# 8: Gesmocktes Kleidchen aus “Weekend Sewing” von Heather Ross

“Weekend Sewing” von Heather Ross war eines meiner allerersten richtigen Näh-Bücher, und wahrscheinlich -gleichzeitig mit “Hand-Stitched Felt”- Rekordhalter in Sachen Näh-Inspiration; Da wäre die “Everything Tote” von vor eineinhalb Jahren, drei Paar “Garden Gloves” (Gartenhandschuhe) aus alten T-Shirts vom letzten Jahr, dann dieses bezaubernde Haarband (“Jane’s Head Scarf”) auf Seite 68, weiter die “Huck Finn Pants” meines Mädchens und das kleine, süsse Kimono-Jäckchen (“Lucy’s Kimono”), das ich uns vor bald 4 Jahren ganz kurz vor der Geburt meines Mädchens noch genäht habe, als eines meiner allerallerersten Näh-Projekte überhaupt.

 Jedes dieser Dinge ist mir sehr ans Herz gewachsen. Und wenn ich “Weekend Sewing” durchblättere, dann sehe ich noch eine ganze Reihe Sachen mit dem Zeug zum Lieblings-Stück. Eine ganze Reihe, in der Tat…Die “Summer Blouse” zum Beispiel, eine unheimlich schöne, einfache Tunika mit liebenswerten Details oder den “Kimono Dress” aus fliessender Seide mit diesem breiten, verstärkren Gürtel, der ganz danach aussieht, als könnte er auch Mutterschafts-Pölsterchen an Bauch und Hüften in eine hübsche, weiche Shilouette verwandeln… “Weekend Sewing”? Ich liebe es einfach!
Allerdings… um die Wahrheit zu sagen; Nicht alles ist hier von A bis Z durchdacht. “Lucys Kimono” zum Beispiel versucht, ohne versäuberte Nähte auszukommen, und das finde ich nun nicht unbedingt ideal für Babykleidung, wo ich immer versuche, alles, was fusselt oder kratzt, grosszügig zu umschiffen (Es gab da noch einen anderen, gewichtigeren Instruktions-Fehler in meiner Ausgabe, doch der ist in neueren Auflagen höchst wahrscheinlich behoben, nehme ich mal an). Manches sieht auch sehr viel einfacher aus, als es schlussendlich ist, zumindest empfinde ich das so. Wie die Garten-Handschuhe zum Beispiel, die mir -obwohl ich die Idee einfach grandios finde!- irgendwie nur selten richtig gut passen, oder wie diese ziemlich aufwändigen Schrägband-Henkel bei der “Everything Tote”, wo ich mich ein bisschen frage, ob das nicht auch einfacher ginge.
Tatsächlich scheinen sich auch ein paar richtig fiese Fehler in dieses Buch eingeschlichen zu haben, und ich glaube, es kann nicht schaden, zuerst ein bisschen im Bloggerland zu stöbern, bevor man sich selber ans Werk macht… Inzwischen wurden bereits Fehler-Updates zusammengestellt, sowohl von Heather Ross selber als auch von unseren nähenden Schwestern im Bloggerland (zum Beispiel diese hier), eine ganz feine Sache (danke, Leute!), für die ich wirklich dankbar bin.

Trotzdem stimmt es; Ich liebe dieses Buch. Es gehört zu meinen absoluten Lieblings-Näh-Büchern. Wahrscheinlich auch deshalb, weil ich so viele gute, optimistische Gefühle mit diesem Buch verbinde, Anfangs-Euphorie und diese ganz grosse Lust, es endlich zu wagen, das Nähen und Selbermachen. Ich mag seine Anleitungen und die genialen Skizzen zu jedem Projekt. Und da sind so viele wunderbaren Ideen, derart schön in Szene gesetzt und fotografiert, dass man am liebsten sofort loslegen würde mit nähen und das nächste Wochen-Ende schon sehnlichst herbeisehnt… Meine Wanna-do-Liste wächst auf jeden Fall immer ein Stückchen weiter, wenn ich “Weekend Sewing” wieder zurück ins Regal stelle…
Immerhin; eines dieser Wunsch-Projekte liegt nun vor mir. Fixfertig. Und… nun ja… ich mag es. Wieder so ein Lieblings-Stück…

