Archiv der Kategorie: Familienalltag

Pläne

Die letzten Tage waren wir recht fleissig; Bücher wurden vorgelesen („Sonya’s Chickens“ ist eines meiner allerliebsten Bilderbücher! Und ich bin sehr glücklich, dass meine Mädchen es genauso mögen wie ich.)
Es wurde gezeichnet und mit Farben und Pinsel hantiert.
Ich habe Riesen-Mengen an Essen gekocht: Haferkernsuppe und Salate, Spaghetti Gorgonzola mit frischem Spinat, Riz Casimir, heute Bolognese mit dem Ziel morgen Lasagne aus dem Rest zu machen.
Es kam noch ein Vorhang zustande. Fürs kleine Bad. Einer, durch den man nicht durchsehen kann.
Das silbergraue Zwergenmützchen für meinen kleinen Neffen wurde endlich fertig gestellt -und sogar anprobiert, zwar an einem etwas zu grossen Kopf, hihi, aber mit grosser Begeisterung.
Und -last but not least- bin ich aktuell so gut wie in der letzten Musterrunde eines Paares leuchtend blauer Kinderstulpen für meine Grosse (nach einem Muster aus Elas Buch „Stricken durchs Jahr“) .

Phu.

Irgendwie fühle ich mich gerade ein wenig wie nach einem Marathon.
Intensiv, dieses Leben, nicht wahr?
Aber gleichzeitig weiss ich, dass ich all das wirklich, wirklich liebe;
Das Einmummeln mit meinen Kleinen zwischen Kissen und Decken, während draussen der Wind pfeift.
Das Essen und Essen und nochmals Essen (und ja, manchmal finde ich sogar das Kochen selber sehr spannend!).
Die Kreativität kleiner und grosser Leute.
Handgemachtes, das meine Familie umgibt und Geborgenheit schenkt. Und Wolle und Strickkram sowieso (Dazu noch „Call the Midwifes“ plus ein Tässchen Tee? Der Himmel auf Erden!)

Und es gibt Pläne:
Die eine oder andere weitere Holzbox vom Baumarkt, die bemalt werden soll. Gerne weiss, wenn es nach mir ginge. Mit einem Klacks Sonnengelb vielleicht (meine Sehnsuchtsfarbe im Moment).
Kinderzeichnungen möchten ausgewählt werden, um die alten Prints im gelben Zimmer zu ersetzen. Kinderbilder dürfen überall sein. Mein Haus lebt von ihnen.
Mir schwebt ein neues Zwergenmützchen vor, diesmal in Naturbraun und aus einem Strangen „Rosy Heb Merino Fine“, weil ich dieses Garn in dieser Farbe so gerne mag.
Und dann suche ich nach Büchern für unsere hauseigene Bibliothek. Ich finde das ehrlich unheimlich schwierig. Bilderbücher finden, die wirklich etwas aussagen und auslösen und nicht bloss Blabla von sich geben, das nach einmal durchblättern bereits wieder uninteressant wird. Astrid Lindgren konnte das; Geschichten und Figuren schaffen, die man nie leid wird, sondern mit jedem Jahr lieber gewinnt. Aber wer konnte/kann das sonst noch? Wisst ihr eine Antwort?

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frisch

Gerade schneit es. Wie den ganzen Tag schon. Und so wie es ist, finde ich es wunderschön; nicht stürmisch, sondern sanft in zaghaften, weichen Flocken.
Der Friede, der sich über alles legt, tut wahnsinnig gut. Und wie ordentlich es aussieht da draussen, aller Schmutz, alles Hässliche, alles, was am zur falschen Zeit am falschen Ort lag, einfach watteweich und blütenreinweiss zugedeckt- ich wünschte fast, es könnte irgendwas geben, was zuhause eine ähnliche Wirkung hat…
Ich bin wie wild am Entrümpeln. Bücher, Möbelstücke, Garne… es fühlt sich herrlich an, Dinge wegzugeben und neu zu organisieren. Angefangenes zu vervollständigen, die Kinderkleider durchzusehen und Lücken zu füllen, hier und dort ein paar Sachen umzustellen und die Räume mit neuen Augen zu sehen.
Meistens sind es bloss Kleinigkeiten, die verändert werden. Ich komme nie besonders weit und die Schritte sind bescheiden, aber es sind… Schritte. Das ist es, was zählt.
Die Vorhänge im grossen Badezimmer, die ich vor einer Weile genäht habe und an denen ich mich jeden Tag aufs Neue freue.
Die Spielecke im gelben Mädchenzimmer, die, ein bisschen zur Zimmermitte hin verschoben- plötzlich wirkt wie ein Zelt und sofort neue Anziehungskräfte entwickelt, so wie die Kinder auf einmal wieder darin spielen…
Ein neuer Druck in einem alten Rahmen. (Wenn ich bloss noch wüsste, woher ich diesen süssen Download habe!)
Das Sofa, das nun statt zur Bücherwand zur Bildergalerie hinschaut und den Raum dank diesem neuen Winkel unerwartet weit und offen erscheinen lässt, herrlich weit und herrlich offen, es kommt mir vor, als wäre das Wohnzimmer erst so zu einem richtigen Familien-Zimmer geworden, einladend für alle, die hier leben, lesen, spielen, zeichnen und arbeiten.
Frischer Wind in kleinen Dosen. Ich sauge ihn gierig in mir auf.

