Archiv der Kategorie: Familienalltag

ein bisschen dies, ein bisschen das

… ich konnte es mir nicht verwehren, nochmals so ein Miniatur-Projekt für das kleine Wesen in mir anzuschlagen. Jetzt wo meine dünnen Nadeln wieder frei geworden sind. Und mich die vereinzelten Stränge fingering und sock-weight yarn in meinem Regal mehr und mehr stören. Ich meine, was macht man sonst mit solchen Garn-Individuen, wenn nicht Tücher oder Babysachen? Eben. Diese Chance lasse ich mir nicht entgehen.
Diesmal habe ich Elas „Mama-Baby-Strickbuch“ aus dem Regal geholt und endlich die Babyhose angefangen, mit der ich schon seit dem allerersten Tag liebäugle. Mit gefällt der luftige Schnitt. Das Legère. Und ganz besonders der ausgefallene, irgendwie liebevoll gestaltete Beinabschluss, bei dem man sogar zwei kleine Knöpfchen annähen darf. *schmelz* …

… das Joghurtmachen hat sein festes Plätzchen gefunden in meinem Tagesablauf. Wann ich ihn ansetze, das variert jeweils, aber dass ich die kleine Box mit Joghurtmilch-Gläschen auffülle und 10 Stunden später 8 frische, milde, vollmilchige Joghurts herausheben und in den Kühlschrank stellen kann, das ist zum Fixpunkt geworden. Dieser Joghurt tut mir so gut! Zu meinem ohnehin schon empfindlichen Magen sind nun, schwangerschaftsbedingt, noch ein Hang zu Sodbrennen und eine Schwangerschafts-Diabetes hinzugekommen. Statt mir die Haare zu raufen, löffle ich nature Joghurt.
Und raufe mir nebenbei dann trotzdem die Haare.
Gerade am frühen Morgen, merke ich, wie es meinen Magen beruhigt und den ersten Hunger sanft stillt, ohne mir den Blutzucker hoch zu jagen oder die Säureproduktion allzusehr anzukurbeln. Dazu ein Glas fast schon homöopathisch mit Milch verdünnter, ungesüsster Milch-Kaffee und ein bisschen beschwingtes Stöbern bei Instagram- und mein Morgen ist gerettet.

… weil der Juni sowieso schon so schön bunt ist, habe ich nicht nur Dunkelgrau (Babyhose) auf meinen Nadeln, sondern auch dieses wunderschöne, leicht orange angehauchte Rost, das meine Grosse sich noch im Winter für einen nagelneuen, mama-gestrickten Wollpullover ausgesucht hat. Aus dem knallgrünen Vorgänger ist sie mittlerweile hoffnungslos herausgewachsen, und ich kann kaum sagen, wie glücklich es mich macht, ihn nun ordentlich zerschlissen und ausgeleiert in die „Box für später“ zu packen; jeder gezogene Faden erzählt von der Lebenszeit, die Pulli und Kind zusammen verbracht haben und von der Freude, mit der mein Mädchen ihn getragen hat.
„Boathouse Mini“ Nr. 2 wird es schwer haben, mit diesem Lieblingsstück mitzuhalten, darum habe ich mir grosse Mühe gegeben, bei der Garnwahl und darauf geachtet, dass die Wolle wirklich kein bisschen kratzt. Die „Cotton Merino“ von Drops erscheint mir nicht nur von der Maschenprobe her perfekt, sondern auch das ideale Garn für alle woll-empfindlichen, die es gerne supersoft haben. Und die Farbe? Finde ich prima! Ich mag Caramel-, Rost- und andere warme Erdtöne, und dass mein Kind sich gerade diese Farbe hier ausgesucht hat, und nicht etwa Knallpink oder Neongrün, das freut mich ungemein …

