What makes me happy: Kunst von Rita

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Bei uns gab es heute Mittag Fleischkäse, gekauft und bloss noch im Ofen fertig gebacken, Nudeln aus der Tüte und Bohnen, die ich nicht selbst angebaut habe, nur von Hand entfädelt. Kein Salat. Kein Extra-Gemüse für meine Kleinste, die Bohnen nicht mag. Die Kohlrabi- und Rüeblischnitze auf dem Tisch gaben immerhin den Anschein von einem erfolgreichen “Take 5″-Rohkostmanagement.
Zwischen dem Weg zum Kindergarten und zurück, Spielplatz und einem Telefonat mit meiner Mutter blieb -wie immer- einfach nicht viel Zeit fürs Kochen. Ausserdem hätte meine Jüngste grosses Geschnetzel und Gerüste ohnehin bald mit ihrem immensen Zuwendungsbedürfnis boykottiert, jetzt, wo sie ihre Schwester wieder im Kindergarten zurücklassen muss und vormittags so gut wie geschwisterlich verwaist ist.

Die Kuschelhunde meiner Mädchen essen hier offensichtlich ganz ähnlich wie wir heut’ mittag. Bohnen mögen sie nicht sonderlich, aber gegen ein Spiegelei und Nüdelchen haben sie nichts einzuwenden, und ganz hinten sehr ihr noch so knapp die beiden Fleischbröckchen, die mein Pausbackenkindergartenkind ihnen aus zerknülltem, rot bemaltem Papier und Klebestreifen gebastelt hat…
Und auch hier habe ich nichts hinzugetan: Das Fleisch kommt vom Kinderbasteltisch und diese superklasse Häkelnudeln und die knuffigen Spiegeleier hat Rita gezaubert- und damit nicht nur meinen Puppenmuttis, sondern auch mir eine Riesenfreude gemacht! Ich finde, so ein Teller voll Häkelfood könnte glatt als Kunst durchgehen…

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Puppenschlüttli

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Draussen herrscht bestes, sonnigstes und angenehmst mildes Herbstwetter. Ich war auch schon draussen; Pünktlich zum Herbst ereilt auch mich nun noch eine fiese Infektionskrankheit und der Gang zum Arzt war heute zwar mehr als unbequem, aber dringend nötig. Und erleichternd. Ich darf jetzt auch noch Tablettli schlucken, aber das nehme ich gern in Kauf, wenn nur schnell alles wieder vorbei ist…
Da Herr Kirschkernzeit heute frei hat, konnte ich nachmittags ein paar Stunden Schlafmangel aufholen und mich ein Stück weit gesund schlafen, und gerade jetzt ist er mit den drei Mädchen raus in die Stadt gefahren, um für meine Grosse ein Badekleid zu besorgen, denn morgen startet die neue Schwimmkurs-Saison, und die Kleiderbörsen hatten ihre Vorräte an Bademode bereits ausgemustert, als ich mich erinnert habe, wie knapp und verfranst (und mehrfach geflickt!) ihr alter, pinker Schmetterlings-Schwimmanzug mittlerweile ist. Für den Herrn Kirschkernzeit ist das jetzt zwar ein wenig fies. Dass er jetzt auch noch auf Badekleiderjagd gehen muss, wo er den ganzen Familienalltag heute so gut wie alleine stemmen musste, aber ich bin ihm sehr dankbar dafür, und offen gesagt froh, jetzt noch einen Moment für mich hier in aller Ruhe schreiben zu können, warm eingepackt mit meiner Wärmflasche im Bett.
So komme ich immerhin endlich dazu, euch das klitzekleine Puppenjäckchen zu zeigen, das schon vor einer ganzen Weile fertig geworden und bereits ausgiebig probegetragen wurde. Von einer der allerliebsten und süssesten Puppen der Familien, die ich so sehr ins Herz geschlossen habe, dass ich sie in Phasen der Vernachlässigung sogar selber umziehe und in meinem lila Zimmer aufs Fensterbrett setzte. Als liebe Kameradin. Und in warmen Gedanken an die gute Frau Krähe, die sie liebevoll (und äusserst gekonnt!) genäht und mir zur Geburt meiner Kleinsten geschenkt hat.
Überhaupt ist dieses Puppenjäckchen ganz eng mit zarten Erinnerungen verbunden. Ein ganz ähnliches habe ich meinem kleinsten Lausemädchen nämlich vor 2.5 Jahren gestrickt, als ich noch schwanger und voller Neugierde und mit ein paar Ängsten beladen durch meinen Alltag ging.
Ich hatte schon fast vergessen, wie schön es ist, etwas derart Kleines zu stricken. Alles geht so rasch und unkompliziert und man braucht auch nicht körbeweise Wolle, sondern nur einen einzigen Lieblingsstrang.
Heute sind die Dinge, an denen ich stricke, weit grösser, schwerer und materialverschlingender. Meine sternenhimmelblaue “Canvas Cardigan” zum Beispiel. Die wird wohl nie fertig werden. Obwohl ich immerhin an der zweiten vorderen Brusthälfte bin (*klatschklatsch*).
Für dieses Puppenschlüttli, das ich genau nach der sehr gut geschriebenen Anleitung von Susan Postler gemacht habe, habe ich knapp 80gr. Madelinetosh DK verbraucht, fast den ganzen Rest, der mir damals von der tiefseeblauen Kinderhose in der Farbe “Deep” noch übrig geblieben ist. Mit den Nadeln Nr.3.5 wurde das Gestrick schön satt, aber trotzdem noch weich genug, und die Knopflöcher halten auch ein wenig besser, als mit grösseren Nadeln. Als ich Schlüttli und die bereits sehr zerliebte Kinderwollhose meiner Kleinsten einmal kurz nebeneinander gelegt habe, ist mir aufgefallen, wie sehr die Farbe sich verliert; die schwarzen Schatten gehen völlig verloren, und das Blau wird sanfter und wärmer, was mir eigentlich sehr gut gefällt, aber auch enttäuschend sein kann, wenn einem der Originalton am Herzen liegt.

