Archiv der Kategorie: Fundstücke

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Heute morgen bin ich mit Robbie Williams aufgewacht. Mit einem seiner Songs im Kopf, im inneren Ohr und auch ein bisschen im Herzen. “Advertising Space” höre ich auch jetzt noch, seit 2 Tagen schon, sogar wenn das Radio ausgestellt ist und obwohl ich dieses Lied gar nicht besonders gerne mag.
Es spricht aus, was ich oftmals fühle in letzter Zeit. Diese Melodie… dieses Melancholische, der kleine Weltschmerz. “Dieser sanften Schmerz, den Augenblick nicht festhalten zu können.”: Meine liebe Leserin Kathrin hat absolut perfekt in klare Worte fassen können, was mich schon seit Wochen umwabert wie Bühnennebel. Manchmal ist dieses Gefühl der Loslassenmüssens und es doch nicht Können ungeheuer dicht und präsent. Dann wieder verpufft es leise. Und alles ist wieder klar und hell, ein unbeschwerter herbstlicher Sommertag.
Ich habe gerade eben wieder darüber nachgedacht. Wie eng Natur und Menschsein miteinander verbunden sind, wie ähnlich geschnitten, das eine ein Gleichnis vom anderen. Auch das Leben hat seine Jahreszeiten, und ich habe den Eindruck, manche Lebensabschnitte sind einfach… herbstlicher als andere.
Aber gottlob hat auch der Herbst ja so viele Gesichter und Facetten. Und nach den dunklen, nebelverhangenen Phasen leuchtet sein Licht nur umso goldener und gnädiger. In den vielen, wirklich unglaublich vielen verschiedenen Kürbissen meiner allerliebsten Biobauern ein paar Strassen weiter.
Im weichen, warmen Senfgelb und nebligen Grau meiner neuen, heissgeliebten Baumwoll-Leinentücher (von “Grüne Erde”), die ich neulich erst ausgepackt und, weil ich sie dermassen schön finde, gleich nochmals bestellt habe für unsere weisse Holzküche.
Im leuchtend bunten Herbstlaub, das jeden Tag ein Stückchen weniger wird, zerzaust und verstreut vom Herbstwind und kleinen oder grossen Füssen, die nicht genug bekommen vom Geraschel des welken Laubteppichs.
In den immer ausladender werdenden Bastelmomenten der Kinder, die meist ganz ohne mich ihren Anfang finden, immer öfters unter der kreativen Führung meines 8jährigen Mädchens, das keinen Moment still sitzen kann, es sei denn beflügelt von einer neuen Idee. Gerade schlüpfen hier mehr Bügelperlen-Eulen, als ich zählen kann.
Der Herbst lockt auch in der Küche. Mit Kürbis-Muffins (“Bombay Pumpkin Cupcakes with Cardamom Cream Cheese Frosting” aus “Handmade Gatherings”- herrlich, wenn man Kürbis mag!), Kürbiscremesuppe mit ganz viel Sahne und frischen Croutons, Käsewähe und einem spontan gebackenen Vollkornzopf. Es muss wohl diese Mischung an ungastlicher Abendfrische und wohliger Wärme zuhause sein. Manchmal kommt mir die Küche in Herdnähe regelrecht als Wohlfühlort vor…
Und dann ist da Wolle. Wolle! Wolle im Sommer ist schön, Wolle im Herbst aber ist grandios und nicht zu übertreffen. Wolle ist Herbst, ein Stück weit, und das Gefühl, mir und meiner Familie etwas Gutes zu tun, wenn ich die frisch eingetroffenen, braunen Strangen auspacke, verleiht mir Flügel. Die “Rosy Green Big Merino Hug” für diesen gigantischen Kuschelschal ist gerade eben bei mir angekommen, und 200gr. “Cumbria” von Fibre und Co. kamen gleich mit ihr, völlig unnötig und noch absolut Ziel-los, aber wirklich wunderwunderschön und eine Pracht für Augen und Hände.

Heute nachmittag habe ich im Garten gearbeitet, aufgeräumt vor allem und sicher eine Stunde lang Weglein und Plätzchen gefegt, wo alles voller Sandkastensand, Tannennadeln und goldgelbem Birkenlaub lag. Die Luft war lau, mein Kopf leicht und befreit, mein Herz beschwingt und voller Zuversicht. Ein gutes Gefühl. Ein guter Moment.
Keine Ahnung wieso.
So geht das wohl im Herbst, wenn die Sonne durchbricht.

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7 Dinge, die ich grade mag

DSC007891. Himmel, dieser Himmel! Ihr solltet ihn sehen heute morgen; hellgrau ist er, wolkenvermischt mit ganz kunstvollen, wollig-bauschigen Gebilden, und da ist ein Hauch von Lachsrosa. Und dazu ein Wind… also ich sage euch, so fein und warm und duftig wie er ist, könnte er glatt aus Spanien stammen. Oder vom Frühling. Genau so fühlt sich der Wind an, den ich über alles liebe.

