wolligwarme Latzhosen für mein Babykind

„Gestern und vorgestern lag ich mit Fieber im Bett- zum zweiten Mal innerhalb von drei Wochen. Das ist untypisch für mich. Normalerweise haben es Viren und Co. schwer, mich zu erwischen. Doch scheinbar ist mein Körper nicht in seiner Bestform.
Ganz anders meine Seele: es geht mir rundum gut zur Zeit. Ich bin so glücklich mit meinem Baby und unsagbar dankbar für den Frieden der eingezogen ist in unserer Haus. Natürlich gibt es nach wie vor diese kleinen Spannungen zwischen den Geschwistern, Kinderzank und ab und zu schwache Momente aus meiner Richtung. Doch sie kommen und vergehen und an sich fühle ich mich innerlich stark und ausgeruht und dem Leben gewachsen.
Es ist eine schöne Zeit. Eine gute und goldene Zeit.
Obwohl ich adventsmässig vollkommen aus der Reihe tanze hier bei Instagram. Ich habe nämlich weder Adventskranz, noch selbstgebackene Weihnachtskekse vorzuweisen und die Gritibänzen gestern hab ich meinen Zweitgeborenen im Dorfladen kaufen lassen. Ich fühle mich ein wenig schlecht deswegen. Weil ich vieles nicht zustande bringe, was andere aus dem Ärmel schütteln.
Aber dann wieder spüre ich in mich hinein und versuche mir Mut zuzusprechen: Nicht die Dinge, die ich mache, bringen Glück ins Haus. Nicht ein vorzeigbares Haushalt oder ein tadelloses Aussehen.
Was in mir ist, zählt. Was ich ausstrahle und weiterschenken kann. Wenn das Friede und eine gewisse heitere Gelassenheit sein dürfen- für jetzt zumindest, denn ich weiss, diese Momente sind sehr gefährdet und kostbar- dann bin ich mehr als glücklich und dankbar.“

Mein Liebster und die vier jüngeren Kinder sind soeben aus dem Haus und drehen ein paar Runden durch den Wald.
„Ich räume dann mal auf hier“, hab ich zum Abschied gesagt und sogar das Winken ausgelassen, denn es sieht schaurig aus hier, vollkommen zerlumpt und zerbröselt und als hätte eine Horde Kobolde hier gewütet (die wilde Sorte, nicht die heinzelmännerische). Aufräumen wäre wirklich angesagt. Dringendst.
Aber dann fiel mir meine Kamera in die Hände, mit den gut 30 Fotos, die ich noch geknipst hab‘, bevor ich meinen kleinen Babyjungen in seine neue, braune Wollhose gepackt und dem Papa in die Arme gelegt habe. Hübsche Fotos sollte es geben. So ein wenig Instagram-tauglich und erinnerungswürdig, wie man es sich eben wünscht, wenn man etwas, was einem am Herzen liegt und woran man eine ganze Weile lang hart aber herzlich, mit viel Liebe und Fingerarbeit gestrickt hat, für die Ewigkeit festhält.
Leider wurde keines meiner Bilder so richtig… nun ja… schön.
Bis auf mein Küken darauf. Das sieht immer süss aus. Wenn auch so ziemlich müde; mein Kleiner kränkelt seit bald 3 Wochen, ist verschnupft und verhustet und einfach nicht wirklich vital. Aber süss. In meinen bis über beide Ohren verliebten Mama-Augen zumindest.

