Archiv der Kategorie: Häkeln

What makes me happy: Kunst von Rita

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Bei uns gab es heute Mittag Fleischkäse, gekauft und bloss noch im Ofen fertig gebacken, Nudeln aus der Tüte und Bohnen, die ich nicht selbst angebaut habe, nur von Hand entfädelt. Kein Salat. Kein Extra-Gemüse für meine Kleinste, die Bohnen nicht mag. Die Kohlrabi- und Rüeblischnitze auf dem Tisch gaben immerhin den Anschein von einem erfolgreichen “Take 5″-Rohkostmanagement.
Zwischen dem Weg zum Kindergarten und zurück, Spielplatz und einem Telefonat mit meiner Mutter blieb -wie immer- einfach nicht viel Zeit fürs Kochen. Ausserdem hätte meine Jüngste grosses Geschnetzel und Gerüste ohnehin bald mit ihrem immensen Zuwendungsbedürfnis boykottiert, jetzt, wo sie ihre Schwester wieder im Kindergarten zurücklassen muss und vormittags so gut wie geschwisterlich verwaist ist.

Die Kuschelhunde meiner Mädchen essen hier offensichtlich ganz ähnlich wie wir heut’ mittag. Bohnen mögen sie nicht sonderlich, aber gegen ein Spiegelei und Nüdelchen haben sie nichts einzuwenden, und ganz hinten sehr ihr noch so knapp die beiden Fleischbröckchen, die mein Pausbackenkindergartenkind ihnen aus zerknülltem, rot bemaltem Papier und Klebestreifen gebastelt hat…
Und auch hier habe ich nichts hinzugetan: Das Fleisch kommt vom Kinderbasteltisch und diese superklasse Häkelnudeln und die knuffigen Spiegeleier hat Rita gezaubert- und damit nicht nur meinen Puppenmuttis, sondern auch mir eine Riesenfreude gemacht! Ich finde, so ein Teller voll Häkelfood könnte glatt als Kunst durchgehen…

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2017. Begonnen

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Begonnen hat es… wunderbar. Dieses nagelneue Jahr, die weissen Seiten, die sich füllen werden, ganz von alleine, schön, hoffe ich, oh ja, das hoffe ich so sehr, schön, so oft wie möglich so schön und gut, liebenswert und liebevoll wie irgend möglich (neulich habe ich gelesen “wie irdisch möglich” und diese neue Wortformation hat was ziemlich Ehrliches, finde ich). Wir hatten ein paar recht dunkle Tage im 2016. Und dunkle Tage wird auch dieses neue Jahr hier haben, da kommt wohl keiner drum herum. Wo Licht ist, fällt Schatten, und nichts leuchtet so hell und friedlich wie die Kerze in düsterster Nacht oder ein taufrischer Morgen nach mondlosen Stunden. Eigentlich freue ich mich ja…
Auf das Neue.
Ein neues Jahr lässt aufhorchen, den Blick heben und die Segel setzen. Und, ja, 2017 hat wirklich wunderbar begonnen. Silvester war ausgelassen und herrlich tumultig in diesem vollen Haus hier, die Kinder scherzten und lachten, packten kleine Neujahrsgeschenke aus (meine Kleine zB. dieses Buch hier) knabberten Süssigkeiten und tranken Kindersekt mit uns in der schummrigen Küche, Sekt aus langen Kelchen, wir klirren beim Anstossen wie bei richtigen Partygäste. Als die Kirchenglocken das neue Jahr einläuteten, öffneten wir die Fenster und sahen uns die kleinen, aber ziemlich lauten Feuerwerke an, die da und dort im Quartier zum Himmel rasten. In der Küche brannten Kerzen in vielerlei Formen, Kind1 war mit einer selbstgebastelten Würfel-Leuchte aus irgendwelchen blauen Blinkedingern in die Küche gekommen und hatte mit batteriebetriebenen Leuchtschnüren in verschiedenen Farben die Zahl “2017″ auf Gittergeflecht befestigt und an unsere Laube gehängt. In dieser Nacht flackerten nicht nur die Kerzen, in unserem Garten blinzelte uns nun auch eine grün-gelb flackernde 17 entgegen, neben einer weiss-lila schimmernden 20.  (Auf dem Foto sind gelb und grün leider schon ziemlich batterieleer) Und ich fühlte mich mächtig glücklich, weil… ja, weil dieses Gefühl von Zusammensein und Zusammengehören im Grunde alles ist, wa sich brauche, um dankbar und glücklich zu sein. Mein grosses Mädchen hatte mitgeholfen in der Küche, nicht beim Aufräumen (gibt es überhaupt Kinder, die so was tun?), aber beim Dekorieren und herrichten und Kind2 liess sein Buch (Warrior Cats) kurz auf dem Sofa liegen und schwänzelte entspannt und zufrieden zwischen uns herum, in der Hoffnung das eine oder andere M&Ms zu ergattern noch bevor die Party offiziell eröffnet war. Ich mochte diese Ruhe, die gleichzeitig voller Erwartung steckte. Diesen Frieden. Dieses Alles-ist-gut-so-wie-es-ist-Gefühl.