2. Croissants. (Und für die braucht es wohl kein Foto) Diese erste Schulwoche hat mich mit ihrem Frühaufstehertum ein wenig erschreckt. Ich gehe jeden Abend um Elf ins Bett, um nur ja genug Schlaf zu erwischen, und doch bin ich jeden einzelnen Morgen um knapp Viertel vor Sieben zerknittert und halb abwesend aus den Federn gekrabbelt und konnte erst nach einem zweiten Blick auf den Wecker glauben, dass es tatsächlich schon Morgen war. Die zwei Croissants, die ich jedes Mal im Dorfladen für mich und meine Kleinste gekauft habe, kaum waren wir vom Kindergarten losgekommen und hatten meinem Kindergartenmädchen zum letzten Mal zugewinkt, waren so eine Art Trost und Belohnung gleichzeitig. Man muss sich ja auch mal verwöhnen dürfen.

DSC008393. Dieses fantastische, alte Kinderpult, das aus irgendeinem früheren Schulzimmer stammen muss, war die Entdeckung der Woche für mich. Ich hatte an sich nur vor, beim Trödler ganz kurz anzuhalten und mich einen Moment lang nach einem kleinen Schreibtisch für mich und mein lila Zimmer umzusehen, denn das wünsche ich mir ganz schrecklich, einen Tisch für mich, eine Ecke zum Schreiben und Briefeaufheben- da sah ich dieses Schulpult. Komplett mit zwei alten Holzstühlen. Mir fielen fast die Augen aus dem Kopf, denn haargenau so eines war schon immer mein heimlicher (und aufgrund der horrenden Antiquitätenpreise eher unterdrückter) Traum. Diesmal stimmte der Preis, und die Gelegenheit war günstig, und überhaupt; Ich musste es einfach nehmen…

DSC008274. Eine kleine, süsse Kaffeedose vom Trödler, alt wahrscheinlich, aber gut in Schuss. Ich mag das Grau des Metalls und ich mag die feine Inschrift und auch das Wort “Kaffee” per se, denn ein Morgen ohne eine langsam und in Gedanken versunken getrunkene Tasse Kaffee ist ein verlorener Morgen für mich.

DSC008235. Dann… noch eine Blechbüchse. Im Kräuterdesign, was mich sehr an meinen Garten erinnert und daran, wie vernachlässigt er sein Gartenjahr auch diesmal wieder beenden muss.
Es gibt da eine zu einem einstöckigen Wohnhäuschen umgebaute, kleine Scheune auf dem Weg zum Kindergarten, eine mit leuchtend roten Riegeln, einer umwerfend schönen Architektur und einem winzigen aber wunderschön gestalteten Gärtchen abseits der Strasse. Ich bin jeden Morgen aufs Neue hingerissen von der sorgfältig gepflegten Wildheit und dem offenkundigen gärtnerischen Talent der Hausbewohner. Ich versuche manchmal, mir einzureden, sie hätten für dieses Kleinod sicher ein Heer von Gärtnern engagiert, doch gestern abend sah ich beim Vorbeilaufen durch ihr Fenster auf der Kücheninsel das perfekte herbstliche Ernte-Stilbild -frisch geerntete Cherrytomaten von vor dem Haus, ein Trichter, ein Topf und zwei, drei Glasflaschen randvoll gefüllt mit hausgemachtem Sugo. Wer so sorgfältig umgeht mit seiner Gartenproduktion, wird sich wahrscheinlich auch selber um seine Beete kümmern…

DSC008266. Und hier… naja… noch eine Trödler-Entdeckung. Ich habe doch ein bisschen Geld im Brockenhaus liegen lassen diese Woche, aber an sich war dieser bezaubernde Gobelin-Kindersessel ja fast schon ein Schnäppchen. Meine Mutter zumindest war diesbezüglich mit mir einer Meinung und hätte ihn wohl gleich selbst gekauft, wenn ich ihn nicht in einem Zustand hellster Entzückung und ohne zu zögern in meinen Einkaufswagen gehievt hätte. Am schönsten finde ich die gestickten Waldtiere, das kleine Häschen und den braunen Vogel, die haben mich vom Fleck weg überzeugt. Und an mein Pausbacken-Kindergartenkind erinnert, das Tiere so gerne mag und alles, was niedlich ist und klein.