… letzten Samstag habe ich mich morgens in den Zug gesetzt und aufgemacht, um in Less‘ wunderschönem, herrlich ordentlichen Zuhause mit Mamaniflora und einer Handvoll interessierter (und äusserst interessanter!) Frauen zu lernen, wie man selber Putzmittel herstellt. Aus ganz wenigen, meistens völlig natürlichen Zutaten. Ich fand das so spannend! Nicht nur das Brauen und Lernen, sondern auch das Zusammentreffen so verschiedener Persönlichkeiten, die vieles teilen, sich aber trotzdem elementar unterscheiden in eigentlich allem, was uns Menschen ausmacht. Meistens verunsichert mich so etwas irgendwie ein wenig. Ich stelle mich rasch in Frage und taste mich automatisch permanent ab: Mögen mich die anderen? Was denken sie wohl von mir? Wäre es nicht besser wenn ich leiser/lauter/lustiger/ernsthafter/gehaltvoller/lockerer/entspannter/vertiefter/erfahrener/bescheidener einfach interessanter wäre? Und vor allem: wie schaffen es die anderen, in meinen Augen all das zu sein?
Aber es war schön. Doch, ganz ehrlich. Selbstzweifel hin oder her. Mamaniflora ist eine begnadete Kräuterfee und wahnsinnig liebenswerte, sympathische, authentische Frau. Von ihr zu lernen, fühlt sich herrlich an, inspirirend und fliessend und wie das Aufsaugen von etwas sehr Natürlichem, das mir wahnsinnig gut bekommt.  Und in Less‘ schöner Altbau-Wohnnung kann man gar nicht anders, als sich wohl und willkommen zu fühlen. Jetzt hätte ich gerne noch ganz, ganz viel freie Zeit und ein noch etwas dickeres Portemonnaie, und ich würde mich glatt bei allen von Less‘ organisierte Workshops einschreiben, beim mittlerweile ausverkauften Seifen-Siede-Workshop gleich zuallererst …

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Für mein Baby: „Beyond Puerperium“ und ein Zwergenmützchen ganz in Natur

Diese Woche war im Handumdrehen vorbei. Ein Augenzwinkern lang bloss. Die freien Tage fühlten sich an wie Ewigkeiten, so als würden sie für immer bleiben… und nun, wieder hineinkatapultiert in den Kindergarten-Schul-Alltag, strample ich verzweifelt vor mich hin und hoffe, dass mir nicht die Puste ausgeht.
Gerade heute verspüre ich das unbändige Verlangen danach, einfach nur… allein zu sein. Für mich und in aller Stille. Ich sehne mich danach, mich kopfüber in irgendwelche kreativen Pfützen zu werfen und mich treiben zu lassen im Flow des Machens und Spielens. Strickend. Nähend. Gärtnernd. Sirup-Kochend. Egal wie. Einfach schöpferisch.
Ich brauche das so dringend.
Nun, es soll wohl nicht sein. Also nicht so ausschliesslich und versunken, wie ich es gerne hätte. Es sind zwei Kundinnen angemeldet, drei oder vier der jungen Meerschweinchen ziehen heute in ein neues Zuhause. Der Garten ist pitschnass vom Pfingst-Regen der letzten Tage und der Holunder sowieso bereits halb verblüht (Gottseidank hat mein Liebster ein paar Flaschen Sirup davon eingemacht! Ein Jahr ohne Holunderblüten-Sirup ist ein trauriges Jahr, finde ich.) Unten liegt nasse Wäsche am Boden unter einem übervollen Trockengestell, und jeder einzelne Raum dieses Hauses schreit geradezu nach Wischwasser und Staubsauger…
Kein kreatives Insel-Dasein also heute für mich. Aber vielleicht ja ein, zwei, drei, vier oder vierzehn Reihen Pullover-Stricken? A girl can dream, can’t she?

