Archiv der Kategorie: Fundstücke

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Manchmal möchte ich Dinge mit-teilen, ohne allzu viel Lebenszeit vor dem Bildschirm verstreichen zu lassen…
Kurz und bündig und spontan. Ohne Umweg direkt aus dem wahren Leben.
Fast wie bei Instagram.

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Ein Blick in meine Waschküche- allerdings nicht unbedingt in Richtung Wäscheberge oder herumstehendes Putzmaterial… Aber diese Boxen sind doch zauberhaft, oder? Die grosse Holzkiste hat meine Schwiegermama mir ergattert; ein von A bis Z handgemachtes Stück, das ein altes Ehepaar so gut wie in meinem Geburtsjahr Hand in Hand kreiert hat, er hat  geschreinert und sie die wunderschöne Bauernmalerei in zarten Blütenformen darauf angebracht. Das Ganze ist perfekt, vollkommen exakt und mit einer Liebe zum Detail gemacht, dass es einem ans Herz geht… Eine etwas hellere, nussbraune Box mit gebogenem Deckel steht in meinem Wohnzimmer und passt auf meine Wolle auf…

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ein Bild erzählt: frischer Wind

Manchmal sagt ein Bild mehr als tausend Worte. Und manchmal hilft ein Bild auch, Worte zu finden, Dinge neu zu sehen, den Moment besser zu erfassen, den Alltag zu ent-wirren, Alltags-Erinnerungen zu schaffen. So wie hier.
Ein Bild erzählt

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„Alli Farbe, wonich gärn ha, hanich gmaaled“, erklärte meine Kleinste, als sie dieses Bild hier mit mir besprach. („Alle Farben, die ich gern habe, hab ich gemalt.“)
Es ist das allererste Bild, das sie gezielt mit Farbe füllt und ich finde die Ausstrahlung dieser simplen Komposition ungeheuer hübsch. (Mal ganz abgesehen davon, dass sie offensichlich einfach alle Farben mag *zwinker*)
Ich habe ihre Zeichnung in der Küche aufgehängt und eine Vase mit den Zweigen einer geschnittenen Weidenhecke, die ich gestern bei einem Waldspaziergang unter strahlend blauem Frühlingshimmel gesammelt habe, dazugestellt. Die Sonne schien und alle Welt war unterwegs, um soviel Licht und Grün zu tanken wie nur irgend möglich. Abends spannte meine Haut vor lauter ungewohnten Sonnenstrahlen, doch das war mir einerlei, denn dieses Frühlingserwachen tut so unwahrscheinlich gut nach dem langen, harten, verlustreichen Winter, der hinter uns liegt…
Mein Kindergartenkind pickte Federn vom Waldweg, sie rannte voraus und liess ihre langen, glatten Haare flattern. Meine Grosse legte sich flach auf den Boden, schmiegte die Wange an die Erde und schloss versonnen die Augen: „Ich muss einfach Energie tanken“.
Wie recht sie haben. Alle beide. Wir sammeln und trinken uns satt an Licht, Leben, Natur und neu entpupptem Freiheitsgefühl. Und irgendwie erwacht nicht nur das Leben da draussen von neuem, auch in uns spriessen neue Hoffnungen, frisch gewagte Pläne strecken ihre Köpfchen wie Blattknospen an kahlen Zweigen…

Ich habe viel vor die nächsten Tage. Kleinigkeiten nur, wie die Wiedereinführung eines Menuplans oder ein Besuch beim Brockenhaus, um alten Gerümpel loszuwerden. Heute habe ich ein Raumspray gemacht aus Wodka und ätherischen Ölen, denn ich möchte mich vermehrt mit der Kraft der Kräuter (dieses Buch hier ist gerade unterwegs zu mir), mit hausgemachten Pflege- und Haushaltsmittelchen beschäftigen, einfach um die Energie fliessen zu lassen, die viel zu lange gestockt hat, und weil ich spüre, dass ich einen Schritt weitergehen möchte im Thema „grün und einfach leben“.