Der “Smocked Sundress” auf Seite 113 gefiel mir schon immer. Und obwohl dieser Frühling nun nicht gerade mit Höchsttemperaturen oder Sonnenschein beeindrucken könnte, hatte ich plötzlich das bedürfnis nach ein wenig Sommerfrische… Die Kinder scheinen gerade alle gleichzeitig aus ihren Kleidern herauszuwachsen, und mein Mädchen passt kaum noch in ihre Hosen und Kleidchen vom letzten Jahr. Und ausserdem sind da all diese herrlichen Stoffe auf meinem weissen Näh-Sektretär im Wohnzimmer und locken mit wunderschönen Prints und Farben zum Drin-Versinken…


Als meine Jungens sich letzte Woche mit Herrn Kirschkernzeit aufmachten, den Berliner Grossstadt-Djungel zu erforschen, wurde es auf einmal sehr viel stiller hier im Haus. Nicht, dass ich nichts mehr zu tun gehabt hätte, nein, da waren ja immer noch das Babykind und mein Mädchen, das seine Brüder (mitsamt den alltäglichen Kabbeleien) schon ziemlich vermisste. Aber … irgendwie war alles plötzlich viel gelassener, klarer und gemächlicher. Und mit einem Mal öffneten sich einige dieser kreativen Insel-Momente für mich, die Mädchen spielten zu meinen Füssen, ich sass an der Nähmaschine, schneiderte und ratterte in vollem Garacho die Säume hinauf und hinab, vollkommen erfasst vom Näh-Fieber, gleichzeitig euphorisch und entspannt, ganz bei mir, im Hier und Jetzt. Schön. Und so lang schon herbeigesehnt. Nähen mit Baby, mitten am hell-lichten Tag, davon hatte ich die letzten 10 Monate über kaum zu träumen gewagt…
Heraus kam ein luftiges Sommerkleidchen für mein Mädchen, mit gesmockter Brustpartie und einer kontrastierenden, breiten Abschluss-Bordüre und feinen Trägerchen aus demselben Stoff. Den süssen Füchsen-Print mit Wimpelkette und Eichhörnchen (“Woodland Party” aus Bio Baumwolle von Birch Fabrics) haben schon einige von euch bewundert, und mir geht es auch nicht anders, ich glaube, den muss man einfach mögen *zwinker*. Und der kräftige gelb-blaue Blumenprint (“Loulouthi Coreopsis” von Anna Maria Horner) steht so schön im Kontrast zu seiner hellen Luftigkeit. Die angesetzte Bordüre ist -genau wie der Geh-Schlitz darin- zwar nicht ganz Schnittmuster-konform, aber ich mag diesen bunten Farbtupfer ganz gern, muss ich sagen. Ein Hauch von Patchwork…
Das einzige Problem: Mein Mädchen mag ihr neues Kleidchen nicht. Die gesmockte Passe findet sie unerträglich kratzig, wie sie mir recht … ähm … nachdrücklich erklärte. Ausserdem kommt es ihr ein bisschen zu eng vor, dieses Kleid, *hüstel* (Obwohl es natürlich nach allen Seiten hin flattert, aber ihr müsst das verstehen, dieses Kind trägt seit Geburt nur Schlabbersachen. Aus Überzeugung).
Nun, wie dem auch sei. Noch ist nicht aller Tage Abend. Gottlob habe ich ja noch ein kleines Mädchen hier im Haus, eines mit zuckersüssem Babyspeck rundum, dem so ein gesmocktes Kleidchen -mit etwas kürzerem Rocksaum vielleicht- sogar schon recht bald passen könnte. Und es kommt der Juli, die Geburtstags-Saison beginnt. Ich schätze, das Babykind kriegt dann jedes Mal eine Extra-Portion Kuchen.
Damit das mit dem Reinwachsen schneller geht…

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berührt: Vergänglichkeit

“Berührt” heisst für mich;
Einmal pro Woche möchte ich mein Augenmerk auf all die Dinge und Momente richten,
die mich wirklich berühren.
Wo mich etwas  inspiriert, anrührt, wo ich fühle, spüre, zum Denken komme.
Wo sich etwas bewegt, innen im Verborgenen oder ganz greifbar und sichtbar vor meinen Augen.
Mal voller Freude, mal nachdenklich oder sentimental, mal montags, mal sonnabends, wortreich oder stumm…
So wie es im Augenblick gerade richtig scheint.
(Und wer immer mitmachen möchte, ist ganz herzlich eingeladen.)