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So.
Ein Projektchen beendet, ein Mü weniger in meinem Strickkörbchen und ein kleiner Stein, der mir vom Herzen fällt, denn ich hatte eigentlich für Susan teststricken wollen- und mich mehr als nur verspätet damit… Dafür habe ich nun ein wunderbares, selbstgemachtes Puppenkleidli mehr in unserem Bäbichleider-Korb- und das perfekte Jäckchen für eine ganz besondere Puppe. Beide vernetzt mit Erinnerungen. Oh ja, Wollhosen-Sentiments hege ich auch noch! Besagte “deep”-blaue Wollhose ziehe ich meiner Kleinsten nämlich just in diesen Tagen jeden Morgen fürs Kindergartenkind-Begleiten an, wenn ich sie hurtig bereit machen muss für die Kälte da draussen.
Hach, Erinnerungen…

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gern gemocht

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Die letzte Woche war gar nicht mal so übel. Mein Kindergartenkind blieb von Dienstag an zuhause, einer starken Erkältung mit leicht fiebrigen Episoden wegen, und auch wenn manche Augenblicke genau deshalb ein bisschen happig waren, blieb mir doch das ständige Hin- und Her von Zuhause zum Kindergarten und zurück erspart, mitsamt den unschönen und tränenreichen Abschieds-Momenten. Das verschaffte mir eine ganze Menge mehr Luft, auch emotional und nervlich, und ich konnte nur staunen, wie viel ausgeglichener auch mein Kind selber wurde, mit jedem Tag ein bisschen mehr, und auch meine Kleinste, die das Getrenntsein von ihrer grossen Schwester bis heute noch nicht recht verstehen und akzeptieren kann, wie mir scheint, wurde ein Stück weit zufriedener in diesen geschenkten Tagen. Besonders schön war jener Morgen, an dem die beiden Kleinen bis fast um halb zehn ausschliefen. Freie, stille Stunden (kaum hatte ich die drei grösseren Schulkinder aus dem Haus). Wunderwunderschön!
Aber auch sonst gab es viel Gutes für mich. Für uns.
Die Kiste voller Schätze, die muss ich gleich als allererstes nennen, ja, die Kiste voller Schätze in Form von Wohnheftlis und neuem Lesestoff, garteneigenem Frauenmäntelitee und einem in Seidenpapier gehüllten nigelnagelneuen Wollschal in meinem Lieblingsgrün… Ich hab’ mich so gefreut, als es an der Tür klingelte und draussen ein einsames Päckchen lag (der Postbote macht sich immer in Windeseile aus dem Staub, ich glaube, der spurtet immer regelrecht los, kaum hat er die Klingel gedrückt). Ein Päckchen von Rita, diesem Engel…
Den Schal seht ihr übrigens auf dem vierten Bild, mitsamt meinem immerzu nur weiter wachsenden Eingangs-Chaos, an das ich mich mittlerweile schon halbwegs gewöhnt habe, denn der Eingang wird ja nicht geräumiger, die Jacken und Schuhe und Taschen und Helme meiner Kinder aber immerzu grösser und zahlreicher. Es ist ein feiner Rundschal, einer, den man einfach so überziehen und entspannt und ohne je zu schwitzen den ganzen Tag lang damit rumlaufen kann, ohne ihn recht zu spüren. Nur wenn man ihn auszieht, dann merkt man mit einem Mal, wie schrecklich kalt es plötzlich ist, so ganz ohne wolligen Nackenwärmer. Ich mag ihn mehr als ich sagen kann. Und Rita natürlich auch.