PS. Morgen gebe ich dann noch kurz die Gewinnerin der Wollmütze vom letzten Post hier bekannt, okay?

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gestartet

Und so sind wir gestartet und ins Jahr 2019 gerauscht: unaufgeregt, ein bisschen müde, aber trotzdem irgendwie festlich, mit Kerzenlicht, einer kurz-zeitig aufgeräumten Stube und unüblich sauberen Küche (was auf den meisten Fotos bereits nicht mehr zu sehen ist). Ich habe eine weisse Tischdecke aufgelegt, Unmengen an Süssigkeiten aufgetischt, perlendes Zeug in meinem Glas geschwenkt und mich von Herzen an den verschlafenen Kindergesichtern gefreut, denn wir lassen die Jüngsten jeweils bis kurz vor Mitternacht schlafen und wecken sie dann für die grosse Silvesterparty unten in unserer Küche. Das hat so was… Besonderes. Genau wie die Kirchenglocken, die mitten in der Nacht zu Bimmeln beginnen und mit uns das neue Jahr begrüssen.
Die Kinder sind immer sehr aufgeregt. Guter Dinge. So… ausgelassen. Auch weil sie sich auf ihr traditionelles Neujahre-Geschenk freuen; Ein neues Buch, ihre Lieblingsschokolade und einen Fünflieber, ganz nach Art meiner Oma seelig, die uns haargenau diese Konstellation jeweils zu Weihnachten beschert hatte, damals, vor gefühlten 100 Jahren. Ich hänge sehr an dieser Erinnerung.
Wir hatten es wirklich schön. Gemütlich und heiter. Von mir aus dürfte es gerne so weitergehen, dieses noch so junge, neue Jahr… Und ich habe mir sogar ein bisschen was vorgenommen fürs 2019, nicht viel, denn für grosse Vorsätze bin ich mittlerweile zu abgeklärt und ernüchtert, aber das eine oder andere hätte ich schon gerne anders, und die Zeiten sind günstig, alte Gewohnheiten zu überdenken und neu einzuspuren, oder?
Vor allem wünsche ich mir noch ein wenig mehr Klarheit und Bewusstheit im Umgang mit der Digitalität. Mehr screenfreie Zeit. Noch mehr davon, denn eigentlich bin ich gar nicht mal so oft online, finde ich, aber vor allem die Abende brauchen mehr Struktur und einen bewussten Entscheid dann und wann, die Kiste gar nicht erst einzustellen (So wie ich es über die Festtage gemacht habe. Daher die Stille hier.)
Gleichzeitig sehne ich mich nach verlässlichen Blog-Momenten. Zeiten, die ich dem Schreiben und Fotografieren widme, widmen darf und kann, ohne mich schlecht zu fühlen, weil ich in dann nicht aufräume, Geschichten vorlese oder E-Mails beantworte. Es wäre schön, wenn ich das Bloggen in einer klar deklarierten Zeit-Kiste halten könnte. So wie andere ihren Volleyball-Abend oder den Literaturclub fix im Kalender stehen haben. Aber wahrscheinlich ist das ein bisschen utopisch… Und vielleicht brauche ich ja auch genau diese Spontaneität, schreiben zu können, wenn es gerade passt und mir ansonsten ein Schweigen gönnen zu dürfen… Mal sehen.

