der Spatz in der Hand

Das Baby zahnt. Aber wie! Ich glaube, so hochrote Backen habe ich bisher noch bei keinem meiner Babies gesehen… und zappelig ist er! Mit ständig einem dicken, kleine, runden Fäustchen im Mund. Manchmal lutscht er so inbrünstig daran, dass ich unsicher werde, ob er nicht doch Hunger hat, und dann biete ich ihm die Brust an. Die Sache mit den getakteten Brustmahlzeiten habe ich aufgegeben. Schon lange. Ich glaube, etwa in der zweiten Woche Muttersein mit meinem allerersten Kind muss das gewesen sein. Ich bin ganz einfach keine souveräne Planerin. Niemand, der sich an Takte halten könnte, die nicht wirklich dringlich oder wenigstens naturgegeben sind. Dabei bin ich ein äusserst pünktlicher Mensch. Immer knapp zu früh, doch dann warte ich brav vor der Türe, bis die Uhrzeit stimmt. (Echt wahr!) Na jedenfalls, solange das Babykind weiss, wann es hungrig oder durstig ist, wird es wohlgenährt sein und bleiben, denn ich könnte niemals einem weinenden Kind die Mutterbrust verweigern, nur weil die „mindestens zwei Stunden, gell Frau Kirschkernzeit“, die mein Kinderarzt mir bei jedem Kontrollbesuch mit Nachdruck ans Herz legt, noch nicht um sind. Ich denke, ein Baby kennt seine Bedürfnisse ziemlich gut. Und es weiss, wie es sich mitteilen kann. Mamas verstehen ihre Babies doch auch ganz ohne Worte, oder?

Heute weinte mein Kleiner mehr als sonst. Seine Wangen glühten, der Speichel tropfte, es wurde auf dem Fäustchen geknabbert und gebissen wie wild. Auch mein Kinn musste herhalten, und ich kann nur sagen; der Kleine hat ganz schön Kraft im Kiefer.
Was das Stillen angeht, muss ich gestehen, dass ich alles Natürliche und Natur-Belassene gerade bei Babys und kleinen Kindern zwar meistens für das Beste halte, aber nichts davon für unersetzlich. Wenn eine Mama ihrem Kind das Fläschchen geben muss oder möchte, dann finde ich nichts dabei. Ich meine, ganz ehrlich; was schlussendlich zählt, ist die Liebe, mit der ein Baby gefüttert wird. Ob mit Mutter- oder Fläschchenmilch, das spielt nun wirklich keine grosse Rolle. Jede Mama muss bei Kräften bleiben, körperlich wie mental wie seelisch, und das um jeden Preis. Weil eine zerschundene, erschöpfte, aufgebrauchte Mutter ihrem Kind nicht mehr die Zuwendung und Geduld schenken kann, die es braucht. Die sie braucht, um die Mama sein zu können, die sie sein möchte.
Eine Mutter, die ihr Baby mit Liebe und Hingabe mit einem Fläschchen füttert, es so satt und zufrieden und geborgen durch seine Babyzeit trägt, ist eine gute Mutter. Punkt. Da gibt es nichts dran zu rütteln. Und Mamas, die ihr Kind stillen genauso. Wir sind keine Gegnerinnen, wir stehen uns in keinem Wettstreit gegenüber: Wir sitzen alle im selben Boot. Wir lieben unsere Kinder und geben unser Allerallerbestes für jedes Einzelne von ihnen. Das ist es, was zählt.

Genau darum fühle ich mich auch nicht schlecht, wenn ich meinem kleinen Jungen einen Nuggi gebe. Manche finden das ja gar nicht toll, gerade aus der linken Szene, wie ich erfahren musste, wird hier gerne eine Art mütterliches Versagen gewittert, weil das Kind „mit einer Attrappe vertröstet“ wird. Aber…vielleicht ist die Attrappe in manchen Fällen ja genau das, was das Baby gerade braucht? Was ihm helfen kann in diesem Augenblick? Mein Kleiner zum Beispiel weint bisweilen nur noch mehr, wenn er trinken muss, obwohl er eigentlich bloss nuckeln möchte. Saugen beruhigt und entspannt. Trinken hingegen, wenn das Bäuchlein schon voll und womöglich ohnehin ein wenig gereizt ist, kann das Elend zeitweise nur noch schlimmer machen. Bei meinem Baby jedenfalls beobachte ich das so. Es kommt vor, dass er sich von der Brust abwendet, den Schnuller aber gerne nimmt- und so dann endlich Frieden findet. Gerade auch beim Zahnen. Und auch ich finde ein wenig Entlastung. Ein bisschen Frieden und Ruhe. Kurz Durchschnaufenkönnen. Dafür bin ich einfach nur dankbar. Die meisten meiner Kinder mochten keinen Schnuller. Das war völlig in Ordnung so. Dieses Kind hier nimmt ihn dankbar an. Wenn es völlig übermüdet, aber noch zu nervös ist, Schmerzen hat oder in einer fremden Umgebung einfach keinen Schlaf findet. Und auch das ist in Ordnung. Lieber der Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach, oder?