Und was mag ich sonst noch…? Smarties-Pferdchen, meine Kleinste und ihre Aufreih-Leidenschaft und die kurzen Abschnitte herbstlichen Sonnenlichts, die mir manchmal, wenn ich Glück habe und der Hochnebel uns kurz verlässt, in die Küche reinspienzlen. Es ist ein goldenes Licht, eines, für das ich sehr dankbar bin, denn es taucht alles in Honigglanz und lässt den Holzboden so schön strahlen, ganz ohne die Hitze des Sommers, die ich ständig aussperren musste, um den Sommer erträglich zu machen hier in diesem alten Haus.
Ich mag den Crumble, den ich ausprobiert habe, mit Zwetschgen und Apfelspalten, obwohl er ziemlich mächtig war und etwas zu süss, und ich glaube, ich mag ihn deshalb, weil er einfach mal was Neues war, was Anderes, etwas, das ich noch nie gemacht habe bisher.
Kind2, der sich vom eher schrägen Musikgeschmack seines grossen Bruders emanzipiert hat (der hört Sachen wie Asap Mob und einen gänzlich unmöglichen österreichischen, jungen Typen, dem ich nicht zuhören kann, ohne rot zu werden, aber ich bin ja auch langsam alt und empfindlich *hüstel*). Kind2 hat diese Woche -man höre und staune- “die Prinzen” für sich entdeckt. Hach, die guten alten “Prinzen”. Was hab’ ich die gern gehört damals in den 90ern, “Millionär” und “Küssen verboten” oder “Mein Fahrrad”, rauf und runter liessen wir die CD spielen (oder war’s noch eine MC?). Der Lieblingssong meines Jungen ist aber der hier (“Chronisch pleite”). Und den hier (“Be Cool Speak Deutsch”) findet er auch ziemlich toll, was mich schlichtweg umhaut, denn irgendwie ist es doch komisch, wenn das eigene Kind, das früher (trotz häuslicher Zensur) für Eminem schwärmte, plötzlich mit Sachen ankommt, die ich selber mal gemocht und gehört habe und die ich eigentlich, wenn ich’s mir recht überlege, immer noch mag (bis auf die Music Clips). Komisch ist das, ja, aber in einem ziemlich erfreulichen Sinn, meine ich. Und, ganz ehrlich; diese Männer können immerhin singen, treffen alle Töne und bringen recht ordentliche A-Capella-Klänge zustande- was man von vielen heute enorm gut verdienenden Stars und Sternchen nicht unbedingt behaupten kann. (Aber wie gesagt, ich werde alt und empfindlich.)

Aber nun zu meinem Gern-gemocht-Hitparaden-Liebling: Ist der kleine, rote Papierdrache meiner Grossen nicht einfach hinreissend?! Sie hat ihn diese Woche ganz im Stillen in ihrem Zimmer gebastelt und sich all die Details selbst ausgedacht, die in winzigen Schlitzen am Rücken befestigten Flügelchen, die Spuck-Flamme, die richtig aus dem Maul herausschiesst, der im Inneren des Drachen befestigte, gezackte Schwanz. Er lebt in seiner eigenen Vulkan-Landschaft und hat mein Herz selbstredlich im Sturm erobert…
Wenn ich so zurückblicke, muss ich eigentlich sagen; Eine gute Woche war’s.
Ehre, wem Ehre gebürt.

