Archiv der Kategorie: Jahreszeiten

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 Manchmal möchte ich Dinge mit-teilen, ohne allzu viel Lebenszeit vor dem Bildschirm verstreichen zu lassen…
Kurz und bündig und spontan. Ohne Umweg direkt aus dem wahren Leben.
Fast wie bei Instagram.

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Ich umringt von Kram, ganz versessen aufs Räumen und Neu-Sortieren. Sehr neujahresmässig also. Schön ist ja auch, dass man immer so allerlei neu entdeckt, wenn man sich dem Leeren von Schubladen und Regalen verschreibt. Noch schöner finde ich aber, dass man das, was bleiben darf, gleich nochmals so lieb gewinnt und sich wieder freut am Besitzen…
Hier seht ihr meine wollbestrumpften Füsse in einem Kreis von grünen, mit Bauernmalerei bemalten Schubladen. Die Kommode war spottbillig damals beim Trödler- und soooo schön! Ich habe ich sie ohne zu zögern gekauft und mir geschworen, sie auch dann noch zu behalten, wenn ich ich rein gar keinen Zweck für sie finden würde, dann eben leer, rein so zur Zierde. Leer ist sie aber nie gewesen; schon vom ersten Tag an wurde sie zu  Hüterin bzw. Horterin unserer Jahreszeiten-Basteleien. Hier tummelt sich alles mögliche Liebgewonnen, von Filzgirladen (wie dieser oder jener), über Fensterbilder, ausgeblasene Ostereier (die blaue-weissen sind aus Prag) bis hin zu Papiervögelchen aus der Kindergartenzeit meines heute 15jährigen…
Weggekommen ist nicht viel. Obwohl ich sicher eine Stunde lang sortiert und verräumt und für das eine oder andere sogar ein neues Plätzchen an der Sonne gefunden habe. Aber das ist okay so. Vollkommen okay. Es kommt ja auch nicht unbedingt darauf an, wieviel man behält. Sondern was man behält.

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Chill mal, Mutti.