Gerade schläft er. Endlich. Es war ein langer Tag mit nur sehr wenigen Pausen, und auch die wurden sofort mit hektischer Betriebsamkeit gefüllt, weil ich es nicht länger mitansehen kann, wie die Weisswäsche sich türmt und die Leute sich im Bad mit Waschlappen abtrocknen müssen, weil die Badelaken fehlen. Mein Mann hat diese Woche hart gearbeitet und in seinen Ferien die Küche ein wenig aufgehübscht. Jetzt strahlt die Wand hinter Spüle und Herd wieder im herrlichsten Blütenweiss und sein selbstgebautes Wandregal sieht entzückend aus mit seinen Holzpaneelen und meinen geliebten bunten Blechdosen. Leider fehlt mir ständig ein Arm; Ich komme kaum zum Fotografieren.
Aber so habe ich wenigstens ein Ziel: Küchenfotos für meinen nächsten Post. Vielleicht zusammen mit dem blauen Kinderpullover für meine Kleine? Hier bin ich schon so gut wie bei der Abkettrunde für den Bauchbereich. Der erste Ärmel wird heute abend wohl noch angefangen, was mich richtig freut, denn ich wünsche mir, dass mein kleines Mädchen sich so bald wie möglich in ihren neuen Pulli kuscheln kann. Das Hörspiel, das ich mir jeweils zum Stricken gönne, ist auch ganz fabelhaft; „Der Hobbit“ von Tolkien, einfach phänomenal vertont und akustisch in Szene gesetzt! Ein wunderbarer Begleiter für ruhige Abende…