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Luchs

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Mein Energie-Hoch hielt leider doch nicht ganz so lange an, und obwohl der Tag kein schlechter war gestern und zwei meiner Kinder netten Gspänli-Besuch mitbrachten, der wider Erwarten statt mehr Aufwand und Hektik zwei wunderbar entspannte Spielstunden für uns alle bedeutete, war ich plötzlich dann ungeheuer müde und kam einfach nicht dazu, das fertig gewordene Puppenschlüttli zu fotografieren. Das heisst, Fotos gemacht habe ich schon, morgens um acht, gleich nachdem ich das letzte Knöpfli angenäht hatte, aber das Licht war so schlecht und die Bilder grauenhaft rotlastig, die kann ich keinen zumuten. Aber eins schon mal im voraus; ich mag es sehr, das Puppenschlüttli. Es erinnert mich an jenes klitzekleine Babyjäckchen, in das ich mein kleinstes Mädchen damals gehüllt habe, gleich nach der Geburt, wo sie noch so winzig war und schrumpelig und ich noch keine Ahnung hatte, als was für ein freches, lustiges Persönchen sie sich noch entpuppen würde. Süsse Erinnerungen, hach…

Fotos habe ich aber hiervor. Und zwar schon eine ganze Weile; Dieses einfache Kuschelkissen habe ich für einen Freund meiner Grossen genäht, in so einer Art Notfall-Aktion, denn ihre Einladung zu seinem Kindergeburtstag kam irgendwie erst eineinfünftel Tage vor dem Fest bei mir an *räusper* und ich sah mich wirklich ausserstande noch in die Stadt zu fahren, um etwas Nettes für ihn dort aufzutreiben. Normalerweise habe ich eine Geschenkebox, in der ich allerlei hübsche Dinge sammle, die sich als kleines Geschenk für dies oder das gut eignen, aber die ist mittlerweile schon so gut wie leer geplündert. Es scheint viele Geburtstagskinder zu geben im Sommer.

Mein Mädchen war sich ziemlich sicher, dass ihr Freund ein grosser Luchs-Fan ist, und ich wiederum wusste, dass er gerne kuschelt und in seinem Bett bereits einen riesengrossen Schmusetier-Clan beherbergt, und da ich noch etwas Stoff hatte und Schafwolle zum Stopfen und nach dem Fuchsprint-Paspel-Kissen auch eine gute Portion Lust aufs Kissennähen, machte ich mich ratzfatz an dieses Kissen hier. Mit der Rolle Bügelfolie aus meinem Vorrat und einem allerletzten Restchen grüner Stoffmalfarbe (diesen Vorrat muss ich unbedingt aufstocken!), wurde ein Luchs gedruckt (die Vorlage dazu habe ich mit den Worten “Luchs” und “Shilouette” gegoogelt). Es war keine grosse Sache, das Auscuttern der Schablone und das rasche Aufpinseln machten sogar richtig Spass. Ich habe so was schon so lange nicht mehr gemacht…
Der Stoff ist ein altes Leintuch, schlicht weiss, die Rückseite, die ich leider vergessen habe zu fotografieren, wiederum ein Stück schwarzer Baumwollstoff mit feinen, weissen Punkten. Ich musste natürlich noch ein Fitzelchen der süssen Tierborte einnähen, da führte kein Weg dran vorbei, aber alles in allem wollte ich das Kissen schlicht halten.

Das Resultat hat uns alle gefreut. Meine Mädchen kamen natürlich eins ums andere mit ihren Lieblingstier-Kissen-Wünschen zu mir, kaum hatte ich das Inlet mit Schafwolle gestopft und den Bezug zum ersten Mal übergezogen…

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Ich hoffe, der kleine Junge mag sein Kissen auch so gern wie wir. Seine Mutter war immerhin sehr angetan: “Vielen Dank für dieses schöne Geschenk! Es ist so… persönlich.” Ich nehme das jetzt mal as Kompilment, oder?

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