Archiv der Kategorie: Dankbarkeit

Woche 2 in acht

1. Wir haben Törtchen gebacken. Einfach so. Ich bin mir nicht mehr sicher, ob es diese oder doch eher letzte Woche war, aber jedenfalls waren ich und meine Kleinste ganz versessen auf den Gedanken an eine kleine, feine Tee-Party. Mit Törtchen. Mit Vanille-Cupcakes und Frischkäse-Himbeer-Topping, um genau zu sein. Obwohl mich die düstere Vorahnung bezüglich verwüsteter Küche und all dem kurz zögern liess, hielten keine zehn Pferde und zurück. Wir zauberten unverdrossen unsere Cupcakes und eine wunderbare, elegant-eklektische Teeparty-Szenerie, die mein kleines Mädchen in hellste Verzückung versetzte. Sie wollte unbedingt das mit Törtchen beladene Tablett zum Tisch tragen. Und alle mussten ihr dabei zuschauen. Ihr grosser Auftritt als Teekränzchen-Gastgeberin war das sozusagen, den sie in vollen Zügen genoss.
Süss.

2. Sonne und Frühling satt begleiteten uns durch die letzten Tage. Wunderbar! Ich muss wohl keinem erklären, wie dringend wir alle das jetzt brauchen, oder? Unser Leben hat sich nicht unbedingt grundlegend geändert, wir sind einfache Leute und lieben unser Zuhause, das kleine Leben in kleinen Kreisen ohne viel Brimborium… aber dennoch kam diese ganze Corona-Welle wie ein Tsunami, der alles irgendwie durcheinander wirbelte. Vor allem die Gefühle und Gedanken. So viel Unsicherheit, Düsternis und Beklemmung liegt in der Luft.
Allein Mutter Natur dreht weiter ihre Runden. Sie lässt sich nicht einsperren, nicht schrecken, nicht bekümmern. Sie setzt alles auf eine Karte und grünt und blüht aus vollen Kräften. Neuanfänge wohin das Auge sieht, vielversprechende Knospen und sonnenhelle Morgen voller Vogelstimmen. Wie eine warme Umarmung von oben, die Trost und Zuversicht schenkt.

3. Weil die Kindergärtnerin meiner Kleinen demnächst Mutter wird, gestalten die Kindergartenkinder in aller Heimlichkeit kleine Stoffstücke, die von einer der Mamas zu einer Patchwork-Decke zusammengenäht werden. Ein allererster Quilt für die allererste Zeit eines allerersten Babys. Wunderschön, nicht? Ein Geschenk über das ich mich auch unglaublich freuen würde.
Meine Kleine hat mit Stoffmalstiften einen ganz schlichten Regenbogen gestaltet. Simpel aber bedeutungsvoll. Sie hat eine Schwäche für Regenbogen. Hatte sie schon immer. Bunt und fröhlich. Genau wie sie.

4. Nebst den Tagen im Garten und den Homeschooling-Morgenstunden bleibt viel Zeit fürs Zusammensein. Aber auch fürs freie Spiel in unserer leider nicht immer besonders ordentlichen Stube, die manchmal aus allen Nähten zu platzen scheint vor lauter Betriebsamkeit und Kram. Nachdem meine Jungens so ziemliche Comic-und-Lego-Burschen waren, zeichnet sich nun mit meinen drei jüngeren Mädchen eine völlig neue Ära ab: alle drei sind klassische Mal-und-Bauklötze-Kinder. Von der niemals verwaisten Puppen-Ecke ganz zu schweigen. Die Welt mag noch so lautstark von geschlechterneutraler Erziehung und all sowas reden; meine Kinder scheint das wenig zu interessieren. Sie wählen, was ihnen entspricht- und greifen dabei völlig unbekümmert mit vollen Händen in die Klisché-Kiste.
Vielleicht wird mein Baby es ja dereinst ganz anders handhaben und mit den grossen Schwestern oder einem kleinen Freund seine Puppe in der Spielküche bekochen. Nun, Puppe oder Spielzeugauto, mir ist alles recht. Was zählt ist die Freude am Spiel. Am Zusammensein und Erproben. Die Freude überhaupt.

