Archiv der Kategorie: Familienalltag

mit meiner frühlingshellen rosa Brille

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An sich neige ich zum Grübeln und Schwarzsehen. Ich kann nichts dafür, so bin ich nun einmal, und wie alle Dinge im Leben, haben auch diese beiden Eigenschaften zwei Seiten, eine dunkle und eine hellere, da bin ich mir ganz sicher… Im Moment allerdings komm ich weder zum Schwermütigsein noch zum Sorgenmachen, denn meine Tage platzen gerade aus allen Nähten mit ihren normalen Alltagsroutine-Dingen und dem Powerboost an Bewegungsdrang, den die Kinder gerade an den Tag legen. Wir sind fast den ganzen Tag draussen, so oft es nur geht, und da Wald und freies Feld nicht eben um die Ecke liegen, springe ich über meinen Schatten und ziehe mit ihnen los zum Spielplatz oder zum Schulhaus oder in die kleinen Spielpärke der Wohnblocksiedlungen in der Umgebung, etwas, das mir eigentlich ja gar nicht liegt. Spielplätze waren mir immer eher unheimlich. Weil man da so dasteht zwischen lauter Mamis, die man dann doch nicht kennt und sich gleichenteils ausgestellt und nutzlos vorkommt… Aber: Ich wurde echt überrascht diese Woche. Gerade diese Spielplatz-Nachmittage entpuppten sich nämlich als unerwarteter Segen. Und machten irre viel Spass. Und zwar uns allen. Ich traf auf Mütter, die ich eben doch kannte, und einmal auch auf die Schulhausputzfrau, eine Portugiesin mit Wahnsinnstemperament und einer unerschütterlich guten Laune, die hier im Dorf buchstäblich jeden kennt, immerzu fröhlich vor sich hinstrahlt und in alle Richtungen winkt und grüsst und freundliche Worte verteilt, und die Zeit verging wie im Flug, während wir uns austauschten, lachten, den Kindern beim Spielen zusahen… Wenn wir abends (viel zu spät) heimkehrten, waren unsere Wangen gerötet und unser Herz voll von schönen Dingen. Es ist einfach wunderbar, sich im Dorf verankert zu fühlen, die Menschen immer besser kennen zu lernen, so langsam, langsam ein Netzwerk wachsen zu sehen, das einem das Gefühl gibt, sicher und geborgen und irgendwie erwünscht zu sein… Mit meinen kleinen Töchtern gelingt mir das jetzt viel besser als früher mit Kind1, einem klugen, aber damals wilden, kleinen Rabauken, oder auch mit Kind2, der sehr sensibel ist und von Natur aus eher ein Einzelgänger. (Allerdings mag er Menschen. Immer mehr sogar. Und so langsam geht er auch auf andere zu und zeigt seine neugierige Seite und seine Freude am Debattieren und Austauschen. In der Schule zB. sind Vorträge eine echte Leidenschaft von ihm. Er macht sie sogar freiwillig und wirklich mit Begeisterung. Beim letzten Mal ging es um Stalin, und das Thema hat ihn derart fasziniert, dass er nun überlegt, ob er statt Lehrer zu werden, nicht vielleicht lieber doch Geschichte studieren sollte. Von mir aus kann er auch Strassenfeger werden. Hauptsache, er ist glücklich dabei.)
Zuhause bleibt derweil natürlich alles, wirklich alles liegen, denn wenn ich schon einmal zuhause bin, dann ruft entweder der Garten oder die Kinder im Garten, ich hänge draussen die Wäsche an die Sonne oder fege im Sonnenschein die Wege, hauptsächlich deshalb, weil ich keine Lust habe, mich wieder drinnen in der Schummrigkeit zu verkriechen, während der Frühling derart herrlich ist.
Der Frühling, hach ja… So eine schöne, schöne, schöne Zeit. Er verändert wirklich alles, oder? Die Welt, die Natur, das Herz und die Gedanken. Und den Blick auf die Dinge. Mit einer frühlingshellen rosa Brille rumzulaufen, lässt momentan gar keinen Raum mehr für trübe Gedanken, egal welcher Art…

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Manchmal möchte ich Dinge mit-teilen, ohne allzu viel Lebenszeit vor dem Bildschirm verstreichen zu lassen…
Kurz und bündig und spontan. Ohne Umweg direkt aus dem wahren Leben.
Fast wie bei Instagram.