Mein Liebster hatte die beiden Kleinsten früh zu Bett gebracht, was mir unerwartet frühe freie Stunden bescherte, Zeit, die ich -nebst den Partyvorbereitungen- mit dem Rest der Bande im Wohnzimmer verbrachte, wo ich endlich einmal dazu kam, mich an die Baumwollknäuelchen heranzutasten, die ich im Advent beim Strickcafé gewonnen hatte (oh, ich liebe ihren Verlosungs-Adventskalender!)
Es gibt viele Häkelprojekte, die mich wahnsinnig reizen. Vor allem Granny Squares oder Spitzendeckchen und solche Sachen. Aber das Häkeln… ist nach wie vor ein Buch mit sieben Siegeln für mich. Irgendwas klemmt immer in meinem Kopf, wenn es darum geht, die nächste Reihe oder Runde mit Wendemaschen und Co. schön sauber zu beginnen. Aber jetzt, jetzt mit diesem neuen Jahr, da will ich es wagen. Nochmals neu anfangen und dem Häkeln eine Chance geben, von Null auf, ordentlich, mit Nachlesen und Michreinknien. Vielleicht klappt’s ja mit dem Häkelbuch, das ich Samstag in der Bücherei ausgeliehen habe?

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Mein allererstes Granny Square (Muster “Kornblume”) hat jedenfalls irre viel Spass gemacht und grossen Eindruck hinterlassen. Man kann es schaffen. Das mit den Granny Squares. Auch ich. Hoffe Glaube ich. Dass dieses allererste kleine Häkelblätzchen hier ausgerechnet in einer Silvesternacht entstanden ist, nehme ich jedenfalls gerne als gutes Omen…