5. Ein spontanes Mama-Baby-Portrait von mir und meinem Kleine, genipst von meinem Kindergarten-Mädchen. Wie gross er aussieht. Direkt riesig. Das mit dem Tragen klappt nicht schlecht. Aber auch nicht übermässig gut. Beim letzten Mal habe ich das Tuch an der oberen Kante viel zu stark angezogen -aus Sorge, das Köpfchen könnte beim Schlafen sonst zu wenig geschützt sein. Nun, mein Baby schlief dann zwar gut fixiert auf meinem Rücken, aber er trug noch Stunden danach rote Striemen am Nacken davon, was mir wahnsinnig leid tat und mir das Gefühl gab, eine absolute Fehlbesetzung zu sein in Sachen Sorgfalt und Aufmerksamkeit. Ich meine, welche Mama trägt ihr Kind mit sich herum, ohne zu merken, dass ihr Kleines nicht wohl ist dabei…? Allerdings hat er auch nicht unbedingt geweint. Nicht mal gequengelt. Er schien eigentlich ja ganz zufrieden zu sein. Jedenfalls weiss ich nicht recht, ob ich es überhaupt noch probieren soll. Mit dem Tragen. Irgendwie geht ständig etwas schief dabei…

6. Neue Wollschätze. Wollfreude pur. Zwei mal dicke, rustikale Schurwolle in zweierlei Grüntönen und rosé-sowie muskatfarbenes DK-Garn von Woolentwine. Ich bin so verliebt, so schrecklich, schrecklich vernarrt in diese Neu-Entdeckungen, am liebsten würde ich augenblicklich loslegen und mich von Kopf bis Fuss zustricken damit. Aber Geduld, Geduld. Noch sind andere Projekte auf der Liste. Mit anderen Garnen…

7. Gerade arbeite ich nämlich wie besessen an den Geburtstags-Geschenken für meine Kleine, die schon in gut zwei Wochen 5(!) Jahre alt wird und ungeheuer aufgeregt ist deswegen. Natürlich möchte ich ihr am liebsten die halbe Welt zu Füssen legen, ihr alles Glück der Erde in eine Tüte stecken. Zum Auspacken. Aber ein paar Bücher, ein neues Schleich-Einhorn und handgefärbte Seidentücher in ihren Lieblingsfarben Hellblau und Rosa müssen genügen. Für den Anfang zumindest. Schliesslich gibt es auch noch nigelnagelneue Kleidchen und Tunikas von ihrer reiselustigen Tante direkt aus Australien und ein kleines Blumenkind, das die Oma selbst gemacht hat. Und von mir -so hoffe ich zumindest- eine einfache Garderobe für ihre Lieblingspuppe. Ich denke da an ein schlichtes Jäckchen oder einen Puppenpullover, an Schal und Jupe und Mütze. Gerade habe ich ein winziges Bonnet angestrickt und drücke mir selber die Daumen, dass es auch wirklich passen, vor allem aber rechtzeitig fertig sein wird, bis zum grossen Tag.

8. Heut‘ schlief mein Baby unerwartet viel und unerwartet gut. Nach ehrlich wahnsinnig schwierigen Tagen mit sehr vielen Tränen und noch schwierigeren Nächten, fand die Kinderärztin zu meiner grossen Erleichterung den Grund für sein Unwohlsein; eine Bronchiolitis mit RSV. Daher der anhaltende Husten, sein knisternder Atem und die erschöpfenden Zeiten, in denen er nur aufrecht in meinen Armen ein bisschen schlafen konnte und tagsüber ruhelos und verzweifelt wirkte.
Die Medikamente, die sie uns mitgab, tun Wunder. Endlich finden wir alle wieder den Schlaf, den wir brauchen, was so viele Spannungen löst und unserer Familie richtig gut tut. Mit einem friedlich schlummernden kleinen Jungen im Bett fand ich heute auch unverhofft etwas Zeit, um mit meinen Kindern zu malen und zu basteln; gerade sind wir dabei, ein paar schlichte Notizhefte aus unbemaltem Papier, altem Pappkarton oder recyklierten Zeichnungen und aufgehobenen Prints oder Geschenkpapier zu machen, was eine einfache, aber unglaublich befriedigende und wunderschöne Beschäftigung ist und uns wie gerufen kommt: die Mädchen haben diese Woche haufenweise kleine Mini-Büchlein gefaltet und mit selbst erdichteten Geschichten und kleinen Bildchen gefüllt, allerliebst, richtig zum Schmelzen. Nun müssen grössere Büchlein her. Auch für mich selbst, denn Homeschooling, Menuplan und To-Do–Listen generell sind etwas, das bei mir einfach immer viel zu wenig durchdacht und verbindlich geplant wird. Meistens kritzle ich dies und das auf irgendwelche Zettel, die ich dann sofort wieder verliere, und alles kommt dann mehr so spontan zustande. Das meiste klappt dann tatsächlich gar nicht mal so schlecht, aber ich denke, mit ein bisschen mehr Vorausplanung könnte ich mir einiges an Hektik und Leerläufen ersparen. Mal sehen wie es in Zukunft funktionieren wird. Ausgerüstet mit neuen Notizheften. Ich freu‘ mich schon darauf.