Ein bisschen Trost und Hoffnung auf andere Zeiten schenkt mir ja dieser Anblick hier: ein winzigkleines Jäckchen, ein minikleines Mützchen, beides wunderbar naturbelassen und so klein, dass mein Baby nicht allzu lange wird warten müssen, bevor es hineinpassen wird.
Ich stricke gerade wahnsinnig gerne. Und wahnsinnig gerne klein. Es wird wohl das letzte Mal sein, dass ich so etwas Winziges in meinen Armen halten werde, irgendwann dann im September, und ich wünsche mir, noch so viele Babypulloverchen, Mützchen und Strampelhöschen für dieses Kind zu stricken, wie ich nur kann. Es kommt mir vor, als müsste ich ganz bewusst durch diese Zeiten gehen, all diese letzten Male mit allen Sinnen ver-innerlichen und ausschöpfen, und obwohl ich im Augenblick wirklich kaum ein Fünkchen Wehmut verspüre, vielmehr… eine Art dankbare Erleichterung, eine erleichterte Dankbarkeit, ahne ich heute schon, dass diese Gefühle sich nach der Geburt noch ändern werden.
Abschiednehmen ist niemals leicht.
Also stricke ich.
Und freue mich.
An dem was kommt, aber auch an dem, was vorbeigehen wird. Es kommt die Zeit für anderes. Und obwohl ich mich auf dieses Baby jeden Tag ein klein wenig mehr freue, spüre ich auch, dass ich bereit bin, mit diesem Lebensabschnitt abzuschliessen. Bereit für das andere. Das Muttersein mir davon-wachsender Kinder.

Dieses Jäckchen -eine „Beyond Puerperium“ von Kelly Van Niekerk- verkörpert ein paar meiner Strick-Leidenschaften: biologische Wolle seltener Schafrassen (60 gr. „Rosy Green Manx Merino Fine“), sanfte Naturtöne (hier das softe „Norfolk Holz“, das ich wirklich gerne mag), Handwerkskunst in den Details (Jim Knopf Kokos-Knöpfe!) und schlichtes, aber durchdachtes, raffiniertes Strickdesign.
Ich habe die zweitkleinste Grösse gewählt und mit Nadelstärke 3 gearbeitet. So fiel das Maschengeflecht recht fein aus, was ein Plus an Elastizität bietet und mir umso schöner erscheint für so ein kleines Persönchen, das das An- und Ausziehen wahrscheinlich nicht unbedingt schätzen wird…

Das Zwergenmützchen wiederum ist aus der anderen, aber ähnlichen Garnreihe von Rosy Green gestrickt: Aus der „Heb Merino Fine“ ebenfalls im Farbton „Norfolk Holz“. Hier habe ich auch eine Nadelstärke 3 gewählt und 98 Maschen angeschlagen. Weil ich das Bindeband in meiner Anleitung definitiv zu kurz finde, ist es nun an die 45 cm lang, was hoffentlich ausreicht für so eine Babygrösse.
Dieses Garn ist leicht kratziger als sein Fast-Zwillings-Bruder „Manx Merino Fine“, irgendwie starrer in seiner Struktur und auch die Farben kommen mir kühler vor und weniger satt. Ich glaube, ich würde nicht unbedingt wieder damit stricken. Mir hat es einfach zu wenig… Lieblichkeit an sich.
Die „Manx Merino Fine“ hingegen kann ich nicht genug loben! Weich, aber natürlich, schön elastisch mit angenehmem Fall, ein Garn, dem man die raue, windgepeitschte englische Landschaft mit all seiner ursprünglichen, kargen Schönheit bei jedem Handgriff anmerkt.
Wunderbar!
Ich mag es, wenn die Dinge ihre Seele durchscheinen lassen. Und diese zwei kleinen Wollsachen, die allerersten Stücke, die für das kleine Strampelwesen in meinem Bauch entstanden sind, haben eine Aura von… Hoffnung und Bodenständigkeit, finde ich. Unaufgeregt. Nichts wirklich Neues.
Aber genau darum willkommen und schön in meinen Augen.