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ungeduldig

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Die Sache mit der Ungeduld verfolgt mich schon seit jeher. Ich mag es gar nicht, wenn ich warten muss. Schon gar nicht auf Dinge, die ich bittedanke gerne  haben möchte.
So wie Ferien. Feierabend. Zeit für mich. Näh- und Strick- und Hörspielpäuschen. Bevorzugt ausgedehnt.
In letzter Zeit denke ich sehr oft an diese Sachen. An Pausen aller Art, an Momente, wo ich mein Ego hätscheln und verzärteln kann soviel ich möchte, mit genau den Häppchen an Wohlfühlkost, die mir schmecken.
Ich weiss nicht, wie andere Mütter das machen… aber irgendwie will es mir einfach nie so recht gelingen, mir im Alltagsfamilienleben Raum zu schaffen für diese Art von Leben. Fürs Kreativ- und Ichbestimmtsein. Auch als Mama. Mittendrin. Fürs Stricken am Kamin, während spielende Kinder zufrieden zwischen meinen Beinen rumwuseln. Fürs Nähen am hellichtheiteren Nachmittag. Für richtiges, intensives und unbarmherziges Entrümpeln (mit Kindern ganz, ganz schwierig. Vor allem wenn’s um Bücher, Spiele oder Spielzeug geht…) Fürs Jäten und Pflanzen und Ernten und den Wind auf der Nase spüren in einem richtigen Garten. Mit Gemüse. Mit Blumen. Fürs Handwerken und Selbermachen. Für all das. Eben.
Dabei stelle ich mir das ganz wunderbar vor.
Es wird mir wohl auf ewig ein Rätsel bleiben, wie andere es schaffen, ihre ureigensten Bedürfnisse und Leidenschaften auch wirklich zu leben- und dabei eine Horde Kinder grosszuziehen. Muttersein und ein Hof. Muttersein und ein grosser Garten. Muttersein und ein hübsches, sauberes Zuhause. Muttersein und die Hände frei für Dinge, in die ich mich gerne versenke, beim Werkeln und Wirken und das manchmal sogar (wie aufregend!) ausser Haus und ganz alleine.
Muttersein und ein selbstbestimmtes Leben. Das klingt wunderbar, verlockend, schön.
Auch ich gebe mir auch Mühe, ja, ganz ehrlich. Ich stelle mir Listen auf und versuche, meine Leidenschaften für wichtig zu erklären, sie zu verteidigen und zu beleben, doch egal wie sehr ich mich auch anstrenge und wie oft ich mir mein Mantra auch vorbete, -“Bleib locker, Bora, bleib locker, lass los”- es vergehen stets nur ein paar seelige Minütchen des Nadelgeklappers/Stoffebefingerns/Gartenbetrachtens… und schon steht eines meiner Kinder da, zumeist eher in grösseren Gruppen, und will irgendwas von mir. Wegscheuchen hat keine Zweck, das weiss ich längst. Wenn eines geht, dann kommt das nächste oder sie horden sich anderswo wieder zusammen und lärmen und wüten bis ich eingreifen muss. (Ok. ich übertreibe ein wenig). Ausserdem steht das Abendessen an, die Wäsche gammelt klamm und feucht in der Zaine vor der Maschine vor sich hin und ich bleibe bei jedem Schritt fast kleben, so bröselig ist der Küchenboden…
Nein, für diese Art von Leben -kreativ, frei und selbstbestimmt- ist die Zeit wohl einfach noch nicht reif. Oder ich noch nicht, wer weiss. Es ist wie es ist und meine Tage gehören diesen kleinen bis grösseren Rackern und dem Zuhause, das ich zu schaffen versuche, da kann ich einfach nicht aus meiner Haut.
Und es ist okay so.
Meistens.
Meistens liebe ich mein Leben.
Meine Familie, dieses Bienennest, liebe ich immer. Heiss und innig.
Und manchmal entdecke ich ganz verblüfft und entzückt, dass es vielleicht ja doch möglich ist -ein klitzekleines bisschen wenigstens- dieses kreative Selbst leben zu lassen, auch inmitten einer grossen, wilden, aufgeweckten Familie.
Wenn urplötzlich aus alten T-Shirts ein Häkelteppich entsteht. Wenn mein braunes Babystrickjäckchen nur noch auf Knöpfe wartet. Wenn eine weitere Tasche sich mit Büchern und anderem füllt, ausgemustert, bereit für den Trödler. Wenn ich ein kleines, rot bemaltes Fitzelchen Papier finde, das meine Kleine mir stolz als ihr selbstgemachtes “Mäuschen” vorstellt. Wenn mir klar wird, wie viel kreatives Leben vielleicht genau aus dem Chaos und der Wuseligkeit und meinem ganzen, ziellosen Gewurstel in diesem Hauses entstehen kann… Häppchenweise. In Minischrittchen. Unberechenbar und unterbrochen. Und mit viel Geduld.