Auf einem der zusammengepuzzleten Fotos oben seht ihr ein geöffnetes Buffet-Schränkchen mit (unter anderem) Gläsern drin. Und in den Gläsern sowas Komisches Weisses. Das ist Reis. Gekochter Reis. Wer ab und zu bei mir in Instagram reinschaut, weiss, dass ich mich im Rahmen eines Emoto-Reis-Experiments für etwa 3einhalb Wochen mit diesen drei Gläsern Reis unterhalten habe, jeden Tag etwa 30 Sekunden lang, und je nach Glas und Aufschrift freundlich und herzlich oder ziemlich fies und gemein. Das dritte Glas bekam sogar gar keine Aufmerksamkeit, was mir recht gelegen kam, denn ich hatte das Ganze nach etwas mehr als einer Woche schon ziemlich satt, wenn ich ehrlich bin. Trotzdem habe ich durchgehalten und gespannt verfolgt, wie der vernachlässigte Reis schimmliger und schimmliger wurde, zuletzt in einer Schimmelwehe regelrecht versank, der „gute“, von mir all die Tage über mit Lob und Nettigkeit überschüttet Reis langsam schwarze Stellen entwickelte und der „böse“ Reis, der kaum je was Gutes von mir zu hören bekam, blütenweiss und rein in seinem Glas lag und der Dinge harrte, die da kommen mochten (auch in seinem Fall; die Tonne). Damit tanzt mein Ergebnis aus der Reihe, denn eigentlich müsste es laut Emotos Theorie genau umgekehrt sein: Der „böse“ Reis sollte an sich weit vor dem „guten“ Reis schimmeln. Aber egal. Ich wollte ja nichts beweisen, nur ein bisschen pröbeln. *zwinker*
Auf die Idee, diesen vielen Bloggerinnen offenbar schon längst bekannten Versuch zu machen, bin ich gekommen, nachdem mir eine Freundin von ihren eigenen Reis-Gläsern im Regal erzählt hatte. Ich fand es einfach spannend und irgendwie auch merkwürdig bis kaum glaubhaft, dass Reis unterschiedlich zersetzen soll, nur weil man ihm verschieden „begegnet“. Dass Freundlichkeit und Wohlwollen den Gammelprozess verlangsamen sollen, während vollständiges Ignorieren Pilzen und Bakterien offenbar regelrecht Beine macht. Also laut Emoto. Ist doch sonderbar, oder?
So richtig überzeugt bin ich nach wie vor nicht.
Ganz unüberzeugt aber auch nicht.
Ich meine; einerseits sind die Umstände hier in meiner Küche wohl kaum steril und die eine oder andere Bazille hat sich bestimmt irgendwo reingeschmuggelt, aber andererseits kommt mir der Schimmelberg im vernachlässigten Glas schon gigantisch vor, verglichen mit den beiden anderen Reis-Proben… Nun, ich würde sagen, es bleibt was es ist; spannend.
Trotzdem bin ich froh, dass der Reis jetzt erst mal weg ist. Ich kann mir wahrlich anregendere Gesprächspartner vorstellen…

Was die anderen Fotos aussagen möchten? Ganz einfach: Alltag. So sieht es gerade aus bei uns. Ein bisschen ordentlich -ich versuche weiterhin, zu entrümpeln. Und Kind1 hat extra für Silvester auf meinen Wunsch hin die Küchenfenster geputzt- ein bisschen chaotisch. In varierenden Anteilen. Das verschiebt sich jeden Tag neu. Da sind Bücher, die gelesen werden. Zerknautschte Kissen. Ein grüner Wollpullover im Entstehen. Bastelarbeiten im Regal.
Für dieses Jahr wünsche ich mir mehr Klarheit, überall, auch in den Räumen, die wir bewohnen. Ich möchte besser erkennen können, wie genau wir zu dem stehen, was wir hier ansammeln, was wir wirklich brauchen und haben möchten, und was einfach nur… zu viel ist. Und ich möchte besser werden im Loslassen.
Wer möchte das nicht?