Ja, grün und hell und leicht- so wünsche ich mir meine Frühlingstage.
Sie haben wunderbar begonnen…

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mit der Post

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Kind2 möchte an den Computer. Hausaufgaben lösen. Die Jugend von heute lebt wirklich schon sehr selbstverständlich und eng vernetzt mit der digitalen Welt- und irgendwie bin ich schon auch dankbar, dass die Schule von heute diesen Umstand erkennt und den Kindern von Anfang an einen bewussten und auf einem gewissen Grundverständnis der Technologie basierenden Umgang damit beibringt. Müsste ich leisten, was zB. von Kind1 am Gymnasium wie selbstverständlich als Grundlagen-Wissen in Sachen PC-Bedienung erwartet wird, ich würde glatt durchfallen. Nun, wie auch immer. Jedenfalls wird das nun ein Kurzpost werden. Hausaufgaben haben Vorrang, nicht wahr? Aber so viele Worte brauche ich auch gar nicht heute.
In den letzten Tagen ist hier Post gekommen. Und Post weggegangen. Die Kräuter-Blechdose, die einer meiner letzten Funde beim Tödler war, hat ein neues Zuhause bekommen. Bei jemandem, dem sie, soweit ich weiss, ganz gut gefällt, zumindest gab es da so gewisse Anzeichen davon… Damit die Dose nicht ganz leer reisen muss, habe ich eine der letzten Flaschen Holundersirup von unserem Garten mit eingepackt. Und ein Gläschen Johannisbeergelee dazu gegeben, von dem der Herr Kirschkernzeit jedes Jahr einen gut bestückten Vorrat anlegt, und das hier auf wirklich keinen Zmorgentisch fehlen darf. Ich hoffe, die Empfängerin freut sich…
Angekommen ist hier; ein lieber Überraschungs-Brief von Rita mitsamt einem herrlichen, zuckerweissen Faltstern, den ich heute morgen vor dem grossen Fenster in der Stube aufgehängt habe, gleich über der winzigen Puppenecke, wo meistens ein hölzernes Puppenbettchen steht, ein Kinderstuhl und die beiden Körbe mit Puppenkleidern, Spieltüchern und Puppenbettwäsche. Ich mag den weihnachtlich-verträumten Touch, den so ein Stern zaubert. Die kleine Ecke sieht bereits ein bisschen festlicher und verwunschener aus… (Danke Rita!!!!)
Angekommen ist aber auch eine kleine Kiste mit neuer Wolle von der Strickwebstube. (Yes, I did it again). Jemand bekommt im nächsten Sommer das erste Baby, und ich freue mich gerade so wahnsinnig darauf, dass ich augenblicklich die exquisitesten Garne ordern musste, um vielleicht so was Süsses wie minikleine Latzhosen zu stricken. Aus hellgrauer Bio-Merino-Wolle. Oder doch lieber eine kleine Wickeljacke? Und vielleicht ein Zwergenmützchen in sanftem Goldgelb? Was ich aus der unfassbar schönen und sehr, sehr edlen silbernen Spinnwebstube-Merino-Seide-Yak-Wolle machen werde, weiss ich zwar noch nicht, aber sie passte so gut zu den beiden anderen Garnen, dass ich sie einfach mitbestellen musste. Mir schwebt da etwas für im Partnerlook von Baby und Mama vor… Ich freue mich schon aufs Stricken und kann es kaum abwarten, wenigstens eine Maschenprobe anzufangen. Aber zuerst kommt mein „Homestead“-Tuch dran. Auch das ist was Schönes, auf das ich mich jeden Tag von neuem freue…