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Meerschweinchen, Plätzchen und ein wenig Sonnenschein

Es gab sonnige Tage, es gab Regentage. Der grosse Sporttag unserer Schulhäuser fiel immerhin auf einen sehr warmen, trockenen, hellen Tag und die Kinder hatten viel Spass beim Postenlauf und Spielenachmittag. Ich merke immer, wie ich mich augenblicklich entspanne, wenn ich sehe, dass alle sich wohlfühlen, und als selbst mein sensibles Kindergartenkind in diesem Jahr richtig freudig und beschwingt am Morgen in Richtung Schul-Sportplatz loszog -eine Angelegenheit die sie letztes Jahr viele Tränen und mich ein Stückchen Mamaherz gekostet hatte- war ich einfach nur dankbar und zufrieden.
Kinder gehen zu lassen, loszulassen, sie wachsen zu sehen und selbstständiger werden, ohne mich, meinen Schutz und Rat… das fällt mir so viel leichter, wenn ich weiss, dass sie sich den Dingen gewachsen fühlen und wirklich bereit sind für nächste Schritte. Gerade mein Kindergartenkind macht mir viel Freude, was das angeht: Seit ein paar Monaten wirkt sie lebhafter und aufgeschlossener im Umgang mit anderen Kindern. Sie verlässt das Haus morgens mit einem kleinen Lächeln auf den Lippen und winkt mir fröhlich zu zum Abschied. Kein Zögern, kein Abschiedsschmerz. Ich glaube, jetzt ist sie gerne im Kindergarten. Mir fällt ein Stein vom Herzen.

An einem weiteren Sonnenfrühlingstag (herrlich!) kam ein nächster Wurf Meerschweinchen-Babies zur Welt. Kleine, lustige Tapser, die rennen können wie Wiesel, wenn es sein muss. Wir haben in diesem Jahr viele schwarz-weisse Tiere, die meisten mit dem schönen, lebhaften Fellwuchs ihres wunderhübschen Papas „Panda“ (ein paar helle und sogar eines, das ein bisschen aussieht wie ein Iltis sind auch dabei). Ich hoffe, dass den Leuten diese Färbung genauso gut gefällt wie mir und dass alle diese kleinen, süssen Pelz-Knäuelchen ein gutes Plätzchen finden. Wir haben einige Meerschweinchen-Halter in der Region, die alte Ställe oder Scheunen oder auch nur ihren Garten zu wahren Meerschweinchen-Paradiesen umbauen, wo die Tiere draussen sein können, um zu weiden und sich richtig auszutoben, aber auch Schutz und Schatten finden in überdachten Bereichen. Vor allem aber haben sie an solchen Orten meistens Platz. Auch für grössere Grüppchen. Ich kann gar nicht genug betonen, wie wichtig ich diesen Punkt finde. Das Verhalten eines Meerschweinchens verändert sich radikal, sobald es sich mit seinen kleinen Artgenossen-Kumpels im Freien oder auch einfach nur in einem wirklich grossen Gehege tummeln darf. Aus den ruhigen, unscheinbaren Tieren, werden dann plötzlich lebhafte Gesellen, denen man die Lebensfreude förmlich ansieht- ganz besonders wenn junge Tiere dazu kommen, habe ich gemerkt. So ein paar Meerschweinchen-Kinderchen mischen die Gruppe neu auf und bringen irgendwie… ja, ganz neue Energie hinein. Unser kastrierter Bock „Tupf“, der in der Weibchengruppe für Recht und Ordung sorgt, empfindet es zum Beispiel als seine Pflicht, „verloren gegangene“ Babies, die auf der grossen Wiese ihre Mama nicht gleich finden und herzzerreissend fiepend umherirren, zurück zur Herde zu bringen. Wie ein Lauffeuer kommt er angesaust und kehrt dann -schwupps- mit dem Jungtier im Schlepptau zurück zur Gruppe. Süss ist das! Und „Tupf“ scheint seine Aufgabe richtig zu geniessen, wie mir scheint. Es ist wohl wie bei uns Menschen auch; Generationen können sich richtig gut tun gegenseitig!