Nach meinen Tagen im Krankenbett empfing mich unser Zuhause natürlich mit vollen Armen: überall Geschirr, Windeln, die Papierschnipsel plus andere Hinterlassenschaften unserer Schneestern-Scherenschnitt-Session, in der wir gerade steckten, als dieser sonderbare Grippevirus mich wieder am Schlafittchen fasste. Natürlich sollte ich jetzt Besen und Papierkorb fassen, die Ärmel hochrollen und mal wieder herzhaft durchgreifen, aber dieser Blogpost hier fühlt sich schlichtweg dringlicher an für mich.
Ich liebe diesen Ort hier. Eure Kommentare. Den Frieden und die Langsamkeit, diese völlig andere Stimmung, die sich so sehr unterscheidet vom der trubeligen Heiter-Hektik bei Instagram.
Trotzdem zitiere ich ganz oben in diesem Post mich selbst. Mich selbst aus meiner Insta-Ecke. Wo ich irgendwie auch gerne bin. Einfach weil ich so fliessend und einfach zwischendurch hineinflitzen kann, ein paar Worte dalassen und auch ein Bild *knipsknips*- und schon bin ich wieder draussen. In meinem Alltag. Beim Schnupfennasenbaby, meiner Rasselbande und anderen Realitäten.
Es stimmt schon, was ich dort neulich verzapft habe: Ich bin gerade rundum glücklich. All den schnöden Wehwehchen und den blöden Fettnäpfchen, die hald jeder normale Menschentag so für einem bereit hält, zum Trotz. Ich habe mein Kleines im Arm, das beim Grinsen sein süsses Mäulchen von einer Backe zur anderen zieht und wie wild mit Ärmchen und Beinchen zappelt dabei- und bin einfach nur glücklich.
Irgendwie hatte ich nicht damit gerechnet.
Nicht mit so viel innerem Frieden. So viel Liebe. So viel Glück.
Die Schwangerschafts-Monate waren unbeschreiblich. Schlimm. Und schlimmer. Eigentlich am schlimmsten. Ich hatte das Freuen praktisch verlernt in dieser Zeit.
Aber dieses kleine Wesen… ist all das wert. Das Leiden und Hadern und Mich-in-Sorgen-Zerfleischen. Das. Und noch viel mehr. Ich glaube, es gäbe nichts, was ich für mein Babykind nicht tun würde…
Was für ein Segen, dieses Kind.

Ich weiss, dass sich Liebe und Dankbarkeit nicht in Maschen umwandeln lassen. In Küsse und Umarmungen und ganz viel liebe Worte, die ich meinem Jungen mit unglaublich doofer Quietschestimme ins Ohr säusle vielleicht, aber in Strickmaschen? Trotzdem dürft ihr mir glauben, dass genau in diese braune Latzhose hier ein ganzes Herz an Liebe und Freude hineingeflossen sind, Masche für Masche, während ich strickend im Halbdunkeln im Bett sass, ein wenig „Coal Valey Saga“ guckte und mein Baby leise atmend neben mir schlafen hatte. Einen kleinen Schock der Liebe überall in mir, jedes Mal, wenn mein Blick auf seine roten Backen und das immer kahler werdende Flauscheköpfchen mit den dunklen Haaren fiel.
Das klingt alles so kitschig, nicht wahr?
Aber das Leben darf auch mal kitschig sein.
Ich für meinen Teil mochte Kitsch schon immer gern.


Mit der Hose bin ich auch nicht unglücklich. Sie ist gestern fertig geworden. Im Krankenbett konnte ich wunderbar Fäden vernähen und Knöpfe anheften. Jetzt hat mein Kleiner eine wollige Umarmung mehr, die ihn morgens in der Winterfrühkälte auffängt, wenn es so hart ist, das warme Bett zu verlassen. Es freut mich, dass seine Füsschen sich dank ungekrempelten Bündchen gleich ein wenig mitwärmen lassen, bis ich den zweiten Babyfinken auch noch gefunden habe, und dass die Söckchen bei den eng (aber komfortabel!) anliegenden Bündchen so wunderbar am Fuss halten. Auch der Oberkörper bleibt schön warm verpackt, der runde Knubbelbauch anschmiegsam umhüllt, ganz ohne drückende Gummibänder oder Kordelzug.
Hach, ich liebe diese Hose. Das Strickmuster aus dem „Mama-Baby-Strickbuch“ von Ela ist mir dermassen ans Herz gewachsen, ich könnte es endlos stricken und wäre jedes Mal von neuem beseelt. Vom Zauber einer schlichten, warmen Hose, in dem ein Bündelchen Leben steckt.
Das Garn ist -genau wie beim letzten Mal- 150 gr. der wunderbaren „Cotton Merino“ von Drops, die ich einfach immer wieder gern in den Händen habe. Sie kratzt auch ganz, ganz ehrlich kein bisschen auf der Haut. Für die anliegenden Bündchen habe ich mit feineren Nadeln gearbeitet als beim Rest der Hose, also mit Nadelstärke 3.5. Zusätzlich zu den verbesserten Fehlern in der Anleitung habe ich auch hier die Knopflöcher weiter nach aussen verschoben (3 Maschen vom Rand entfernt) und ein bisschen mehr Krausrippen unter und über der Knopflochreihe gestrickt. Hier kann man wunderbar spielen, Reihen ansetzen oder weglassen, ganz wie man möchte.