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7 Sachen

In Erinnerung an Frau Liebes wunderwunderschönen, einzigartig kreativen und humorvollen Blog seinerzeit, wo sie mit ihren „7 Sachen“-Posts ein kleines Unikat kreierte, das mir eigentlich immer allein schon beim Lesen sehr viel Spass gemacht hat… Leider hat Frau Liebe das Bloggen an den Nagel gehängt. (Glaube ich) Und sich anderen, bestimmt auch sehr kreativen, lustigen und sinnvollen Dingen zugewendet. Velleicht kommt sie ja irgendwann mal wieder zurück ins Bloggerland, wer weiss…
Auf jeden Fall ist mir heute gerade sehr nach „7 Sachen“. Nach ein paar wenigen Worten und raschen Fotos von lauter Sachen, wo meine Hände im Spiel waren. Hände braucht man ja eigentlich ständig als Mensch. Die Ruhen kaum einmal. Bei uns Strickerinnen sind sie sogar beim Hörspiel-Hören oder Netflix-en geschäftig in Bewegung und bringen Schönes hervor, wo immer sie ans Werk gehen.
Ich mag Hände. Besonders die Kräftigen, denen man das Arbeiten und ihre Wirksamkeit ansieht. Oder die Zarten, die man einfach nur halten möchte. Und Baby- und Kinderhände sind mitunter das Süsseste, was es gibt auf der Welt…
Hier aber waren meine Hände am Werk. Und die sind nicht besonders vorzeigbar. Ich hatte immer schon alte Hände, mit vielen Falten und starken Adern, die sich klar hervorheben. Schön sind sie bei weitem nicht. Das waren sie noch nie. Aber sie können arbeiten und festhalten, streicheln und -immer besser auch- loslassen.

Heute haben sie zum Beispiel das hier getan…

Noch einen Vorhang genäht fürs grosse Badezimmer. Jetzt sieht keiner mehr rein. Und keiner mehr raus. Aber das ist mir einerlei; lieber keine schöne Aussicht, dafür entspannt nackig im Bad rumwatscheln.

Einen Mini-Vorrat Gesichts-Tonic gemischt. Aus Apfelessig, destilliertem Wasser, Witch Hazel, Lavendel- und Weihrauch-Öl. Das Rezept und überhaupt die ganze Taktik mit der Öl-Gesichtsreinigung und der selbst gemachten Tonic habe ich aus einer alten Ausgabe von „Taproot“, und Leserin Lucy, die Arme, hat schon vor bald 1 Monat nach einer kleinen Anleitung gefragt… Liebe Lucy, verzeih die lange Wartezeit! Gerade habe ich aber Fotos geknipst und nehme mir nun vor, den nächsten Post der hausgemischten Gesichtspflege zu widmen…

Ein paar Löffel Holunderbeer-Sirup mit Gewürzen aus dem Hause Mamaniflora genascht. Für gute Abwehrkräfte, jetzt da gleich mehrere Kinder hier bei mir krank geworden sind und meine Füsse gar nie richtig warm werden vor lauter Winter. Nicoles Sirup ist wunderbar. (Genau wie Nicole selbst!) Ich wünschte, mein Vorrat würde nie zur Neige gehen…

Mütze fertig gestrickt. Nochmals eine klassische Purl-Bee-Variante, diesmal aus einem Strang „Tosh DK“, mit dem ich sonst einfach nichts anzufangen wusste. Vielleicht werde ich sie tragen. Vielleicht wird aber auch ein Kirschkernzeit-Giveaway daraus… (Gibt es vielleicht jetzt schon jemanden, der sich Hals über Kopf in diese Farbe verlieben könnte?)

Pinnwand geleert, alle Zeichnungen ordentlich in Boxen geräumt und bereits die neuesten Highlight-Kreationen angepinnt. Der Platz wird rasch knapp werden. Das sehe ich schon jetzt. Besonders freut es mich ja, dass jetzt meine Kleinste auch hier „ausstellt“. Die untere 4er-Reihe mit schwarzen Kugelschreiber-Portraits ist von ihr. Und ich finde sie klasse!

Den Schnupfennasen-Kindern ein Erkältungsbad eingelassen. Mit ätherischem Öl in etwas Honig und Sahne emulgiert. Hinten wäre übrigens einer der neuen Vorhänge zu sehen, für die ich so wahnsinnig dankbar bin. Ich schätze, auch die wären einen eigenen  Vorhang-Post wert, oder?

Waschmittel gemacht. Mache ich eigentlich gar nicht gerne, und weil ich die Flasche kurz vor dem Fotografieren nochmals geschüttelt habe, damit alles homogen bleibt und nicht zu Pudding wird, sieht das Ganze erst noch ziemlich unschön aus. Aber sobald die Arbeit getan ist, bin ich vollkommen zufrieden mit mir und der Welt.
Waschmittal machen ist doof. Selbstgemachtes Waschmittel haben hingegen ist klasse.

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