Im Moment will das mit dem Morgenposts-Schreiben irgendwie noch nicht so richtig klappen. Spätestens eine halbe Stunde, nachdem mein Kindergartenkind fort ist, wird meine Kleinste wach. Und aus ist’s mit der stillen Zeit. Aber naja. Essen wir eben zusammen Frühstück. Sie am liebsten gebutterten Zwieback und ich ein Gläschen hausgemachten Joghurt, nature, ohne Zucker und gar nix. Seit dieser Woche haben wir wieder eine Joghurtmaschine, so eine Box, die eine eingestellte Temperatur über einen festgelegten Zeitraum hinweg aufrecht erhält und so die idealen Bedingungen schafft, damit die Bakterien ihre Arbeit machen und aus Milch frischen, guten Joghurt machen können. Im Grunde würde es auch im Backofen gehen. Oder sommers in Wolldecken gewickelt an der Wärme (aber im Schatten). Doch dazu konnte ich mich nie aufraffen; mir war das einfach immer zu unsicher.
Vor Jahren brachte ich einmal eine Joghurtmaschine vom Trödler nach Hause, ein uraltes Ding, aber sauber und im Originalkarton aus den 70ern. Ich fand das Ganze richtig toll und fühlte mich als halbe Selbstversorgerin- solange bis das Ding seinen Geist aufgab und der Joghurt nicht mehr fest werden wollte. Nach jahrelangem Zögern -ich mag es einfach gerne schlank, was meinen Besitz an Haushaltsmaschinen angeht- fand ich dann aber: doch, wir brauchen nochmals so ein Teil. Der Berg an Joghurtbecherchen, der jede Woche bei uns in den Abfall wandert, ist einfach zu gross. Und im Gläschen gibt es hier im Dorfladen bloss Schokolade und Mocca, und diese Gläser sind a) ordentlich teuer (aber lecker!) und müssen b) mühsam zur Glassammlung gebracht werden.
So entsteht jetzt Joghurt in der eigenen Küche, und überraschenderweise scheinen ihn alle zu lieben! Die Kinder rühren Ahornsirup, Birnel oder flüssigen Honig darunter, wenn ich Schokojoghurt möchte, rühre ich Zucker und Schokoladenpulver ein. Für meinen in der Schwangerschaft noch empfindlicher gewordenen Magen allerdings lasse ich ihn ungesüsst. Ich habe das Gefühl, es tut mir richtig gut, ein bis drei Gläschen davon über den Tag verteilt zu löffeln. Der Joghurt ist mild, nicht so sauer wie gekaufter, und ich vertrage ihn sogar auf nüchternen Magen wirklich problemlos. Darüber bin ich wahnsinnig froh; zeitweise weiss ich nämlich kaum mehr, was ich essen oder trinken soll, jetzt wo auch noch Sodbrennen langsam dazukommt. Besonders das Trinken stellt ein Problem für mich dar; Wasser verstärkt die Übelkeit, süsse Getränke wiederum übersäuern meinen Magen (byebye geliebter Sirup *snif*), Fruchtsäfte genauso, Tee geht mal, mal geht er nicht, und auch der bittere Kakao, der mich über Monate jeden Morgen begleitet und genährt hat, widersteht mir mehr und mehr. Manchmal mache ich mir einen Smoothie aus dem Obst, das wir gerade zuhause haben und verdünne ihn dann stark. Ein halber Apfel, zwei schrumpelige Orangen, eine Banane und viel Wasser- das mag ich eigentlich ganz gerne. Manchmal kommen Beeren dazu, Früchte aus dem Tiefkühler, denn Orangen und Bananen liegen an sich nicht so oft in der Obstschale.
Ich freue mich jetzt schon auf die Sommer-Obst-Palette, auf Pfirsiche, Aprikosen, Himbeeren und Erdbeeren aus der Region oder auf eiskalte Wassermelonen! Auf Süsses, das meinem Körper wohl tut, anstatt ihn zu belasten.