Es ist schon so, wie ich bei Instagram geschrieben habe: Ich lasse viele meiner Wunsch-Punkte von der To-do-Liste fallen. Weil mir schlichtweg die Zeit fehlt dazu. Oder weil ich es nicht über mich bringe, dieses kleine Kerlchen länger als nötig sich selbst zu überlassen. Ich möchte ihn ganz bewusst begleiten und wahrnehmen. Mit allen Sinnen. Mit übervollem Herzen. Ihn nach Strich und Faden verwöhnen und begluckern.
Natürlich geht stricken daneben nur schwer.
Aber dafür habe ich gleichzeitig einen der schönsten und sinn-vollsten Gründe, um trotzdem zu stricken, dann eben, wenn es passt und gut tut. Für ein Baby zu stricken gehört doch zum Schönsten, was es gibt im Handarbeitskreislauf, oder?

PS. Leider, leider, leider hat genau diese Strickanleitung a) ein paar Fehler (mehr dazu hier) und ist b) sowieso vergriffen, doch ich denke, es gibt bei Ravelry oder Drops bestimmt ähnlich hübsche, einfache Anleitungen zu entdecken. Wenn jemand mir einen Link zu seiner Lieblings-Babyhose hierlassen möchte, wäre ich ganz bestimmt nicht die Einzige, die sich freuen würde…

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dies und das

Kurz vor dem Abendessen, bei dem ich wieder keinen Plan habe, was ich auftischen soll, schleiche ich mich rasch an meinen Laptop. In der Hoffnung, das eine oder andere hier notieren zu können, bevor das Baby erwacht oder die Mädchen sich beim Puppenspielen in die Haare geraten oder mir sonstwie die Zeit davonläuft…
Es fehlt mir so, das Bloggen.
Aber es geht nicht anders. Nicht häufiger. Nicht besser. Es fehlt die Zeit. Zeit für gedankenvolles Schreiben und fürs Sammeln von Bildern. Allein die Vorstellung, mitten im Alltag auf den Auslöser eines Kamera-Knopfes zu drücken, kommt mir unmöglich vor. Jede freie Hand verräumt nämlich bereits eine schmutzige Kaffeetasse. Oder eine saubere Babystrumpfhose. Oder den linken Schuh, zu dem der rechte gerade verschollen ist.
Darum hier, ein bisschen mindless, aber trotzdem… naja… irgendwie gehalt-voll hoffe ich, für mich wenigstens, weil es Erinnerungen sind, die sich hier festpinnen, klein, aber fein, und überhaupt…

1. Die entzückende Bären-Karte hat mir meine Schwester J. zum Geburtstag geschenkt. Zusammen mit einem dicken Packen feinster Confiserie-Pralienen, die allesamt innerhalb drei, maximal vier Tage in meinem gierigen Feinschmecker-Mund verschwunden sind und mir wahnsinnig gut geschmeckt haben. Zusätzlich in der Geschenk-Tüte lagen ausserdem zwei Gutscheine, einer aufregender als der andere: Ich bekomme meine absoluten Traum-Pantoffeln von ihr (Glerups! In Waldgrün! Ich warte nur noch, dass sie wieder an Lager sind) und ein Konzert-Ticket für Elton Johns Abschieds-Tourne im nächsten Herbst. Konzerte gab es viel zu lange keine für mich. In dieser Grössenordnung eigentlich noch überhaupt gar nie. Unglaublich, oder? Ich freue mich wie verrückt! Auf beides, das könnt ihr mir glauben…