Ich habe lange überlegt, ob ich diesen Post hier schreiben soll. Es ist ein langer, trauriger, nachdenklicher Post, und traurige Gedanken zu verbreiten, ist eigentlich nicht unbedingt das, was ich mir wünsche für diesen Blog. Aber auf der anderen Seite… das Leben nur zu feiern, als hätte es keine Schattenseiten, kommt mir auch nicht ganz richtig vor…

Normalerweise lese ich keine Zeitung, kommen Nachrichten im  Radio, drehe ich den Ton ab. All das Elend in der Welt quält und verfolgt mich, und ich kann beim besten Willen nicht erkennen, welchen Sinn es haben soll, mich mit erschütternden Geschichten füttern zu lassen… Vielleicht wird es mit der Zeit einfacher, Krieg, Leid und menschliche Abgründe einfach wegzustecken, vielleicht wird die Haut dicker dabei. Aber will ich das überhaupt? Ein dickeres Fell, ein selektiveres Gedächtnis, das alles Schlimme beiseite schiebt, sobald es nichts mehr mit mir selber zu tun hat?
Manchmal. Ja. Doch.
Denn ganz abschotten und schützen kann auch ich mich nicht. Manche Nachrichten dringen trotz allen Selbst-Schutz-Massnahmen bis zu mir hin durch… Zum Beispiel gestern: Soulemamas Freitags-Post hat mich sehr bewegt. Nicht unbedingt ihr Post selbst,  mehr diese so unsagbar traurige Geschichte, die sie erzählt; Eine Frau, mitten im Leben, kreative Seele, Mutter zweier Kinder, Bloggerin, ein Mensch mit Visionen, mit Träumen, voller Lebensdurst und Energie… tot, ganz unerwartet, im Familien-Urlaub ertrunken, der Mann im Meer verschollen und die beiden Kinder Zeugen ihres Todes und Vollwaisen, von einem Moment auf den anderen.
Mir fehlen die Worte.
Das ist einfach nur abgrundtief traurig.
Ich kannte Kathreen Ricketson nicht, nein. Ich habe eines ihrer Quilt-Bücher auf meinem Amazon-Wunschzettel, ja, aber im Grunde hatte ich bis gestern keine Ahnung, dass es sie überhaupt gab… und doch… und doch berührt mich ihr Tod. Er beschäftigt mich.

Ich habe mich oft gefragt, was wohl mit meinem Blog geschieht, wenn ich sterbe. Wird mein Mann ihn für mich beenden? Wird jemand einen abschliessenden Post schreiben, mit Abschiedsworten in meinem Namen? Werden meine Texte und Bilder einfach so verschwinden? Oder bleiben sie irgendwo abgespeichert, vielleicht ausgedruckt, als Buch gebunden konserviert, wie gefangene Erinnerungen, zu denen nun das Gedächtnis fehlt?
Wenn ich auf Kathreens Website klicke, blickt mir ihr Gesicht entgegen und da stehen kraftvolle Worte, die ganz fest damit rechnen, dass es noch ein Morgen für sie gibt. “I am a mother and maker.” Es ist, als würde ich auf einen weit, weit entfernten Stern sehen, der strahlt und funkelt, in Wahrheit aber längst schon verglüht ist…

Es ist so traurig. Alles Sterben, alles Verlöschen. Wir leben in einer so brüchtigen Welt und rechnen doch ganz fest damit, dass das Eis unter unseren Füssen ewig hält… Ich kann es mir nicht vorstellen, wie es ist, zu sterben. Und ich glaube, ich will das auch gar nicht, im Gegenteil, ich will das alles vergessen. Es ist nicht schön, daran erinnert zu werden, dass nichts von dem, was ich bin oder habe, wirklich mir gehört, nichts, wirklich rein gar nichts, auch nicht mein Leben oder das meiner Liebsten, nein, keine einzige, winzige Sekunde davon. Ich bin im Grunde keine Besitzerin, mir wird nichts geschenkt… nur geliehen. Auf Zeit. Und irgendwann… irgendwann wird diese Zeit um sein.

