Archiv der Kategorie: Fundstücke

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Es gibt da einen Account auf Instagram, der mir regelmässig den Atem raubt. Das tun viele, und nicht immer ist das gut für mich, doch dieser eine hat eine Magie in seinen Bildern, der ich mich nur schwer entziehen kann; dunkle Töne, grosse Kontraste in Textur, Thematik, Licht und Farben- perfekt und stark und mit grosser Emotionalität. Und das bei einem schlichten Mama-Farming-Account.
Gestern habe ich meine Freundin S., die ein bisschen was versteht von Fotografie, gebeten, mir zu erklären, was genau diese Bilder so unglaublich faszinierend macht. Sie hat von „Low Key“ gesprochen und mir gezeigt, dass man auf manchen Handys sehr viel auch nachträglich noch machen und intensiv bearbeiten kann, mit ein paar Klicks zum Teil bereits und mit wirklich verblüffenden Effekten.
Mich irritiert das. Wenn es so einfach ist, wieso kommt es mir dann so schwierig vor, das mit dem Fotografieren? Ganz abgesehen davon, dass mein Handy zu den eher schlichteren Exemplaren gehört, tue ich mich schwer damit, die Technik dahinter zu verstehen, und ich spüre, dass mir schlicht der Atem fehlt, Bilder gekonnt zu arrangieren oder ständig Kamera oder Handy griffbereit zu halten, um diesen einen, perfekten Moment aufs Bild zu bannen…
Gleichzeitig reut es mich.
Etwas nicht zu können, fühlt sich nie gut an.
Vielleicht kommt demnächst ja ein Lernbuch in meinen Bibliotheks-Korb, „Fotografie für Dummies“ oder so, keine Ahnung.
Was ich aber eigentlich erzählen wollte ist: Ich habe gewonnen! Vor ein paar Tagen schon, aber das trübt meine Freude kein bisschen, und ich muss sie euch unbedingt noch zeigen, die beiden zauberhaften, lindengrünen Mondphasen-Becher von Danijela, die nun bei mir im Küchenregal stehen und mich freuen, besänftigen, ermuntern, wenn ich sie ansehe.
Sie sind so unbeschreiblich schön!
Auch ein bisschen magisch.
Wie alles, was Danijela auf ihrer Töpferscheibe zaubert. Eine wirkliche Potter ist sie.
Sonderbar… Solche Dinge zu fotografieren fällt mir leicht. Sie sind einfach da und strahlen. Ganz von alleine, völlig ohne „Low Key“ oder was auch immer.

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Dezembertage Nr.2

Meine drei jüngsten sind soeben bei mir im Arm eingeschlafen; jeweils ein Kind pro Armbeuge und eines zusätzlich an der Hand. Der Rest der Familie liegt ebenfalls bereits im Bett, einmal mit Hörbuch, einmal mit Roman, und die anderen zwei schlafen quasi schon. Der Grund für diese frühe Nachtruhe ist unschön und mag mir ganz und gar nicht gefallen: Magengrippe. Heftig und ansteckend und ziemlich erschöpfend für alle Beteiligten. Ich danke dem Herrgott, dass wenigstens ich und der kleine Wicht bisher davon verschont geblieben sind. Und Kind2. Wahrscheinlich haben Wind und Wetter ihn abgehärtet. Seit Sommer radelt er nämlich jeden Tag durch die Gegend, wenn er zur Schule in der Stadt muss.
Nun, ich denke, ich werd mich auch gleich wieder aufs Ohr legen. Aaaaber ich musste einfach noch kurz an den Laptop. Euch was Schönes zeigen; das hier ist die Ausbeute meines gestrigen Besuches bei der Kinderkleider-Börse. Oder ein Teil davon zumindest. Es gäbe da noch eine prima Winterjacke in Violett für mein Pausbackenkind, ein goldenes, pailettenbesetztes Röckchen (klingt schlimm, glitzert aber famos) und nochmals so ein handgestricktes, wollenes Pullunderchen mit Knopfleiste.
Begeistert bin ich ja von der süüüüssen Cordhose! Da sind Eichhörnchen drauf! Und Fliegenpilze! Und weich ist die… ganz, ganz herrlich. Auch das dunkle, geblümte Kleidchen finde ich unglaublich schön. So exotisch und ein wenig feierlich. Meine Kleine sieht sehr süss aus darin, finde ich, und der dünne Stoff macht es gleich sommertauglich. (Sommer, ich denk‘ so gern an dich…) Den bunten Babybody mit den Afrika-Tieren darauf, den werd‘ ich wahrscheinlich nicht behalten, sondern jemand Liebem weiterschenken. Er sitzt zwar klasse. Und ist sehr gekonnt von Hand genäht. Aber Babys und bunt? Ich weiss nicht… Ich merke, ich mag meinen kleinen Jungen einfach am liebsten schlicht und erdig. Jawohl. Und genau darum werde ich wohl auch allen Mut zusammennehmen und meinen ersten Woll-Färbe-Versuch mit einem der gelben Pullunder in Angriff nehmen. Mit der kleineren Version. Die meinem Babykind wohl demnächst passen wird. Braun wäre schön. Braun stimmt immer. Aber ob es auch klappt…?
(PS. Auch dieses Foto ist nicht das Gelbe vom Ei, ich weiss. Mir fehlen Praxis und eine ruhige Hand im Moment. Aber genau dafür ist diese Reihe ja auch gedacht; Ich möchte wieder lernen, Fünfe gerade sein zu lassen. Für Hochglanzbilder bin ich wohl einfach nicht geschaffen…)