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Verrückt

Verrückt! Ich meine… was gerade geschieht. Mit uns. Um uns herum. Was abläuft und wie und vor allem- wie schnell. Seit gestern nachmittag die Bombe geplatzt ist, mitten in meinen Alltag, in mein relatives Unvorbereitetsein, und mich, ja, ich gebe es zu, in meiner ganzen Naivität erwischte, fühle ich mich merkwürdig schief und zittrig. Es ist so eine Art Mini-Schock. Weil ich nicht damit gerechnet habe, dass meine kleine Welt derart überrumpelt werden könnte von einem Virus, der offensichtlich die Macht hat, ganze Weltlandschaften ins Chaos stürzen. Beim Wort Corona-Virus kamen bisher mehr so Assoziationen wie „weit weg“, „aufgebauscht“, Medienrummel“ und „Massenhysterie“ in mir hoch. Ich war ziemlich sicher, das Ganze wäre nach kurzem, wenn auch heftigem Intermezzo überstanden oder -noch besser- dieser Kelch würde an uns vorübergehen.
Ich war blauäugig und dumm.
Obwohl ich ansonsten eher zu den sorgenvollen Menschen gehöre, die leicht in Panik geraten,  bin ich überrumpelt von der Plötzlichkeit der Dramatik. Das hat sicher auch mit der politischen Taktik der Schweizer Regierung zu tun; die Pressekonferenzen des BAG, die ich mitbekommen habe, waren immer recht… cool. Ich hatte den Eindruck, die Regierung wollte vor allem eins: Ruhe bewahren. Das Thema entschärfen, vielleicht sogar ein bisschen herunter spielen (als das Virus in Italien ankam, fand man das zB. -scheinbar- wenig alarmierend für die Schweiz), die Leute beruhigen. Aber im Hintergrund wurde an Notfallplänen, an Wenn’s und Aber’s gearbeitet, auf Hochtouren gedacht, geplant, vorbereitet.
Eigentlich finde ich das richtig so. Keep calm and carry on.
Aber manches verstehe ich auch nicht. Ich wäre schon froh gewesen um ein bisschen mehr konkrete Vorwarnung zum Beispiel bezüglich des nun definitiven Schulausfalls. Das kam wie eine Bombe
. Auf leisen Sohlen aber mit Rieseneffekt. Knall, Peng. Heute wäre ich der Schweizer Regierung vor allem dankbar um konkretere Angaben, wie genau sie sich das Sozialleben vorstellt in den nächsten Wochen. Sollen die Kinder sich überhaupt noch ab und zu zum Spielen treffen? Darf ich meine Mama noch zum Tee einladen? Was ist noch möglich? Was ein No-Go?
Fragen über Fragen.
Die Antworten sickern langsam und müssen zuerst lange und gründlich durchdacht, hin- und hergewälzt werden. Alles verändert sich. Entwickelt sich. In alle möglichen Richtungen. Abwarten. Geduld haben. Vorbereitet sein.