Denn eins ist klar; mir werden die Möglichkeiten ganz bestimmt nicht ausgehen, es noch eine Weile weiter zu üben, das mit der Geduld…

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Bloss eine Häkeldecke

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Wenn ich euch hier (begleitet vom süssen Wichtelpüppchen von Leserin Maja) meine in vielen, vielen Stunden Häkelarbeit entstandene, kleine Häkeldecke präsentiere -und mit “klein” meiner ich wirklich klein, sie misst nämlich nicht mehr als 66cm auf 72cm – dann fühle ich nicht unbedingt Stolz oder Begeisterung. Es ist wohl vielmehr dieses warme, stille Gefühl, das das Abschliessen jener Dinge begleitet, an denen ich lange Zeit arbeite, ohne dass es mich so richtig packt, und wo ich trotzdem dranbleibe, einfach nur deshalb, weil ich weiss, dass das fertige Resultat einen Platz finden wird in meinem Leben, meinem Zuhause, dass der Aufwand sich lohnt, obschon es kein Projekt ist, das jemals ganz zuoberst auf meiner Lieblings-Liste stehen wird.
Nicht weil ich Häkelsachen nicht mögen würde, oh nein- sie sind einfach nicht so recht meins, glaube ich, nicht in der Herstellung zumindest. Ich meine, ich kann häkeln. Aber meine Fähigkeiten haben auch seit jenem Woll-Teppich und der grünen Hoffnungs-Weste das Niveau einer Grundschülerin kaum überschritten. So wie ich das sehe, bin ich bereits mit Anfänger-Techniken wie festen Maschen und halben Stäbchen vollkommen ausgelastet, und wenn ihr genau hinseht, dann könnt ihr vielleicht die krumm geratenen Seiten meiner Decke erkennen, wo ich wohl mehr als einmal irgendwie durcheinander geraten bin mit der richtigen Anzahl Wendemaschen… (Was ich nur noch mehr Ehrfurcht und Dankbarkeit empfinden lässt, wenn ich an Ranisos wunderschönes, gehäkeltes Geburts-Geschenk für mein Babykind denke, das wir seit dem Frühjahr so oft so wahnsinnig gerne benutzen)
Viel mehr als feste Maschen und halbe Stäbchen waren aber zum Glück gar nicht nötig für dieses Projekt hier. Mit jeweils doppeltem Faden und Häkchen Nr. 5 habe ich immer Streifenweise 1 Reihe feste Maschen, 1 Reihe halbe Stäbchen, 1 Reihe feste Maschen gehäkelt und die Fadenenden beim Farbenwechsel gleich in der ersten Reihe miteingehäkelt. So einfach.

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Ja. Meine Häkeldecke. Meine erste. Auf die vielleicht, nein -sehr wahrscheinlich- im Laufe der Zeit weitere Häkeldecken folgen werden, irgendwann. Genauso schlichte sehr wahrscheinlich, denn für mehr werde ich wohl niemals die Geduld aufbringen, und ebenso kleine. Babydecken, Kinderdecken…
Ich glaube, was mir gefällt an diesem Projekt, ist nämlich genau diese Kombination an einfachen, repetitiven Handgriffen und der Möglichkeit, vorrätige, schöne Garne miteinander zu verwenden, die sonst nur Staub ansetzen würden bei mir. So wie die 10 Knäuel Drops “BabyAlpaca Silk” und Drops “Alpaca”, die zuvor schon seit Monaten bis Jahren in meinen Boxen lagen und mich ganz ratlos machten. So sehr ich schöne Dinge liebe- sie machen mir zu schaffen, sobald sie mir Nutz-los erscheinen und damit zu Ballast zu werden drohen.
Doch das ist nun vorbei. Auch sie haben ihren Nutzen, ihr Plätzchen gefunden.

Gestern Vormittag warf ich meine Decke noch rasch für eine Weile ins abschliessende Wasserbad, fischte sie nachmittags heraus und legte sie dann, nach einer Runde Schleudergang in der Maschine, auf meinen kleinen Wäscheständer (der eigentlich wohl ein Puppenwäsche-Ständer ist, oder?) zum Trocknen.
So zumindest meine Absicht.
Es ging nämlich nicht lange, da entdeckte meine Kleine dieses, wie sie fand, absolut vorzügliche, wenn auch etwas feuchte Puppenhochbett *hüstel* und nahm es augenblicklich in Beschlag. Für Puppenkind Leo, der es, wie mir schien, recht gemütlich fand darauf.

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Oh ja, ich denke, diese Häkeldecke hat ihren Platz bereits gefunden.

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