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schleppend

Eine stille Woche liegt hinter uns.
Still allerdings nur im Blog.
Das wahre Leben war anstrengend und beanspruchend. Tage die ich zwischen Kochtöpfen, Wickelmatte und Bilderbüchern zugebracht habe. Beim Versuch vielmehr, Essen zu machen oder mich richtig um meine Kinder zu kümmern, was mir beides irgendwie nur halbpatzig gelang, jedenfalls fühlte es sich so an, weder Fisch noch Vogel und so gar kein Erfolg. Weder das Haus noch meine Kinder hatten mich ganz für sich, denn eins kollidierte immer mit dem jeweils anderen, und die meiste Zeit über schaukelte ich sowieso ein zahnendes Baby oder sass am Bett eines kranken Pausbackenkindes, dessen junger Körper seit bald einer Woche mit irgendwelchen Viren herumkämpft, mal Bauchweh hat, mal Kopfschmerzen, aber immer hohes Fieber und keinen Appetit.
Ich dachte eigentlich gestern, das Ganze sei jetzt endlich überstanden, doch heute stieg das Fieberthermometer wieder auf 39.5 Grad und im Bauch grummelte es bereits wieder.
Meine Nächte mögen schlecht sein, aber besser als auch schon, doch jeden Morgen weckt mich der Wecker, als sei es mitten in der Nacht. Ich fühle mich ausgelaugt und unter Strom, was eine sonderbare Mischung ist, ein wenig wie auf Drogen, nehme ich an, aber ich nehme nie welche (oder zählt Kaffee auch?).
Mir fehlen diese Momente, in denen man die Füsse von der Sofakante baumeln lassen kann und es einem nicht reut, fünf, zehn Minuten lang einfach bloss gedankenverloren vor sich hinzustarren, die Orchideen im Bad zu wässern oder sich die Nägel zu lackieren.
Mir sind zehn Minuten schrecklich kostbar. Ich lackiere gar nichts, frisch gewaschene Haare sind bereits das Nonplusultra an Selbstpflege, obwohl ich es tatsächlich schaffe, jeden Tag für einen kurzen Augenblick unter die Dusche zu hüpfen. Die Duschscheibentüren sind gnadenlos durchsichtig, was grossartig ist, denn das Babykind findet es spannend, wie es spritzt und plätschert und mein verschwommener Körper sich hinter der beschlagenen Plexiglaswand bewegt. Er zappelt und guckt, kann sich kaum sattsehen. Bevor es ihm langweilig wird, bin ich auch schon wieder draussen, lache und kitzle ihn am Kinn.
Seit dieser Woche trage ich ihn übrigens auf der Hüfte. Er ist gross geworden, der Kleine. Gross und noch dicker. Esse ich einen Apfel, ohne ihn daran lutschen zu lassen, wird er wütend und entrüstet sich mit jammernden Klagelauten, die so süss klingen, dass ich ihn knuddeln muss. Ich hatte ganz vergessen, wie es ist, ein Baby zu haben. Wie anstrengend. Wie schön. Wie sehr man sich freut über alles und nichts, über jede Kleinigkeit, die anders wird. Und wie sehr man das Vergangene betrauert. Eigentlich sollte es ja mein letztes Kind sein. Aber niemals war mir dieser Gedanke unwirklicher als jetzt.
Mein Mann und ich konnten heute sogar die Gartenwege fegen. Der Sturm vergangener Tage hat Tannenäste, Zapfen und haufenweise Nadeln herunter geblasen und es gab viel zu tun. Im Nachbarsgarten fällte der Wind einen Baum, auf der klitzekleinen, mit einem Holzzaun eingefriedeten Kindergarten-Wiese landete ein ganzes Trampolin mit Netz, das vom Sturm irgendwo gepflückt, durch die Luft getragen und direkt vor dem Kindergarten wieder abgeladen wurde. Man muss sich das einmal vorstellen. Bei geschlossenem Gartentürchen!
Während unserer ganzen Fegerei, sass mein Babykind zufrieden und bis über beide Ohren dick eingepackt in seinem Buggy bei uns im Garten und sah uns beim Arbeiten zu. Bisher kam er mir verloren vor ausserhalb meiner Arme. Schutzlos. Nicht am richtigen Ort. Jetzt aber spüre ich, dass er bereit ist, sich mehr und mehr dem zuzuwenden, was um ihn herum geschieht. Zu beobachten, wie ich darin agiere, werke und wirke und sein eigene Position im Geschehen zu erforschen.
Meine Kleinste legte sich ebenfalls mächtig ins Zeug. Sie wedelte mit dem Besen durch den Garten, dass es nur so stäubte und meinte mit hochroten Backen: „Gell, ich bin eine gute Hausfrau?“
Und jetzt, jetzt bin ich müde. Vorgestern habe ich den dritten Teil der Artus-Saga in einem fantastischen Hörspiel zuende gehört, heute abend werde ich den Geschichten des „kleinen Hobbits“ lauschen. Ich freue mich darauf. Sehr. Fremde Welten, kleine Fluchten und das Halbdunkel der Nacht, das mich umwabert, während ich die Nadeln klappern und einen kleinen, blauen Pullover wachsen lasse…