2. Mit der Latzhose meines kleinen Wonneproppens bin ich… öhm… nicht wirklich weiter gekommen. Bis zu den Abnahmen für den oberen Teil, den „Latz“ oder wie man das nennen will, und keine Reihe weiter. Dann musste ich aufgeben; „Outlander“, meine aktuelle Netflix-Serie, ist ganz einfach zu spannend, zu ergreifend- und manchmal auch zu brutal zum Stricken. Ich brauche meine Hände für anderes. Für’s Führen der Computermaus nämlich. Weil ich vor-scrollen muss, um zu sehen, welche Szenen mich erwarten und wo genau ich besonders grausame oder haarsträubende Sequenzen überspringen muss. Manchmal lasse ich ganze Episoden aus (zb die letzten zwei, drei der ersten Staffel). Ich muss mich schützen. Warum immer derart viel Blut fliessen und man in Schlafzimmer-Momenten wirklich alles sehen muss, ist mir immer noch ein Rätsel. Es geht auch subtiler, finde ich. Um emotional in eine Geschichte einsteigen zu können, braucht es keine Nahaufnahmen von zu nähenden Wunden, auch keine Detail-Bilder nackter Körper und amouröser Aktivitäten. Aber nun denn, Sex sells, ich weiss. Brutalität anscheinend genauso. Auch wenn ich das alles lieber nicht sehen möchte und die Hälfte des Films verpasse, weil ich tatsächlich nicht hinschaue. Dabei wäre die Geschichte auch ohne absolut mitreissend, mitreissend genug, um mich ihren Bann zu ziehen. Wahrscheinlich liegt es an der Zeitdimension. Vergangenheit. History. Schottland. Highlands. Rau und magisch und mysteriös. Mich fasziniert das einfach.

3. Die Blättergirladen aus Papier war ein Last-Minute-Geschenk meines Paubacken-Kindes. Zu meinem 40sten. Als ihr klar wurde, dass ich Geburtstag hatte, fühlte sie sich plötzlich ganz entsetzlich, weil sie „gar kein Geschenk“ für mich hatte. Also begann sie wie wild zu basteln und schusterte mithilfe unseres allerliebsten Baum-Buches in Windeseile diesen Blätter-Reigen zusammen. Der jetzt an meiner Küchenwand über dem uralten Buffet hängt und mir viel Freude macht. Als einzige Herbst-Deko in diesem Haus müsste sie zwar ja in nächster Zeit abgenommen und durch etwas Winterlich-Weihnachtliches ersetzt werden, aber ich glaube, das ist mir jetzt einfach einerlei; es geht doch nichts über Kinderbasteleien, egal zu welcher Jahreszeit. Und meine Kleine hat sich solche Mühe gegeben…

4. Zwei andere Geburtstags-Geschenke meiner Kinder seht ihr auf dem drittletzten Foto: die kleine Holzschatulle mit dem aufgenadelten Filzbild hat mir meine Grosse mit ihrem Taschengeld am hiesigen Handwerks-Markt gekauft, den süssen Töpfer-Kürbis mit dem winzigen Halloween-Anhängerchen, der gleich rechts davon steht, Kind2.
Das Taschengeld unserer Kinder ist eher knapp bemessen. Oder „vernünftig“, wie der Herr Kirschkernzeit sagt. Da wir aber immer gut eingedeckt sind mit Donald Ducks Comics und Süssigkeiten, besteht wenig Bedarf an Kiosk-Verzweiflungskäufen, so dass alles Geld Monat für Monat ihre Sparbüchsen füttert und dann irgendwann im Laufe des Jahres für „etwas Besonderes“ ausgegeben wird. Dass mein Junge und mein Mädchen fanden, mein Geburtstag sei definitiv so etwas „Besonderes“, finde ich ungemein süss von ihnen. Natürlich stehen Schatulle und Kürbis nun zwischen lauter anderen Lieblingsstücken von mir, wie den schönen Bechern aus der Töpferei von Danciceramics, die Danijela diesen Herbst für mich gemacht hat. Es tut mir gut, diese Dinge in meiner Nähe zu haben.

5. Wie gesagt; zum Handarbeiten komme ich so gut wie gar nicht. Mein Babykind mag nicht alleine sein und gibt mir klar zu verstehen, dass er sich auf meinem Arm einfach am wohlsten fühlt. Nickerchen sind auch nicht unbedingt so seins, aber ab und zu übermannt ihn die Müdigkeit trotzdem, und wenn ich Glück habe, bleibt das ein paar Minuten so. In der Hoffnung diese kostbaren Momente zwar vielleicht nicht strickend, aber trotzdem irgendwie kreativ und sinnvoll zu verbringen, habe ich mir neulich ein Set Filz-Nadeln bestellt, weniger um selber mit dem Filzen anzufangen, sondern vielmehr weil all unsere Filztierchen und gefilzten Zwerge und Blumenkinder bereits sichtbar zerliebt und entsprechend zerzaust aussehen. Der eine oder andere kleine Zwerg musste sogar schon seinen Bart lassen.
Das Reparieren ging erstaunlich fix und machte irrsinnig viel Spass! Und ich liebe ja Filz. Und Wolle. Und all das. Irgendwie würde es mich schon auch reizen, einmal ein bisschen mehr mit so einer Nadel und Märchenwolle anzustellen, als bloss abfallende Eichhörnchen-Schwänzchen oder graue Zwergenbärte wieder am richtigen Ort zu befestigen…

