vom Krankenbett

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Ein Blick auf mein Krankenlager, auf Wolle, Strickzeug und ein Tagebuch, in dem ich vor allem die Momente festhalten will, die mir gut tun, mich freuen, mir mehr zeigen von meiner… allertiefsten und persönlichsten Ur-Vision eines “glücklichen” Lebens. Ich tue mich ja häufig schwer mit so wichtigen Dingen wie Dankbarkeit, Gelassenheit oder Vergnügtsein, darum wühle ich gerade ein bisschen in diesen Themen und nagle mich selber mit kleinen Fingerzeigen daran fest: “Schau mal, Bora, hier warst/ bist du doch wirklich gesegnet, oder?”
In der Tat fühle ich mich sehr gesegnet und dankbar in dieser Krankheitsphase gerade: Ich habe wahnsinnig viel Unterstützung erfahren dürfen und konnte liegen, schlafen, mich ausruhen, soviel wie ich es wollte und brauchte. Es ist schön, mich einmal nicht kümmern zu müssen, sondern einfach… Körper und Seele baumeln zu lassen. Auch wenn ich mir ein bisschen schäbig vorkomme, weil andere die ganze Arbeit für mich erledigen, und ich, während die Kinder zB. bei Oma sind, doch so viel Zeit und Musse hätte für eine Runde Saubermachen…
Aber nein. Nein. Ich bleibe liegen. Nachdem ich bereits vier meiner Kinder durch diese Magendarmgeschichte begleitet habe, weiss ich mittlerweile, wie tückisch dieser Virus (?) ist. Er hat so seine Fata Morgana-Momente, in denen man sich weitaus gesunder und vitaler fühlt, als man es tatsächlich ist und jede Aktion dann doppelt büssen muss, mit Bauchweh und neuem Fieber und allem. Manchmal muss der Verstand sein Veto einlegen.

So aber, entspannt auf dem Sofa oder im Bett, ein Hörbuch am Laufen (das hier gerade, ist absolut toll gelesen!) und mit ganz viel Zeit zum Denken oder auch mal einfach Nicht-Denken… so ist mir das Kranksein, oder vielmehr, das langsame Genesen… eigentlich gar nicht mal so unwillkommen…
Auf Kaffee und Essen, das kein Zwieback ist, freue ich mich aber trotzdem!

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zugeflogen

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Ich hatte natürlich unrecht: Die Grippe ist noch nicht vorbei. Ich hätte gestern wohl doch keine Meerschweinchenställe ausmisten sollen…
Aber diesmal, habe ich mir geschworen, diesmal werde ich auch wirklich liegenbleiben, und den Tag r-u-h-i-g angehen, was mir unheimlich schwerfällt, wenn ich den vernachlässigten Haushalt so ansehe *schluck*
Mein Trost: Der Frühling ist zurückgekehrt! Und mit ihm Sonne und Wärme und Bienen und Falter. Neu haben wir hier auch eine Pandabiene, ein ziemlich seltenes, schwarzweisses Exemplar der behaarten Säugerinstekten, von deren Existenz bisher wohl keiner etwas ahnte- bis auf meine Kleine, die diesbezüglich schon länger ihre Ahnungen hatte.
Ein besonders hübsches Detail dieser Spezies: Blumenkränzchen (mit echten, eigens dafür gepressten Blütenblättchen! *schmelz*) und knuffige, kleine, nicht allzu bunte Flügelchen. Gerne steckt sie sich auch ein Zweiglein frische Wiesenblumen in den Pelz.
Die Pandabiene ist, wie der Name irgendwie schon suggeriert, ein sehr friedfertiges Wesen und, da stachellos, eigentlich sogar eine wirkliche Pazifistin. Ein echtes Blumenkind eben.

Ich muss zugeben; Hättte meine Kleine mich nicht praktisch mit der Nase auf dieses doch äusserst interessante Objekt gestossen, ich hätte es glatt übersehen. Aber dafür hat man ja Kinder, nicht? Man lernt immer wieder dazu…

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Manchmal möchte ich Dinge mit-teilen, ohne allzu viel Lebenszeit vor dem Bildschirm verstreichen zu lassen…
Kurz und bündig und spontan. Ohne Umweg direkt aus dem wahren Leben.
Fast wie bei Instagram.