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Januar-Tage Nr. 19

Mit Nr. 19 wird diese Reihe wohl enden. 19. Eine gute Zahl. Obwohl 20 natürlich runder wäre… Aber ich fühle mich zu träge, um längerfristig ein rasantes Blog-Tempo halten zu können. Vor allem  weil ich das mit den „kurzen“ Posts irgendwie sowieso nicht hinkriege; immer hatte ich es vor, immer wollte ich mich kurz und knapp zu fassen, und immer war ich nur schwer zu stoppen. Ich bin hald ein Plappermaul, was soll’s.
Trotzdem fand ich diese Reihe hilfreich. Und ein Stück weit heilsam. Ich hatte das Gefühl, mich schreibend ein wenig zu entspannen, auch Nonsens stehen lassen zu können, ohne gleich wieder ins Korrigieren zu fallen. Einfach nur so erzählen- das finde ich eigentlich ganz angenehm. Blog-tauglich sogar. Mein Blog darf ein Tagebuch sein und bleiben. Ich verdiene kein Geld damit und muss nirgendwo mithalten können, zwei wichtige Relax-Faktoren sind also schon abgehakt. Ursprünglich war das Ganze ja auch zwanglos gedacht, schlicht und sorglos, ein Festhalten, Notieren, lautes Denken, nichts weiter…
Aber bevor ich mich jetzt meinem Strickzeug widme, das bereits griffbereit auf meinem Nachttisch steht, möchte ich noch kurz ein paar Worte zum Foto sagen. Ein Woll-Bild. Mal wieder. Ich fotografiere ziemlich gern Wolle (wenn auch nicht sehr gekonnt), und ich schreibe auch sehr gern darüber, Woll- und Strickposts sind mir die allerliebsten. Vielleicht weil das Stricken auch mein allerliebstes Hobby geworden ist im Laufe der letzten 10 Jahre?
Die Wolle jedenfalls, die ihr oben seht, ein wunderbares Merino-Seide-Yak-Mischgarn in DK-Stärke von der Spinnwebstube, ist so kuschelweich wie sie ausschaut, und sie schimmert auch ganz leicht, weil Seide drin ist, Seide fürs Kuscheln und Funkeln. Leider verlieren die meisten Seiden-Garne den schönsten Teil ihrer Glitzerei, sobald sie auf die Nadeln hüpfen, und mit diesem Garn, so hübsch es auch aussieht und so betörend ich es finde, geht es nicht anders: Verstrickt wirkt es ganz anders als zum Strang gewunden. Matter wirkt es. Weniger Luxuriös. Schlichter. Und die Farbe, ein gedämpftes Blau mit Graustich, sieht um einiges dunkler aus als zuvor, wo ich so viele, silberne Lichter darin spiegeln sah.
Bin ich enttäuscht?
Hm… ich weiss nicht. Vielleicht ein bisschen?
Aber an sich spielt es keine grosse Rolle, was ich darüber denke, denn im Augenblick stricke ich nicht für mich, sondern für mein jüngstes Mädchen, das handgemachten Pullovern klar den Vorzug gibt und sich einfach nicht anfreunden kann mit den engen Ärmeln und dicken Nähten vieler gekaufter Sweatshirts. Vor bald einem Jahr habe ich ihr einen Pulli aus einem grünen Merino-Baumwollgarn gestrickt, den sie wirklich unglaublich oft und gerne trägt, aber ein bisschen unsicher bin ich schon, ob es ihr mit dem neuen Pullover, den ich jüngst für sie angeschlagen habe, genauso gehen wird. Immerhin ist da Wolle drin. Und Wolle birgt immer die Gefahr, kratzig zu sein. Nun denn; Ich wollte dieses Garn hier einfach endlich anstricken. Drei Strangen habe ich davon, und die Kinder werden auch nicht kleiner, da muss ich damit arbeiten, solange 300gr. noch einen ganzen Pulli ergeben. Ein „Boathouse Mini“ Sweater mit lange Ärmeln soll es werden. Weil ich dieses Strickmuster so liebe. Und kenne wie meine Westentasche. Eigentlich kann gar nichts schief gehen- sofern die Wolle stimmt. Für sie stimmt. Ich hoffe jetzt einfach mal das Beste und lasse sie vielleicht einmal anprobieren, sobald ich die Arme stillgelegt und den Bauch ein Stück weit runter gestrickt habe. Dann weiss ich, woran ich bin. Und kann mich zur Not auf ein Jäckchen verlegen…