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Ach Gott, der Frühling ist so friedlich! Ich kann mir beim besten Willen gerade keine schönere Jahreszeit denken, und der April ist doch ehrlich ein Wunderwerk; wie alles spriesst und grünt und blüht und gedeiht, so voller Zuversicht und Elan und mit der geballten Kraft des Optimismus.
Eigentlich dürfte es doch immer so bleiben…
Aber dann wiederum habe ich den Herbst ja auch sehr, sehr gern. Und ohne Sommer kein Herbst. Ohne Winter kein Frühling. Wahrscheinlich sind die Dinge, so wie sie sind, genau richtig. Vom einen zum anderen, von Winter zum Frühling in den Sommer bis zum Herbst und weiter im Kreis, und jeder neu gestillte Hunger erfüllt uns von neuem mit Freude und Zufriedenheit. Ob ich ohne die Kargheit und Düsternis des Winters die warmen Tage unter der Frühlingssonne genauso dankbar empfangen und geniessen würde, wage ich nämlich zu bezweifeln…

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Manchmal möchte ich Dinge mit-teilen, ohne allzu viel Lebenszeit vor dem Bildschirm verstreichen zu lassen…
Kurz und bündig und spontan. Ohne Umweg direkt aus dem wahren Leben.
Fast wie bei Instagram.

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Grüsse aus dem Spielchaos!
Vor einer kleinen Umräumaktion sah es hier so aus: unordentlich und äusserst bewohnt- aber ein picobello Haushalt so ganz ohne kindliche Lebenszeichen wäre ja auch nichts für mich… Mittlerweile ist es optisch etwas ruhiger geworden hier in der guten Stube. Dank einem wirklich famosen Geschenk, das Herr Kirschkernzeit zum 3.Geburtstag meiner Kleinsten gezimmert hat und das nun so gut wie die ganze Puppenmütterchenwelt im gelben Kinderzimmer beherbergt…
Aber davon erzähle ich dann ein ander Mal…

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ein Bild erzählt: frischer Wind

Manchmal sagt ein Bild mehr als tausend Worte. Und manchmal hilft ein Bild auch, Worte zu finden, Dinge neu zu sehen, den Moment besser zu erfassen, den Alltag zu ent-wirren, Alltags-Erinnerungen zu schaffen. So wie hier.
Ein Bild erzählt

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“Alli Farbe, wonich gärn ha, hanich gmaaled”, erklärte meine Kleinste, als sie dieses Bild hier mit mir besprach. (“Alle Farben, die ich gern habe, hab ich gemalt.”)
Es ist das allererste Bild, das sie gezielt mit Farbe füllt und ich finde die Ausstrahlung dieser simplen Komposition ungeheuer hübsch. (Mal ganz abgesehen davon, dass sie offensichlich einfach alle Farben mag *zwinker*)
Ich habe ihre Zeichnung in der Küche aufgehängt und eine Vase mit den Zweigen einer geschnittenen Weidenhecke, die ich gestern bei einem Waldspaziergang unter strahlend blauem Frühlingshimmel gesammelt habe, dazugestellt. Die Sonne schien und alle Welt war unterwegs, um soviel Licht und Grün zu tanken wie nur irgend möglich. Abends spannte meine Haut vor lauter ungewohnten Sonnenstrahlen, doch das war mir einerlei, denn dieses Frühlingserwachen tut so unwahrscheinlich gut nach dem langen, harten, verlustreichen Winter, der hinter uns liegt…
Mein Kindergartenkind pickte Federn vom Waldweg, sie rannte voraus und liess ihre langen, glatten Haare flattern. Meine Grosse legte sich flach auf den Boden, schmiegte die Wange an die Erde und schloss versonnen die Augen: “Ich muss einfach Energie tanken”.
Wie recht sie haben. Alle beide. Wir sammeln und trinken uns satt an Licht, Leben, Natur und neu entpupptem Freiheitsgefühl. Und irgendwie erwacht nicht nur das Leben da draussen von neuem, auch in uns spriessen neue Hoffnungen, frisch gewagte Pläne strecken ihre Köpfchen wie Blattknospen an kahlen Zweigen…

Ich habe viel vor die nächsten Tage. Kleinigkeiten nur, wie die Wiedereinführung eines Menuplans oder ein Besuch beim Brockenhaus, um alten Gerümpel loszuwerden. Heute habe ich ein Raumspray gemacht aus Wodka und ätherischen Ölen, denn ich möchte mich vermehrt mit der Kraft der Kräuter (dieses Buch hier ist gerade unterwegs zu mir), mit hausgemachten Pflege- und Haushaltsmittelchen beschäftigen, einfach um die Energie fliessen zu lassen, die viel zu lange gestockt hat, und weil ich spüre, dass ich einen Schritt weitergehen möchte im Thema “grün und einfach leben”.

Ja, grün und hell und leicht- so wünsche ich mir meine Frühlingstage.
Sie haben wunderbar begonnen…

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