Ich bin Christin, ich glaube nicht daran, dass wir alle Eins sind. Ich glaube an das Individuum und daran, dass jeder Mensch dafür geschaffen ist, die Beziehung zu suchen, zu allem, was ihn umgibt, vor allem zu dem, was lebt, zu Menschen, Tieren (und zu Gott, seinem Schöpfer, zu dem ganz besonders). Aber es ist sonderbar; Obwohl sich unsere Wege nie kreuzten, obwohl uns Welten trennen voneinander und jetzt auch der Tod, fühle ich mich verbunden mit Kathreen. Ich dachte oft an sie in den letzten Stunden. Ich dachte an sie, als ich letzte Nacht erwachte, weil das Babykind unruhig und hungrig an meinem T-Shirt nestelte, ich dachte an sie, morgens, als ich aufstand, und mir bewusst wurde, dass ich einen neuen Tag vor mir hatte, und mein Mann eine Frau, und meine Kinder eine Mama, die lebt und atmet, während es für Kathreen kein Morgen mehr geben wird und ihre Kinder bittere Tränen um sie weinen. Ich dachte an sie, beim Stillen meines Babys oder während ich meinen Kindern beim Essen zusah. Essende Menschen, vor allem Kinder, haben so etwas fast schmerzhaft Menschliches und ganz schrecklich Verletzliches an sich, finde ich, etwas, das mich irgendwo ganz tief im Inneren berührt. Es erinnert mich daran, dass… ganz egal, wie verschieden wir auch sein mögen, ganz egal, was auch immer uns trennt voneinander; In unserem Lachen und in unserem Weinen, in unserem Hunger, unserem Durst, in unserer Erschöpfung und Kraft, im Schmerz und im Glück, in unserem Lieben, Hoffen und Bangen, in all dem sind wir Menschen doch eins irgendwie, verbunden -trotz allem- verbunden in unserem Mensch-Sein… und ganz besonders in unserer Vergänglichkeit.

PS. Die Bilder zu diesem Text stammen übrigens aus dem diesjährigen Kalender von Nikki McClure

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10 Mal

10 Mal geherzt

: Keramik-Funde von einem Streifzug durch eines meiner allerliebsten Trödler-Läden, kleine Kostbarkeiten in den schönsten und sanftesten Tönen, die man sich vorstellen kann und mit Spitzendeckchen-Dekor, wunderbar! :

: Papierschnipsel, wohin das Auge blickt. Im Wohnzimmer, im Kinderzimmer, in der Küche, im Büro… überall. Wirklich. Aber besser Papierschnipsel und ein freier, kreativer Geist als blitzende Propper-Böden und dafür Kreativität in Boxen :

: Frühlings-Floor auf Schritt und Trott. Zum Sich-Satt-Sehen, Satt-Riechen und immer-wieder-von-neuem-Bestaunen. Egal ob Maiglöckchen, Flieder oder Gänseblümchen; Blumen machen mich einfach glücklich… :

: Unterwegs entdeckt; ein Fahrrad-Sitz für Romantiker, mit lauter Papierblumen in zartestem Fondant-Pastell, mutig und versonnen und, ja, ich gebe es zu, schlichtweg zum Verlieben schön :

: Ein Wiedersehen mit meiner Nähmaschine, wo ich mich fühle wie … neu geboren, wie auferstanden aus einem Dornröschenschlaf. Ich hab’ so lange nicht mehr genäht. Und nun… Meine neuen alten Keramik-Teller füllen sich mit Stoffreste-Streifen, während ich jeden Augenblick in mir aufsauge, den ich hier vor einer ratternden Nadel verbringen darf, erschaffend und Stoffstreifen-bildend. Ich mag das. Auch diese sich füllenden Teller. Das hat so was … Lebendiges :