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Januar-Tage Nr. 18

Ferien! Endlich! Die drei Wochen Schule kamen mir unglaublich lange vor… Oder waren es sogar vier? Keine Ahnung. Auf jeden Fall tut es einfach nur GUT, die Kinder wieder ihrem eigenen Rhythmus zu überlassen, sie schlafen zu lassen, solange wie sie es brauchen und auch die Sache mit den Essenszeiten nicht allzu pingelig genau zu nehmen. Wir sind alle keine Frühstücker. Den Znüni brauchen wir darum meistens ganz dringend- und zwar meistens ausgerechnet um halb elf oder so. Klar, dass sich auf diese Weise unsere „natürliche“ Mittags-Zeit ein bisschen in den Nachmittag hinein verschiebt. Um halb zwei Uhr sassen wir darum heute auch noch über unsere Teller voller Nudeln mit Bratensauce, Mais und Erbsen gebeugt, ein Essen, auf das ich nicht stolz bin, zumal auch noch Wiener Würstchen mit dabei waren. Aber ganz ehrlich: Ich bin froh, überhaupt etwas einigermassen ordentlich Gekochtes auf den Tisch zu bringen! Mit meinem Babykind wird Kochen zur echten Herausforderung, zur Kür der Haushalts-Disziplinen sozusagen, jetzt, wo der Kleine zahnt, ständig mit roten Backen auf seinen Fingerchen herum kaut und ganz viel Nestwärme braucht, um sich getröstet und getragen zu fühlen, sowieso. Ich bin ziemlich schlecht darin, Gemüse mit einer Hand zu schnippeln oder einarmig Salat zu waschen. Also greife ich zum Notgroschen, zu Dosen und Tiefkühlgemüse, und bin einfach dankbar, wenn sich die Kinder, die genau wie ich viel lieber frisches Essen haben, dann trotzdem am Essen freuen. Heute zum Beispiel wurden alle Teller leer. Die Pfannen auch beinahe. Muss wohl an der Bratensauce liegen…
Samstag allerdings hatte ich einen kleinen Anfall von Gottvertrauen. Oder von Grössenwahn vielmehr. Ich fand nämlich, wenn offenbar alle Muttis dieser Welt mit ihren Kindern Kuchen, Cakes und Torten backen können, dann müsste ich das doch eigentlich auch schaffen. Irgendwie. Ja, zu viel Instagram-Glamour kann leichtsinnig machen, jedenfalls nahm ich trotz zahnendem Baby auf dem Arm mein neuestes Backbuch („Bigger Bolder Baking“ von Gemma Stafford, die ich durch ihre YouTube-Küchenvideos entdeckt habe) und ein paar absolute Basic-Ingredienzien zur Hand. Und machte mich ans Muffins-Backen. Mit den Kindern. Nun… es war nicht unbedingt idyllisch. Mehr hektisch. Nicht ganz das, was ich mir erträumt hatte. Bei Instagram sieht es immer ganz anders aus…
Ich schwitzte schon nach wenigen Minuten, als würde ich mich an der Riviera in der Sommersonne räkeln, und ständig fiel mir irgendwas herunter. Gottlob kam Herr Kirschkernzeit dazu und rettete die Situation durch beherztes Babysitting, so konnte ich wenigstens zweiarmig den Kindern dabei helfen, die Küche zu verwüsten… Immerhin: es kamen tatsächlich Muffins aus dem Ofen. Und die Mädchen hatten irgendwann auch aufgehört, sich zu streiten und sich stattdessen auf gemeinsame Kichern und kooperative Kleckern verlegt- richtig süsse waren sie, wie sie Seite an Seite jedes Törtchen mit meiner schaurig buttrigen und unsagbar süssen, von ihnen mit Lebensmittel-Farben eingefärbten Buttercreme verzierten. Sie hatten so viel Spass! (Und ich einiges zu putzen) Die Idee mit der Lebensmittelfarbe kam übrigens klar von Seiten meiner Kinder. Ich mag Kuchen eigentlich am liebsten natürlich, so wenig glitterglimmerstreuselbunt wie irgend möglich. Aber, nun ja, ich wollte ja mit ihnen backen, also durfte es sein, das mit der Farbe und so, einfach weil sie so viel Freude hatten daran.
Vom Rezept war ich mässig begeistert. Die „Irish Fairy Cakes“ sind mir persönlich eine Spur zu … währschaft. Mir fehlt das Cupcakes-Gefühl dabei. Und die „Best Ever Buttercream“ hat mich nur veranlasst, nach der wirklich allerbesten Buttercreme zu suchen. Gemmas Variante ist mir nämlich ein wenig zu süss. Und mit zu wenig Pepp. Ich schätze, Buttercreme ist nicht ganz einfach. Mit Zitrone oder Schokolade oder Kaffee vielleicht ja keine Hexerei, das sind dominante Aromen, die immer gut schmecken, aber so ganz dezent, allein mit Vanille…?
Eigentlich wollte ich heute auch nochmals backen. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt, und Instagram und all das.
Aber nein. Heute stand ich ganz ernüchtert in der Küche und rührte meine Bratensauce. Genug ist genug. Ich mach besser mal kleine Schritte.

„Dezembertage“ heisst meine kleine Serie zum Jahresende.
Ein Bild, wenige Worte, spontan und frei von der Leber weg.
Spass machen soll es. Mir und euch.
Die „Januartage“ setzen diese Idee im neuen Jahr ein wenig fort.
Ein huschhusch-Einblick in mein Leben mit Gruss und Kuss
raus in die Welt an alle, die das hier lesen…

 

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