„Dezembertage“ heisst meine kleine Serie zum Jahresende.
Ein Bild, wenige Worte, spontan und frei von der Leber weg.
Spass machen soll es. Mir und euch.
Ein huschhusch-Einblick in mein Leben mit Gruss und Kuss
raus in die Welt an alle, die das hier lesen…

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wie alles sich fügt

Der Herbst bleibt weiterhin leuchtend, warm und golden. Die Farben funkeln im Licht, und ich bin jedes Mal dankbar, wenn die Sonne den dunklen Morgenvorhang aufreisst, der sich über Nacht auf uns legt. Es ist eine schöne Zeit. Schön draussen unter freiem Himmel, wo ich heute eineinhalb Stunden damit verbracht habe, ein wenig Ordnung und Sauberkeit in meinen Garten zu bringen Gehwege wischen. Kaputtes Kinderspielzeug beiseite schaffen. Das Chemineé ausfegen und den Meerschweinchen das eine oder andere Unkraut aus den Beeten pflücken (Wir haben hier ja kein Unkraut. Bloss Meerschweinchen-Futter, hihi.)

Aber auch drinnen finde ich es schön. Auch wenn es unordentlich bleibt und ich nicht mehr so richtig vorwärts komme mit Entrümpeln. Mittwoch habe ich zwei volle Einkaufstüten mit Kram ins Brocki getragen und dann den halben Nachmittag dort verbracht mit Stöbern und mit der-Brocki-Fee-Plaudern nach Herzenslust. Die Kinder waren mit ihrem Papa und meiner Schwiegermutter im Europa Park, was wunderbar war, ein einziges Fest- für sie und für mich. Ausschlafen bis halb elf (was???), Rouge auflegen und Lippenstift und dann ganz alleine und nur für mich ins feinste Restaurant des Dorfes Mittag essen gehen (oh, Mann!), Shoppen beim Trödler als hätte ich alle Zeit der Welt (was ich auch hatte). Ich meine, wie schön ist das denn?
Ich kann es euch sagen; wunderschön. Traumhaft. Superkalifragilisticexpialigetisch.
Im Brockenhaus habe ich natürlich sofort all meine entsorgten Sachen so quasi wieder ersetzt. Mit Neu-Funden. Aber das war völlig in Ordnung so, denn es gab wirklich wunderbare Dinge zu entdecken. Eine ganz entzückende, alte Blechdose zum Beispiel in dunklem Violett mit rankenden Sumpfdotterblumen darauf, die mich wahnsinnig an den Jugendstil erinnern und an die Geschichte der Wurzelkinder mit ihren märchenhaften Illustrationen (ich liebe dieses Buch sehr!). In dieser Dose hebe ich nun mein Rouge auf, die Lippenstifte und meine Wimperntusche.
Und die Schürzen an der Leine… die trage ich. Wie könnte ich auch anders? Sie sind einfach zu schön. Von Hand genäht. Allerdings hat mein Kindergartenkind bereits eine davon stibitzt, direkt von der Leine, sag ich euch, und ich konnte nicht viel dagegen einwenden, denn sie sieht einfach zum Anbeissen aus darin, und die schönen Herbstblumenfarben des Stoffes passen perfekt zu ihrem Lieblings-Igelchenkleid (von Hess Natur).
Ich glaube, Schürze und Kind sind für einander gemacht.
Auch gut. Ich teile ja nicht ungern. Und ausserdem sind da noch mehr süsse Schürzen im Brocki, die nur auf mich warten…
Die Bolga-Korbtasche, die daneben baumelt, die gehört allerdings mir. Und ich denke nicht, dass ich die teilen werde; seit meine innigst geliebte lila Beuteltasche nach 6 Jahren tagtäglichen Strapazen an allen Enden reisst und Fäden zieht, fehlt mir ein einigermassen tauglicher Begleiter, der ein bisschen mehr nach Handtasche aussieht und weniger nach simpler Tote Bag. Ich habe mich sofort verliebt. Bolga-Körben kann ich sowieso nicht widerstehen. Nur das Leder des verschliessbaren Inlets verlangt noch nach ein wenig Pflege, aber ansonsten spüre ich jetzt schon; wir zwei haben das Zeug zum Dream Team.