Bei den herrlichen Haferkekse von den Naturkindern muss ich mich auch gewaltig am Riemen reissen und stark bleiben, was echt schwer ist, denn diese einfachen Plätzchen aus wenigen Zutaten sind einfach unwiderstehlich gut und ratzfatz gemacht, aber eben süss und darum (im Augenblick) eine Herausforderung für meinen Magen. Nicht alle meine Kinder mögen sie, den einen ist der Hafer ein Dorn im Auge, den anderen die gute Buttrigkeit, aber das kümmert mich und den Rest der Familie wenig. So haben wir nämlich mehr davon (bzw hätten in meinem Fall *jammer*). Vorgestern habe ich Kind1 eine kleine Tüte dieser Plätzchen in die Hand gedrückt, als er morgens wie gewohnt auf den Zug sprinten musste. Er kam abends nach Hause und meinte: „Die Kekse, die du mir mitgegeben hast, die waren… richtig gut!“ Das klang zwar fast beleidigend erstaunt, aber mich hat es sehr gefreut; ein Grund mehr, dieses wunderbare Rezept definitiv in die Familiensammlung aufzunehmen. Dankeschön, Caro!

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ein bisschen was

Ich würde haushoch schummeln, würde ich behaupten, es sei eine besonders aktive oder gar produktive Woche gewesen. In Tat und Wahrheit kam mir alles mehr so ein bisschen lahm und träge vor, ich besonders, weil ein neuer Schwall Übelkeit, gepaart mit andauernden leichten Kopfschmerzen und Erschöpfung mich nachhaltig lähmte. Tag für Tag. Ich hätte heulen mögen. Mehr als einmal habe ich das auch getan. Tränen helfen zwar nicht wirklich, aber irgendwie gibt es ja sonst auch kein Ventil für all das Wirrwar in mir drin… Und auch kaum Hilfe von schulmedizinischer Seite her; die Tabletten, die mir meine Frauenärztin verschrieben hatte, waren völlig wirkungslos und nützten genauso wenig wie Ingwer, Kräutertees oder Spagyrik. Bleibt nur noch ein Besuch beim Akupunkteur. Mein allererster überhaupt und ein völliges Novum, was das angeht, denn ich bin wenig experimentierfreudig in medizinischen Dingen und halte mich im Normalfall an Kräuter und die Schulmedizin… Aber hey, es gibt für alles ein erstes Mal. Und wenn Akupunktur nicht hilft, dann hilft anscheinend gar nichts mehr (so meine Gynäkologin), dann bleibt mir nur noch, mich mit der Schwangerschaftsübelkeit, täglichem morgendlichem Erbrechen, mit Kopfschmerz-Phasen und einer minimierten Belastbarkeit abzufinden, die Zähne zusammen zu beissen und durchzuhalten bis Mitte September.
Vier Monate noch.
Aber nun zu schöneren Dingen. Zu Kuchen, Kinderkunst und kleinen Strickfreuden. Immerhin kam ein Kuchen zustande, ein ziemlich hässlicher Kuchen zwar, aber Kuchen nichtsdestotrotz. Ich backe ja kaum noch in letzter Zeit, einerseits, weil mir die Energie dazu meistens fehlt, andererseits auch deshalb, weil ich das Gefühl habe, Zucker, Kaffee und sonderbarerweise auch Blattsalate verschlimmern meine Symptome noch zusätzlich. Also lasse ich sie weg. Die Kinder kriegen meinen Anteil an übriggebliebener Schokohasenschokolade, mein Mann den Kaffee, und die Meerschweinchen dürfen sich am Salat gütlich tun, der gerade in der Kühlschrankschublade vor sich hinwelkt. Wir wollen ja nichts verkommen lassen, oder? *zwinker*