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Wie die Zeit vergeht… Und schwupps, schon haben wir das Jahr 2018. Einfach so. Über Nacht. Ich merke, dass ich kaum noch Schritt halten kann, bei dem Tempo. Nicht nur ich empfinde das so, auch meine Kinder staunen immer wieder darüber, wie rasch die Dinge vergehen und wie schnell das Neue, das eben noch so weit weg schien, reale Aktualität ist. “Dieser Advent ist so rasch vergangen“, findet Kind2, und ich rätsle insgeheim, ob sich das Raum-Zeit-Kontinuum irgendwie verändert hat oder die Zeit sonstwie schneller vorwärtsstrebt. Ich meine, wenn sogar Kinder es schon so empfinden…
Na, auf jeden Fall sind wir formidabel gerutscht, beschwingt und guter Dinge -saus!- ins neue Jahr. Ich liebe Silvester. Aber erst seit meine Familie es auch liebt. Irgendwie hat sich dieses Fest klammheimlich und im Laufe der letzten Jahre zu unserem Fest gemausert, dasjenige, an welchem wir wirklich so richtig wir sein können und vollkommen entspannt feiern, ausgelassen und frisch von der Leber weg. Ursprünglich hatten wir vorgehabt, an Silvester unsere Wichtelgeschenke auszutauschen, aber schon nach der ersten Dezemberwoche wurde mir klar, wie erschöpft und ausgelaugt ich war, und dass sich dieser Zustand wahrscheinlich noch eine Weile hinziehen würde. Fürs Geschenke-Basteln mit meinen beiden Kleinsten, überhaupt für die Koordination und Verwaltung der ganzen Wichtelei fehltne mir schlichtweg die Kraft. Also zog ich die Notbremse. Und besprach das Ganze im Familienplenum. Alle zeigten ungeheuer viel Verständnis. Sie kennen mich.
Gemeinsam machten wir aus, dass diejenigen, die in der Schule oder im Kindergarten etwas gebastelt hatten, das sie gerne weiterschenken würden, sich -Notbremse hin oder her- frei fühlen sollten, das auch zu tun, Empfänger ganz nach persönlichem Gutdünken und Gefühl. Drei Kinder meldeten sich bei mir. Alle drei bereits mit einer klaren Vorstellung, zu wem ihre Bastelei am besten passen würde: Kind2 hatte in der Schule einen kleinen Fimo-Tiger gemacht. Perfekt, fand er, für unser grosses Mädchen, das nach wie vor eine Affinität gegenüber den besonders… hm…  ungezähmten Tieren gegenüber hegt. Sie wiederum hatte getöpfert (auch das kleine, weisse Hasenwindlicht oben auf dem Foto!) und wollte ihr kleines, grün-blau bemaltes, glasiertes und gebranntes Schälchen am liebsten ihrem ganz grossen Bruder schenken, der in seiner Elektro-Werkstatt kleine, stabile Gefässe für Schräubchen und LED-Lämpchen ziemlich gut gebrauchen kann. Ausserdem hegt sie eine leidenschaftliche Verehrung für ihren Teenager-Bruder und nimmt nur zu gerne jede Gelegenheit wahr, ihm eine Freude zu machen. Zuletzt brachte dann, kurz vor Weihnachten, noch mein Kindergartenmädchen ihr Wichtelgeschenk mit nach Hause, das aber bis gestern nacht eine Überraschung blieb, weil sie es -hurra!- für mich bestimmt hatte. Am glitzerblauen Gläschen voller herrlichem Apfel-Zimt-Zauberzucker freue ich mich wirklich sehr. Es schmeckt köstlich und sieht einfach zauberhaft aus…
Meine Oma seelig hatte uns in meiner Kinderheit immer zu Weihnachten ein Päckchen geschenkt mit a) etwas Praktischem (zB. Strümpfe, Couverts und Briefmarken, ein Buch), b) einer Tafel Schokolade (eine ganze nur für mich!) und c) einem Fünflieber (unser damals einziges Taschengeld). Es war, neutral betrachtet vielleicht nicht wirklich der Rede wert, doch ich erinnere mich, dass ich mich immer gefreut habe und diese immer gleiche, grossmütterlich vernünftige Kombination mir ein Gefühl der Beständigkeit und Geborgenheit schenkte. Als sie starb, habe ich diese kleine, liebevolle Geste sehr vermisst.