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Heute morgen bin ich mit Robbie Williams aufgewacht. Mit einem seiner Songs im Kopf, im inneren Ohr und auch ein bisschen im Herzen. „Advertising Space“ höre ich auch jetzt noch, seit 2 Tagen schon, sogar wenn das Radio ausgestellt ist und obwohl ich dieses Lied gar nicht besonders gerne mag.
Es spricht aus, was ich oftmals fühle in letzter Zeit. Diese Melodie… dieses Melancholische, der kleine Weltschmerz. „Dieser sanften Schmerz, den Augenblick nicht festhalten zu können.“: Meine liebe Leserin Kathrin hat absolut perfekt in klare Worte fassen können, was mich schon seit Wochen umwabert wie Bühnennebel. Manchmal ist dieses Gefühl der Loslassenmüssens und es doch nicht Können ungeheuer dicht und präsent. Dann wieder verpufft es leise. Und alles ist wieder klar und hell, ein unbeschwerter herbstlicher Sommertag.
Ich habe gerade eben wieder darüber nachgedacht. Wie eng Natur und Menschsein miteinander verbunden sind, wie ähnlich geschnitten, das eine ein Gleichnis vom anderen. Auch das Leben hat seine Jahreszeiten, und ich habe den Eindruck, manche Lebensabschnitte sind einfach… herbstlicher als andere.
Aber gottlob hat auch der Herbst ja so viele Gesichter und Facetten. Und nach den dunklen, nebelverhangenen Phasen leuchtet sein Licht nur umso goldener und gnädiger. In den vielen, wirklich unglaublich vielen verschiedenen Kürbissen meiner allerliebsten Biobauern ein paar Strassen weiter.
Im weichen, warmen Senfgelb und nebligen Grau meiner neuen, heissgeliebten Baumwoll-Leinentücher (von „Grüne Erde“), die ich neulich erst ausgepackt und, weil ich sie dermassen schön finde, gleich nochmals bestellt habe für unsere weisse Holzküche.
Im leuchtend bunten Herbstlaub, das jeden Tag ein Stückchen weniger wird, zerzaust und verstreut vom Herbstwind und kleinen oder grossen Füssen, die nicht genug bekommen vom Geraschel des welken Laubteppichs.
In den immer ausladender werdenden Bastelmomenten der Kinder, die meist ganz ohne mich ihren Anfang finden, immer öfters unter der kreativen Führung meines 8jährigen Mädchens, das keinen Moment still sitzen kann, es sei denn beflügelt von einer neuen Idee. Gerade schlüpfen hier mehr Bügelperlen-Eulen, als ich zählen kann.
Der Herbst lockt auch in der Küche. Mit Kürbis-Muffins („Bombay Pumpkin Cupcakes with Cardamom Cream Cheese Frosting“ aus „Handmade Gatherings“- herrlich, wenn man Kürbis mag!), Kürbiscremesuppe mit ganz viel Sahne und frischen Croutons, Käsewähe und einem spontan gebackenen Vollkornzopf. Es muss wohl diese Mischung an ungastlicher Abendfrische und wohliger Wärme zuhause sein. Manchmal kommt mir die Küche in Herdnähe regelrecht als Wohlfühlort vor…
Und dann ist da Wolle. Wolle! Wolle im Sommer ist schön, Wolle im Herbst aber ist grandios und nicht zu übertreffen. Wolle ist Herbst, ein Stück weit, und das Gefühl, mir und meiner Familie etwas Gutes zu tun, wenn ich die frisch eingetroffenen, braunen Strangen auspacke, verleiht mir Flügel. Die „Rosy Green Big Merino Hug“ für diesen gigantischen Kuschelschal ist gerade eben bei mir angekommen, und 200gr. „Cumbria“ von Fibre und Co. kamen gleich mit ihr, völlig unnötig und noch absolut Ziel-los, aber wirklich wunderwunderschön und eine Pracht für Augen und Hände.

Heute nachmittag habe ich im Garten gearbeitet, aufgeräumt vor allem und sicher eine Stunde lang Weglein und Plätzchen gefegt, wo alles voller Sandkastensand, Tannennadeln und goldgelbem Birkenlaub lag. Die Luft war lau, mein Kopf leicht und befreit, mein Herz beschwingt und voller Zuversicht. Ein gutes Gefühl. Ein guter Moment.
Keine Ahnung wieso.
So geht das wohl im Herbst, wenn die Sonne durchbricht.

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