: Kuchen-Essen morgens um halb zehn. Ich allein mit meinem Mädchen und dem Babykind, während der Rest des Hauses ausgeflogen ist. Wir zünden uns pinkgetupfte Kerzen an, legen ein feines Tischtuch auf und spielen, wir hätten Geburtstag. Dazu ein Glas eiskalte Milch und ein bisschen “Die neugierige kleine Hexe” ab CD. Ein guter Morgen … :

: Meine momentane Lieblings-Nische im gelben Zimmer. Nach ein wenig Möbel-Rücken und Tücher-Aufhängen wirkt die Kuschel- und Bastel-Ecke meines Mädchens so schön warm und heimelig, so richtig sonnig. Und Sonne tut gut. Sie schmeichelt der Seele :

: Strick-Schritte mit wunderbarstem Garn und einem Projekt, an dem ich mich jetzt schon freue, während ich mich Stück für Stück voran arbeite. Eine feine Sache, für die ich zutiefst dankbar bin. Denn wann immer ich mich angekettet fühle, müde und ausgelaugt und … irgendwie … naja … unausgefüllt; ein paar Mal tief durchatmen, Masche an Masche reihen, sehen, dass die Dinge vorwärts gehen, immer, auch in Zeiten, in denen alles zu schleichen scheint… das macht Mut :

: Ein frisch geschlüpfter Schmetterlings-Hotel-Besucher, der den Winter bei uns verbracht hat. Ich bin unheimlich beeindruckt und berührt von der fragilen, farbenprächtigen Schönheit dieses kleinen und doch irgendwie so starken Flatterwesens und seiner Geschichte. Vom Ei zur Raupe zum Kokon, wo alles so tot und starr erscheint und man zweifelt, dass hier wirklich noch Leben ist hinter der harten, abgestorbenen Schale. Und dann, das hier; Ein neuer Anfang, so wunderbar und unvorstellbar. Ein Wunder. Immer wieder. (Und “wilde Möhre” kommt wieder auf den Einkaufs-Zettel für den Samenkauf):

: Ein Stückchen Berliner Mauer, von meinen drei Männern mit nach Hause gebracht mit ganz, ganz vielen neuen Eindrücken und Erlebnissen. 3 Tage Abenteuer in Berlin, ganz allein als Männer-Rudel. Currywurst und Berliner Pfannkuchen testen, U-Bahn-Fahren, sich mit dem Bus in der Stadt verirren und gleich zwei Mal an nur einem Tag von Touristen nach dem Weg gefragt werden (“Ich glaub’, wir sehen aus wie echte Berliner”), den Sendeturm fotografieren, die Siegesstautue, überhaupt alles, was vor die Linse kommt, die Sauberkeit der Schweizer Klos zum ersten Mal so richtig zu schätzen wissen, Ausschau halten nach Trödel-Schätzen für Mama und vor allem; all das Unbekannte und Aufregende geniessen, alles, was ist und kommt. Und das in der Fremde. Ein klein wenig beneide ich meine 3 Weltenbummler ja schon, ich die ich es noch knapp vor die eigene Haustür’ schaffe… :

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Eine Frühlings-Girlande (Danke, mein Junge!)

Wo wir gerade von Filz sprachen im vorletzten Post… Es war Kind1, der diese Filz-Girlande hier gemacht hat, handgenäht, hand-appliziert, alles ganz allein, für mich- oder besser gesagt, in meinem Auftrag.
Die Sache ist nämlich die; Ich liebe Wimpelketten. Ich liebe Girlanden, egal welche Art. Ich bin geradezu versessen darauf. Bevor ich zum Bloggen kam, hatte ich davon keine Ahnung, wahrscheinlich deshalb, weil Wimpelketten hier in der Schweiz keine lange Tradition zu haben scheinen, jedenfalls nicht da, wo ich herkomme, aber in in den letzten Jahren schwappten sie wie Entengrütze von Übersee zu uns rüber in dieser schönen, kraft-vollen Welle mit all den anderen DIY-Schätzen, die uns Bloggerinnen heute so begeistern. Na, jedenfalls, seit ich die ersten Bilder von wimpelbehängten Räumen und Regalbretten gesehen habe, ist es um mich geschehen… Ich wünschte, ich hätte Girlanden für jedes Zimmer, für jede Jahreszeit, eine (mindestens) für all die speziellen Tage und Anlässe, die das Jahr für uns bereit hält. Allein… mir fehlen Zeit und Energie, und da gäbe es sowieso noch so viele andere Wünsche und Projekte… *seufz*