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Winterweisse Grüsse nach zwei Tagen Grippenbettlägrigkeit: Mich hat’s nun tatsächlich auch noch erwischt, und unseren Garten auch. Viren und Schnee kommen nunmal gerne zu zwein, wie mir scheint. Andererseits habe ich genau dieses Schneegestöber hier gar nicht richtig mitbekommen, weil ich genau dann, als der Winter es nochmals besonders ernst meinte, im Bett lag und mich gesundschlief (dank meiner Mama, sie hat alles bestens gewuppt hier ohne mich!). Anvisiert und angeknipst hat all das Geflocke schliesslich eines meiner Knöpfe, und ich bin ganz froh darüber: Dieses Foto hier soll mich von nun an daran erinnern, dass man mitten im April wohl besser noch kein Gemüse setzten und sich auch sonst noch nicht allzu sehr auf den Frühling verlassen sollte…

Allerdings: Heute war es schon wieder angenehm warm. Zumindest an der Sonne. Der Schnee ist längst von gestern (genau wie meine Grippe), die Meerschweinchen futtern bereits wieder das nachwachsende Gras und sowohl Salat als auch Kohlrabi (und was immer der Gemahl sonst noch eingepflanzt hat) scheint den Frost (bisher) ohne grossen Schaden überstanden zu haben. Übel sieht allerdings das Hortensienbeet aus, was mich überrascht und auch recht betroffen macht. Hortensien gehören nämlich -nebst dem Flieder- zu meinen Lieblingssträuchern…

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Die Weste “Evelina”

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Nach gut zwei Wochen herrlichsten Frühlingssonnenwetters hat der Winter noch ein kleines Stelldichein hier verabredet, bevor er uns endgültig verlässt für diese Saison: Es ist ausgerechnet über Ostern so kalt und windig geworden, dass es heute sogar geschneit hat. So schön die ersten warmen Tage auch waren, jetzt zeigt sich die Kehrseite des sonnigen Aprils, denn ich bange um unsere Kirschblüten und die ersten Gartensetzlinge, zu denen der Herr Kirschkernzeit sich trotz Eisheiligen und wider besseren Wissens hat hinreissen lassen… All unsere Beerenbüsche, sogar der Flieder hat erste Blütenstände, ganz knapp vor der Blüte, und es wäre ein Jammer, wenn die ganze Frühlingsblütenpracht noch eingehen würde, nach einem derart schönen Auftakt.
Immerhin; Es fühlt sich irgendwie doch natürlicher an, bei tieferen Temperaturen mein Strickzeug zur Hand zu nehmen als bei fast 20 Grad, die einem den Sommer schon hautnah erahnen lassen. Das dunkelblaue “Annabel Babe”-Jäckchen für meine Kleinste ist vorgestern fertig geworden, bereit für weitere klamme Zeiten, nur die Knöpfchen fehlen noch.
Und dann diese Weste hier!

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Ich muss gestehen, ich bin gar nicht mal so unglücklich, dass es der Frühling nun doch noch ein wenig langsamer angehen lässt, so kann meine Zweitjüngste ihre neue, pinkfarbene Wollweste noch geniessen, bevor sie allzu sehr ins Schwitzen kommt darunter.
Die Wolle wurde von einer alten Dame aus der Region von Hand gesponnen und von Hand gefärbt und ist wunderbar weich und urchig. Ich hatte nur diesen einen Strang davon, was die Projektsuche dafür ziemlich erschwerte, aber ich denke, mit der Drops Weste “Evelina” habe ich so ziemlich das Richtige dafür gefunden. Überhaupt kann ich nur Gutes von diesem Strickmuster berichten und es jeder Strickerin, auch blutigen Anfängerinnen, von ganzem Herzen empfehlen, weil es einfach ist und sich fantastisch dazu eignet, alle möglichen dickeren Wollgarne zu verarbeiten. Ich musste die Maschenzahlen ein wenig anpassen, weil meine Maschenprobe nicht zu 100% stimmig war, doch das hat recht gut geklappt und war auch keine grosse Sache. Und meine Angst, das Garn könnte mir mitten im Projekt ausgehen, war auch unbegründet, es ging bestens auf mit meinem Knäuel.
Ich bin ein grosser Freund der Westentasche und konnte mir ein kleines Extratäschchen natürlich nicht verkneifen. Als ich dann zum Bindeband kam, übermannte mich zudem urplötzlich die Lust, diesem ohnehin schon verspielten Westchen einen Hauch von… Zirkus aufzusetzen, und schon sah mam mich in meinem kleinen Körbchen voller Filzbällchen herumkramen, Filzmurmeln, die ich schon seit Ewigkeiten rumstehen habe, ohne sie je verwendet zu haben bisher. Pompons und bunte Bällchen erinnern mich einfach an Zirkusclowns. Und Zirkusclowns wiederum an unbeschwerte Momente voller Fröhlichkeit und Freiheit. Und davon wünsche ich ihm ganz, ganz viel, meinem kleinen Pausbackenmädchen. Mindestens eine ganze Westentasche voll.

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