Mittleweile wurde ihre Tradition wieder zum Leben erweckt und uns zu eigen gemacht: Seit ein paar Jahren finden die Kinder jedes Mal zu Silvester ein Päckchen auf dem geschmückten Festtagstisch. Und jedes Mal liegt folgendes darin: Ein neues Lieblings-Buch oder ein Kalender, der zu ihnen passt. Ihre allerliebste Schokolade. Und -ja, genau- ein Fünflieber. Es ist eine jener Traditionen, die zwar klein sein mag, aber Gewicht hat. Weil sie irgendwie immer bleibt, wie sie war.
Auch sonst war es eigentlich… wie immer. Und schön. Wie immer. Die Küche strahlte im Kerzenlicht, eine kleine Discoleuchte verbreitete blau-grünes Unterwasserglitzerfeeling. Alles war blitzblank geputzt (uff!) und auf dem Tisch lag eine weisse Decke, festllich und besonders fein. Wir weckten die Kinder (sofern sie überhaupt schon geschlafen hatten), machten uns über die Schalen voller süsser Leckereien her, schwatzten und lachten und liessen, kaum knallte draussen das Feuerwerk, zum grossen Silvestertumult der Kirchenglocken, unsere Sektgläser voller Rimus klirren. Vom letzten 1. August waren noch Vulkane übrig geblieben und die eine oder andere Packung bengalischer Zündhölzer. Ihr Leuchten und Zischen liessen Nacht und Augen gleichermassen erstrahlen, und die Nacht war lau und der Garten frisch gefegt (mein Werk). Im hintersten Eckchen meines Gerümpelschrankes fanden sich noch zwei Tischbomben, die irgendwer irgendwann einmal für uns gekauft hatte. Eine davon war sogar eine regelrechte Prinzessinnenparty-Tischbombe (hui!) mit den unglaublichsten Klunkern darin. Sie machen sich grossartig an meinem Finger, hihi, vor allem, wenn in dieser Hand ein frivoles Sektglas ruht. Die Tradition will es, dass so viele unserer liebsten Süssigkeiten auf den Tisch kommen, wie nur irgend möglich. Obwohl ich im nächsten Jahr ganz klar auch Salziges planen sollte. Und vielleicht mal sowas wie selbstgemachte Cookies oder hausgemachte Caramelköpfchen? Irgendwas, das ein bisschen mehr… Persönlichkeit hat vielleicht. Und ich hatte eigentlich ja auch vorgehabt, draussen im Feuer kleine Zettel mit unseren innigsten Neujahrswünschen zu verbrennen und in grosser Runde unsere guten Vorsätze fürs neue Jahr zu deklamieren… Aber andererseits standen wir auch so schon genug am Herd. Für ein festliches Mittagessen zum Beispiel. Oder vorher noch, für unser grosses und wirklich grandioses Grossfamililen-Vor-Silvestertreffen, wo Kuchen, Creme und Lachssauce tatsächlich heil und selbstgemacht ankamen und sich zu vielen, vielen weiteren homemade Köstlichkeiten gesellten, eine fantastischer als die andere. Und wir reden ohnehin pausenlos über alles, was uns bewegt, pausenlos, wirklich, und natürlich  kam dann auch kein rechtes Feuer zustande, weil niemand gross Lust zeigte, sich dem Thema zu widmen, sondern alle vor sich hinschlenderten und den Moment genossen.
Ich glaube, irgendwie gehört genau diese Freiheit, auch einmal bloss gekauftes, vollkommen ungesundes aber von uns ganz einfach geliebtes Schokoladenknabberzeugs auf den Tisch zu stellen und allem Druck zum Sinn-voll-und-Tiefgründig-sein-müssen zu entsagen mit zum Zauber von Silvester. Zum Herzen dieser Feier und zu ihrer Botschaft an mich. Sie lautet:  Chill mal, Mutti. Geniess, was du hast. Und lass die Korken knallen.
Ich glaube, genau das soll mein Motto sein. Für 2018. Chill mal, Mutti. Und tanz. Einfach so. Nur so zu Freude. Ob mit Knallkorken oder ohne.