6. Von meiner Grosstante, einem liebenswerten, alten Fraueli aus der Innerschweiz, habe ich zur Geburt meines Kleinen eine ganz besonders liebe Karte und einen grosszügigen Batzen geschenkt bekommen. Ich fand das schön. So speziell und bewegend. Ich meine, diese Frau ist Witwe und lebt wirklich bescheiden mit ihrer kleinen Rente…
Bisher habe ich Geldgeschenke zur Geburt eines Kindes meistens auf ihr persönliches Sparkonto gegeben. Einfach, weil ich es ihnen nicht… so quasi „wegnehmen“ wollte, um etwas zu kaufen, das sie nicht selber auswählen konnten. Es kam mir einfach richtig vor so. Aber diesmal empfand ich ganz anders; ich wollte das Geld meiner Grosstante unbedingt und möglichst bald für etwas verwenden, das mein Junge sehen und anfassen und lieb gewinnen kann. Als Andenken. Um nicht zu vergessen. Den Faden in der Hand zu behalten, der zurück zu meinen Wurzeln führt, denn diese alte Dame bildet das allerletzte noch lebende Glied meiner väterlichen Vorfahren.
Lange habe ich überlegt. Mit meiner Freundin Rita via Whattsapp Ideen hin- und hergeschickt. Und bin dann zum Schluss auf diese wunderschönen Dinge gestossen: Eine Box Grimms Bauklötze in den herrlichsten Regenbogen-Farben und dieses wunderschöne Holzklötzchen-Puzzle von Atelier Fischer. Das Würfel-Puzzle mit den Tierkinder-Motiven musste unbedingt sein. Ich habe nämlich genau dieses Puzzle von meiner Patin geschenkt bekommen, als ich zum ersten Mal Mutter wurde und mich mit Kind1 an einen völlig neuen Lebensabschnitt herantasten musste. Wie oft wir damit gespielt haben… Wie viele Puzzle-Bilder gelegt wurden, wie viele Türmchen gebaut… So oft und so viel, dass die Bilder des ersten Puzzles bereits bis fast zur Unkenntlichkeit abgeschabt sind und nicht mehr viel hermachen.
Mit diesem neuen, alten Set mache ich mir selber wohl genauso viel Freude wie meinem Kleinen…

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Für mein Herbstbaby: Stulpen und Handschuhe mit Kordel

Betrachtet man die… ähm… „Vielfalt“ meiner Blogposts in letzter Zeit, dann könnte man glatt glauben, ich würde nur noch stricken und dabei ein süss schlafendes Babykind neben mir liegen haben. Wie so oft im www.: der Schein trügt! Und zwar gewaltig.
Mein Babykind schläft zwar tatsächlich ab und zu, und süss (braucht man da noch Schokolade?) ist er auch, keine Frage. Aber stricken? Mit ihm?
Ich schaffe es kaum einmal, meine Nadeln auch nur anzusehen. Tagsüber gibt es natürlich hunderttausend andere Dinge, dringlichere Dinge, die unbedingt und sofort noch rasch erledigt werden sollten, bevor mein Knubbel wieder aufwacht. Was 5 Sekunden dauern kann oder auch 40 Minuten, je nachdem, wir lassen uns überraschen und nehmen alles, denn wie gesagt- süss ist er ja, der Kleine… Abends wird es oft lange nicht still. Das Baby braucht meistens meine Nähe, meinen Arm, meine Brust, um sich so richtig tief in den Nachtschlaf gleiten zu lassen, was bedeutet: Netflix ja (mit Kopfhörern!), Stricken nein.
Für schwierigere Muster wäre mein Kopf aber ohnehin zu blöd. In Babyzeiten wächst mein Herz, ich fühle mit allen mit und weine in jeder Folge „Coal Valley Saga“ sentimentale Tränchen an den abgedroschendsten Stellen, aber meinem Hirn tut Stillen und rare Pausen ganz und gar nicht gut. Neulich kam meine Viertklässlerin mit einer Mathe-Aufgabe zu mir und ich konnte ihr beim besten Willen nicht helfen. Viertklass-Stoff, du lieber Himmel!


