zum Aufräumen ihrer Sachen zu bewegen, fast schon gleichgültig fallen lasse…
Jede Bergfahrt hat ihren Talgang. Nach der Euphorie des So-was-wie-Sommer-Startes holt mich nun die Realität meines Körpers ein, und die lautet: Ich bin niemals unerschöpflich. Ganz im Gegenteil.
Das merkwürdige ist allerdings, dass ich nachts oftmals nicht recht zur Ruhe komme, obwohl ich den halben Tag schon müde vor mich hinplänkle.

Gestern verbrachten wir mit den Kindern herrlich sonnige Stunden am Fluss, mit nackten Füssen auf sonnenwarmen Steinen und so viel Grün und Wildnis um mich herum, dass ich eins ums andere Mal nur denken konnte: Wie schön! Wie konnte ich nur vergessen, wie unglaublich schön es hier ist!
Es muss Jahre her sein, dass ich das letzte Mal am Wasser war. Und obwohl ich spürte, wie wohl es mir tat, das viele Licht, die laue Luft, das Wasser, die ganze geballte Urkraft der Natur… als wir am späte Nachmittag heimkehrten fühlte ich mich schlapp und ausgelaugt, wie ein Pflantschbädli mit weit offenen Ventilen, auf dem ein ganzes Rudel Nilpferde Samba getanzt hat. Ich konnte nur noch essen (dieser Hunger!), die Kinder zu Bett bringen (während Herr Kirschkernzeit, dieser Jungspund, sogar noch fit genug war für einen Einkaufsbummel bei IKEA) und ein bisschen lesen (in einem Buch aus den 50ern, das ich schon einmal gelesen und aus lauter Liebe über schon viele Jahre behalten habe). Überhaupt lese ich im Moment ungewöhnlich viel. Ja, ich ertappe mich dabei, wie ich, kaum schlafen die Kleinen, ganz selbstverständlich zu meiner Nachttischlektüre greife und einfach liegen bleibe, obwohl unten neben dem Sofa doch das lilamelierte Sommerjäckchen meiner Tochter im Strickkörbchen liegt und darauf wartet, bis Anfang Juli zuende gestrickt zu werden…

Es sind faule Tage. Gewissermassen. Im-Bett-lieg-Tage mit Badefragmenten und einem wahren Heisshunger auf alles, was Energie schenkt. Sommertage nehme ich an.

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Manchmal möchte ich Dinge mit-teilen, ohne allzu viel Lebenszeit vor dem Bildschirm verstreichen zu lassen…
Kurz und bündig und spontan. Ohne Umweg direkt aus dem wahren Leben.
Fast wie bei Instagram.

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Sommergefühle. So richtige gute, so mit Hängematte, Erdbeeren aus dem Dorf, mit Barfusslaufen und Gummipflantschbädli im Garten. Und wie lebendig die Welt doch geworden ist; Es kreucht und fleucht in den Zweigen und Halmen, dass es eine wahre Freude ist. Eine Sommerfreude. Dieses hübsche Kerlchen (ein Lindenschwärmer) war auch schon zu Gast bei uns…

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Ich war so… ähm… klug, eine ganze Handvoll Tulpenzwiebeln direkt unter dem grossen Johannisbeerstrauch zu pflanzen. Natürlich blühen sie jetzt trotzdem, allerdings so versteckt im Geäst, dass man sie nur entdeckt, wenn man weiss, wo man zu suchen hat…
Aber wie bin ich dankbar dafür! So habe ich die absolut perfekte Entschuldigung, sie eine nach der anderen zu pflücken und eingestellt überall dort zu geniessen, wo Tulpen normalerweise nicht wachsen…

PS. Ich habe meinen letzten Post neu bebildert: Die alten Fotos waren einfach zu hell und farblich viel graulastiger und mausiger als meine dritte Annabel Babe Cardigan es in Real ist (Gottseidank). Die neuen Fotos sind zwar auch kein Knaller, aber was will man mehr an so düsteren Tagen wie diesen…?

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Winterweisse Grüsse nach zwei Tagen Grippenbettlägrigkeit: Mich hat’s nun tatsächlich auch noch erwischt, und unseren Garten auch. Viren und Schnee kommen nunmal gerne zu zwein, wie mir scheint. Andererseits habe ich genau dieses Schneegestöber hier gar nicht richtig mitbekommen, weil ich genau dann, als der Winter es nochmals besonders ernst meinte, im Bett lag und mich gesundschlief (dank meiner Mama, sie hat alles bestens gewuppt hier ohne mich!). Anvisiert und angeknipst hat all das Geflocke schliesslich eines meiner Knöpfe, und ich bin ganz froh darüber: Dieses Foto hier soll mich von nun an daran erinnern, dass man mitten im April wohl besser noch kein Gemüse setzten und sich auch sonst noch nicht allzu sehr auf den Frühling verlassen sollte…

Allerdings: Heute war es schon wieder angenehm warm. Zumindest an der Sonne. Der Schnee ist längst von gestern (genau wie meine Grippe), die Meerschweinchen futtern bereits wieder das nachwachsende Gras und sowohl Salat als auch Kohlrabi (und was immer der Gemahl sonst noch eingepflanzt hat) scheint den Frost (bisher) ohne grossen Schaden überstanden zu haben. Übel sieht allerdings das Hortensienbeet aus, was mich überrascht und auch recht betroffen macht. Hortensien gehören nämlich -nebst dem Flieder- zu meinen Lieblingssträuchern…

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