Was die Elfenmütze aus diesem umwerfend schönen Senf-Gold-Ton angeht; Sie war ein Blitzprojekt. Absolut unerwartet, superspontan- und fertig im Nullkommanichts.
Meine Schwester kam gestern, als sie meine Jungs für zwei Tage Geo-Cache plus Pizza und Sleep-over abholte, mit einem dicken Ball Merinogarn auf mich zu; Ein Strick-Wunsch. Mütze. Egal welcher Art.
Normalerweise bin ich äusserst zögerlich, was Strick-Aufträge angeht. Und ich meine wirklich äusserst zögerlich. Stricken zu müssen… das hat sofort so etwas Formelles, Aufgedrücktes, Belastetes und Belastendes an sich. Aus Spass wird Ernst. Und Arbeit. Mit Erfolgsdruck und beschnittenen Freiheiten, die jede Bewegungsmöglichkeit verbieten und keine Wahl mehr lassen. Einfach aufhören und etwas ganz anderes anschlagen? Geht nicht mehr. Die Wolle wechseln? Unmöglich. Das Projekt wird nicht ganz so, wie ursprünglich vorgesehen? Katastrophe! Oder noch schimmer; ich finde das Ding dermassen toll, dass ich es am liebsten sofort anziehen und auf ewig anbehalten möchte? Ähm, nun ja…
Wie dem auch sei, im Fall dieser Senfgoldockerdottergelben Mütze hier, lagen die Dinge Gottseidank und ganz unerwartet völlig anders; Ich wusste nämlich sofort das perfekte Projekt für sie. Die Elfenmütze aus „More Last Minute Knitted Gifts“/ „Geschenke aus dem Wollkorb“.
Ein alter Vertrauter.
Mehr als das, ein Seelenverwandter schon fast, denn mein Herz hängt sehr an all den grossen und kleinen Elfenmützchen, die ich im Laufe der Jahre gestrickt habe. Für meine Kinder. Für meine Schwestern. Für andere liebe Menschen. Für mich.
Tatsächlich hat die „Maddison Zoe“ von Manor (leider gibt es diesen Senfton nicht mehr *snif*, er war wirklich zu schön) haargenau die im Buch verlangte Garnstärke, lässt sich wunderbar in ein Elfenmützchen verwandeln- und kuschelweich ist sie erst noch!


Schön.
Wie sich alles fügt im Moment. Die Meerschweinchen wuseln und wachsen und bekommen nochmals ein paar winzigkleine Mitglieder mehr  (Vierlinge! Heute! Und eins davon sieht genau aus wie „Mausi“, der für zwei wilde Flitterwochen eingeflogene grau-weiss melierte Papa!). Die Bäume hüllen sich in ihr buntestes Kleid, ich gehe piekfein essen, finde Schürzen und die perfekte Tasche für meine Stadtrundgänge und erfülle Wollmützen-strickend Herzenswünsche…
Ist das alles nicht herrlich?

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like Insta 221

Manchmal möchte ich Dinge mit-teilen, ohne allzu viel Lebenszeit vor dem Bildschirm verstreichen zu lassen…
Kurz und bündig und spontan. Ohne Umweg direkt aus dem wahren Leben.
Fast wie bei Instagram.

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Ein Blick in meine Waschküche- allerdings nicht unbedingt in Richtung Wäscheberge oder herumstehendes Putzmaterial… Aber diese Boxen sind doch zauberhaft, oder? Die grosse Holzkiste hat meine Schwiegermama mir ergattert; ein von A bis Z handgemachtes Stück, das ein altes Ehepaar so gut wie in meinem Geburtsjahr Hand in Hand kreiert hat, er hat  geschreinert und sie die wunderschöne Bauernmalerei in zarten Blütenformen darauf angebracht. Das Ganze ist perfekt, vollkommen exakt und mit einer Liebe zum Detail gemacht, dass es einem ans Herz geht… Eine etwas hellere, nussbraune Box mit gebogenem Deckel steht in meinem Wohnzimmer und passt auf meine Wolle auf…

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