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ein paar Farbtupfer

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Himmel, es fühlt sich direkt komisch an, wieder am Laptop zu sitzen und Worte einzutippen. Ich war eine ganze Weile lang krank. Diese absolut merkwürdige “Grippe”, die hier grassiert, wahlweise mit Schnupfen und Husten, mit Fieber oder ohne, oder mit  lang andauernden Magenschmerzen und einer Übelkeit, die einem tage- und nächtelang begleitet, ohne dass man recht weiss, wieso. Und müde wird man. Einfach bodenlos müde und schlapp wie ein alter, gammeliger Waschlappen überm Putzeimer.
Bei mir war es der Magen. Fast zwei Wochen lang und immer noch ein wenig, aber letzte Woche war ich tatsächlich zeitweise ausser Gefecht gesetzt und nahm mehr als dankbar die Hilfe meiner Mutter an, die die Kinder betreute, während ich einen vollen Tag lang nur schlief, von all den nachmittäglichen Notfall-Nickerchen und den säuglingsmässig frühen Zu-Bett-Geh-Zeiten mal ganz abgesehen. Gottseidank ging es nicht nur mir so; meine beiden kleinen Mädchen schlüpften mehr als einmal gleich mit mir in Krankenlager, erschöpft von werweisswas, allerdings mit nur wenigen Krankheitssymptomen, was meine Nächte wiederum recht erholsam werden liess. Zum Weihnachtssingen der Schule (7 Uhr morgens!) und dem anschliessenden, einfach himmlisch romantischen Kindergarten-Zmorgen bei Kerzenschein neben lauter entspannt-freundlichen Kindergartenkind-Eltern und definitiv ferienreifen Kindern, habe ich es aber Gott-sei-Dank doch noch geschafft. Es war wunderbar. Erinnerungsstückchen, die sich wie Puzzleteile einfügen im ganz speziellen grossen Ganzen dieser Tage. Einzigartig. Gedacht für den Augenblick und darum so schön.
Die Kinder waren schon tagelang hibbelig vor Aufregung und Vorfreude, und Kind2 sass buchstäblich stundenlang am Keyboard meines Mannes, um später im Schulchor auf keinen Fall seinen Xylophon-Part bei “Stille Nacht” zu verpatzen. Wieder und wieder hörte ich ihn klimpern. Und genoss jeden Ton davon. Meine Grosse spielt seit Sommer Blockflöte und müht sich fürchterlich ab damit, aber ansonsten spielt hier niemand ein Instrument, und das Keyboard, das Herr Kirschkernzeit sich letzten Winter zu unser aller Überraschung geleistet hat, steht die meiste Zeit auch bloss mässig dekorativ in seinem kleinen Büro herum. Dabei liebe ich Musik. Sehr sogar. Die letzten zwei Abende habe ich bis weit nach Mitternacht sogar selber daran gesessen und mit Feuereifer die linke Hand für “Stille Nacht” einstudiert, schön lehrbuchmässig mit der digitalen Anleitung auf dem Display, damit ich auch ja die Finger richtig platziere und mich nicht permanent verheddere. Es klingt ganz hübsch bisher, allerdings recht unbeholfen und würde sicherlich noch hübscher klingen, wenn Kind2 mit mir zusammen zweihändig spielen würde. Begleitung und Hauptstimme. Aber irgendwie geniert er sich nun plötzlich, jetzt, da das Weihnachtssingen über die Bühne und bereits wieder Vergangenheit ist… Naja, dann übe ich eben weiterhin “Scarborough Fair”, still für mich alleine. Dafür mit rechter und linker Hand, was ich unglaublich schwierig finde, mir aber so ungeheuer viel Spass macht, dass ich gar nicht merke, wie die Zeit vergeht, und dann später nach geschlagenen 2.5 Stunden Üben fast nicht mehr einschlafen kann vor lauter Anspannung und Tönen in meinem Kopf…
Diese für mich ganz neuen, kleinen musikalischen Episoden sind mir sehr lieb geworden. Kleine akustische Farbtupfer in meinem oftmals schrecklich grauen Alltag.