Auf der anderen Seite fühle ich mich sicher. Und bin wahnsinnig dankbar für dieses Gefühl. Ich habe gesunde Kinder, einen Mann und einen Sohn, die beide von zuhause aus arbeiten können, jetzt in dieser angespannten Situation. Ich habe ein Daheim. Das keiner verlassen muss, wenn er nicht möchte. Ich habe Türen zum Schliessen, Essen, um meine Liebsten satt zu machen, Decken und Kleidung, damit keiner frieren muss, Platz und Liebe zum Verschwenden.
Und wir sind gesund. Das muss ich mir wieder und wieder sagen. Wir sind gesund. Bis auf das Baby, das noch mehr hustet und schnieft und noch immer schlecht schläft, doch Dienstag sehe ich sowieso den Kinderarzt für die Halbjahreskontrolle, und wie gesagt; wir sind gesund. Das können nicht alle von sich sagen, also sollte ich wertschätzend mit diesen Worten umgehen.
Ich sass vor dem Haus, als ich die Neuigkeiten hörte. Meine Tochter kam von der Schule nach Hause und rief schon von weitem: „Vielleicht fällt ab Montag die Schule ganz aus! Sie beraten jetzt darüber im Bundesrat oder wie das heisst. Meine Lehrerin hat das gesagt, sowas hat sie noch nie erlebt…“ Es sprudelte und sprudelte und ich hörte zu mit offenem Mund. Mein allererster Impuls war (ihr dürft ruhig lachen): Ich muss unbedingt einkaufen gehen. *lach* Ausgerechnet! Am Tag zuvor hatte ich im Familien-Chat noch mit Scherzchen über hamsternde Kunden um mich geworfen, und jetzt…? Das mit dem Glashaus und den Steinen sollte ich mir definitiv zu Herzen nehmen.

Gerade räumen wir ein bisschen zuhause auf. Wir richten uns ein, könnte man sagen, ziehen die Decke enger um uns und machen es uns behaglich. Ich kann einen gewissen Kuschelfaktor nicht leugnen im Moment.


Wie meistens, wenn es drunter und drüber geht in meinem Leben, greife ich mir Wolle als Strohhalm. Gerade jetzt dieses wunderbare Altrosa, ein natürlich gefärbtes, achtsam hergestelltes DK-Garn von Woollentwine. Ich musste es einfach anstricken, kaum hielt ich es in den Händen. Und es ist soft, sage ich euch! Soft und leicht wie eine Feder! Ich wünsche mir einen Pullover daraus, einen Federleichtpullover, der wärmt ohne zu erdrücken. Einen sanften Woll-Knuddel sozusagen. Aber weniger in Rosa. Mehr in… Tannengrün vielleicht? Oder in Schokolade? Beides käme mir sehr, sehr gelegen, denn Tannen und Schokolade trösten auch und vermitteln mir ein Gefühl von Geborgenheit und „alles wird gut“.
Weil ich aber noch nicht ganz soweit bin -und Woollentwines Färbertöpfe auch noch nicht, sie ist erst dabei, wieder aufzustocken- habe ich mich anderweitig ein bisschen getröstet. Und selber gefärbt. Wolle gefärbt. Das habe ich noch nie gemacht, jedenfalls nicht im grossen Topf und mit siedendem Wasser und all dem. Doch es hat prima geklappt, richtig hexenhaft kam ich mir vor zwischendurch, wie ich so mit meinem Holzstecken in der dunklen Brühe gerührt und den braunen Blubberblasen beim Aufsteigen zugesehen habe… Drei Babysachen kamen ins eine Bad, ins andere eines meiner älteren Strickprojekte, die helllila „Shalom-„Cardigan, die ich vor 8 Jahren für meinen Kugelbauch gestrickt, nach der Geburt meines Pausbackenkindes aber immer seltener getragen habe. Warum? Ich weiss nicht genau… wegen der Farbe vielleicht? Ich fühle mich nicht pastell. Ich fühle mich erdig und gedeckt und ein bisschen verwunschen. Und mein Körper hat sich verändert. Mein Becken ist breiter, meine ganze Gestalt -bis auf die Hände- irgendwie stämmiger, habe ich den Eindruck.

Heute trage ich meine ehemals zartlila Weste also warm braun und mehrheitlich locker geöffnet über luftigen Kleidern. Ich mag es so, mag sie so, meine gute alte Shalom in ihrem zweiten Leben.
Shalom. Frieden. Auch ein gutes Stichwort. Gerade jetzt.