Glatt rechte und simple linke Maschen gehen aber gerade noch. Dieses schlichte Set aus Babystulpen und einfachen Handschuhen aus dem „Mama-Baby-Strickbuch“ von Gabriela Widmer-Hanke waren also genau mein Ding, dank einer raffinierten, aber völlig problemlosen Konstruktion und einem Perl- bzw. krausen Muster aus rechten und linken Maschen. Ich finde die Details besonders süss: die Knöpfchen an den Stulpen mit ihrer falschen Knopfleiste zum Beispiel. Ein nettes Supplement, oder?
Man kann sie allerdings nicht öffnen, was ein bisschen schade ist, denn ich ziehe Babystulpen, wenn ich mit dem Kind nach draussen gehe, oftmals über mehrere Schichten an Kleidung an -Strumpfhosen, Wollhosen, Socken, Pantöffelchen- und da ist es angenehm, wenn man einen Kopf lösen kann, sobald es zu üppig wird mit den Lagen.
Aber auch so sind diese Stulpen sehr, sehr elastisch und passen bisher recht gut. In der grösseren Grösse würden sie noch viel besser passen, denke ich. Wahrscheinlich gibt es für Herbst- oder Winterbabies keinen Grund, die Winzling-Version zu stricken; Stulpen halten sowieso, es sei denn, sie sind wirklich viel zu gross geraten. Ich plane darum noch so ein Paar, diesmal aber mit ein paar Maschen mehr auf den Nadeln als das Strickmuster verlangt, um bis zum nächsten Frühjahr, über die Runden zu kommen damit. Das erste Paar hier, das werde ich dann selber anziehen, sobald mein Baby definitiv heraus gewachsen ist. Als Pulswärmer passen sie nämlich ausgezeichnet um meine Handgelenke. Und sie sehen fabelhaft aus in dieser Funktion. Dank der weichen Wolle (30gr „Big Merino Hug“ in der Farbe „Holz“ von Rosy Green, verstrickt mit Nadelstärke 4.5) fühlen sie sich auch auf sensibleren Hautregionen angenehm an.

Die Baby-Fäustlinge finde ich ebenfalls richtig niedlich. Schlicht und funktional. Und dank der Kordel mit Knöpfen, die diesmal ihre Funktion auch erfüllen, erhält dieses absolut anfängertaugliche Projekt quasi ein kleines Extra an Funktionalität und Charme.
Ich habe mein Paar hier mit einem Rest „Big Merino Hug Kaffeebohne“ von meinem über alles geliebten „Homestead“-Schaltuch gestrickt, das ich jeden Morgen trage, wenn ich mein Kindergartenkind auf dem Weg begleite. Ich kann diese Wolle gar nicht genug loben. Sie ist so weich und schön und schlicht. Und dabei bio und fairtrade und überhaupt ganz wunderbar. Einzig die Nadelstärke würde ich bei diesem Projekt hier beim nächsten Mal verändern: ich habe wieder mit Nadeln 4.5 gestrickt, aber die Handschuhe sind mir nun fast ein bisschen zu elastisch so. Und Handschuhe sollen ja vor allem wärmen und gegen den Wind abdämmen, also möglichst satt gestrickt werden, damit sich die Löcher der Maschen soweit wie möglich schliessen. Nadelstärke 4 also. Beim nächsten Mal. Ein Versuch ist es wert.