Ein klein wenig mehr Farbe trage ich just heute auch auf meinen Lippen. Ich schminke mich normalerweise so gut wie gar nie, sondern schleiche als graue, müde Maus durch die Gegend und denke mir nicht viel dabei. Gestern aber, als wir mit meiner Mutter und all meinen 7 Geschwistern samt Partnern unser jährliches Weihnachts-Grossfamilien-Treffen feierten, fühlte ich mich nicht nur urplötlich wieder richtig fit und munter, sondern auch absolut in Feierlaune, was ich mit roten Lippen, Wangenrouge und ein wenig Wimperntusche ganz gross feierte. Dazu die Haare offen, so ungebändigt und unpraktisch wie sonst nie- und ich überraschte mich selbst mit einem völlig neuen Ich-Gefühl. Viel vitaler und selbst-bewusster. Weiblich. Nicht mehr nur wie eine stille Quelle der Nahrung und Zuwendung für andere, sondern als eine eigenständige Frau, die es sich wert ist, sich beim gemeinsamen Festessen auch selber einen Teller zu füllen und ihn gemütlich leer zu essen, ganz egal, wie gut oder schlecht sich die Kinder gerade benehmen… Ich meine, wozu ist man Familie? Oder Freunde? Um sich vertraut zu sein. Auch mal zu riskieren, dass jemand anderes das Kind zurechtweist. Oder aushält. Oder sich selber an der Nase nimmt. Das schaffe ich sonst so gut wie gar nicht, wisst ihr. Ich will nirgendwo anecken und versuche immer, aber auch wirklich immer, die Fäden in der Hand zu halten, gerade auch wenn ich mit meinen Kindern ausser Haus und unter Menschen bin. Allerdings war unser Weihnachtstreffen gestern so wahnsinnig schön und entspannt und richtig lustig sogar, dass ich mir ohnehin keine Sorgen zu machen brauchte. Und offen gestanden sind bei Feiern dieser Art oftmals sowieso die Erwachsenen die allergrössten Kinder *hüstel* Meine Knirpse hielten sich bravourös, waren ausgelassen und zufrieden und fügten sich ganz wunderbar in diese mittlerweile doch auch schon recht grosse Gruppe ein. Irgendwann standen meine Mädchen dann auch mit mir und meinen Schwestern oben im grossen Bad vor dem Spiegel und probierten all die 24 Lippenstifte aus dem Adventskalender meiner Mutter aus, hihi… Jetzt habe ich übrigens drei Lippenstifte mehr in meiner Sammlung, von einem Stück auf ganze vier also, was mir sehr gelegen kommt, denn irgendwie habe ich so den Verdacht, dass es mir ganz gut tun könnte, auch werktags ab und zu mal ein klein wenig Farbe aufzulegen…
Farbe kam auch aufs Papier heute. Oh, wir haben schon so lange nicht mehr gemeinsam gemalt! Irgendwie sind all die grossen und kleinen Haushalts-Posten einfach permanent im Vordergrund. Die Wäsche. Das Geschirr. Das Essen. Der dreckige, erd- und tannennadelbedeckte Eingang. Das chaotische Wohnzimmer. Wieder Essen. Dies und das. Badezimmer eins. Badezimmer zwei. Die Meerschweinchen. Und weiter im Text… Ich habe den Eindruck, niemals mehr entspannt und hausarbeitstechnisch weit genug zu sein, um mich mit den Kindern hinzusetzen und pinselweise Farbkleckse zu setzen… Dabei war es fantastisch, zu sehen, wie gerne sie malen. Die Mädchen immerhin, Kind1 schmökerte Comics währenddessen, während Kind2 glaub’s Keyboard übte, “Ode an die Freude” oder so und sich dann zum Meerschweinchen-Misten trollte. Schön war es trotzdem. Und ziemlich messie. Künstlerisch. Kindgerecht. Kindgerecht künstlerisch. Und ganz klar ein Fall für die Badewanne. Was mir wiederum diesen herrlich ungestörten Moment hier verschaffte, ruhig und lang genug für einen ganzen, ausufernden Farbtuper-Post…

Die kleine Steinkatze oben auf den Bildern hat -genau wie der kleine Regenbogen-Fensteranhänger- übrigens mein Junge gemacht. Mein Zweitgeborener, der nur selten malt oder werkelt, dann aber immer gleich sein volles Herz hineinlegt. Den ganzen Advent lang schlief diese Katze friedlich auf dem Küchenfensterbrett neben den kleinen Kaffeepflänzchen, und ich fand sie ungeheuer süss, wie sie so dalag und beinahe zu schnurren schien. Heute ist ihr Plätzchen leer. Leergeschenkt. Dafür hat nun meine mittlere Schwester (die sich gestern die ganz knallroten Lippenstifte aussuchte und entzückend damit aussah)  nebst den beiden Schmusebüsis auf ihrem Sofa auch noch eine stillvergnügte Steinkatze bei sich im Haus. Tante müsste man sein.