Der grauslig grüne Cake oben, der so richtig schlimm nach verschimmeltem Krümelmonster-Food aussieht, irgendwas zwischen galaktisch und halb kompostiert, war ein Gemeinschaftswerk von meinen drei Mädchen, ihrem Besuch und mir, eine gute Lösung der Fragen „Was sollen wir spielen?“ und „Wohin mit dem Rhabarber?“.
Klar, dass ein Rhabarber-Jogurt-Kuchen daraus wurde. Und dass die Kinder die Schüsseln ausschlecken durften. Weil sich ein paar echte Freaks unter meinen Rabauken befinden, die sich wiederum gerne mit anderen echten Freaks verabreden, kam eine halbe Tube blauer Lebensmittelfarbe in den Teig, was in Kombination mit den grünen Rhabarber-Stückchen richtig schön fies ausschaut.

Die Pandabär-Stoff-Zeichnungen hingegen, die sind hübsch. Richtig hübsch, finde ich, aber ich mag Kinderkunst hald einfach furchtbar gern. Auch hier haben zwei meiner Mädchen zusammen gearbeitet; mein Kindergartenkind hat vorgezeichnet, sich die Stoffbilder-Arrangements ausgedacht und das eine Bild ausgemalt, während meine Kleinste dann auf ihrem eigenen Stückchen weissen Leinen quasi ein Ausmalbild ihrer Schwester einfärben und weiterspinnen durfte. Das alles verlief ganz friedlich und harmonisch, richtig schön schwesterlich und entspannt, die reinste Freude für mein Mutterherz, das sich auch ganz andere Szenen gewöhnt ist.
Mittlerweile sind die Stoffe fertig bemalt und um einiges bunter und knalliger als auf den Fotos. Sobald ich es schaffe, genügend Kraft und Ausdauer zusammen zu kratzen, werde ich mich an den Nähtisch setzen, Kissen-Inlets zuschneiden und kleine, feine Kissenhüllen aus den Bildern machen. Die Mädchen fragen ständig danach, wann denn nun ihre Kissen fertig sein werden, und immer wieder muss ich sie vertrösten…

Auch mit meinem kleinen Babyjäckchen, einer winzigen „Beyond Puerperium Cardigan“ aus dünner braungrauer Bio-Wolle von Rosy Green („Manx Merino Fine“), komme ich nur schleppend voran. Einerseits liegt das wohl am feinen Garn (fingering weight), andererseits aber auch daran, dass ich mich gerade nur selten zum Stricken hinsetze, in dieser eher schwierigen Woche gleich noch weniger als sonst. Kopfschmerzen und Übelkeit vertragen sich einfach nicht mit Stricknadeln, glaube ich. Aber dann und wann, stimmt der Moment. Dann lasse ich mich aufs Sofa plumpsen, ziehe mein Strickzeug hervor und schwelge ein wenig in der Kostbarkeit des Augenblicks. Und wenn ich dann noch erzähle, dass ich es heute sogar geschafft habe, mir aus herrlichem braunen Leinen die Schnittteile für ein „Strata Top“ (von Sew Liberated) zuzuschneiden (bereits mein zweites Shirt nach diesem Muster) dann klingt das doch irgendwie hoffnungsvoll, finde ich. Ich meine; egal wie klein die Schritte sind und ganz gleich, wie lange es dauert, bis ich das nächste Mal ein paar Maschen stricken oder mit meiner Maschine die ersten Nähte steppen kann, es gibt immer ein nächstes Mal, eine nächste Pause, ein nächstes Rendez-vous mit meinem kreativen, hungrigen Selbst. Nur schon der Anblick dieser Projekte, die überall verstreut in meinem Haus herumlungern und geduldig warten, stimmt mich optimistisch und schenkt mir ein wenig Freude, Vorfreude vor allem, und auch die hat ihre Kraft und ihren Zug nach vorn.

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