So. Nach diesen beiden gestrickten Kleinigkeiten krieche ich nun weiter in meinem Strick-Schneckentempo. Seit einiger Zeit schon arbeite ich an einer zweiten Baby-Latzhose für meinen kleinen, rasant grösser werdenden Jungen. Die Zeit rast und mein Babykind wächst Stück für Stück aus seinen Sachen heraus. Wenn ich mich ranhalte, könnte ich es vielleicht noch schaffen, mit dieser braunen Hose fertig zu werden, bevor die Nähte krachen oder bereits wieder dünne Sommersachen angesagt sindd. Ich rechne mit allem irgendwie, denn Babytage sind unüberschaubar und bergen viele Überraschungen. Schnupfennasen zum Beispiel. Oder plötzliches Zahnen. Bauchwehphasen. Was auch immer: Ich gebe mein Bestes. Stricken in Etappen und mit ganz vielen Pausen dazwischen. Wolle ist ja gottseidank gnädig. Im Notfall trägt mein Baby eben slimfit…

 

 

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Lebenszeichen

Nach 12 Tagen Stille kam mir kein anderer Titel in den Sinn als der :“Lebenszeichen“.
Ja, ich lebe noch. Sehr gut sogar, recht glücklich, erstaunlich kräftig und ausgeglichen im Moment, was allerdings ein fliessender Zustand ist, der sich innerhalb von Minuten verändern und ins genaue Gegenteil verwandeln kann. Mein Schlaf bleibt perforiert, grauenhaft zugerichtet von gleich mehreren kleinen Menschen, die keine Nacht ohne ihre Mama sein können und jedes Mal nach meiner Hand greifen (also sinnbildlich gesprochen, aber eigentlich auch ganz buchstäblich), um wieder und wieder in den Schlaf zurück zu finden. Trotzdem fühle ich mich verankert. Wahrscheinlich weil der Haussegen gerade so schön ausbalanciert ist. Geradegerückt nach viel zu vielen Wochen des Sich-Verschiebens und Sich-neu-Einfindens. Mit einem Baby müssen Opfer gebracht werden. Nicht nur von mir, auch von den Kindern, meinem Mann, von allen. Es gibt nicht mehr so viel Zeit zum Vorlesen oder Erzählen und Zuhören. Und gekuschelt wird leider auch vor allem mit dem bedürftigen kleinen Wesen in unserer Mitte. Weil alle nervös werden, wenn er weint. Weil niemand es übers Herz bringt, ihm nicht zu geben, was er braucht. Tag oder Nacht, Essenszeit oder nicht. Ich bin erstaunt, wie nahtlos sich der Reigen um dieses Kind geschlossen hat: Jeder scheint ihn zu lieben. Vom Grössten bis zur Kleinsten. So oft wurde bisher keines meiner Babies von seinen Geschwistern auf den Arm genommen, geknuddelt, gehütet, wenn ich rasch unter die Dusche möchte, sogar gewickelt von A bis Z (und das ausgerechnet von meiner Jüngsten, die das ganz fabelhaft macht, mit grossem Ernst und leisem Stolz). Einen verwöhnten kleinen Jungen haben wir hier. Aber verwöhnt auf eine gute, gesunde, stark machende Art und Weise.
Spannend finde ich, dass mir genau diese Geschwisterliebe sehr viel Kraft und Luft schenkt. Ich habe nicht das Gefühl ganz alleine dazustehen. Da sind andere, die mittragen. Ein kleines bisschen zumindest. So werden die hektischen Spitzen entschärft, beim Mittagessen zum Beispiel, wo es wirklich wahnsinnig turbulent, laut und intensiv wird, weil alle reinplatzen wie Wasserbomben, randvoll mit den Emotionen und Geschichten ihres Schulmorgens und der eigene Hunger mich fahrig werden lässt und nervös. Dann bin ich dankbar, wenn mein Ältester mir das Baby abnimmt und es auf seinem Schoss schaukelt, bis ich allen ihre Teller gefüllt und den Jüngeren ihr Essen klein geschnitten habe. Ich bin dankbar, wenn alle ein wenig auf einander achtgeben. Dankbar auch, weil genau das für mich nicht selbstverständlich ist, obwohl viele glaube, in Grossfamilien würden die Kinder aus eigenem Antrieb mithelfen und freudig in die Bresche springen, wo immer sie gebraucht werden. Ich wünschte, es wäre so. Es würde mich stolz machen und wirklich glücklich, aber die Realität sieht anders aus, leider. Auch hier müssen Ämtlilisten wieder und wieder diskutiert, Arbeiten kontrolliert, Aufforderungen und Bitten wiederholt werden, wenn ich möchte, dass es einigermassen funktioniert in diesem ohnehin schon eher chaotischen, lebhaften Haushalt voller grosser und kleiner Menschen. Wir reden unglaublich viel. Die ganze Zeit über. Den lieben, langen Tag. Über unsere Träume und Wünsche, wie blöd das Fussballspiel in der grossen Pause war, und wieso die Meerschweinchen plötzlich nicht mehr pfeifen, wenn wir in den Garten kommen (ja, wieso eigentlich?). Auch das Thema „Miteinander“ und „Familie-Sein“ kommt immer wieder zur Sprache. Das Leben wird einfach unsagbar viel schöner, wärmer, leichter, wenn wir uns gegenseitig die Hände reichen, mithelfen, unterstützen, weiter denken, als nur bis zu unserer eigenen Nasenspitze. Wie viel von meinen Worten hängenbleibt in den Gedanken und Herzen meiner Kinder, weiss ich nicht. Zeitweise habe ich das Gefühl, es ist nicht sonderlich viel. Doch dann wieder überraschen sie mich. Mit einer schön aufgeräumten Eingangs-Nische. Mit spontaner Hausaufgaben-Hilfe bei der jüngeren Schwester. Ein Bruder legt dem anderen den Arm um die Schulter, jemand bringt vom Geburtstags-Znüni in der Schule ein extra aufgehobenes Stück Kuchen mit nach Hause um es mit den anderen zu teilen.
Es sind nur kleine Dinge. Gesten, die rasch übersehen werden können.
Ich versuche, sie zu sehen, bevor sie verpuffen.
Und dankbar zu sein. Es nicht nur zu fühlen, es auch zu zeigen.