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Wochen-Ende: herrlich adventlich

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Dieser Sonntag war ein Engel! Ich gab mir alle Mühe, auszuschlafen. Mir fehlen irgendwie immer gefühlte hundert Stunden an Schlaf, und bis zum Wochenende hat sich das meist dann zu einem Schlafmanko gemausert, das demjenigen meines Teenagers in nichts nachsteht, also verglichen mit dem Mass an Schlaf, das ich anscheindend brauche. Es ist vor allem das nächtliche Gewecktwerden durch meine Kleinste (ja, noch immer), das mir langsam anhaftet. Einmal einfach schlafen dürfen bis um neun Uhr vormittags, an einem so herrlichen Sonntag wie heute, vermag aber gleich enorm viel zu kitten.
Wir waren nicht in der Kirche. Wie so oft. Natürlich finde ich es wichtig für mich als gläubige Christin, mich mit meinen Schwestern und Brüdern im Herrn zu versammeln, zuzuhören, auszutausche, gemeinsam Lieder zu singen und all das auch mit meinen Kindern zu teilen, aber dann wiederum… Vor einiger Zeit wurde deutlich, dass ein Grossteil der körperlichen Symptome, an denen ich seit mehr als einem Jahr immer wieder in unterschiedlicher Intensität leide, keine wirklich körperliche Ursache hat. Der Arzt vermutet vielmehr Stress. Ein Ansatz von Burn Out. Da liegt einfach nicht mehr alles drin. Vor allem diejenigen Dinge, die ich aus Pflichtgefühl und Druck von aussen noch reinquetsche, obwohl mein Körper und auch meine Seele längst lauthals “Stopp!” schreien, laugen mich dann im Nullkommanichts aus, nachhaltig oftmals, so dass ich Ewigkeiten brauche, um wieder zu Kräften zu kommen. Und ungeheuer launisch, nervös und empfindlich werde, zu jemandem, mit dem man nicht unbedingt gerne Zeit verbringt.
Jetzt versuche ich, Grenzen zu ziehen. Mit Nachdruck und gegen das schlechte Gewissen, das sich immer allzu rasch einstellt. Keine Kirche also heute.
Dafür Ruhe, oh goldene Ruhe. Und Schnee! Die Kinder sind sofort reingehüpft, haben sich darin gesuhlt und mit Schneebällen bombadiert und schlussendlich mit meinem Mann ein Iglu begonnen, an dem sie immer noch arbeiten, obwohl es gerade dunkel wird.
Herr Kirschkernzeit hat gekocht, Hähncheneintopf mit viel Gemüse, Kartoffeln und Zwiebeln. Und ich habe gebacken, Mailänderli, tatsächlich, ein echtes Weihnachtsguezli, passend zum Advent, pünktlich also, und damit habe ich schon gar nicht mehr gerechnet. Die Kinder waren fabelhaft. Mit Feuereifer mit dabei und dabei so fröhlich, dass bestimmt “Merry Christmas” als unsichtbare Überschrift über uns aufblinkte. Der Tisch klebte regelrecht vor Butter und Mehl und Eigelb, aber der Spass, den wir hatten, übertönte alles rosarot, und der Teig schmeckte süss und zuckrig und definitiv nach Frieden auf Erden. Jetzt liegen kleine goldene Schweinchen, Herzen, Engelchen und jede Menge sonderbar verformtes Getier auf unseren Plätzchentellern. Ein Teil davon wanderte gleich als spontanes Geschenk zu unseren Nachbarn in die Glühwein-Runde ihres Spuntens, wo es sicher gut hinpasst und mir warme Dankesworte und fröhliche Gesichter bescherte. Schenken ist schon was Schönes, nicht?
Und Advents-Sonntage wie dieser sind es auch. Echte Himmelsboten sind das.

Wenn es einem so rundum gut geht, braucht es eigentlich ja auch gar nicht viele Worte, nicht viel mehr als: Was kann das Leben doch schön sein!
Trotzdem; ich plauder halt so gern…

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