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lauter gute Dinge

: Lieblingsmagazine, ein kleiner heller Teddy aus meiner Kinderheit bei einer bärenliebenden Mama und ein ganzes Bündelchen schöner Schweizer Kartenprints von einer besonders lieben Leserin am See :

: Filzkunst von Allerleirauh, die vom Frühling erzählt, vom Wachsen und Werden und Mutter Erdes neuem Erwachen. Und mir damit mitten ins Herz trifft mit ihrem feinen Humor, der Wärme echt empfundener kreativen Kraft :

: mein Babyjunge mit seinem skeptischen Blick, den vollen Wangen und seiner ganzen prallen Knuddeligkeit. Wir tragen. Immer. Manchmal auf dem Arm, oft auf der Hüfte, aber immer mehr auch auf dem Rücken, was mal besser klappt, mal weniger, aber Freude ist Freude und ich freu‘ mich wie wild an diesem kleinen Kerl :

: erste Frühlingssträusschen und ein süsser kleiner Liebesbrief, der ganz im Geheimen und mit viel Gekicher und Geheimniskrämerei für mich in der Küche bereit gelegt wird :

: bunte Wesen aus dem fernen Süden Afrikas (hello und *Bussibussi*, PoplapDolls!), die mich zum Lächeln bringen und mir zeigen, wie klein und filigran, vor allem wie lustvoll Hand-Werks-Kunst doch sein kann. Unter dem Organza-Röckchen verbirgt sich ein niedlicher kleiner Po-Spalt (die Kinder kichern hier immer) und ein äusserst diskret platziertes Feigenblatt. Lovelovelovelovelove :

: der schnusige kleine Siebenschläfer aus der Kindergarten-Werkstatt hat hier Haus und Herz im Nu erobert. Mit ein paar Filznadelstichen und wenige Nähten meinerseits zum Extra-Fixieren hält nun auch das Schwänzchen tadellos jedem Spiel, jeder Video-Session stand (Gerade eben wurde -extra für Oma- „Siebenschläfer und KleinPanda ziehen um in eine Weinkiste“ mit meinem Handy aufgenommen) :

: Visible Mending mit Kanta oder Shashiko oder Stick-Yoga oder simplen Steppstichen. Egal wie immer man es nennen möchte. Jedenfalls bleibt die pinke Trainerhose aus der Mottenkiste, die schon meine Grosse vor Jahren getragen und ganz gern gemocht hat, noch ein weiteres Weilchen tragbar und bei Lümmellaune :

:Voilà und *töröööö!*: meine Küche, frisch gestrichen, frisch geordnet, aber sonst nach wie vor belebt und jeden Tag aufs Neue bevölkert und verunstaltet- nur um wieder von neuem in Ordnung gebracht zu werden. Nach dem Kochen ist immer vor dem Kochen. Nach dem Aufräumen vor dem Aufräumen. Wenn sich eine Schlange in den Schwanz beisst, dann im Alltagsleben einer Küche :

: Wollschätze, gesucht und äusserst euphorisch, regelrecht auf Wolke Sieben schwebend gefunden am gestrigen Swissyarn-Festival. Wo ich den herrlichsten aller Sonntage mit meiner Freundin Rita, lauter lieben Frauen, einem ein wenig misslungenen, aber trotzdem irgendwie schönen Stick-Kurs  und gaaaaaaaaanz viel unglaublich softer, bunter, köstlicher Wolle verleben durfte. :

Schön, schöner, am schönsten. Mein Herz ist übervoll von all den wunderbaren Dingen und Momenten, die gerade auf mich hereinprasseln. Die Zeit rennt immerzu. Meistens eine Spur zu schnell und zu vollgepackt mit Aufgaben oder anderen Ablenkungen, um mich hier wirklich fokusiert und regelmässig zu melden. Das fehlt mir. Über alle Massen. Aber es ist wie es ist, und ich bin einfach nur dankbar, war es mir heute vergönnt, ein paar kostbare Minuten damit zu verbringen, die kleinen Wunder und Wunderbarkeiten des Lebens hier festzupinnen. So viel Gutes wartet da draussen. Auf jeden. So viel Schönes steckt schon in unserem Tag. Felsenfest und oft ganz unerwartet. Ich bin dankbar und noch immer übervoll mit der knisternden, freudigen Energie des gestrigen Festival-Tages. Ich lechze danach, neue Wolle anzustricken, mich in meine Erlebnisse und Pläne zu vertiefen oder Lieblingsdinge in Lieblingsecken neu zu ordnen und zu geniessen, was ich habe. Doch das Rad dreht sich, die Zeit beisst sich weiter voran: Jetzt huschhusch in die Küche. Essenmachen. Mittagessen steht an, der Tag nimmt seinen Lauf und ich sause hinterher- tschüss ihr Lieben! Bis bald!