DSC00830 7. Zu guter Letzt: Dieses Buch hier. “Der Garten der Fortuna”. Ich lese so schrecklich gerne darin. Victoria Clayton ist meiner allerallerliebste Autorin und ihr erstes Buch, “Das Haus der Freundin” steht schon seit einer Ewigkeit bei mir im Regal, wo es nicht nur all meine Konmari-inspirierten Entrümpelungsanfälle überlebt hat, sondern auch immer wieder hervorgezogen wird, um noch einmal gelesen zu werden, obwohl ich das Ende schon kenne und mich in seinen Zeilen so daheim fühle wie in meinen Lieblingspantoffeln. Victoria Clayton hat ein feines Gespür dafür, Humor, Charme, Intellekt und Klasse zu einem gleichzeitig erfrischenden wie erdenden Ganzen zu verbinden, zu einer Geschichte, die einem mitträgt, aber nicht schmerzlich verschlingt, sondern beim Aufschlagen des Buches dort abholt, wo man steht, und auch wieder dort ablädt, wenn man die Buchdeckel zuschlägt, um sich wieder dem echten und ureigenen Alltagsleben zuzuwenden. Es sind Bücher voll alt-englischer Eleganz und wachen, hellen Geistesblitzen und ich bin immer wieder überrascht, wie klug und poetisch sie Dinge formulieren kann, die ich selber auch schon so gedacht oder beobachtet habe, aber wohl niemals in derart präzise Worte fassen könnte.
Mittlerweile bin ich fast durch mit meinem zweiten Clayton-Roman und ich ertappe mich dabei, wie ich plötzlich sehr langsam lese, und das Ende gleichzeitig herbeisehne wie bedaure. Doch da ist Nachschub unterwegs, was ich sehr tröstlich finde. “Das Landhaus” wird wohl nächste Woche bei mir eintreffen und irgendwann wohl auch ein Roman aus der “Miss Read”-Buchreihe, ein Geheimtipp, den mir eine sehr liebe Leserin in einer Buchempfehlungsmail ans Herz gelegt hat und auf den ich schon ungeheuer gespannt bin. Ich meine, was gibt es Schöneres als Herbstluft, Nebelschwaden, Wind und Wetter, ein Tässchen süssen, heissen Tee, ein dickes Kissen im Rücken und ein Buch, das zwischen seinen Deckeln ein heimliches Paradies für einem bereithält…

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Manchmal möchte ich Dinge mit-teilen, ohne allzu viel Lebenszeit vor dem Bildschirm verstreichen zu lassen…
Kurz und bündig und spontan. Ohne Umweg direkt aus dem wahren Leben.
Fast wie bei Instagram.

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Heute ist ein guter Tag- der beste dieser Woche, da bin ich mir sicher. Die Sonne scheint, und doch ist es angenehm frisch zwischen ihren Strahlen. Beim Kindergarten durfte ich mittags ein fröhliches Kind abholen und Kind2, der nach der Mittelohrentzündung an diffusen Bauchschmerzen leidet und so müde ist, dass er gestern den ganzen Nachmittag durchschlief, fühlt sich endlich auch wieder besser.
Ich konnte meine Schlappheit ein Stück weit ablegen und genug Energie aufbringen, um das Meerschweinchen-Gehege auszumisten, neues Heu und Stroh zu besorgen und es ihnen so richtig gemütlich zu machen in ihrem Stall.
Die Kinder sind friedlich. Vor allem meine Kleinste hatte keine gute Zeit die letzten Tage (Wochen?) über, und sie heute wieder entspannt und zufrieden zu erleben ist Balsam für all meine Blessuren, ja ich wage sogar, von ungestörten Nächten zu träumen, irgendwann einmal, denn diese Nacht wurde sie nur dreimal wach (statt alle zwei Stunden wie bis anhin).
Alles in allem spüre ich so was wie Aufwind.
Vielleicht wirkt hier ja der kleine Strauss vierblättriger Kleeblätter, den meine Mama mir gestern abend vorbei gebracht hat *zwinker*. Sie hat so ein Auge dafür, für Glücksklee, meine ich. Egal wo sie steht, immer findet sie ein Stengelchen Klee mit vier Blättern, selbst dort, wo ich nur Sekunden zuvor selbst schon alles erfolglos mit Argusaugen abgesucht habe. Auch das könnte ich wohl wörtlich nehmen; Glück ist überall zu finden. Man muss einfach hinsehen. Und den Blick dafür schulen.

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Manchmal möchte ich Dinge mit-teilen, ohne allzu viel Lebenszeit vor dem Bildschirm verstreichen zu lassen…
Kurz und bündig und spontan. Ohne Umweg direkt aus dem wahren Leben.
Fast wie bei Instagram.

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Was für ein Gruss von Allerleirauh! (DANKE!!!)
Ein Frühlingseinläuter!
Damit klingel ich jetzt ununterbrochen, solange bis
die grauen Regenwolken draussen wieder verschwunden sind…

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