In diesem Fall hier hatte ich allerdings Glück. Grosses Glück. Auch Kind1 hat nämlich so seine Wünsche, ein neues, ferngesteuertes Auto zum Beispiel, und auch ihm liegen Steine im Weg, denn er hat zwar Zeit, aber kein Geld, obwohl er schon lange jeden Rappen Taschengeld spart dafür (Kinder-Taschengeld ist eben … Kinder-Taschengeld). Nun, ihm fehlt also das Geld, mir fehlt die Girlande… und das trifft sich eigentlich ganz prima, muss ich sagen.
Klar hätte er auch Garten-Jobs erledigen können oder Arbeiten im Haushalt zusätzlich zu seinen normalen Aufgaben, irgendwelche Extras, die mich entlasten… Aber all das schien mir plötzlich gar nicht mehr so wichtig, als er zu mir kam und fragte, ob es nicht irgendeinen Weg für ihn gäbe, sein Taschengeld aufzubessern. Ich meine; wer will schon ein gejätetes Gemüsebeet, wenn er eine handgemachte Wimpel-Kette haben kann? Und wer will schon Unkraut zupfen, wenn er Wimpelchen nähen dürfte?
Kind1 kriegte also seinen Job: 1 Mal Wimpelkette für Mamas Küchentür.

Und er machte seine Arbeit gut, erstaunlich gut sogar. Die Wimpel schnitt er mit der Schere alle einzeln aus Wollfilz (auch diesmal von Ariadne), und die Farben, die durfte ich auswählen, Grün-Töne, Vergissmeinnicht und etwas Butterblumen-Gelb, weil es eine Frühlings-Girlande werden sollte.
Für die Buchstaben machte Kind1 Papierschablonen, freihand, frisch aus dem Kopf, schnitt sie sich dann aus Filz zurecht und applizierte sie mit 3-fädigem Stickgarn (zeitweise wurde auch 1-fädiges daraus) auf seine grünen, gelben und blauen Wimpel-Dreiecke.
Das alles ging recht… leise vor sich, fast heimlich und meistens spät abends im Halbdunkeln, wenn eigentlich alle Lichter schon gelöscht sein sollten, die Gedanken aber noch nicht zur Ruhe kommen wollten. Nach “Harry Potter” müssen ihm die Abende recht lang vorgekommen sein -ich kann das verstehen- jedenfalls wuchs seine Frühlings-Girlande gleich nach dem letzten Potter-Band ganz besonders rasant…

Und letzte Woche dann wurde sie fertig. Meine neue Wimpelkette in Grün, Blau und Gelb mit der unverkennbaren Handschrift meines bald 11-jährigen Jungen, der manchmal einen kleinen Extra-Schubser braucht, um seine Hände zu benutzen und dabei so viel Schönes damit zustande bringt… Ein echter Schatz, an den ich sofort mein Herz verschenkt hab’, ein richtiges Frühlings-Banner, gerade noch rechtzeitig. Schliesslich ist schon mehr als Halbzeit, der Frühling wird nicht mehr ewig dauern, und -das kennen wir ja- schwupps, schon ist es Sommer. Bleiben nur noch weinge Wochen, um meine neue Girlande zu geniessen…

Andererseits… Eine Sommer-Girlande wär’ auch nicht schlecht, oder? Hmm…
Ich bin mir nicht sicher, ob Kind1 das Geld für sein neues Auto schon beisammen hat… Und selbst wenn; er braucht doch sicher noch Ersatz-Teile…?

Veröffentlicht unter Jahreszeiten, kreativ mit Kindern, Nähen, Zuhause | 7 Kommentare

this moment: Regenbogen

Nach einer Idee von Soulemama: eine Erinnerung, ein Bild, vielleicht nur wenige Worte.
Um Luft zu holen und die Erinnerung zu bewahren.

einfach so
ganz spontan
ein Moment, so
flüchtig, schön und hoffnungs-froh
wie
ein Regenbogen

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