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graubrauner Zwilling

Meine Fotos purzeln hier heute einfach so herein, wie sie aufgenommen wurden; ungefiltert und unbearbeitet. Darum auch ein bisschen verschwommen, unterschiedlich in den Farbtönen, fotografiert in verschiedenen Zimmern an unterschiedlichen Tagen zu anderen Zeiten. Wie das Leben so spielt eben.
Jetzt, da ich dies schreibe, liegen zwei meiner Kinder krank im Bett, eines mit Fieber, das andere einfach unwohl, und ich fühle mich dem Ganzen alles andere als gewachsen. Die unruhigen Nächte laugen mich aus. Das Baby wird süsser und kuscheliger mit jedem Tag, aber gleichzeitig auch anspruchsvoller und mobiler; der Kleine dreht sich nun vom Rücken auf den Bauch, von da aber noch nicht wieder zurück, sprich, sobald ich ihn hinlege, kugelt er auf den Bauch und beginnt verzweifelt mit Ärmchen und Beinchen zu rudern, bis ich ihn wieder auf den Rücken drehe, und das Spiel von Neuem beginnt. Oder bis ich ihn hochhebe, was eigentlich fast immer der Fall ist. Kleine Zappelkinder am Boden liegen lassen, das kann ich nicht. Ich fühle mich erst wohl, wenn er sich auch wohl fühlt. Und er will etwas sehen von der Welt. Das kann ich verstehen. Also trage ich ihn nach wie vor fast die ganze Zeit mit mir herum. Manchmal auf der Hüfte, manchmal -ganz neu!- auf dem Rücken im Tragetuch, so wie es Anna mir in ihrem letzten Kommentar ans Herz gelegt hat. Das funktioniert noch nicht perfekt bisher. Aber immer besser. Ich wollte zuerst ein Foto von meinem kleinen Wollspatz hier einfügen, eines, wo er ganz verdutzt auf meinem Rücken aus seinem blauen Tuch herausguckt und sich die neue Perspektive scheinbar noch ein wenig zusammenpuzzlen muss- aber dann habe ich es bei den drei Bildern oben belassen und mir das Tragefoto für den nächsten Post aufgehoben, der wohl mehr ein Fotopost sein wird, mit lauter netten Neuigkeiten aus den letzten Tagen. Das hier hingegen wird bloss ein Strickpost. Mit Déja-Vu-Effekt, denn praktisch das haargenau gleiche kleine Wolljäckchen habe ich damals schon gestrickt, für meinen frisch geborenen Winzling. Gleiche Wolle (Rosy Green Manx Merino Fine „Norfolk Holz„), gleiches Strickmuster (Beyond Puerperium von Kelly Van Kiekerk), dieselbe Nadelstärke (Nr.3.). Nur die Grösse ist diesmal anders; eigentlich sollte dieses Jäckchen nun von 6 Monaten bis 12 Monaten passen. Doch ich weiss nicht recht… entweder das Jäckchen ist zu knapp oder das Kind zu gross, denn ich merke, dass es langsam unter den Armen zu spannen anfängt. Noch sitzt es wunderbar. Aber nichtmehr lange. Wie schade! Ich mag den Anblick meines Babys in seinem erdbraungrauen Zwilling von Jäckchen, das er schon viel länger trägt als ich es fotografiert habe, und so oft und gerne wie die Fusseln und Pilling-Knöllchen euch verraten. Ich liebe dieses Kindlein. In diesem Jäckchen. In dieser Wolle.
Ich denke genau dieses Gefühl der Freude, der Geborgenheit, des Vertrauens in meine Mütterlichkeit… dieses Gefühl von Allesistgutwieesist… möchte ich mit hinein in diese neue Woche nehmen. Auch mit kranken Kindern und schlechtem Schlaf. Mein Baby in seinen wollenen Hüllen anschauen. Und mich daran erinnern, wie viel wir Mütter doch ausrichten können. Wie viel wir vermögen. Krummes gerade biegen und Verschüttetes wieder bereinigen. „This too shall pass“. Geben wir unser Bestes. Unser ganzes Herz.

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