Dankbar bin ich auch für anderes. Für Dinge und Momente, die das Leben mir zuspült. Besonders schöne Muscheln zu meinen Füssen.


Für das improvisierte Angelspiel aus meinen Kühlschrankmagneten mit den aufgeklebten Fischstickern, die mein Pausbackenkind irgendwo im Plunder ausgegraben und zu angelbaren „Fischen“ umfunktioniert hat, indem sie an einen Stecken vom Garten ein anderes Magnet angebunden hat. Ich mag es, wenn Leute eigene Ideen haben. Ich mag es, wenn sie den Aufwand nicht scheuen, ihre Gedanken greifbar und real werden zu lassen.


Für dieses Foto, das meine Grosse geknipst hat. Eine Art Selbstportrait soll es wohl sein: Sie und ihre Meerschweinchen. Bei einer Kuschelrund draussen im Männchen-Gehege. Wenn genügend Leckerli in ihren Taschen stecken, sind alle nur zu gern mit von der Partie und jeder möchte der Erste sein, der auf ihren Schoss klettern darf.

Mit diesen drei fantastischen Strangen handgefärbter Wolle hat mit Angelika aus Österreich auch eine ganz, ganz grosse Freude gemacht! Mein Herz schlägt für Garne. Ob Seide, Merino, Yak oder Kaschmir- ich liebe sie alle. Und Handgemachtes mag ich besonders gerne. Handgesponnen, Handgefärbt, wie auch immer. Diese drei Schätzchen hier wirken gerade ganz besonders verlockend…

Und auch dieses Garn hier möchte ich nur zu gerne anstricken: Alpaca aus der Schweiz. Hier gewachsen, hier versponne, hier gefärbt, hier entdeckt und gekauft. Auch wenn diese grünen Knäuelchen eher zu den kostspieligeren Stücken in meinem Wollregal gehören; ich gönne sie mir gerne. Einer grossen Leidenschaft ein Stück weit nachzugeben, sie zu geniessen, ohne Gewissensbisse und einfach nur so: das tut wahnsinnig gut!

Und dann er.
In seinem wunderwunderschönen Gwändli, das ihm Ritamithandundherz so kunst- und liebevoll gestrickt hat! Ich kann mich kaum sattsehen. Nicht genug halten und knuddeln und spüren und schnuppern. Babyspeck. Babyduft. So ein kleines, weiches, angenehm schweres Etwas, das stampelt und lacht und weint und mit grossen Augen alles in sich aufsaugt. Ich sehe ihn so gerne rundum in Wolle gehüllt. Das wirkt warm und kuschelig und gut und ein bisschen wie eine schützende Umarmung.

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